• Folge 665 (60 Min.)
    Hamburg ist ständig in Bewegung. Jeden Tag strömen Hunderttausende Menschen durch Straßen, Bahnhöfe und über Plätze. Man begegnet sich. Oft nur für Sekunden. Doch es gibt Menschen, die genauer hinsehen. Die zuhören. Die beobachten. „die nordstory“ erzählt von Hamburgerinnen und Hamburgern, die mittendrin arbeiten – an den belebtesten Orten der Millionenstadt: am Hauptbahnhof, auf dem Kiez, in der Innenstadt, auf dem Dom. Mit rund einer halben Million Fahrgästen täglich ist der Hamburger Hauptbahnhof der am stärksten frequentierte Bahnhof Deutschlands. Mittendrin: DB-Servicemitarbeiter Reiner. Vor seinen Augen treffen die unterschiedlichsten Menschen aufeinander: von arm bis reich, vom Bettler bis zum Staatsmann. Er ist ständig unterwegs zwischen Bahnsteig und Wandelhalle und beantwortet Fragen der Reisenden. Dabei kriegt er auch Frust ab: Verspätungen, verpasste Anschlüsse, verlorene Nerven. Taxiunternehmer Jan steuert seinen Wagen durch die Stadt. Er weiß nie, wer als nächstes einsteigt. Gerade in der Nacht sei es besonders: „Es gibt schon Menschen, die sind auf Krawall gebürstet, aber dann muss ich zusehen, dass ich denen den Wind aus den Segeln nehme.“ Im Taxi entstehen Gespräche, die sonst nirgends stattfinden: intim, direkt, manchmal überraschend ehrlich. Vom gestressten Manager bis zur ausgelassenen Partygängerin begegnet er allen Facetten von Leuten in der Stadt. Am Hans-Albers-Platz auf St. Pauli macht sich Dustin bereit für die Nacht. Unter seinem Pullover trägt er ein Kettenhemd zum Schutz vor Messerstichen. „Der Kiez ist eine Hassliebe“, sagt er. Seit vielen Jahren arbeitet er hier als Türsteher. Er entscheidet in Sekunden, ob ein Gast rein darf oder nicht. Er liest Gesichter, erkennt Stimmungen, spürt, wann etwas kippt; oft, bevor es passiert. Zwischen Feierlaune und Aggression sucht er die Balance. Und sagt: „Es ist eine Art Romantik. Wenn morgens die Sonne aufgeht, gehe ich runter zur Elbe, sehe den Fischmarkt – das ist Hamburg.“ Am Hintereingang des Alsterhauses hält Achim jedem, der kommt, die Tür auf. Manch einer drückt ihm ein paar Münzen in die Hand. Seit rund 20 Jahren macht er das hier, fast jeden Tag. Er verkauft das Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“. Achim kennt die Menschen, die vorbeikommen – ihre Eile, ihre Routinen, ihre Ausreden. Auch sie kennen ihn. Sein eigenes Leben war lange aus dem Takt geraten. Heute gibt ihm seine Arbeit Struktur und Halt inmitten der Menschenströme der Hamburger Innenstadt. Auf dem Hamburger Dom betreibt Wilhelm, genannt Stummel, einen Poffertjes-Stand. Zusammen mit seiner Frau, seiner Tochter und einem Mitarbeiter steht er hier drei Wochen lang neben der Achterbahn. 1,3 Millionen Menschen besuchen Norddeutschlands größtes Volksfest in dieser Zeit. „Die Besucher sollen in eine andere Welt abtauchen und von ihren Problemen nichts mitbekommen.“ Beim Verkauf entscheidet der erste Blickkontakt: Wer bleibt stehen? Wer lässt sich verführen vom Duft nach frischem Teig und Puderzucker? Egal ob früh am Morgen oder tief in der Nacht: Im Trubel der Großstadt treffen die unterschiedlichsten Menschen aufeinander. „die nordstory“ erzählt von flüchtigen Momenten und Begegnungen, die bleiben. Und von Menschen, die mittendrin arbeiten und wissen, wie Hamburg tickt. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 19.06.2026 NDR
  • Folge 666 (60 Min.)
