Schloss Burgk – Ein Hauch von Hollywood im Saaletal
Folge 550 (45 Min.)
Schloss BurgkBild: MDR/Stephan HeiseSchloss Burgk im Saaletal zieht seit Jahrzehnten Filmteams aus aller Welt in seinen Bann. Die DEFA drehte hier den DDR-Agentenstreifen „Das unsichtbare Visier“ mit Armin Müller Stahl als „James Bond des Ostens“. ARD und ZDF nutzen die Kulisse bis heute für Märchenproduktionen. Der Film begleitet Anja Klötzing, die sich mit ihrem Team um die Besucher und Belange des Schlosses kümmert und geht der Frage nach, was diesen Ort so besonders macht. In Thüringen gibt es dreihundert Schlösser. Die Konkurrenz für die achtköpfige Team von Anja Klötzing ist groß. Doch eines wissen sie. Ihr Schloss Burgk in der Nähe von Schleiz scheint eine magische Anziehungskraft zu haben.Wie sonst ist es zu erklären, dass sich Filmteams hier die Klinke in die Hand geben. Erst vor kurzem war ein Kamerateam hier und drehte den Märchenfilm „Die Prinzessin aus Glas“. Das „ARD-Märchen 2026“ wird in der Weihnachtszeit ausgestrahlt. Die Filmemacher verraten, warum sie sich ausgerechnet für Schloss Burgk entschieden haben. Das ZDF war schon hier und die DEFA gleich mehrmals. Ende der 1970er Jahre wurde fürs DDR-Fernsehen der Agentenfilm „Das Unsichtbare Visier“ gedreht. Bis heute wird von den Drehabreiten geredet, als Armin Müller Stahl als „James Bond des Ostens“ ermittelte. Bemerkenswert: Schloss Burgk wurde für den Film kurzerhand in den Westen verlegt. Anwohner trauten ihren Augen kaum. Am Saalestausee war in großen Buchstaben „Rheingold Terrassen“ zu lesen. Mitten im kalten Krieg zog hier plötzlich ein westdeutsches Polizeiboot seine Runden. Warum dieses Boot während der Dreharbeiten versank, weiß heute niemand. Anja Klötzing ist die Schlossverwalterin im Auftrag des Landratsamtes. Nicht weit entfernt in Schöndorf ist sie aufgewachsen. Als Kind faszinierten sie weniger die Prinzessinnen, dafür die Ritter umso mehr. Später begeisterte sie der Motorsport am Schleizer Dreieck. Und noch heute engagiert sie sich im Motorsportverein Schleizer Dreieck und hilft bei Motorrennen an der Rennstrecke. Auf Schloss Burgk steht sie vor ganz anderen Herausforderungen. Hier organisiert sie mit Ihrem Team Veranstaltungen und hütet die Schätze, wie die original erhaltene Silbermannorgel. Der international bekannte Organist Paolo Oreni reist extra aus Venedig an, um erstmals den Klängen des 1743 gebauten Instruments zu lauschen. Der Film begleitet Anja Klötzing und zeigt die vielen Facetten des Alltags auf Schloss Burgk, die die diesen Ort so einzigartig machen. (Text: MDR) Deutsche TV-Premiere Di. 22.09.2026 MDR Der Klosterpark Altzella – Rosen, Rocker und Ruinen
Folge 551 (45 Min.)Klosterpark AltzellaBild: MDR/René RömerIn diesem Outdoor-Museum werden Kühe gezüchtet. Hühner gackern unter DDR-Peitschenlampen. Über dem Parkboden galoppieren Stuten mit ihren Fohlen – unten drunter liegen 26 Wettiner aus der mittelalterlichen Frühzeit Sachsens begraben. Vielleicht sind es auch 27. Ganz genau weiß das niemand. Das Problem: Die Wettiner selbst haben die Klosterkirche samt Grabsteinen über ihren Ahnen abgerissen. Und die Historiker rätseln bis heute, wie viele Markgrafen nebst Ehefrauen und Kindern in Altzella exakt beerdigt sind. Der Klosterpark Altzella steckt voller Überraschungen.Sein romanisches Eingangsportal steht 1,60 Meter tief in der Erde. Und wirkt dennoch hoch und imposant. Die Katastrophe, die aus dem florierenden, immens reichen und für Mitteldeutschland sehr bedeutsamen Kloster eine Ruine machte – das war die Reformation. Martin Luthers Thesen zerstreuten die zuletzt noch 60 Mönche in alle Winde. Und die Nachgeborenen nutzten Altzella wie einen Steinbruch, trugen die Mauern einfach ab, um woanders wieder neu zu bauen. Ab 1800 entstand ein Landschaftspark. Mit den Klosterruinen als malerische Blickpunkte. Sichtachsen für die Ewigkeit. Nutztiere gibt es aber immer noch. „Damit erhalten wir die Anmutung und Lebensart des einstigen Klosters“, sagt der Historiker Dr. Peter Dänhardt. Und die Museologin Ina Schumann betont: „Im Kloster findet man Seelenfrieden und innere Ruhe.