Disney+ bestellt Serie um Samuel Meffire bei Jörg Winger („Deutschland 83“)

    Zehn europäische Projekte für Disney+ und Star bestätigt

    Bernd Krannich – 16.02.2021, 12:51 Uhr

    Im Umfeld des Starts der neuen Marke Star bei Disney+ hat der Streamingdienst zehn Eigenproduktionen aus Europa angekündigt. Diese Speerspitze von 50 anvisierten Projekten bis zum Jahr 2024 umfasst auch zwei Formate aus Deutschland: „Sam – Ein Sachse“ und „Sultan City“.

    Liam Keelan, Vice President Original Content der The Walt Disney Company für den Bereich Europe, Middle East, Afrika kommentiert: Diese ersten zehn Projekte verkörpern unsere ehrgeizige Vision für lokale Produktionen. Unser erstes europäisches Angebot unterstreicht Disneys regionales Engagement für herausragende und vielfältige Talente und spiegelt unseren Wunsch wider, mit den allerbesten Kreativen der Branche zusammenzuarbeiten.

    Die zehn Projekte umfassen neben den beiden Serien aus Deutschland auch vier Serien aus Frankreich, drei aus Italien und eine Sportdoku aus den Niederlanden.

    Die beiden deutschen Projekte

    • „Sam – Ein Sachse“: Basierend auf der realen Geschichte um Samuel Meffire adaptieren Jörg Winger („Deutschland“) und Tyron Ricketts die Serie „Sam – Ein Sachse“. Meffire war der erste schwarze Polizist in Ostdeutschland und im Zuge der Wiedervereinigung in den frühen 1990er Jahren in der Presse und von der Politik zum Symbol von Vielfalt in der modernen Gesellschaft zur Mediensensation geworden – in einer Kampagne gegen Ausländerfeindlichkeit wurde sein Gesicht mit der Unterschrift Ein Sachse gezeigt. Die Erfahrung, als „Objekt“ durch die Medien gereicht worden zu sein, führte zum Verlassen der Polizei. Meffire wurde schließlich selber straffällig und verbüßte eine mehrjährige Haftstrafe. Mit seinem vielschichtigen Leben hat sich Meffire unter anderem in der Dokumentation „Dreckfresser“ auseinandergesetzt.
    • „Sultan City“: Eine schwarze Komödie um Sultan, die Mutter einer deutsch-türkischen Familie, die zur Unterweltgröße aufsteigt und dabei entdeckt, dass sie und ihre Töchter die passenden Fähigkeiten für den Job haben. Hinter der Serie stehen die Showrunner Ayla Gottschlich und Aysel Yilmaz mit Headautorin Ipek Zübert („Wir sind die Welle“).

    Die weiteren Projekte aus Europa

    • „Oussekine“ (Frankreich; für die Marke Star): Vierteilige Miniserie über die Geschehnisse vom 5. Dezember 1986, die im Tod des jungen Studenten Malik Oussekine mündeten, wobei die Serie den folgenden Kampf seiner Familie um Gerechtigkeit ins Zentrum stellt. Die Serie wurde von Antoine Chevrollier („Baron Noir“, „Büro der Legenden“) entwickelt.
    • „Parallels“ (Frankreich; für Disney+): Eine Fantasy-Serie um vier Teenager, die in eine parallele Dimension katapultiert werden. Dort tun die Vier alles, um zu verstehen, was sie hierher verschlagen hat und wie sie in ihre Welt zurückkehren können.
    • „Weekend Family“ (Frankreich, für Disney+): Eine leichte Komödie über die Entwicklung einer neuen Familie: als ein geschiedener Vater eine neue Beziehung beginnt, nehmen die Besuche seiner eigenen Kinder jedes Wochenende eine neue Richtung. Raphaël Rocher, Eric Laroche) und Quoc Dang Tran („Marianne“) produzieren.
    • „Soprano: Sing or Die“ (Frankreich, für die Marke Star): Eine Doku-Serie über den populären französischen Sänger Soprano (bürgerlich: Saïd M’Roumbaba) und die Vorbereitungen zu seiner Stadiontour, die für 2022 geplant ist.
    • „The Good Mothers“ (Italien, für Disney+): Basierend auf realen Ereignissen und einem Sachbuch von Alex Perry zeigt die Serie die Geschichte dreier Frauen, die in einen der gefährlichsten Mafia-Clans geboren wurden und mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiteten, um ihn zu Fall zu bringen. Stephen Butchard („Bagdad nach dem Sturm“) entwickelt die Adaption.
    • „Boris“ (Italien; für die Marke Star): Revival der Italienischen Comedy-Serie „Boris“ um eine „Show-in-der-Show“, von der es schon drei Staffeln (2007 bis 2010) mit 42 Folgen sowie einen Film gibt. Die Produktion kommt darin in der Gegenwart an und muss sich mit Social Media, Influencern und den Streaming-Plattformen auseinandersetzen.
    • „The Ignorant Angels“ (Italien; für die Marke Star): Inspiriert vom romantischen Dramafilm „Die Ahnungslosen“ (OT: „Le Fate Ignoranti“) steht in dieser Serie die Witwe Antonia im Zentrum. Nachdem ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, muss die eher prüde Frau erkennen, dass ihr Gatte eine dauerhaffe Affäre mit einem Mann hatte. Trotz dieser ungünstigen Vorzeichen entwickelt Antonia schließlich eine bewegende Freundschaft mit diesem und seinem Umfeld aus Exzentrikern. Ferzan Özpetek, der schon für den Film verantwortlich zeichnete (Ko-Autor, Regisseur), übernimmt die Serienadaption.
    • „Feyenoord Rotterdam“ (Niederlande): Sportdokumentation, die hinter die Kulissen des namensgebeden Fußballvereins blickt.

    Der Streaming-Anbieter Disney+ erweitert sein Angebot ab dem 23. Februar 2021 um die Marke Star, unter der allgemeine Unterhaltungsangebote firmieren, die nicht unbedingt mit Anspruch von Disney+ einhergehen, ausschließlich familienfreundliche Unterhaltung zu veröffentlichen. In dem Zuge kommt es zu einer Preiserhöhung (fernsehserien.de berichtete).

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1970) am melden

      Klingt alles nicht gerade vielversprechend. Disney wird zunehmend langweiliger!
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