Meryns Sprechzimmer Folge 9: Der gläserne Patient: Big Data – Fluch oder Segen?
Folge 9
9. Der gläserne Patient: Big Data – Fluch oder Segen?
Folge 9
Digitalisierung heißt die neue Zauberformel auch in der Medizin. In unserer Informationsgesellschaft zwischen Twitter und Runtastic stellen Daten eine wertvolle Ressource dar. Big Data spielt auch im Gesundheitswesen eine immer größere Rolle. Neue Medikamente, bessere Diagnosen, maßgeschneiderte Behandlung – das ist die Verheißung. Für die Forschung mögen große Datenmengen sicher ein Gewinn sein. Doch diese Daten im Gesundheitsbereich sind besonders sensibel, die Preisgabe der Selbstvermessung der jeweiligen Fitnessmuster hat auch ihre Tücken. Konzerne, Versicherungen und Sozialsysteme brennen darauf. Nicht immer nur zum Vorteil von Kunden und Patienten, wie Kritiker meinen. Ebenso von Diskussionen begleitet wird die Einführung der digitalen Patientenakte ELGA – und dies seit Jahren Datenschutz und das Recht auf Privatsphäre stehen hier dem für eine wirksame Behandlung notwendigen Datenaustausch zwischen Ärzten,
Krankenkassen und Krankenhäusern gegenüber. So wichtig die Informationen über bisherige Behandlungen und Diagnosen auch sein mögen: Ein hundertprozentig sicheres System für den Datenaustausch existiert nicht. So gelang es etwa 2011 dem österreichischen Ableger der Internetaktivistengruppe Anonymous AnonAustria in den Besitz von rund 600.000 Adressdaten Versicherter der Gebietskrankenkasse Tirol zu kommen. Experten warnen seit Jahren vor Sicherheitsmängeln im Bereich der medizinischen Daten. Gleichzeitig sammeln mittlerweile viele Unternehmen die wertvollen Informationen. Von der Gesundheitsapp bis zu den sozialen Netzwerken geben viele Menschen ihre Daten auch in Kenntnis der Folgen preis. Wie wichtig ist also Datenschutz? Welche Konsequenzen können Veröffentlichungen von privaten Daten, sogenannte Leaks haben? Wer profitiert letztlich von den Datensammlungen ? Und ermöglicht ELGA wirklich optimale Behandlungsmuster? (Text: ORF)