„Bauern, Bonzen und Bomben“: NDR holt Mehrteiler nach 20 Jahren aus dem Archiv

    Miniserie nach einem Roman von Hans Fallada

    Vera Tidona – 03.01.2022, 19:56 Uhr

    „Bauern, Bonzen und Bomben“ – Bild: NDR/ARD/Studio Hamburg
    „Bauern, Bonzen und Bomben“

    Die fünfteilige ARD-Miniserie „Bauern, Bonzen und Bomben“ basiert auf einer gleichnamigen Romanvorlage von Hans Fallada und feierte im Jahr 1973 Premiere. Die Hauptrollen sind mit Ernst Jacobi, Siegfried Wischnewski, Eberhard Fechner, Hannelore Hoger und Gert Haucke prominent besetzt. Jetzt holt der NDR den Mehrteiler nach 20 Jahren erstmals wieder aus dem Archiv und zeigt am Montag den 7. Februar zur nächtlichen Stunde ab 23:15 Uhr sämtliche Folgen am Stück.

    Im Zentrum der Geschichte frei nach historischen Ereignissen planen die beiden Finanzbeamten Thiel und Kalübbe die beiden Ochsen eines Bauern zu pfänden, werden aber von den protestierenden Bauern unter Führung des Gemeindevorsitzenden Reimers daran gehindert. Der Journalist Tredup fertigt vor Ort Fotos von dem Vorfall an und versucht die brisanten Aufnahmen meistbietend zu verkaufen. Der Zwischenfall löst schließlich eine Kettenreaktion von Ereignissen aus, der in einem Bauernaufstand gegen die politische Obrigkeit gipfelt, der von der Polizei mit Waffengewalt niedergestreckt werden soll.

    In der Verfilmung von Egon Monk („Die Bertinis“) für die ARD unter der Federführung des Norddeutschen Rundfunks wurden die einzelnen Rollen mit vielen namhaften Schauspielern wie Siegfried Wischnewski, Ernst Jacobi, Arno Assmann, Gert Haucke, Benno Hoffmann, Wolfgang Kieling, Kurt A. Jung, Edgar Bessen, Henning Schlüter, Hartmut Reck, Herbert Tiede, Hannelore Hoger und weiteren besetzt.

    Die Erstausstrahlung fand ab 23. April 1973 in der ARD statt. Der inzwischen verstorbene Regisseur und Autor Egon Monk erhielt 1973 für die Regie und die Gesamtleistung den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Eine letzte Wiederholung im Fernsehen fand im Jahr 2002 bei Eins Festival statt.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de

      Vielen Dank für den HÖRZU-Ausschnitt!
      • am via tvforen.de

        Um an diese Ausstrahlung noch einmal zu erinnern: Heute ab 23.15 Uhr, morgen nacht ab 1.25 Uhr. Insgesamt rund 450 Minuten!
        • am via tvforen.de

          Zur Einstimmung auf den Fünfteiler hier der Hörzu-Ausschnitt zum ersten Teil am Ostermontag 1973:

          http://www.bilder-hosting.info/vorschau/klz1644240173q.jpg (http://www.bilder-hosting.info/viewer.php?id=klz1644240173q.jpg)
        • am via tvforen.de

          Danke schön!
        • am via tvforen.de

          Nach meinem EPG kommen heute abend nur drei Teile, die restlichen beiden morgen nacht?
        • am via tvforen.de

          Ralfi schrieb:
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          > Danke schön!

