Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

D 1981 (138 Min.)
  • Drama
  • LGBTIQ
  • Literaturverfilmung
Die 13-jährige Christiane F. (Natja Brunckhorst) aus Berlin kommt Mitte der 1970er Jahre über Freunde erstmals mit Drogen in Berührung. – Bild: Solaris Film
Die 13-jährige Christiane F. (Natja Brunckhorst) aus Berlin kommt Mitte der 1970er Jahre über Freunde erstmals mit Drogen in Berührung.

Berlin, Gropiusstadt 1975. Die 13jährige Christiane muss erleben, wie ihre jüngere Schwester sie und die Mutter verlässt, um fortan bei ihrem Vater zu leben. Abends versuchen die beiden, es sich in der Wohnung gemütlich zu machen, aber wie jeden Abend, kommt Klaus der Freund der Mutter. Christiane ist enttäuscht. Sie fragt, ob sie noch zu ihrer Freundin Kessi gehen kann. Die Mutter ist einverstanden. Kessi ist das stärkste Mädchen aus Christianes Klasse, sie ist schon älter und hat schon einen richtigen Busen. Die Tennisschuhe verschwinden in der Plastiktüte und auf hochhackigen Pumps geht sie zum ersten Mal ins „Sound“, Europas modernste Diskothek.

Kessi ist hier jedes Wochenende. Sie kennt alle Typen, die hier allabendlich rumhängen und wird von allen Seiten gegrüßt. Christiane fühlt sich noch etwas unsicher, den ersten Trip, der ihr angeboten wird, lehnt sie ab; sie hat jetzt „noch keinen Bock drauf“. Als ein Typ sie im Kino zu befummeln anfängt, lässt sie es sich eine Zeitlang gefallen, stößt ihn dann aber weg und geht hinaus. Sie fühlt sich wie der totale Außenseiter. Doch dann nimmt sie in der Toilette vor dem Spiegel doch was ein, um mit den anderen mitzuhalten, um dazuzugehören.

Der erste bewusstlose Fixer, den sie hier zusammengesunken auf dem dreckigen Klo sieht, ist für sie ein Schock. Bald muss sie feststellen, dass fast alle ihre neuen Freunde Heroin spritzen. Zu Hause kann ihr keiner helfen, die Mutter, soeben geschieden, hat nur ihren Freund im Kopf und will die Veränderungen, die mit Christiane vorgehen auch gar nicht so genau wahrnehmen. So zieht Christiane sich mehr und mehr zu ihrer Clique zurück. Jetzt ist sie auch jedes Wochenende im „Sound“.

Für Detlef, der ihr im Park gegenüber drei Papiertaschentücher reicht, entwickelt sie eine heiße Liebe. Und dann die Sensation – David Bowie kommt nach Berlin! Während des Konzerts schafft sie es, ihr Idol ganz aus der Nähe zu sehen. Und als das Konzert vorbei ist, snieft Christiane zum ersten Mal Heroin. Von da an ist der Weg zur ersten Spritze nicht mehr weit. Die Warnungen der „alten Fixer“ schlägt sie in den Wind. „Ich hab mich total unter Kontrolle“. Bald sieht sie aus wie eine echte Fixerbraut, und es beginnt eine Schussfahrt in die Hölle.

Die Sucht nach dem „H“ wird immer stärker. Als ihre jüngere Freundin Babsi es auch einmal mit Heroin probieren will, reagiert Christiane sehr aggressiv. Doch für Babsi wird es keine Rettung mehr geben. Detlev und Christiane erleben ihre junge Liebe in einer verdreckten Fixer-Wohnung, die ihr Zuhause wird und Detlef gesteht ihr, dass er am Bahnhof Zoo sein Geld als Stricher verdient. An ihrem 14. Geburtstag sucht sie ihn dort zum ersten Mal auf. Den ersten „Turckey“ erlebt sie mit Detlef zusammen in der Wohnung der Mutter. Sie versucht zu entziehen, „clean“ zu werden, aber dann drücken sie wieder, „zum letzten Mal“.

Eines Tages finden sie Axel – tot. Ihr Leben wird zum Alptraum. Bald muss auch Christiane ihren ersten Freier suchen. Es kommt zu einem hässlichen Streit. Christiane und Detlefs Körper verfallen zusehends. Ihr Leben wird immer deprimierender – zwischen „Baby-Strich“, U-Bahnhöfen und stinkigen Toiletten immer auf der Jagd nach dem nächsten Schuss. Ulrich Edel („Der Baader Meinhof Komplex“) inszenierte diesen Klassiker der bundesrepublikanischen Films nach dem gleichnamigen Buch mit Natja Brunckhorst in der Titelrolle. (Text: rbb)

„Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ist eine Filmbiografie und erzählt aus dem wahren Leben der drogenabhängigen Jugendlichen Christiane Felscherinow. Dieses beeindruckende Filmdrama von Regisseur Uli Edel zählt zu den herausragenden deutschen Kinoerfolgen und beschreibt eine Thematik, die in der öffentlichen Diskussion kaum an Brisanz verloren hat. In äußerst bedrückenden Bildern und einer Atmosphäre, die dunkler nicht hätte sein können, werden die verhängnisvollen Folgen des Drogenkonsums schonungslos dargestellt. (Text: arte)

Deutscher Kinostart 02.04.1981Deutsche TV-Premiere 29.06.1986 Das Erste

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Sendetermine

Sa. 21.11.2026
22:45–00:50
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So. 29.03.2026
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22:30–
Mi. 09.02.2022
20:15–22:20
20:15–
So. 29.06.1986

Cast & Crew

Reviews & Kommentare

  • am

    Gerade auch angeschaut, damals im Kino gesehen.
    Eine kleine Zeitreise ins Westberlin der 80er und natürlich ins Sound, das ich 83 und 84 besuchte.
    Gesendet wurde die um gut 5 Min. gekürzte Version. Man muß ja schon froh sein das sowas dann noch in der Mediathek für 2 Wochen abrufbar ist. Auf Arte frei abrufbar, nur die ARD hat gemeint es ist die ungekürzte Version und den ab 16-Blocker gesetzt. Kopfschüttel.
    • (geb. 1963) am

      Hab noch mal 'n bischen recherchiert.
      Also in deutscher Erstausstrahlung lief der Film vorhin nicht auf "arte HD", sondern schon bereits am Sonntag, d. 29.06.1986 um 21:50 Uhr (ARD) - direkt nach dem WM-Finale im ZDF, das Beckenbauer's Rumpeltruppe gegen Argentinien verlor (2:3).
      Danach lief um 23:55 Uhr "Bobby McFerrins Orpheus kehrt zurück".

      P.S.: Auch das Produktionsjahr von 1981 ist falsch, denn Premiere war im A p r i l 1981.
      Gedreht wurde der Spielfilm schon 1980!
      • (geb. 1963) am

        Wieso wurde dieser Film noch nie im Deutschen Fernsehen ausgestrahlt???? Er wurde nun vor 40 Jahren!! produziert und kein TV Sender traut sich den zu senden? Zu teuer oder was ???
        • (geb. 2000) am

          Das habe ich mich auch gerade gefragt. Ich habe manchmal das Gefühl, wir bekommen in D nur die Filme aus dem Leo-Kirch-Fundus zu sehen. Bestimmt wirklich einfach billiger 😢
        • am

          Der Film wurde in den 90er-Jahren einmal in der ARD ausgestrahlt. Jedenfalls besaß ich mal eine VHS-Kassette, auf der das ARD-Logo der 90er-Jahre zu sehen war.
          Es wird aber Zeit, dass der Film mal wiederholt wird.

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