Männercamps – Wie werde ich ein guter Mann?
Folge 12 (90 Min.)
Ramon wünscht sich mehr Stärke und mehr Selbstbewusstsein.Bild: WDR/nie und immer studios GmbH/Hannes SchulzeEin dreckverschmierter Oberkörper kämpft sich aus einer stickigen Schwitzhütte. Eine kräftige Hand streicht über eine haarige Brust. Fünfzehn Männer stehen in einem eiskalten Bach und hadern mit der Frage: Wie werde ich ein guter Mann? Männercamps – Wie werde ich ein guter Mann? begleitet drei Männer auf ihrer Suche nach einer für sie passenden Männlichkeit – im Alltag und in verschiedenen Männerseminaren. Überall in Deutschland gibt es solche Workshops – von progressiv bis konservativ, von zärtlich bis archaisch.Hinter Gruppenritualen, Atemübungen und intimen Gesprächen steht die Frage: Muss sich Männlichkeit verändern? Wenn ja, wie? Jürgen (63) ist frisch pensionierter Kriminalhauptkommisar mit ausgeprägten Muskeln und warmem Blick. Im Job ging es um Härte und Disziplin, in Beziehungen will er eigentlich jemand anderes sein, aber: „Du musst dich optimieren, mehr Geld verdienen, noch mehr Status haben, weil du dann vielleicht geliebt wirst“, sagt er. Jetzt will er seinen emotionalen „Panzer“ ablegen, den er unter anderem für seine letzte Trennung verantwortlich macht. Er meldet sich zum Seminar Männerpuls an. Ramon (38) arbeitet als Maschinenanlagenführer im Schichtdienst. Zuhause übernimmt bisher vor allem seine Frau die Verantwortung für die zwei Söhnen. Sowohl im Job als auch in der Familie wünscht sich Ramon mehr Stärke, mehr Führung, mehr Selbstbewusstsein und fährt zum Wochenendseminar Der Mann, der du sein willst. „Ich weiß jetzt schon, dass es hart sein wird, also verdammt hart und dass es so richtig an die Schmerzgrenze gehen wird.“ Ob im Fußballverein oder beim Gleitschirmfliegen: „Ich kenne kaum Männer, die liebevoll zueinander sind“, sagt Matthias. Der 26-Jährige arbeitet als Landschaftsgärtner. In seinem Umfeld hat er oft einen harten Umgang unter Männern erlebt und sich immer mehr zurückgezogen. Das soll sich ändern – er meldet sich in einem dritten Männer-Workshop Mann sein neu entdecken an. „Ich wünsche mir, dass das Seminar ein bisschen in die Richtung geht, dass jeder Mann einfach so akzeptiert wird, wie er ist.“ (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Do. 05.11.2026 WDR Kommt das Christkind auch zu uns? Weihnachten im Kinderheim
Folge 13 (90 Min.)Toni und das Therapiepferd Slyly.Bild: WDR„Wir nehmen die, die keiner will“, sagt Tjorven, die Leiterin eines Kinderheims. Dort leben Kinder, die sonst nirgendwo bleiben können, denn dieses Heim schickt kein Kind weg, egal was es tut. Wie die elfjährige Liv. Sie kam mit sechs Jahren in das Heim. Davor war sie bereits in 13 anderen Wohngruppen und Pflegefamilien. Die Kinder haben Schreckliches erlebt: Missbrauch, Vernachlässigung, Hunger. Ihre Erfahrungen prägen sie bis heute. „Das Erlebnis, dass es eben nicht genug zu essen gibt, dass man um sein Essen kämpfen muss, das ist so prägend gewesen, dass das noch nicht überspielt werden konnte durch dieses Sicherheitsgefühl, was wir ihm geben.Diese Kinder tun alles dafür, dass sie gehasst werden.“ So gibt es im Kinderheim fast täglich Krisen und heftige Ausraster. „Bei diesen ganzen Lebensläufen der Kinder geht so verloren, dass diese Kinder so liebenswürdig sind und so viel mehr sind als die Ausraster“, erklärt Tjorven. So ist der Alltag im Heim auch geprägt von großer Fürsorge, Geborgenheit und dem Ziel, den Kindern ein sicheres Zuhause zu geben – ganz besonders in der Advents- und Weihnachtszeit. Denn das sei für die Kinder oft die schönste und gleichzeitig die schwerste Zeit des Jahres, sagt Tjorven. „Wer hat überhaupt noch Kontakt zu seiner Familie? Welche Mutter, welche Oma schafft es, zu unserem Adventscafé zu kommen? Welcher Vater ist an Heiligabend erreichbar?“, sagt Tjorven. „Menschen hautnah“ begleitet fünf Kinder und ihre Betreuer durch die emotionalen Höhen und Tiefen der Vorweihnachtszeit und zeigt, wie sie das Fest der Familie ohne Familie erleben. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere Do. 26.11.2026 WDR
