„Bull“: Serienende für skandalgeschüttelte Serie beschlossen

    Format mit Michael Weatherly wird nicht über Staffel 6 hinaus verlängert

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 19.01.2022, 11:12 Uhr

    „Bull“ – Bild: CBS Broadcasting
    „Bull“

    Was viele Branchenbeobachter schon länger gefordert hatten, ist nun – irgendwie – offiziell: Die von mehreren Skandalen gebeutelte US-Serie „Bull“ kommt zum Ende. Genauer gesagt wird das Format nicht über die laufende sechste Staffel verlängert und dürfte somit im Mai zum letzten Mal über die US-Bildschirme flimmern.

    Wermutstropfen: US-Sender CBS hat dem Hauptdarsteller Michael Weatherly erlaubt, das Serienende als seine Entscheidung hinzustellen. Letztendlich ist eine Verlängerung über eine sechste Staffel hinaus bei US-Serien immer eine schwierigere Angelegenheit, da dann die ursprünglich geschlossenen, eben standardmäßig auf sechs Staffeln ausgelegten Vorverträge auslaufen und vieles neu ausgehandelt werden muss – was in der Regel eine deutliche Kostensteigerung für die Produktion mit sich bringt, da vor allem die Hauptdarsteller einer (durch ihre Langlebigkeit erwiesener Maßen) erfolgreichen Serie an dieser Stelle auf deutliche Gehaltserhöhungen pochen.

    Es war mir ein Privileg, Dr. Jason Bull zu porträtieren, aber nach sechs Staffeln mit unglaublichen Stories habe ich beschlossen, dass es an der Zeit ist, neue kreative Herausforderungen zu suchen und diese Geschichte zum Ende zu bringen, kommentiert Weatherly bei Twitter. Und weiter: Es war eine Ehre, zusammen mit diesem talentierten Cast, der Crew und den Autoren/​Produzenten zu arbeiten, die dabei geholfen haben, das Genre des Anwaltsdramas neu zu erfinden. Bleibt dran für das große Finale der Serie.

    Direkt nach dem Ausstieg von Michael Wetherly bei „Navy CIS“ kam er an Bord von „Bull“. Die Serie ist inspiriert vom Anfang der Karriere des mittlerweile als TV-Selbsthilfeguru bekannten „Dr. Phil“, Philip „Phil“ McGraw. Im Zentrum steht der gescheiterte Anwalt und promovierte Psychologe Dr. Jason Bull, der mit seiner Firma Trial Analysis Corporation (TAC) Prozessanwälte bei Geschworenenprozessen berät, wobei die Beratung eben vor allem auf die Beeinflussung der Meinung der Geschworenen abzielt, nicht auf rechtliche Winkelzüge.

    In den vergangenen Jahren war die Serie von zwei größeren Skandalen betroffen. Einerseits gewährte ein Schlichter Darstellerin Eliza Dushku wegen unrechtmäßiger Kündigung den vollen Gegenwert ihres (auf sechs Jahre angelegten) Vertrags – 9,5 Millionen US-Dollar. Dushku hätte nach einer Einführung ihrer neuen Figur am Ende der ersten Staffel als neuer Ko-Lead an Bord kommen sollen. Allerdings unterlag sie bei ihrer Arbeit sexistischen Belästigungen von Weatherly und wurde unter dem Vorwand nicht erbrachter Leistungen entlassen. Dushku ging den einzigen ihr vertraglich offenstehenden „Rechtsweg“, in eine Schlichtung – dabei wurde durch Filmmaterial Weatherlys belästigendes Verhalten deutlich. Zunächst wurde der Vorgang unter Schweigeverpflichtungen für die Beteiligten in den Archiven von CBS vergraben, kam aber durch den Fall des CBS-Corp.-Chefs Leslie Moonves wegen der in den Büchern vermerkten Millionen-Zahlung ans Licht. Weatherly zeigte sich danach öffentlich keiner Schuld bewusst, auch wenn er und der damalige Showrunner Glenn Gordon Caron zum Sensitivitäts-Training geschickt wurden. Als Folge stieg auch Steven Spielbergs Amblin Entertainment aus der Produktion aus der Serie aus, nachdem Dushku ein ihr im Schiedsspruch zugesichertes Gespräch mit Spielberg und Co. hatte.

    Vor der sechsten Staffel wurde bekannt, dass CBS aufgrund mehrerer Beschwerden eine interne Untersuchung bei „Bull“ durchgeführt habe. Als Ergebnis wurde die Mitarbeit von Ko-Star Freddy Rodríguez beendet, auch Showrunner Caron verlor nun seinen Job.