    Das grüne Gold – Hendrikje und Mia beim ersten Schnitt.
    Seit zwei Jahren ist Hendrikje Rath ein Gesicht Schleswig-Holsteins beim YouTube-Kanal NDR auf’m Land. Für die 33-Jährige aus Zarpen ist Landwirtschaft mehr als ein Job. Sie spricht vom wichtigsten Beruf der Welt. Schon als Kind war sie mit Vater und Großvater im Stall unterwegs. Mit 17 entschied sie sich, den Hof der Familie weiterzuführen. Heute trägt sie gemeinsam mit ihrem Vater Hanno Verantwortung für den Betrieb – mit Herz, Humor und norddeutscher Gelassenheit. Seit August 2024 bildet Hendrikje die 16-jährige Mia Steinbuck aus, die vorher schon als Praktikantin mit angepackt hat. Mia liebt die Landwirtschaft genauso sehr wie Hendrikje und ist fest entschlossen, die Arbeit mit dem „Kackeschieber“ (Gülleschieber) und das verflixt schwere Rückwärtseinparken mit dem Futtermischwagen zu perfektionieren. Zwischen hektischer Maisernte und Büffeln für die Berufsschule spielt das nächste Kapitel, in dem Hendrikje und Mia sich mit Tatkraft, Teamgeist und viel guter Laune durch den stressigen Alltag improvisieren. Besonders, wenn ein überfluteter Kälberstall bei Minusgraden sie auf eine harte Probe stellt. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 26.06.2026 NDR
  • Folge 667 (60 Min.)
    Die Kröpeliner-Tor-Vorstadt, kurz KTV, gilt als das kreative Herz Rostocks: voller Cafés, Künstlerhöfe, Kneipen und junger Ideen. Doch der Erfolg des Viertels hat seinen Preis. Die Mieten steigen, Ateliers geraten unter Druck und viele fragen sich, wie viel Veränderung die KTV verträgt. „die nordstory“ begleitet Künstler, Gastronomen, Vereinsaktive und Bewohner, die das Viertel prägen und um seinen Charakter kämpfen. Zwischen Aufbruch, Gemeinschaft und Gentrifizierung stellt sich eine zentrale Frage: Kann die KTV ihre Seele bewahren, während sie sich immer weiter verändert? (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 10.07.2026 NDR
  • Folge 668 (60 Min.)
    Im Männerschuppen auf der Insel Poel treffen sich Männer, meist Rentner, um gemeinsam zu werkeln, zu kochen und Gutes für die Gemeinde zu tun. Doch es geht um mehr als nur Schrauben: Hier entsteht Gemeinschaft, die gesund hält. Wer im Schuppen aktiv ist, bleibt körperlich und geistig fit, findet neue Freunde und Lebensfreude. Zwischen Holz, Werkzeug und Humor wächst ein Ort, der gegen Einsamkeit hilft und zeigt, wie Männer jenseits der 50 wieder richtig aufblühen. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 17.07.2026 NDR
  • Folge 669 (60 Min.)
    Krabben kochen wie vor 100 Jahren.
