• Folge 539 (45 Min.)
    Heutige Innenansicht des früheren Kaufhauses Zeeck – Bild: MDR
    Heutige Innenansicht des früheren Kaufhauses Zeeck
    Die einst so ikonisch blau leuchtende Metfallfassade ist längst verblasst. Die oberen Etagen stehen seit der Wende leer. Doch hinter der so verlassen wirkenden Fassade des ehemaligen Kaufhauses Zeeck in Dessau tut sich was. „Das Haus soll wieder zugänglich sein und es soll wieder ein Treffpunkt werden für die ganze Stadt“, erzählt Tran Vy Dinh, während er in seinem improvisierten Proberaum in der vierten Etage steht. 1998 hatte seine Mutter Thi Nga Dinh Vietnam verlassen, um sich in Deutschland mit ihrem Mann Khoi eine neue Zukunft aufzubauen. In einem der wenigen Geschäfte in der untersten Etage des Kaufhauses fängt sie als Schneiderin an. 2005 bietet sich ihr dann die große Chance: das Kaufhaus wird versteigert. Sie ergreift die Chance und wartet seitdem auf den richtigen Moment, das Kaufhaus wiederzubeleben. Es war 1908 eröffnet worden als Kaufhaus Zeeck. Das Gebäude, das in den 1920er Jahren erweitert wurde, ist ein herausragendes Beispiel der Warenhausarchitektur der Moderne abseits von Metropolen wie Berlin. Nach 1945 übernahm die DDR-Handels-Organisation HO das Haus. Als Magnet-Kaufhaus ist es vielen Dessauern in Erinnerung. Mit dem 100-jährigen Bauhausjubiläum 2026 soll es der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. In der zweiten Etage wird ein Teil der Jubiläumsausstellung gezeigt. Tran Vy Dinh und seine Familie hoffen, dass sich noch viel mehr entwickeln wird. Und nicht nur sie. „Mein Wunsch wäre es ja, wenn der Dachgarten wieder einmal so werden könnte wie früher und zugänglich wird“, sagt Gerhard Klatt. Der 84-Jährige hat 1956 in dem Kaufhaus seine Lehre absolviert. Gemeinsam mit dem 27-Jährigen Vy geht er in den alten Räumen auf Spurensuche. „Der Osten – entdecke wo du lebst“ begleitet Tran Vy Dinh und seine Familie ein Jahr bis zu Ausstellungseröffnung und zeichnet dabei nicht nur die Geschichte einer mutigen Familie nach, sondern auch die Geschichte der Gründerfamilie Zeeck. Diese hatte in der Zeit der großen Warenkaufhäuser, vergleichbar mit Wertheim und Karstadt, von der Ostsee aus ein verzweigtes Geschäftsnetzwerk bis nach Dessau errichtet und Orte geschaffen, die bis heute das Gesicht unserer Innenstädte prägen. (Text: MDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Di. 28.04.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 05.05.2026 MDR
  • Folge 540 (45 Min.)
    Gesichtszüge von August dem Starken nach einer Lebendmaske gestaltet.
    Nach 40 Jahren Wiederaufbau werden im Frühjahr 2026 die letzten repräsentativen Räume im Dresdner Schloss eingeweiht: Wie beim Schuheputzen frottiert Hans-Christoph Walther die vergoldeten Gitter. Das Wachs muss runter, dann glänzen sie wieder und sind fertig für den Großen Ballsaal. Das ist einer der letzten repräsentativen Räume, die im Dresdner Schloss fertig werden. Nach 40 Jahren Wiederaufbau. Walther arbeitet von Anfang an auf dieser besonderen Baustelle. Erst als Malerlehrling, dann als Restaurator und schließlich in leitender Funktion. „Andere haben zwei Einfamilienhäuser gebaut, dazu ist es bei mir nicht gekommen. Ich habe mir ein Schloss bauen dürfen“, sagt er dankbar. Walther weiß, dass es alles andere als sicher war, dass das Dresdner Schloss im alten Glanz wieder erstehen wird. In den 50er Jahren wollte die DDR-Regierung die im Krieg völlig ausgebrannte Ruine am liebsten abreißen. Mit cleveren Tricks gelang es Denkmalschützern und engagierten Dresdnern, das zu verhindern. Als 1985 die Semperoper eingeweiht wurde, sprach Erich Honecker auf dem Theaterplatz. Dabei blickte er auf dafür eigens aufgestellte Baugerüste am Westflügel des Schlosses und konnte nicht umhin zu verkünden, dass auch mit der Außengestaltung dieses Gebäudes begonnen wird. Was im Jahr danach mit 15 Millionen DDR-Mark langsam losging, wurde nach der politischen Wende mit viel Kraft und Geld weitergeführt. Der Wiederaufbau des Dresdner Schlosses wird am Ende 407 Millionen Euro gekostet haben. Und geleistet wurde dabei schier Unglaubliches. Das Wiederbeleben von fast vergessenen Handwerkstechniken inklusive. Wie beim Gestalten der Sgraffito-Ikonografien im Großen Schlosshof. Durch das Wegkratzen einer weißen Kalkschicht über dunklem Putz entstanden hier wandfüllende Bildflächen, so groß wie sonst nirgends in Europa. Mit dem Großen Ballsaal und dem Propositionsaal ist nun der historische Rundgang auf der Festetage des Schlosses komplett. Die neue Dauerausstellung „Masken und Kronen“ erzählt darin von Machtgebaren und Festkultur der sächsischen Kurfürsten. Zu sehen ist auch ein kostbares Zaumzeug für Pferdeschlitten von 1719 – drapiert auf einem extra dafür geschnitzten Holzpferd. Genutzt hatte es der Sohn August des Starken, um seine Auserwählte, eine Kaisertochter in Wien, bei einer Schlittenpartie zu beeindrucken. Stefanie Penthin hat die 17 Einzelteile über anderthalb Jahre gemeinsam mit ihren Kollegen restauriert und ist gespannt auf die Wirkung des atemberaubenden Ensembles in Rot und Gold in den neuen Sälen. Der Film „Wie Phönix aus der Asche – Das Residenzschloss Dresden“ schaut auf 40 Jahre Schloss-Wiederaufbau zurück, zeigt die akribische Arbeit der Restauratoren und begleitet die letzten Vorbereitungen für die neue Ausstellung. (Text: MDR)
    Deutsche TV-Premiere Di. 12.05.2026 MDR

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