Dokumentation in 5 Teilen, Folge 1–5

    • Folge 1 (52 Min.)
      Seit 50 Jahren zwingt das von den US-Amerikanern verhängte Wirtschaftsembargo die Kubaner dazu, losgelöst von der Moderne zu leben. In den Straßen von Havanna gibt es weder Staus noch Werbetafeln. Dafür ist der Besucher aber erstaunt über die unbändige Lebensfreude der Kubaner und über ihre Energie, die sie entwickeln, um mit dem wenigen auszukommen, das sie zum Leben haben. Jeden Tag müssen sie erfinderisch sein, um von A nach B zu kommen, um sich zu ernähren oder gut zu kleiden. Die Mehrzahl der Kubanerinnen hat noch nie eine Modezeitschrift gelesen. Für Kosmetikprodukte oder schöne Kleidung fehlt den meisten das Geld. Also machen sie das Beste aus dem wenigen, das ihnen zur Verfügung steht. Rund ein Dutzend Frauen gibt Einblick in ihr Leben, darunter sind Tänzerinnen, Schriftstellerinnen, Musikerinnen, Schauspielerinnern und Arbeiterinnen.
      Die meisten sind zufrieden mit ihrem Körper – ganz egal, ob sie jung oder alt, dick oder dünn sind. Ihnen sind die Komplexe, die so viele Europäerinnen quälen, völlig fremd. Ihre multiethnische Herkunft, die Verschmelzung spanischer, afrikanischer und chinesischer Abstammung, scheint ihnen eine natürliche Gelassenheit zu verleihen, die durch die Sonne und die tropische Hitze noch gestärkt wird. Auf Kuba kommt jeder leicht mit dem andern ins Gespräch. Hier lächeln die Frauen, wenn die Männer ihnen hinterherpfeifen oder ein „Piropo“ – ein Kompliment – machen. In Frankreich und Deutschland gilt dies als vulgär, doch auf Kuba gehören „Piropos“, die die Schönheit der Frauen preisen, einfach zum Leben. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereMo 16.12.2013arte
    • Folge 2 (52 Min.)
      Was bedeutet es, in der aktuellen kambodschanischen Gesellschaft eine Frau zu sein? In einer Gesellschaft, in der die Massaker des Pol-Pot-Regimes das kollektive Bewusstsein geprägt haben und in der die Khmer, hin- und hergerissen zwischen Tradition und dem spektakulären Wirtschaftsboom der Hauptstadt Phnom Penh, noch immer um ihre Identität ringen? Die Tänzerin und Choreographin Chumvan Sodhachivy spricht über ihre Schwierigkeiten, sich als Frau in einer von Männern dominierten Gesellschaft durchzusetzen. Die Straßenkünstlerin Lisa Mam beschwört dagegen in ihren urbanen Fresken die Kraft der Frauen aus vergangenen Zeiten herauf, die in den Legendenschatz der Khmer Einzug gehalten haben. Vong Metry, Ballettmeisterin beim Royal Ballet of Cambodia, und die Schauspielerin Dy Saveth geben ihr Wissen an den Nachwuchs weiter.
      Künstler hatten unter dem Terrorregime von Pol Pot einen schweren Stand. Von den einst 400 Tänzerinnen des Royal Ballets überlebten nur 40 die Massaker. Dy Saveth verlor fast alle ihre Freunde und Schauspielkollegen. Für beide hängt die Schönheit der Frauen mit Werten zusammen, die über die äußere Erscheinung hinausgehen. Sie fürchten, dass die aktuelle Situation in Kambodscha sie von ihren Traditionen entfernt und sich ihre Identität in einer Entwicklung auflöst, deren Tragweite sie noch nicht völlig ermessen können. Schönheit und körperliche Erscheinung spielen in Kambodscha heute eine wichtige Rolle, um Arbeit zu finden und gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen. Viele junge Frauen ziehen in der Hoffnung auf ein besseres Leben vom Land in die Hauptstadt Phnom Penh, nicht wenige davon arbeiten in Nachtbars als Animierdamen.
