FerienSerien: „Scream“

    Gelungene Serienadaption der Kultfilm-Reihe

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 12.06.2016, 12:00 Uhr

    „Scream“: Ein neuer Ghostface-Killer geht um – Bild: MTV
    „Scream“: Ein neuer Ghostface-Killer geht um

    Dieser Artikel ist Teil unserer Artikel-Reihe FerienSerien.

    1996 ebnete Regissseur Wes Craven mit dem ersten Teil von „Scream“ den Weg für eine neue Generation an Teenieslasherfilmen und machte das Horror-Genre im Mainstream-Kino wieder salonfähig. Neben drei Sequels der sodann zum Franchise ausgebauten „Scream“-Reihe zogen weitere Produktionen wie „Düstere Legenden“ oder „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ nach. 2013 gab der US-Jugendsender MTV eine Serienadaption in Auftrag, deren Produktion sich jedoch zunächst verzögerte. Im vergangenen Jahr ging dann endlich die zehnteilige erste Staffel an den Start. Für die Hauptrollen wurde ein Ensemble aus jungen Nachwuchsschauspielern zusammengestellt, die bislang in kleineren Rollen diverser Serien zu sehen waren. Als Produktionsfirma ist Dimension Films am Start, die auch für die Kinofilme verantwortlich war.

    Worum geht es in „Scream“?
    Die erste Staffel der Serienfassung von „Scream“ handelt von einem Cybermobbing-Vorfall, der in einem Mord endet und Erinnerungen an eine frühere Mordserie wachruft. Einige Bewohner der Kleinstadt Lakewood werden davon immer noch in ihren Gedanken verfolgt, für andere ist sie eher ein faszinierendes Puzzle aus der Vergangenheit – und ein neuer Serienmörder scheint sie sich als Vorlage genommen zu haben. Eine Gruppe von Teenagern, die sich um zwei entfremdete Freunde dreht, wird dabei zu Liebenden, Feinden, Verdächtigen, Zielen und Opfern eines Killers, der auf Blut aus ist.

    Willa Fitzgerald („Alpha House“) verkörpert Emma Duval – eine „klassische Schönheit“, deren Aussehen und Popularität ihr eher schüchternes Wesen und ihren Intellekt verbergen. Sie schließt sich einer angesagten Clique an und entfernt sich dadurch immer mehr von Audrey Jensen (Bex Taylor-Klaus, „The Killing“, „Arrow“), ihrer besten Freundin aus Kindertagen. Audrey ist die Tochter eines evangelischen Pastors und eine künstlerisch begabte Einzelgängerin, die eine Karriere als Filmproduzentin anstrebt. Audreys bester Freund Noah Foster (John Karna, „Premature“) ist ein kreatives Computergenie und Horrorfilmnerd, der ein großes Wissen über Popkultur besitzt. Carlson Young („True Blood“) spielt Brooke Maddox, die charismatische Anführerin der Clique, die über quirlige Charakterzüge, aber auch Sexappeal verfügt. Und dann wäre da noch Kieran Wilcox (Amadeus Serafini), das mysteriöse New Kid in Town, das ein robustes Erscheinungsbild und eine düstere Seite besitzt.

    Hintergründe
    Die Serie „Scream“ ist losgelöst von der vierteiligen Filmreihe zu betrachten. Keinerlei Figuren des Film-Franchises treten auf oder werden erwähnt. Es handelt sich um eine völlig neue Geschichte mit neuen Charakteren. Übernommen wurde hingegen die typische Mischung aus Schockelementen, popkulturellem Humor und soapigen Teenie-Storys. Nicht fehlen darf bei „Scream“ auch der berüchtigte Killer mit der Ghostface-Maske. Allerdings wurde zwischen dem Rechtehalter der Originalmaske und der Serienproduktion kein Lizenzvertrag geschlossen, weshalb der neue Killer nun mit einer neuen Maske sein Unwesen treibt und – ensprechend dem neuen Zeitalter – seinen Opfer nun per WhatsApp-Nachrichten belästigt.

    Mit Kevin Williamson, dem Drehbuchautor der Filmreihe, fanden Gespräche statt, doch letztendlich kam es nicht zu einer Zusammenarbeit. Stattdessen wurde die Serie von Jay Beattie, Jill Blotevogel („Harper’s Island“) und Dan Dworkin entwickelt.

    Für wen ist „Scream“ zu empfehlen?
    Entgegen etwaiger Vorbehalte ist „Scream“ sehenswerter als vermutet und dient als Beispiel für einen gelungenen Transfer von Kultfilm auf Serienadaption. Den Machern gelingt überwiegend der schwierige Spagat zwischen Würdigung der Vorlage und zeitgemäßer Anpassung an die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen von heute. Wer sich für Teenie-Slasherfilme begeistern kann, ohne ständig Vergleiche zur „Scream“-Filmreihe zu ziehen, kann bedenkenlos einen Blick riskieren. Die Serie versprüht schnell Suchtcharakter und besitzt clevere Spannungsmomente. Dies gelingt ihr auch besser als etwa „Harper’s Island“ im Jahr 2009. Auf schrägen Over-the-Top-Humor wie in „Scream Queens“ wird erfreulicherweise verzichtet.

    Verfügbarkeit
    Die komplette erste Staffel von „Scream“ steht beim Streamingdienst Netflix in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung. Vor zwei Wochen ging in den Vereinigten Staaten die zweite Staffel an den Start. Netflix veröffentlicht die jeweils aktuelle Folge wöchentlich am Dienstag einen Tag nach der US-Erstausstrahlung, auch schon mit deutscher Synchronisation.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

      weitere Meldungen