          "Nach dem Kaffee eine Orgie", Seite 175, gut im Erwachsenenteil der Hörzu versteckt,
          ja, der Film hat so seine Szenen :-)
        • am via tvforen.de

          Wilkie schrieb:
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          > Ralfi schrieb:
          > --------------------------------------------------
          > -----
          > > Danke schön!
          >
          > "Nach dem Kaffee eine Orgie", Seite 175, gut im
          > Erwachsenenteil der Hörzu versteckt,
          > ja, der Film hat so seine Szenen :-)

          @U56:
          Tust du uns den Gefallen und postest auch noch Seite 28 und Seite 175? :)

          Hier ist alles, was ich im Archiv des Hamburger Abendblatts über den Fünfteiler gefunden habe ... (Zeitraum: 21.04.-09.05.1973)

          http://www.bilder-hosting.info/vorschau/arx1644278865t.jpg (http://www.bilder-hosting.info/viewer.php?id=arx1644278865t.jpg)

          http://www.bilder-hosting.info/vorschau/arx1644278895k.jpg (http://www.bilder-hosting.info/viewer.php?id=arx1644278895k.jpg)

          http://www.bilder-hosting.info/vorschau/opt1644278925l.jpg (http://www.bilder-hosting.info/viewer.php?id=opt1644278925l.jpg) http://www.bilder-hosting.info/vorschau/cqs1644278953x.jpg (http://www.bilder-hosting.info/viewer.php?id=cqs1644278953x.jpg) http://www.bilder-hosting.info/vorschau/jdv1644278984u.jpg (http://www.bilder-hosting.info/viewer.php?id=jdv1644278984u.jpg) http://www.bilder-hosting.info/vorschau/jdv1644279024d.jpg (http://www.bilder-hosting.info/viewer.php?id=jdv1644279024d.jpg)
        • am via tvforen.de

          Spoonman schrieb:
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          > @U56:
          > Tust du uns den Gefallen und postest auch noch
          > Seite 28 und Seite 175? :)

          Ja, natürlich!

          http://www.bilder-hosting.info/vorschau/cqs1644332939q.jpg (http://www.bilder-hosting.info/viewer.php?id=cqs1644332939q.jpg) http://www.bilder-hosting.info/vorschau/klz1644333203r.jpg (http://www.bilder-hosting.info/viewer.php?id=klz1644333203r.jpg)

          Meine Hörzu 16/73 mit den Kessler-Zwillingen auf dem Titelbild ist schon ziemlich zerfleddert. Einige Seiten sind lose und viele Sachen sind ausgeschnitten worden. Ich bin froh, dass die Infos über diesen Fünfteiler fast ungeschoren davongekommen sind. Lediglich ein Stück des Ärmels eines Altbauern hat dran glauben müssen.

          Ich bin jetzt übrigens in Rente gegangen und habe nun eine Menge Zeit mehr als vorher. Einen großen Teil dieser Zeit werde ich nutzen, um dieses Forum und das TV-Programme-Wiki wieder stärker mit Informationen aus der guten alten Fernsehzeit zu versorgen.
        • am via tvforen.de

          Vielen Dank, in den beiden Artikeln sind wirklich interessante
          Hintergrundinfos zu den Dreharbeiten enthalten. Ob dieser immense
          Aufwand nun wirklich notwendig war? Mir ist der Schornsteinfeger beim
          Anschauen nicht aufgefallen und genauso wenig wäre mir wohl eine einzelne
          TV-Antenne in einer Totalen aufgefallen.

          > Lediglich ein Stück des
          > Ärmels eines Altbauern hat dran glauben müssen.

          Macht nichts, aber wie unbeeindruckt von der politischen Gesamtlage der damaligen Zeit und dem katastophalen Ausgang Angehörige der älteren Generation damals über bestimmte aus ihrer Sicht positive Aspekte der NSDAP-Diktatur sprachen (nicht nur in diesem Artikel), finde ich verstörend.

          >
          > Ich bin jetzt übrigens in Rente gegangen und habe
          > nun eine Menge Zeit mehr als vorher. Einen großen
          > Teil dieser Zeit werde ich nutzen, um dieses Forum
          > und das TV-Programme-Wiki wieder stärker mit
          > Informationen aus der guten alten Fernsehzeit zu
          > versorgen.

          Super!
        • am via tvforen.de

          Danke auch von mir und Glückwunsch zum Ruhestand, U56!

          > Ob dieser immense
          > Aufwand nun wirklich notwendig war? Mir ist der
          > Schornsteinfeger beim
          > Anschauen nicht aufgefallen und genauso wenig
          > wäre mir wohl eine einzelne
          > TV-Antenne in einer Totalen aufgefallen.

