bisher 7 Folgen, Folge 1–7

    • Folge 1
      Olympiaglocke vor dem Berliner Olympiastadion: Ein Hakenkreuz an versteckter Stelle. Überall in der Stadt kann man noch Überreste von Nazi-Architekturen finden. – Bild: ZDF und Andreas Bremer
      Olympiaglocke vor dem Berliner Olympiastadion: Ein Hakenkreuz an versteckter Stelle. Überall in der Stadt kann man noch Überreste von Nazi-Architekturen finden.
      Trotz Kriegsschäden und späterer Versuche, sämtliche bauliche Hinterlassenschaften des Nazi-Regimes auszulöschen – einige dieser unbequemen Monumente haben bis heute überlebt. Wie sollen die Deutschen damit umgehen? Manche Zeugnisse von Hitlers architektonischem Größenwahn sind in manchem Stadtbild noch gut zu erkennen, andere aber sind versteckt und überwuchert. (Text: Phoenix)
      Deutsche ErstausstrahlungDo 03.10.2013ZDF
    • Folge 2
      Schweres Erbe: der ehemalige Führerbau in München, in dem heute die Hochschule für Musik und Theater residiert.
      70 Jahre nach Kriegsende stehen sie immer noch: Bauten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Zu entdecken sind besonders protzige und prominente Nazi-Relikte in München und in Nürnberg. Trotz Kriegsbomben und späterer Versuche, die baulichen Hinterlassenschaften des Nazi-Regimes auszulöschen, haben einige dieser unbequemen Monumente bis heute überlebt. Wie sollen wir mit der Architektur der NS-Zeit umgehen? Sanieren oder dem Zerfall preisgeben? München: Nur einen Steinwurf vom Königsplatz entfernt lag einst der „Führerbau“, in dem heute die Hochschule für Musik und Theater residiert. Selbst für Alexander Krause, der seit 18 Jahren Kanzler der Hochschule ist, birgt der noch weitgehend unerforschte Untergrund des Gebäudes immer wieder Überraschungen. Mit dem Archäologen Christian Behrer und dem Kunsthistoriker Timo Nüßlein arbeitet er sich von einer ungeklärten Frage zur nächsten: eine „Treppe ins Nichts“, ein mit Stacheldraht verbarrikadierter Durchgang, ein einsturzgefährdeter Raum unter dem „Ehrentempel“ mit einer seltsamen Telefonanlage. Welche Geheimnisse verbergen sich in der Tiefe? Der benachbarte „NSDAP-Verwaltungsbau“, in dem heute das Zentralinstitut für Kunstgeschichte seinen Sitz hat, das Haus der Kunst, das Wirtschaftsministerium, der Odeonsplatz mit der Feldherrenhalle viele dieser von Nazi-Architekten gestalteten Bauwerke sind längst zum gewohnten und lange wenig hinterfragten Bestandteil des Stadtbilds geworden. Die ZDF-Dokumentation geht auch an Orte, die weniger bekannt sind. In das ehemalige Atelier des Nazi-Bildhauers Josef Thorak, das einstige Zwangsarbeiterlager Neuaubing oder in die Polizeiinspektion 22 am Prinzregentenplatz. Hier hat sich tatsächlich die ehemalige Privatwohnung Hitlers befunden. Nürnberg, Zeppelintribüne: Hitler inszenierte sich auf dem Reichsparteitagsgelände, das ihm sein Lieblingsbaumeister Albert Speer in kürzester Zeit und daher auch nicht sehr haltbar und solide auf das Zeppelinfeld baute. Dringende Sanierungen der maroden Haupttribüne stehen an. Doch soll man die Überreste eines gebauten Machtinstruments der NS-Herrscher tatsächlich noch einmal für Millionen Euro teuer sanieren? Für die Dokumentation nehmen die Experten, Historiker Alexander Schmidt und Bauleiter Robert Minge, den Bau genau unter die Lupe. Als Alexander Schmidt schließlich zu einem besonderen Ortstermin aus seinem Auto steigt, zirpen die Grillen. Hier wären eigentlich Wanderschuhe angesagt, über 100 Meter führt der bewaldete Berghang im idyllisch gelegenen Ort Oberklausen unweit von Nürnberg steil nach oben. Kaum bekannt ist, dass Albert Speer hier ein 1:1-Modell für das geplante Deutsche Stadion auf dem Reichsparteitagsgelände bauen ließ. Geheim, aberwitzig und mitten im Grünen. „Böse Bauten“ ist der zweite Teil einer Reihe, die sich mit dem baulichen Erbe aus der NS-Zeit beschäftigt. Die sperrigen, die verstörenden Baudenkmale: Sie sind ein Teil unserer Geschichte, die nicht zu verdrängen ist und die an einigen Stellen auch nicht so einfach abgeräumt werden kann. (Text: ZDF)