      Um sie vor dem Schicksal als Prostituierte zu bewahren, bietet die Hotelfachschule Sala Bai jungen Frauen aus einfachen Verhältnissen eine kostenlose Ausbildung an, mit der sie einer ordentlich bezahlten Arbeit in der boomenden Tourismusindustrie nachgehen können. Unter dem Einfluss fremder Rollenvorbilder und anderer Lebensentwürfe versuchen immer mehr Frauen, die Grenzen der konservativen kambodschanischen Gesellschaft neu zu definieren, ohne ihre Traditionen zu verraten. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereDi 17.12.2013arte
    • Folge 3 (52 Min.)
      Seit vielen Tausend Jahren ist der indische Schönheitskanon in den Legenden und Mythen des Subkontinents festgeschrieben und scheint sich seither nicht wesentlich verändert zu haben: dralle und sinnliche Formen, biegsame Körper und breite Hüften. Die Darstellung der Frauen entspricht noch immer dem Ideal weiblicher Fruchtbarkeit. Doch inzwischen stehen in Indien die äußere Erscheinung und das Verhältnis zum eigenen Körper im Mittelpunkt einer Diskussion, die tief an der eigenen Identität der Frauen rührt. Die einen möchten als Frau die traditionellen indischen Kulturwerte aufrechterhalten, die anderen möchten sich zugunsten eines moderneren und freieren Lebens davon lösen. Ihre offenen Worte spiegeln die Komplexität der indischen Gesellschaft wider, die erst kürzlich durch brutale Vergewaltigungen und Gewaltexzesse gegenüber Frauen erschüttert wurde.
      Sie zeigen die zwiespältige Haltung der indischen Frauen, die zwischen dem Druck, sich bestimmten gesellschaftlichen Zwängen unterzuordnen, und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben hin- und hergerissen sind. Zu Wort melden sich Sujata Mohapatra, eine der berühmten traditionellen Tänzerinnen des Landes, die Regisseurin Aparna Sen, der bengalische Modeschöpfer Sabyasachi, der ganz Bollywood verzaubert, die Designerin Anamika Khanna, die Schönheitskönigin Richa Sharma, Souraja Tagore, junge Erbin einer der einflussreichsten Familien Bengalens, sowie Threety Irani, die erste Frau, die in Ostindien einen Schönheitssalon eröffnet hat. Sie alle haben ihre eigene Sichtweise auf die Schönheit der indischen Frauen und die Entwicklung einer Gesellschaft, bei deren Veränderung die Frauen als treibende Kraft in Erscheinung treten. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereMi 18.12.2013arte
    • Folge 4 (52 Min.)
      Die libanesische Hauptstadt Beirut war schon immer eine Stadt zwischen Orient und Okzident, in der Handelsrouten und unterschiedlichste Einflüsse aufeinandertrafen und in der die Schönheit in allen Facetten des Alltags eine wesentliche Rolle spielte. Schön zu sein bedeutet im Libanon, Eindruck zu hinterlassen, Aufmerksamkeit zu erregen und mehr Gehör zu finden. In Beirut spielen Frauen geschickt mit den Regeln und Einschränkungen ihrer Gesellschaft, um sich trotz der archaischen Strukturen in vielerlei Hinsicht zu emanzipieren. Dabei dienen ihnen Schönheit und Verführungskunst als Waffen, um ihre Beziehungen zur Außenwelt und zu den Männern neu zu definieren und ihren Platz in der Gesellschaft zu behaupten. Unabhängig von der Glaubenszugehörigkeit ist das Streben nach Schönheit ein wahrer Volkssport.
      Hohe Absätze, akkurat manikürte Fingernägel und ein perfektes Styling sind selbst in Alltagssituationen selbstverständlich. Die Frauen legen großen Wert darauf, ihre Weiblichkeit richtig zur Geltung zu bringen – und dass dies nicht unbemerkt bleibt. Die Libanesinnen sind Verführerinnen, denn sie müssen sich in einem Land durchsetzen, in dem auf einen Mann sieben Frauen kommen. In einem Land mit 18 anerkannten Religionsgemeinschaften ist die Erkennung der Glaubenszugehörigkeit anhand äußerer Merkmale eine Kunst für sich. Natürlich gibt es ein paar eindeutige Hinweise, sei es durch einen Kreuzanhänger oder ein Kopftuch. Doch nicht selten trügt der Schein. Auch wenn er auf den ersten Blick sehr westlich zu sein scheint, bleibt der Libanon doch ein orientalisch geprägtes Land, in dem Patriarchat und religiöses Bekennertum dominieren.