          Eine Antenne hätte man vielleicht sogar retuschieren können. In einer Szene in der 2. Folge vor dem Redaktionsgebäude ist mir aufgefallen, dass der Schriftzug über dem Eingang ("Chronik für Altholm und Umgebung") nachträglich eingeblendet wurde.

          Ich war zwar schon in Lüneburg, Rendsburg und Schleswig, aber ich tu mich schwer, da bestimmte Straßen oder Gebäude wiederzuerkennen. Allerdings hab ich die ersten beiden Folgen jetzt auch eher nebenbei gesehen und kann mit dem Film nicht so sehr viel anfangen - ohne dass ich jetzt genau sagen könnte, woran das liegt. Die Werke von Egon Monk scheinen generell etwas sperrig zu sein, auch wenn ich z.B. "Wilhelmsburger Freitag" (gibt's auf YouTube) großartig finde.
        • am via tvforen.de

          Wilkie schrieb:
          -------------------------------------------------------
          > Vielen Dank, in den beiden Artikeln sind wirklich
          > interessante
          > Hintergrundinfos zu den Dreharbeiten enthalten. Ob
          > dieser immense
          > Aufwand nun wirklich notwendig war? Mir ist der
          > Schornsteinfeger beim
          > Anschauen nicht aufgefallen und genauso wenig
          > wäre mir wohl eine einzelne
          > TV-Antenne in einer Totalen aufgefallen.

          Es gibt ja Leute, die in Filmen, die in der Vergangenheit spielen, Fehler suchen und oft auch finden. Ich habe beispielsweise in dem Film "Das Wunder von Bern", der bekanntlich 1954 spielt, einen PKW entdeckt, der erst Ende der 50er Jahre gebaut wurde. Deshalb kann ich schon verstehen, dass die Filmemacher bestrebt sind, solche Fehler zu vermeiden.

          Dass damit in manchen Fällen übertrieben wird, habe ich selbst erlebt, als ich 2011 für einige Wochen im Bochumer Eisenbahnmuseum gearbeitet habe. Dort wurden während dieser Zeit Szenen für den Film "Die Männer der Emden" gedreht, der im Ersten Weltkrieg spielt.

          Die Dreharbeiten selbst konnte ich leider nicht beobachten. Doch danach sah ich, wie die Statisten den Drehort verließen. Sie spielten Kriegsopfer, die gerade ärztlich versorgt worden waren, und teilweise blutverschmierte Verbände trugen.

          Bei der späteren Ausstrahlung im Fernsehen habe ich natürlich besonders auf diese Szene geachtet und musste feststellen, dass die Verwundeten nur im Hintergrund zu sehen waren. Einzelheiten waren überhaupt nicht zu erkennen. Hier hatte man meiner Meinung nach mit der Genauigkeit übertrieben.

          Außerdem wurde der Betonboden des Bahnsteigs unter einer Ladung Splitt versteckt. Wie mir gesagt wurde, habe es diese Art von Beton im Ersten Weltkrieg noch nicht gegeben. Nun bin ich kein Experte für Baustoffe und kann deshalb nicht beurteilen, ob die Aktion erforderlich war. Jedenfalls mussten wir den Splitt nach den Dreharbeiten wieder vom Bahnsteig fegen.

          > Macht nichts, aber wie unbeeindruckt von der
          > politischen Gesamtlage der damaligen Zeit und dem
          > katastophalen Ausgang Angehörige der älteren
          > Generation damals über bestimmte aus ihrer Sicht
          > positive Aspekte der NSDAP-Diktatur sprachen
          > (nicht nur in diesem Artikel), finde ich
          > verstörend.

