Der Osten – Entdecke wo du lebst Folge 549: Die geklaute Eisenbahn – Die Verrückten vom Schwarzbachtal
Folge 549
Die geklaute Eisenbahn – Die Verrückten vom Schwarzbachtal
Folge 549
1951 verschwindet in der Nähe von Bad Schandau eine 12 Kilometer lange Eisenbahnstrecke, samt Gleisen, Schwellen, sogar der Schotter. Keiner weiß wohin. Später wird klar, das Material ist nach Ost-Berlin gegangen. Vier Jahrzehnte später verbünden sich Eisenbahnenthusiasten der Sächsischen Schweiz und nehmen sich ein schier aussichtloses Projekt vor: Den Wiederaufbau der Schwarzbachbahn, in Eigeninitiative und ehrenamtlich. Ein „Wir galten als Utopisten, als Spinner!“ sagt Rolf Böhm, der berühmte Kartograph der Sächsischen Schweiz. Kevin Richter, heute 24 Jahre und einst jüngster Dampflokführer Deutschlands, meint: „Man muss bekloppt sein, wenn man sowas macht.“ Richard,12, erklärt Gästen die Funktionsweise einer Dampflok.
„Wer zweifelt, der hat hier auf unserem Bahnhof keinen Platz …“, so Doreen Klotzsche, die Vereinschefin. Sie alle sind der Schwarzbachbahn e. V. – und haben ein Ziel: ehrenamtlich eine verlorene, ja geklaute Eisenbahnstrecke wiederaufzubauen, die einzige Schmalspurstrecke, die die Sächsische Schweiz je hatte. 1951 wird in der Nähe von Bad Schandau eine 12 Kilometer lange Schmalspurbahnstrecke stillgelegt.
Seit 1897 hatte es sie die Strecke zwischen Hohnstein und Kohlmühle gegeben. Aber nicht nur das: Alles verschwindet, die Gleise, die Schwellen, sogar der Schotter. Keiner weiß wohin. Erst viel später wird klar, das Material nach Ost-Berlin gegangen, in die damalige Hauptstadt der DDR. Die Region trauert,
protestiert, aber das nützt nichts. Eine der schönsten Schmalspurbahnstrecken Deutschlands durchs Schwarzbachtal verschwindet de facto von der Landkarte. Vier Jahrzehnte später verbünden sich in der Aufbruchzeit der 1990er Jahre Eisenbahnenthusiasten aus der Sächsischen Schweiz und nehmen sich ein schier aussichtloses Projekt vor: Den Wiederaufbau der Schwarzbachbahn.
„Wir wurden müde belächelt“, sagt Thomas Irrgang, heute im Vorstand. Niemand in der Region glaubt, dass das was wird. Es sollte anders kommen: Heute treffen sich die Schwarzbachbahner regelmäßig in Lohsdorf, einem idyllisch gelegenen Dörfchen am Rande des Nationalparks Sächsische Schweiz. Der Verein hat sich dort einen Ort geschaffen wie aus dem Lehrbuch der Eisenbahnromantik: einen Heimatbahnhof, mit originalem Wartehäuschen und Bahnhofstoiletten, Lokschuppen, Werkstätten, dazu Pack- und Personenwagen liebevoll rekonstruiert im Design der 1920er Jahre, einer Diesellok, die aus dem Nachlass des berühmten Stahlwerks Maxhütte in Unterwellenborn aus Thüringen kommt und mit einer selbst sanierten, eigenen Dampflok, der – heute legendären – IV K, eine der meistgebauten Schmalspurbahnlokomotive in Deutschlands.
„Die geklaute Eisenbahn“ erzählt von einem außergewöhnlichen Verein, von Eigeninitiative, Durchhaltevermögen, Kompetenz, Leistungsfähigkeit, von Sinn und Zusammenhalt. Dieser Film erzählt davon, was möglich ist, wenn sich Menschen unterschiedlichster sozialer Prägungen hinter einem Ziel vereinen. (Text: MDR)
Deutsche TV-PremiereDi. 01.09.2026MDR
Sendetermine
Sa. 05.09.2026
12:30–13:15
12:30–
Mi. 02.09.2026
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01:00–
Di. 01.09.2026
21:00–21:45
21:00– NEU
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