      Marie-Thérèse Khair Badawi, Professorin für Psychologie an der Université Saint-Joseph in Beirut, entschlüsselt das Spiel, bei dem hinter einer äußerst liberalen Fassade das Tabu der Jungfräulichkeit wie ein Damoklesschwert über den jungen Frauen hängt und viele sich das Jungfernhäutchen chirurgisch wiederherstellen lassen. Die Dichterin Joumana Haddad, Herausgeberin des Magazins „Jassad“, in dem es um den Körper und die Sexualität geht, kämpft gegen dieses heuchlerische System. Sie ist der Auffassung, dass die Frauen im Libanon Gefangene in einem Spiel sind, bei dem die Schönheit nur Fassade ist. Die Frau existiert nur in den Augen des männlichen Gegenübers. Dieser Mann erkennt die Schönheit der Frau nur dann an, wenn sie Gehorsam leistet – zwei Begrifflichkeiten, die ihrer Meinung nach nicht miteinander zu vereinbaren sind. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereDo 19.12.2013arte
    • Folge 5 (52 Min.)
      Die im Senegal demonstrativ zur Schau gestellte Sinnlichkeit der Frauen lässt sich auf ein kulturell bedingtes Rollenverständnis zurückführen. Dabei ist der Mann, der in der Gesellschaft die dominierende Stellung innehat, der Schlüssel zur Erreichung eines Status, den jedes junge Mädchen anstrebt – den der verheirateten Frau. In dem Spiel der Verführung, das die senegalesischen Frauen unter Einsatz zahlreicher Hilfsmittel meisterlich beherrschen, scheint nicht nur das Verhältnis zwischen Mann und Frau ganz klar definiert – die Frau weckt die Leidenschaft des Mannes, der Mann sichert der Frau den Status und die Erfüllung ihrer Bedürfnisse. Die Kunst der Schönheit und des Umgarnens dient offenbar auch als Machtinstrument, um die soziale Anerkennung der Frau sicherzustellen.
      Polygamie ist im Senegal noch immer weit verbreitet und sorgt für eine harte Konkurrenz zwischen den Frauen. Was denken diejenigen darüber, die ihren Mann mit anderen Frauen teilen müssen, oder diejenigen, die davon nur durch Zufall erfahren? Einige weigern sich, Zugeständnisse zu machen, andere wiederum sind der Ansicht, dass Schönheit und Verführungskunst eine wirksame Waffe sind, um sich in diesem Rollenspiel durchzusetzen. Vor diesem Hintergrund offenbaren sich die Betonung der weiblichen Körperformen, die intensive Schönheitspflege und die ausgefeilten Verführungskünste nicht zuletzt als Strategien, mit denen gesellschaftliche Anerkennung erreicht wird. Dakar gilt als Stadt der Schönheit, in der die Frauen großen Wert auf ihre äußere Erscheinung legen und diese effektvoll in Szene zu setzen wissen.
      In einem weiblichen Kosmos, der oft als oberflächlich abgetan wird, hinterfragen die Frauen mit großem Nachdruck die Welt, in der sie leben und das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Zu Wort kommen eine Bildhauerin aus Saint-Louis, eine Galeristin von der Insel Gorée, die ein Plädoyer für das traditionelle senegalesische Schönheitsideal hält, Studentinnen, die sich über ihre Zukunft als Frau Gedanken machen, und die Stylistin Collé Sow Ardo.
      Außerdem äußern sich eine Journalistin, die sich für das Leben in einer polygamen Ehe entschieden hat, die Tänzerin Fatou Cissé, die ihr eigenes Körpergefühl im Lichte der widersprüchlichen Anforderungen ihres Berufs und ihres sozialen Umfelds hinterfragt, die Feministin und Intellektuelle Fatou Kiné Camara sowie eine Sexualforscherin, die die schwierige Beziehung zwischen Mann und Frau in einer Gesellschaft aufzeigt, in der Verführung einen großen Raum einnimmt. (Text: arte)
      Deutsche TV-PremiereFr 20.12.2013arte

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