          Das ist mir beim Lesen des Artikels auch aufgefallen. Aber die NSDAP hat wohl anfangs auch Positives bewirkt, indem sie die Arbeitslosigkeit bekämpft hat. Was dann daraus wurde, ist bei der Aussage natürlich ausgeblendet worden.
        • am via tvforen.de

          So, ich habe bis zur letzten Folge durchgehalten, aber das war schon ziemlich hartes Brot. Wirklich interessiert hat mich eigentlich nur das Schicksal der Familie Tredup. Ansonsten war mir das Ganze zu theatralisch, die Figuren zum Teil holzschnittartig, die Handlung zu sehr in die Länge gezogen. Eigentlich mag ich Filme und Mehrteiler, die sich Zeit nehmen, ihre Geschichte zu erzählen, aber das war mir dann doch zu viel des Guten. Drei Folgen hätten für diesen Stoff wohl locker gereicht.

          Der Kritiker vom Hamburer Abendblatt war ja ganz begeistert. Dass die Figuren "bis zur Unkenntlichkeit stilisiert" waren, meinte er z.B. als Lob an den Regisseur. Ich frag mich, ob die Zuschauer das damals auch so positiv gesehen haben.
        • am via tvforen.de

          Spoonman schrieb:
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          > So, ich habe bis zur letzten Folge durchgehalten,
          > aber das war schon ziemlich hartes Brot. Wirklich
          > interessiert hat mich eigentlich nur das Schicksal
          > der Familie Tredup. Ansonsten war mir das Ganze zu
          > theatralisch, die Figuren zum Teil
          > holzschnittartig, die Handlung zu sehr in die
          > Länge gezogen. Eigentlich mag ich Filme und
          > Mehrteiler, die sich Zeit nehmen, ihre Geschichte
          > zu erzählen, aber das war mir dann doch zu viel
          > des Guten. Drei Folgen hätten für diesen Stoff
          > wohl locker gereicht.
          >

          Das sehe ich auch so, einige Szenen waren entschieden zu lang und teilweise
          richtig zäh. Die Stärken des Mehrteilers sehe ich auch mehr in der Darstellung der
          sozialen Verhältnisse der damaligen Zeit (Armut der Familie Tredup, wirtschaftliche
          Probleme der Bauern) sowie in der Radikalisierung politischer Konflikte, aber
          nicht in der sehr ausführlichen Schilderung des Konfliktes zwischen dem Bürgermeister und dem Regierungspräsidenten. Zum Untergang der Demokratie ist es schließlich nicht gekommen, weil sich SPD-Provinzpolitiker rechthaberisch zankten, sondern weil große Teile des konservativen politischen Milieus das demokratische System ablehnten.
        • am via tvforen.de

          Wilkie schrieb:
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          >
          > Super!

          Ja, finde ich auch!
        • am via tvforen.de

          Wilkie schrieb:
          -------------------------------------------------------
          >
          > Macht nichts, aber wie unbeeindruckt von der
          > politischen Gesamtlage der damaligen Zeit und dem
          > katastophalen Ausgang Angehörige der älteren
          > Generation damals über bestimmte aus ihrer Sicht
          > positive Aspekte der NSDAP-Diktatur sprachen
          > (nicht nur in diesem Artikel), finde ich
          > verstörend.

          Ja, es mutet unheimlich an, war aber so. Ich kann mich selbst noch an Erwachsene erinnern, die vom III. Reich nicht unbegeistert waren, selbst solche, die Ländereien im Osten verloren hatten.
          Es soll sogar Menschen gegeben haben, die selbst nach dem Krieg noch voller Ehrfurcht waren, wenn sie Hitler im Radio oder Fernsehen noch einmal haben reden hören. Das habe ich selber aber nicht erlebt, wohl aber, dass man ihn als aufopfernd gesehen hat, dass er etwa bescheiden gelebt habe.
      • am via tvforen.de

        In meinen Augen ein Meisterwerk!
        • am via tvforen.de

          Kaschi schrieb:
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          > In meinen Augen ein Meisterwerk!

          ....wie viele andere TV-Ereignisse (Geschwister Oppermann, Bertinis usw) auch, die leider nicht im ÖR TV wiederholt werden.
      • am via tvforen.de

        Na toll. Vor einigen Monaten habe ich den Mehrteiler erst auf YouTube gesehen. Ich hätte die TV-Ausstrahlung vorgezogen.

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