    Die Hellmanns sind die Wattmänner von Pellworm. Schatzsucher, Selbstversorger und Touristenfischer. Sie führen ein Inselleben im Wandel der Zeit. Auf den Sandbänken vor Pellworm haben die Wattmänner schon so einiges gefunden, aber noch nie ein Kilo Kokain. Drogen statt Brennholz, Pazifische Austern statt Miesmuscheln, sinkende Gästezahlen neben explodierenden Betriebskosten. Der Meeresspiegel steigt, die Strömung nimmt zu und spült tonnenweise Sand in die Fahrrinnen. Seit Generationen schippert die Familie Hellmann Touristen durchs Wattenmeer. Doch so schnell wie jetzt hat sich ihr Lebensraum noch nie verändert. Bereits 2008 hat der NDR in einer „Nordreportage“ über die Wattmänner berichtet, jetzt hat ein Filmteam sie wieder auf Pellworm besucht. Trotz der Veränderungen leben die ungleichen Brüder ihr ursprüngliches Leben weiter. Mit einer Sondergenehmigung dürfen die ehemaligen Berufsfischer zu den Robbenbänken in die Schutzzone des Nationalparks schippern. Doch in vier Jahren gehen Andreas und Jogi in Rente, dann erlischt ihre Sondergenehmigung. Nachfolger sind nicht in Sicht. Kaum ein Mensch wird dann noch die Robbenbänke und den imposanten Schiffsfriedhof auf Süderoogsand betreten dürfen. Nach Stürmen tauchen hier uralte, vor Jahrhunderten gestrandete Havaristen für kurze Zeit wieder auf. „die nordstory“ zeigt die Geschichte der Familie Hellmann damals und heute: Butt fischen mit Stellnetz vor Pellworm, von Mutter Wilhelmine mit der Hand gemolkene Kühe, Plattfische braten auf einem mit Strandholz befeuerten Herd und Krabbenfang dort, wo andere Fischer nicht hinkommen. Im Winter zu Hause in der guten Stube hinter dem Deich bestaunen, was sie damals auf den Sandbänken gefunden haben. Hunderte Silbermünzen, kiloweise Bernstein und 150 Jahre alten Wein. Den hat Vater Site zu seinem Geburtstag sogar verkostet. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 24.07.2026 NDR
  • Folge 671 (60 Min.)
    Jedes Jahr geraten in Niedersachsen Tausende Wild- und Nutztiere in Not. Um ihnen zu helfen, sind im ganzen Land viele hauptberufliche und ehrenamtliche Retter im Einsatz. Oft entscheidet ihr beherztes Eingreifen über Leben und Tod. Gerade ist ein Fohlen geboren worden – kerngesund! Und das nach einem Drama: Die Mutterstute, ein Turnierpferd, hätte nach einer sehr schweren Verletzung fast eingeschläfert werden müssen. In der Tierklinik Lüsche, Gemeinde Bakum, konnte das mit einer aufwendigen Operation noch verhindert werden. Die große Klinik ist spezialisiert auf die Behandlung von Pferden: vom Familien-Pony bis zum Hochleistungs-Galopper. Hochkonzentriert fliegen die Rehkitzretter von Sottrum mit Drohne und Wärmebildkamera Planquadrat für Planquadrat auf der riesigen Wiese ab. Noch ist kein Kitz in Sicht und gleich rücken große Traktoren mit messerscharfen Mähwerken an. Auf der Storchenpflegestation Wesermarsch herrscht helle Aufregung: Die Jungvögel oben im Nest sind alle putzmunter, aber die Mutter ist seit 20 Stunden verschwunden. Jetzt heißt es: sofort handeln. Seit mehr als 30 Jahren nimmt das Team hier auf der Station Weiß- und Schwarzstörche auf. Im Freigehege leben einige Dauerpatienten. Im Schichtsystem kümmern sich die vielen Ehrenamtlichen der Wildtierhilfe Lüneburger Heide Jahr für Jahr um Hunderte verletzte und verwaiste Tiere, und zwar nicht nur um große: Neuester Zugang ist eine kleine Schlange, eingeliefert mit einer Augenentzündung. Mit Futter, Spielzeug, Körbchen und Halsbändern unterstützt die Tafel für Tiere in Hannover Halterinnen und Halter, die selber in Not sind und bei denen das Geld gerade mal für das eigene Leben reicht. Regelmäßig ist das Tiermobil der Tafel unterwegs mit den Futterspenden. Liebevoll erfüllen die Helferinnen und Helfer der Tafel auch besondere Wünsche wie die Vorbestellung des Spezialfutters für die Kundin mit dem nierenkranken Hund. „die nordstory“ zeigt die aufwendigen und oft aufreibenden Hilfseinsätze. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die alles dafür geben, Tiere zu retten. Es geht dabei um Improvisation und Professionalität, um Mut und Ausdauer und oftmals auch um schwierige Entscheidungen. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Fr. 31.07.2026 NDR

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