Folge 222

  • Folge 222

    30 Min.
    Salman Rushdie · „Die elfte Stunde“ (Penguin): Der vielleicht berühmteste lebende Schriftsteller Salman Rushdie erzählt von dem Moment, in dem sich Leben und Tod am nächsten kommen. Im Sommer 2022 wurde Salman Rushdie Opfer eines Messer-Attentats und verlor dabei die Sehkraft auf seinem rechten Auge. Nach Veröffentlichung der „Satanischen Verse“ im Jahr 1988 sprach der Iran eine Fatwa gegen ihn aus und verurteilte ihn zum Tode. Rushdie ist also erfahren im Erleben existentieller Bedrohung. Sein neuer Erzählband „Die elfte Stunde“ verarbeitet die Nähe zwischen Leben und Tod zu fünf fulminanten Erzählungen. Camoe-haft webt Rushdie immer wieder Einsprengsel seiner eigenen Biographie ein. Die Geschichten spielen an den großen Stationen seines Lebens in Indien, England und Amerika und beweisen einmal mehr, welch unterhaltsamer, kluger und magischer Erzähler Rushdie ist. Joachim Sartorius · „Die besseren Nächte“ (Kiepenheuer & Witsch): „Auf vielfältige Weise“, schreibt Sartorius, „ist der Dichter ein Erinnerer.“ So sind seine Gedichte häufig auch historische Miniaturen mit Bezug ins Heute. Sein Gedicht „Späti in Delphi“ etwa verbindet die Weissagung des Orakels von Delphi mit den Lebensweisheiten an einem Berliner Kiosk: „Das Einzige, das wir verstanden: Dass die Überfallenen die Sieger sind“, heißt es da in einer Art Antwort auf die Frage nach den Folgen des Krieges. Poetik und Politik – beides hat im Leben von Joachim Sartorius, der gerade 80 Jahre alt geworden ist, schon immer eine Rolle gespielt. Als Rechtsanwalt war er im diplomatischen Dienst unterwegs, war Generalsekretär des Goethe-Instituts und Intendant der Berliner Festspiele. Zugleich veröffentlichte er als Lyriker zahlreiche Bücher. Denn – auch das ist eine Zeile in seinem aktuellen Gedichtband – am besten sind die Nächte, „in denen ein Gedicht gelingt“. Salman Rushdie · „Die elfte Stunde“ (Penguin): Der vielleicht berühmteste lebende Schriftsteller Salman Rushdie erzählt von dem Moment, in dem sich Leben und Tod am nächsten kommen. Im Sommer 2022 wurde Salman Rushdie Opfer eines Messer-Attentats und verlor dabei die Sehkraft auf seinem rechten Auge. Nach Veröffentlichung der „Satanischen Verse“ im Jahr 1988 sprach der Iran eine Fatwa gegen ihn aus und verurteilte ihn zum Tode. Rushdie ist also erfahren im Erleben existentieller
    Bedrohung. Sein neuer Erzählband „Die elfte Stunde“ verarbeitet die Nähe zwischen Leben und Tod zu fünf fulminanten Erzählungen. Camoe-haft webt Rushdie immer wieder Einsprengsel seiner eigenen Biographie ein. Die Geschichten spielen an den großen Stationen seines Lebens in Indien, England und Amerika und beweisen einmal mehr, welch unterhaltsamer, kluger und magischer Erzähler Rushdie ist. Joachim Sartorius · „Die besseren Nächte“ (Kiepenheuer & Witsch): „Auf vielfältige Weise“, schreibt Sartorius, „ist der Dichter ein Erinnerer.“ So sind seine Gedichte häufig auch historische Miniaturen mit Bezug ins Heute. Sein Gedicht „Späti in Delphi“ etwa verbindet die Weissagung des Orakels von Delphi mit den Lebensweisheiten an einem Berliner Kiosk: „Das Einzige, das wir verstanden: Dass die Überfallenen die Sieger sind“, heißt es da in einer Art Antwort auf die Frage nach den Folgen des Krieges. Poetik und Politik – beides hat im Leben von Joachim Sartorius, der gerade 80 Jahre alt geworden ist, schon immer eine Rolle gespielt. Als Rechtsanwalt war er im diplomatischen Dienst unterwegs, war Generalsekretär des Goethe-Instituts und Intendant der Berliner Festspiele. Zugleich veröffentlichte er als Lyriker zahlreiche Bücher. Denn – auch das ist eine Zeile in seinem aktuellen Gedichtband – am besten sind die Nächte, „in denen ein Gedicht gelingt“. Was, wenn Sie mit ihrem Partner 118 Tage auf einer Insel im Pazifik verbringen müssen? Diese Frage stellt die Autorin Sophie Elmhirst. Elmhirst beschreibt in „Maurice und Maralyn“ die wahre Geschichte eines britischen Ehepaars, denen es Anfang der 70-er Jahre just so ergangen ist. Maurice ist Setzer und begeistert seine Ehefrau Maralyn, Angestellte beim Finanzamt, von seinem Traum, auf einer selbstgebauten Yacht um die Welt zu segeln. Im Sommer 1972 ist es endlich soweit. Maurice und Maralyn stechen in See. Fast ein Dreivierteljahr später taucht ein gigantischer Pottwal mitten im Pazifik ausgerechnet an der Stelle auf, wo sich Maurices und Maralyns Yacht befindet. Die sinkt innerhalb von Minuten. Und damit beginnt ein existentielles Endspiel, das Sophie Elmhirst als unter die Haut gehenden Kampf gegen die Hoffnungslosigkeit schildert. Deutsch von Annika Klapper, erschienen im Goldmann Verlag. Außerdem in Druckfrisch: der finnische Musiker Jimi Tenor. Und: Denis Schecks erfrischend pointierte Revue der Spiegel-Bestsellerliste, diesmal Sachbuch. (Text: ARD)
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