„Djatlow-Pass – Tod im Schnee“: Deutschlandpremiere für Thriller um mysteriöses Unglück

    Rätselhaftes historisches Unglück aus der Sowjetunion als Vorbild

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 10.05.2021, 11:25 Uhr

    „Djatlow-Pass – Tod im Schnee“ – Bild: 1-2-3 Production
    „Djatlow-Pass – Tod im Schnee“

    Der deutsche FOX Channel hat sich die erfolgreiche russische Dramaserie „Djatlow-Pass – Tod im Schnee“ gesichert und wird das achtteilige Format ab dem 5. Juli immer montags um 21:00 Uhr ausstrahlen. Hintergrund ist ein bis heute nicht ganz geklärtes Unglück, bei dem 1959 im Ural neun Bergwanderer ums Leben kamen, und um das sich manche Verschwörungstheorie rankt.

    Wie üblich bietet der FOX Channel die Serie in Synchronfassung und mit Originalton-Option an, in diesem Fall Russisch. Nach der Ausstrahlung sind die Folgen dann on Demand über Sky Go, Sky Q, Sky Ticket in Deutschland und Sky X in Österreich, in der Megathek auf MagentaTV sowie Vodafone Select und GigaTV verfügbar.

    Anlässlich des 60. Jahrestags des Unglücks am sogenannten Djatlow-Pass wurde das Mysterium um die ungeklärten Todesfälle wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt – neue wissenschaftliche Theorien wurden aufgestellt, neben „Tod im Schnee“ gab es auch eine Dokumentarserie.

    Am 23. Januar 1959 war eine Gruppe Studenten des Polytechnischen Instituts des Urals sowie ein Wanderführer unter Leitung von Igor Djatlow zu einer langen Skiwanderung im Ural aufgebrochen – für die 350 Kilometer hatte die Gruppe aus erfahrenen Wanderern 15 Tage veranschlagt. Als sie mehr als eine Woche überfällig waren, wurde eine Suchmannschaft ausgesandt, der sich schließlich ein verwirrendes Bild bot, als man entlang der Route schließlich den Ort einer Tragödie gefunden hatte: Das Zelt der Gruppe war nach der Zeit eingeschneit, schien aber von innen heraus aufgeschnitten. Die Leichen der Wanderer wurden in kleine Gruppen über ein größeres Gebiet verstreut gefunden, weswegen die Suche nach den Leichen sich auch nach Fund des Zeltes sich über Wochen erstreckt hatte. Es erschien, als wären die Toten in großer Angst nachts aus dem Zelt geflohen, waren sie spärlich bekleidet und teils in grausigem Zustand, wiesen teils innere Verletzungen auf, teils äußerliche Verstümmelungen. Vieles an den Fundstücken ergab kein sinnvolles Bild. Dass die Einheimischen dem ansonsten unbedeutenden Hügelgebiet schon zuvor den Namen Toter Berg gegeben hatten, trägt natürlich zur Legendenbildung bei, ebenso, dass die KGB-Unterlagen lange Zeit in der Sowjetunion unter Verschluss gehalten wurden.

    In der Serie soll der örtliche KGB-Major Oleg Kostin (Pyotr Fyodorov) den Fall lösen, der die örtliche Polizei vor ein Rätsel stellt – natürlich gilt oberste Geheimhaltung. Unterstützung erhält der Geheimdienstler von der örtlichen Gerichtsmedizinerin Katja Schemanova (Mariya Lugovaya). Beide haben bei der Konfrontation mit den schrecklich zugerichteten Leichen noch an ihren Erlebnissen aus dem Zweiten Weltkrieg zu tragen. Je mehr sie in den Fall um die Gruppe von Djatlow eintauchen, um so mehr Rätsel stellen sich ihnen…

    Die Begleitumstände der Tragödie ebenso wie vor allem die dokumentierten inneren Verletzungen der Todesopfer haben über die Jahre für diverse Verschwörungstheorien gesorgt – von echten „Horror“-Szenarien und Außerirdischen bis zur Vermutung, dass Untersuchungsergebnisse vertuscht wurden, um den Test von neuen Waffentechnologien durch die Sowjetunion geheim zu halten.

    Moderne Theorien argumentieren, dass ein seltenes Schneephänomen dafür gesorgt habe, dass der eigentlich sinnvoll gewählte Zeltplatz von einer Lawine getroffen wurde, was den Weg nach draußen durch den Zelteingang versperrt habe – woraufhin die aus dem Schlaf gerissenen Wanderer in Panik – in der Nacht, in Schlafkleidung und in zufälligen Kleingruppen – den Berg hinunter geflohen seien, schließlich dem Winterwetter zum Opfer gefallen waren. Verletzungen durch die Lawine sowie die lange Zeit bis zum Fund der Leichen haben demnach dafür gesorgt, dass die Unfallopfer in einem „grausig zugerichteten“ Zustand fanden.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1963) am

      Scheint 'ne interessante Serie zu sein - auch wenn der Fall wohl nie gelöst sein wird...

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