Die Welt der Franckeschen Stiftungen Halle – Chance fürs Leben
Folge 546 (45 Min.)
Franckesche Stiftung (Halle/Saale)Bild: MDR/Mahmoud DabdoubMitten in Halle liegt eine eigene kleine Stadt: die Franckeschen Stiftungen. Hinter barocken Fassaden begegnen sich Menschen aus der ganzen Welt. Seit mehr als 300 Jahren wird hier geforscht, gelernt und auch zusammengelebt. Was als Waisenhaus begann, entwickelte sich zu einer einzigartigen Schulstadt mit weltweiten Verbindungen und prägt Menschen bis heute. Mitten in Halle liegt eine eigene kleine Stadt: die Franckeschen Stiftungen. Hinter barocken Fassaden begegnen sich Menschen aus der ganzen Welt. Seit mehr als 300 Jahren wird hier geforscht, gelernt und auch zusammengelebt.Was als Waisenhaus begann, entwickelte sich zu einer einzigartigen Schulstadt mit weltweiten Verbindungen und prägt Menschen bis heute. Für Mercy Rethna Victor Rajakumar aus Indien wird dieser Ort zur Chance fürs Leben. Die junge Programmiererin kündigt ihren sicheren Job und kommt für ein Freiwilligenjahr nach Halle. Eigentlich soll sie danach nach Indien zurückkehren und heiraten. Doch in den Franckeschen Stiftungen entdeckt Mercy nicht nur eine neue Kultur, sondern beginnt auch, ihr Leben neu zu denken. Auch das Leben von Claudia Langosch wird durch die Stiftungen entscheidend geprägt. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie in Halle-Neustadt der 1990er Jahre, entdeckt sie als Jugendliche die Welt August Hermann Franckes – eine Faszination, die sie bis heute nicht loslässt. „Bildung für alle“ war die damals fortschrittliche Idee Franckes. Lernen sollte zudem nicht nur aus Büchern bestehen, sondern praktisch erfahrbar sein. Im ältesten Schulgarten Deutschlands bringt Umweltpädagogin Cornelia Jäger heute noch Kindern die Natur nah und weckt ihre Neugier auf die Welt der Pflanzen. Der Ort, der heute Menschen Chancen eröffnet, stand nach der Wende vor dem Aus. In der DDR-Zeit verfielen große Teile der historischen Schulstadt. Nach 1990 begann die aufwendige Wiederbelebung des Ensembles. Heute sind die Franckeschen Stiftungen ein lebendiger Bildungsort mit Schulen, Museen, Bibliotheken und sozialen Einrichtungen und bewerben sich sogar um die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste. Ein „Der Osten – Entdecke wo du lebst“ über einen Ort, der seit mehr als 300 Jahren Menschen vereint und Möglichkeiten aufzeigt. (Text: MDR) Deutsche TV-Premiere Di. 11.08.2026 MDR Von wegen Kuh-Kaff Köthen! Die unterschätzte Bachstadt
Folge 547 (45 Min.)Köthen? War das nicht diese ostdeutsche Kleinstadt mit dem grauen Image und den „Ritters“, dem berühmt-berüchtigten TV-Familienclan? Der Ort, wo man im Zug lieber durchfährt, als auszusteigen? Die neue Folge von „Der Osten – Entdecke wo du lebst“ räumt mit diesen Klischees auf und zeigt ein Köthen, das überrascht, provoziert und begeistert. Die Dokumentation widerlegt charmant Vorurteile, denn wer bei Köthen nur an den abfälligen Beinamen „Kuh-Kaff“ denkt, verpasst einen der geschichtsträchtigsten und gleichzeitig lebendigsten Orte Mitteldeutschlands.Autorin Katja Herr begleitet vier außergewöhnliche Persönlichkeiten, die das Gesicht des modernen Köthen prägen: Martin Olejnicki, der eigentlich nur seine drei Pflichtjahre als Pfarrer absitzen wollte – und nach 13 Jahren feststellt, dass er eine neue Heimat gefunden hat, die er nie wieder verlassen möchte. Nadine Baer, die nach zehn Jahren in den Niederlanden als neue Musikschulchefin zurückkehrte und nun Kultur als gelebte Demokratie feiert. Christian Ratzel wird vorgestellt, der leidenschaftliche Universalhistoriker, der die geheimen Schätze der Stadt hütet. Und Folkert Uhde, der Berliner Klassik-Rebell und Intendant der Bachfesttage, der Bachs Erbe so radikal modernisiert, dass es im wahrsten Sinne des Wortes im Schloss spukt. Köthen ist der Ort, an dem Johann Sebastian Bach seine weltberühmten Brandenburgischen Konzerte erschuf und Samuel Hahnemann die Homöopathie begründete. Es ist die Stadt, in der vor 400 Jahren die deutsche Schriftsprache kultiviert wurde – ein Erbe, das heute von der Computerlinguistin Prof. Uta Seewald-Heeg mit internationalen Studierenden aus fast 100 Nationen in die Zukunft getragen wird. Doch die Dokumentation blickt auch auf die Schattenseiten: die rechten Aufmärsche von 2018 kommen zur Sprache und den tagtägliche Kampf für Toleranz durch den jungen Organisator des CSD in Köthen, Julian Miethig. Ein Film voller überraschender Perspektivwechsel, emotionaler Höhepunkte und einer großen Portion Humor. Nach diesen 45 Minuten steht fest: Beim nächsten Mal steigen Sie in Köthen aus! (Text: MDR) Deutsche TV-Premiere Di. 18.08.2026 MDR Meiningen – wunderbar verwandelt
Folge 548 (45 Min.)Oberflächlich betrachtet hat Meiningen vieles, was Provinzstädten zugeschrieben wird. Liegt es doch fernab der Landeshauptstadt im südwestlichen Zipfel von Thüringen, nah der bayrischen Grenze, tief im Wald. Doch keinem seiner vielen Besucher würde das Wörtchen „provinziell“ so schnell über die Lippen kommen. Über der Stadt liegt eine gewisse Würde, gespeist nicht zuletzt durch ihr berühmtes Theater. „Die Meininger“, das war ab Mitte des 19. Jahrhunderts Synonym für eine Theateravantgarde. Für eine Regie-Revolution, die bis heute gültig ist, für ein Ensemble, das durch seine europaweiten Tourneen weltberühmt wurde.Initiator des Ganzen: ein gewisser Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen, der 2026 seinen 200. Geburtstag feiern würde. Anlass, sich die Stadt mal näher anzuschauen. Wie viel seiner herzoglichen Energie und Innovationskraft hat sich bis heute in Meiningen erhalten? Wo und wie leben die Traditionen weiter? Und wer sind die engagierten Menschen, die heute die Stadt noch immer zu etwas ganz Besonderem machen? Wir erzählen von Machern, die exemplarisch für die besondere Atmosphäre Meiningens stehen. Z.B. von Micha, dem dienstältesten Theaterschauspieler Thüringens, der 1985 nach Meiningen kam und bis heute von allen Theatergängern geliebt wird. Kerstin, der umtriebigen Hotelchefin, die Meiningens traditionsreichem 4-Sterne-Hotel neues Leben eingehaucht hat. Fabian, einem Bürgermeister der statt Problemen, Herausforderungen sieht. Franky und Christian die aus einer alten Villa den neuen HotSpot von Meiningen gemacht haben, sowie einigen anderen mehr. (Text: MDR) Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 MDR