“ Dabei lassen sie es hier auch krachen: Beim Blues- und Rockfestival „brennt die Hütte“. Und zur Blumen- und Gartenschau finden zehntausend Besuchende ins ehemalige Kloster, kaufen winterharte Kiwis und trinken im gotischen Weinkeller Meißner Wein. Die Kräuterfee Koreen Vetter bietet Kurse im Klostergarten an: „Das Currykraut hilft gegen Bluthochdruck und eignet sich für eine vorzügliche Marinade.“ Der größte Weidenbaum Deutschlands steht hier. Ebenso eine uralte Betsäule, unter der Harfen-Solist Stefan Weyh an warmen Sommertagen aufspielt. Und das Alphorn bläst. In der historischen „Schreiberei“ können Kalligraphie-Fans Kurse buchen, bei denen mit Gold gearbeitet wird. Dem Publikum öffnet sich eine faszinierende Welt – seit über 850 Jahren gewachsen, geschändet und wieder auferstanden. (Text: MDR) Deutsche TV-Premiere Di. 29.09.2026 MDR Deutschlands Längster – Der Rennsteigtunnel
Folge 552 (45 Min.)Nebelfetzen ziehen über den Thüringer Wald. Vor dem Portal des Rennsteigtunnels herrscht ungewohnte Stille. Wo sonst Tag und Nacht tausende Fahrzeuge über die A71 rollen, sind die Fahrspuren leer. Der Tunnel ist gesperrt. Für Steffen Meier von der Autobahn GmbH beginnt jetzt eine besondere Schicht. Gemeinsam mit Spezialisten, Technikern und den Teams der Autobahnmeisterei fährt er in Deutschlands längsten Straßentunnel ein. Was nun folgt, bekommen Autofahrer normalerweise nie zu sehen: eine hochkomplexe Welt aus Wartung, Kontrolle und Präzisionsarbeit tief unter dem Rennsteig.Fast acht Kilometer lang ist das Bauwerk. Tausende Leuchten, hunderte Kameras, Notrufeinrichtungen, Lüftungs- und Sicherheitssysteme müssen regelmäßig überprüft, gewartet und instandgesetzt werden. Was in einem gewöhnlichen Tunnel Routine ist, erreicht hier eine andere Dimension. Seit rund 20 Jahren sorgt Steffen Meier dafür, dass im Rennsteigtunnel alles funktioniert. Doch er ist nur einer von vielen Menschen, die rund um die Uhr für Sicherheit sorgen. Der Film begleitet Marko Gottschalk von Deutschlands einziger eigenständiger Tunnelfeuerwehr während eines 24-Stunden-Dienstes und erlebt hautnah, wie sich Einsatzkräfte auf den Ernstfall vorbereiten. In der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Bad Köstritz trainiert er Freiwillige Feuerwehren für Einsätze in Tunnelanlagen, und schickt Spezialkräfte der Tunnelfeuerwehr in die Schweiz zu einem außergewöhnlichen Training unter realitätsnahen Bedingungen. Auch Matthias Dresselt und seine Kollegen in der Zentralen Betriebsleitstelle Thüringen öffnen ihre Türen. Von hier aus überwachen sie den Verkehr, reagieren auf Störungen und behalten jede Bewegung im Tunnel im Blick. Ein Arbeitsplatz, an dem Sekunden entscheidend sein können. „Deutschlands Längster“ blickt hinter die Kulissen eines Bauwerks, das die meisten Menschen nur wenige Minuten lang durchfahren. Der Film führt in sonst verschlossene Betriebsräume, hinab in die technischen Katakomben und in die gewaltigen Lüftungszentralen, die als unsichtbare Lunge des Tunnels arbeiten. Konstrukteure und Verantwortliche des Tunnelbaus erinnern sich an die Herausforderungen eines Jahrhundertprojekts und erzählen, wie aus einer kühnen Idee eines der bedeutendsten Verkehrsbauwerke Deutschlands wurde. Doch die Geschichte endet nicht unter der Erde. Gemeinsam mit Ralf Kirchner vom Naturpark Thüringer Wald erkundet der Film das Leben auf dem „Dach“ des Bauwerks, begleitet die Auswilderung eines Luchses und entdeckt artenreiche Bergwiesen. Dabei wird sichtbar, wie eng Technik, Landschaft und Naturschutz rund um den Rennsteigtunnel heute miteinander verbunden sind. Eine Entdeckungsreise zwischen Hightech und Wildnis, zwischen Adrenalin und Artenvielfalt, zwischen Menschen, die Verantwortung tragen, und einem Bauwerk, das längst mehr ist als nur eine Verkehrsverbindung. (Text: MDR) Deutsche TV-Premiere Di. 06.10.2026 MDR
