• Folge 535 (45 Min.)
    Die Carolina-Dosenschildkröte ist ein Gärtner ohne es zu wissen. Sie fressen die Früchte des Maiapfels und verteilen die Samen mit der passenden Portion Dünger. – Bild: NDR/​Doclights GmbH
    Die Carolina-Dosenschildkröte ist ein Gärtner ohne es zu wissen. Sie fressen die Früchte des Maiapfels und verteilen die Samen mit der passenden Portion Dünger.
    „Ort des blauen Rauchs“, so nannten die Cherokee-Indianer einst die Hügellandschaft im Osten der USA, in der heute der Great Smoky Mountains Nationalpark liegt. Zu etwa 95 Prozent besteht der Park aus Wäldern. Ein Viertel davon ist unberührter Urwald mit einer erstaunlichen Pflanzenvielfalt. Der Nationalpark wurde 1934 gegründet. Gerade noch rechtzeitig, denn weite Flächen der einstigen Urwälder waren schon komplett gerodet. Heute wachsen hier wieder gut 100 verschiedene Baumarten, mehr als in Nord- und Mitteleuropa zusammen. Vor allem im Indian Summer leuchtet das Laub der Bäume in allen erdenklichen Rot- und Gelbtönen von den Hängen. Neben seiner botanischen Vielfalt ist der Nationalpark berühmt für seine Schwarzbären, die im Sommer Wildkirschen in den Baumwipfeln ernten. Wilde Truthühner liefern sich auf den Lichtungen erbitterte Rangkämpfe. Einzigartig ist auch eine Vielzahl von Salamandern, die an den Ufern der kristallklaren Bäche leben. Wenn sich langsam der Winter aus den Smoky Mountains zurückzieht, erwachen die ersten der über 1.500 Schwarzbären des Nationalparks. Nirgendwo sonst in den USA leben mehr Bären pro Quadratkilometer als dort. Über die Hälfte von ihnen überwintert in Baumhöhlen, teils 20 Meter über dem Boden. Die Jungen werden mitten im Winter geboren und verbringen ihre ersten Wochen im Schutz der Höhle. Ihr erster Kontakt mit der Außenwelt beginnt mit einer waghalsigen Kletterpartie. Aber die Kleinen sind die geborenen Baumsteiger und haben beste Voraussetzungen, in den Wäldern des Nationalparks zu überleben. Auch die Lichtungen wie Cades Cove locken viele Tiere an. Hier versammeln sich Truthühner, die wilden Vorfahren der Puten. Mit leuchtenden Hautlappen und glucksenden Lauten signalisieren sie ihre Kampfbereitschaft. Mit den Flügeln schlagen, beißen und treten, alles ist bei den Hähnen erlaubt, um zu klären, wer das Recht zur Paarung hat. Eines der faszinierendsten Naturwunder können die Besucher im Sommer erleben, wenn die Nächte schwülwarm sind. Mit kleinen „Laternen“ werben mehr als ein Dutzend Leuchtkäferarten um Partner. Sie versammeln sich zu Zigtausenden und beginnen synchron zu leuchten. Lichtwellen, die durch den Wald pulsieren, sollen Weibchen in großer Zahl anlocken. In den Smoky Mountains leben auch schillernde Kolibris, die im Schwirrflug aus speziell angepassten Blüten Nektar sammeln und trickreiche Fische wie der Flussdöbel, der in den kristallklaren Bächen aus Kieselsteinen kleine Burgen für seine Eier baut. Mit faszinierenden Superzeitlupen, bewegten Zeitraffern und mit Aufnahmen versteckter Kameras porträtiert Jan Haft einen der schönsten Abschnitte des Appalachen-Gebirgszugs. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere So. 22.02.2026 Das Erste
  • Folge 536 (45 Min.)
    Das Leben der heimischen Wildtiere ist den Menschen gut bekannt, denkt man zumindest. Aber wie verhalten sich Tiere, wenn sie unter sich sind, wenn es vom Menschen weit und breit keine Spur gibt? Ein außergewöhnliches Projekt gibt tiefe Einblicke in die faszinierende Welt der Tiere im Osten Deutschlands, wo unterschiedlichste Lebensräume aufeinandertreffen, vom Land der 1000 Teiche in Thüringen bis hin zu stillgelegten Tagebaugebieten, die die Natur nach und nach zurückerobert. Über vier Jahre hinweg wurden 150 versteckte und ferngesteuerte Kameras in diesen abgeschiedenen Lebensräumen eingesetzt. Ausgestattet mit Sensoren starten sie die Aufnahme, sobald ein Tier vorbeikommt. Das Ergebnis ist eine beeindruckende Dokumentation, die Einblicke in das Leben und Verhalten von Wildtieren liefert, wie man sie bisher noch nicht gesehen hat. Im Herbst verwandeln sich dichte Schilfgürtel in die Brunftarenen der Rothirsche. Lautstarkes Röhren, Platschen im Wasser und geheimnisvolles Rascheln im Schilf bilden die eindrucksvolle Soundkulisse. Doch ihr Treiben bleibt nicht unbemerkt – Wölfe haben es auf die Hirsche abgesehen. Nach einer stundenlangen Hetzjagd stellen sie einen majestätischen Platzhirsch im Wald an einer Suhle. Doch die Raubtiere haben deutlichen Respekt vor seinem Geweih. Als sie ihn endlich zur Strecke gebracht haben, sind sie ihre Beute schnell wieder los. Eine Horde Wildschweine, eigentlich selbst Beutetiere der Wölfe, geht zum Angriff auf die Jäger über. Die Wölfe flüchten – und der Hirsch wechselt den Besitzer. Im Schilfwald pulsiert das Leben fast wie in einem tropischen Dschungel. Besonders während der Paarungszeit der Fischotter. Die dauert schon mal 14 Tage, bevor die Otter im Wasser für Nachwuchs sorgen. Im Schilfdickicht bauen Wildschweine große Burgen. Hier haben es ihre Jungen auch bei frostigen Temperaturen kuschelig warm. Die Naturdokumentation ist den Geheimnissen der heimischen Wildtiere auf der Spur – auch wenn nicht alle gelüftet werden können. Aber das ist vielleicht auch gut so. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 02.03.2026 Das Erste

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