    Weitere Hauptrollen in „Bull“ haben in der sechsten Staffel Geneva Carr, Chris Jackson, Jaime Lee Kirchner, Mackenzie Meehan und Yara Martinez.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1961) am

      Schade :-((((( Michael Weatherly KOMM zurück zu NCIS als TONY ♥♥♥♥
      • am

        @VOX Nahezu punktgenau. Da ich zum Teil seit den 60er einige USA/NJ gesellschaftspolitischen Verhältnisse kenne und auch verständlicherweise die darin lebenden Menschen (Patenkinder durch 2 Generationen und ihr Umfeld) muss ich sagen eigentlich nicht überzogen aber zielführend und zutreffend praxisbezogen formuliert.
        .
        Ganz spezifisch hat das die weltweite Pandemie gezeigt. Nicht nur die Gesellschaften in den Ländern selbst, sondern auch die darin lebenden Menschen unterscheiden sich oft erheblich in ihrer Art, Lebensweise, Denkrichtung und daher in ihrer Handlungs- und Verhaltensweise. AMI sagen gerne that's life, Franzosen c'est la vie.
        • (geb. 1983) am

          Ich muß jedes Mal schallend lachen, wenn ich von der "Stock im Arsch"-Politik US-amerikanischen Produktionen lese/höre.

          Während ein weiblicher Nippel schlimmstenfalls wegretuschiert oder einem Hauch von "Scham" von einem ganz selbstverständlich getragenen BH verdeckt wird (besonders nach Hochzeitsnächten äußerst unrealistisch) wirken viele männliche Oberkörper wie bis zum Bersten aufgepumpte Luftkissen.

          Genauso schräg verhält es sich mit dem Begriff der "sexuellen/sexistischer Belästigung":
          in einem Land, in dem es Kleinkindern ermöglicht wird, mit gleichgroßen Schußwaffen zu hantieren, noch ehe sie überhaupt eine Schambehaarung aufweisen können, im Teenie-Alter Auto zu fahren (was sie selten von versierten Fahrlehrern gelehrt bekommen, sondern von Verwandten!) und Sexualkundeunterricht bestenfalls von verkappten Priestern mit höchst fragwürdig, weil von rein-religiösem Halbwissen genährt, erfolgt, ist ja schon der bewundernde Blick auf eine wohlgeformte Arschbacke als "sexuelle/sexistisch Belästigung" gewertet.

          Der hier zitierte "Skandal" ist demnach nicht die fehlgeleitete Begründung der schon immer recht knackigen Eliza Dushku (der Nachname gibt genug Vorlage für ein anderes Wort, das ich nur allzu gerne für diese Person verwenden würde!), sondern eine leichtfertige Ausrede für eine durch und durch beschränkte US-Bevölkerung.

          Die, die sich darüber aufregen, sind jene, die man als "Skandalnudel" werten sollte - und demzufolge aus dem Showbiz geschnippt werden sollten.
          Wichtigtuer, die sehr gut "schauspielern" können, wenn es darum geht, verdrängte Erlebnisse zu einem strategischen Zeitpunkt wieder an die Oberfläche zu holen.

          Lange Rede, kurzer Sinn:
          es ist schade, daß "Bull" so früh endet, aber es ist gut, daß Michael (Weatherly) als Hauptcast selbst die Entscheidung über die Fortsetzung oder Einstellung entscheiden durfte.

          Man überlege mal, wie viele guten Serien, die in der Vergangenheit eingestellt wurden, weil den raffgierigen Sendern die Einschaltquoten nicht gefielen (selbst, wenn die auf andere Einflüßen fußten) - und nicht, weil der Serien-Cast das wünschte.

          Ich bin gespannt, wann wir Michael und die anderen talentierten Darsteller (ich spreche natürlich NICHT von E.D. - vermutlich hat sie nach Hause telefoniert!!) in anderen Serien vorfinden dürften.

          Wenn ich z.B. an die grandiose Chemie zwischen Michael und Cote de Pablo (Ziva David aus NCIS) denke, könnte ich mir die beiden EXZELLENT in einer Neuauflage von "Hart, aber Herzlich" vorstellen.
          • am

            Noch ein bisschen mehr peinlicher Sexismus ging nicht?
        • (geb. 1980) am

          Schade . Vielleicht kommt Michael Weatherly zu Navy Cis als Tony zurück.
          • am

            Weatherly schreibt er hätte Lust auf etwas neues, habt ihr irgendwelche Insiderinformationen die aussagen dass CBS Weatherly zu dieser Aussage gedrängt hat? Vielleicht hatte Weatherly wirklich keinen Bock mehr auf die Serie? 
            Ich finde ihr habt da bisschen zu sehr spekuliert und die Spekulation als Fakt hingestellt...  Und naja "Skandalträchtig" heutzutage wird ja jeder Pups zum Skandal aufgebauscht. 


            Persönlich habe ich nach Staffel 4 schon aufgehört da ich es lächerlich fand dass die Darsteller alle vor der Kamera mit Maske herumrennen. Also sorry wenn man sich so etwas einfallen lässt bin ich für immer raus. Bleiben also nur die ersten 4. Staffeln anschaubar...
            • (geb. 1976) am

              Wirklich schade, besonders, dass mal etwas anderes als diese ständigen 0815-Serien war.
              • (geb. 1973) am

                Schade, da die Serie Super gewesen ist. Ich hoffe Michael Weatherly kehrt in einer neuen Serie zurück, oder als Tony zu "Navy CIS"

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