      Deutsche ErstausstrahlungSo 04.10.2015ZDF
    • Folge 3
      Es gibt sie immer noch: Bauten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Gebäude mit dunklen Geheimnissen, vor der idyllischen Kulisse der Alpen. Von Berchtesgaden bis Linz. Die Nazis haben sich die schöne Berglandschaft zunutze gemacht. Ein unbequemes Erbe bis heute. Wie sollen wir mit der Architektur der NS-Zeit umgehen? Sanieren oder dem Zerfall preisgeben? Die baulichen Relikte aus den 1930er und 1940er Jahren sorgen bis heute für Diskussionen. Mancherorts von Touristen überrannt, bisweilen von Ewiggestrigen aufgesucht oder aber auch gänzlich im Verborgenen geblieben. Die Reste des Nazi-Regimes zeigen sich mit unterschiedlichen Gesichtern. Der Umgang mit ihnen ist eine Herausforderung. Das Berchtesgadener Land ist ein beliebtes Urlaubsgebiet. Doch die idyllische Alpenlandschaft liegt im Schatten der NS-Vergangenheit. Der Obersalzberg war die zweite Schaltstelle der Macht neben Berlin – Hitlers zweiter Regierungssitz. Heute kaum vorstellbar, dass in dieser malerischen Bergkulisse einst ein Diktator und Massenmörder samt seiner NS-Größen auch Entscheidungen über Krieg und Holocaust traf. Alle Versuche, buchstäblich Gras über die NS-Vergangenheit des Obersalzberges wachsen zu lassen, konnten nicht verhindern, dass der geschichtsträchtige Ort bis heute eine große Anziehungskraft ausübt. Das Dokumentationszentrum Obersalzberg versucht vor Ort, der wachsenden Touristenströme Herr zu werden. Die Experten des renommierten Zentrums, Axel Drecoll und Albert Feiber, begeben sich mit dem ZDF auf Spurensuche zu den NS-Bauten am Obersalzberg. Der Film begleitet die beiden Experten zu Hitlers ehemaligem Berghof, zur Theaterhalle, zum Kehlsteinhaus. Dabei stoßen sie auch auf Spuren, die wahrscheinlich Nazi-Nostalgiker hinterlassen haben. Die Experten wissen, historisch bedeutsame Orte müssen durch sie besetzt und historisch eingeordnet werden. Aber welche Orte genau? Und wie? Denn darüber gibt es auch heute noch Diskussionen. Neben dem Kehlsteinhaus sind auch noch andere, weniger bekannte NS-Gebäude im Berchtesgadener Land nahezu im Originalzustand vorhanden. Der Berchtesgadener Bahnhof beispielsweise und die sogenannte „Kleine Reichskanzlei“. Nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch ein Teil der Einrichtung ist erstaunlicherweise noch aus der Zeit des Nationalsozialismus erhalten geblieben. Die ZDF-Dokumentation blickt außerdem ins Umland der Alpen, ins österreichische Linz. Hier wohnt nämlich etwa jeder achte Einwohner in einem NS-Gebäude. Auch heute noch sprechen die Linzer unverblümt von „Hitlerbauten“. Hitler plante in seiner Lieblingsstadt Linz eine europäische Kultur- und Industriemetropole. Von den gigantischen Entwürfen ist allerdings wenig übrig geblieben. Die Nibelungenbrücke und die beiden Brückenkopfgebäude wurden noch in der NS-Zeit gebaut. In den monumentalen Gebäuden hat heute die Kunstuniversität Linz einen Platz gefunden. Der Direktor Prof. Reinhard Kannonier und der bekannte Architekt Adolf Krischanitz begutachten die Bauten. Ihr Ziel ist es, die schwere NS-Architektur aufzubrechen und zugleich moderne Eingriffe vorzunehmen. Die ZDF-Dokumentation zeigt, wie weit sie dabei gehen dürfen und welche Entdeckungen sie in den Gebäuden machen. Hitlers Planungen von Linz finden ihre Schattenseite in dem unweit entfernten ehemaligen KZ Mauthausen. In dem benachbarten Steinbruch wurden die Häftlinge unter härtesten Bedingungen zu Tode geschunden. Die dort abgebauten Granitsteine waren auch für den Ausbau der „Führerstadt“ Linz gedacht. Der Steinbruch und einige Bauten des Konzentrationslagers bestehen nach wie vor. Wie wichtig es ist, sie zu erhalten, darüber spricht die Leiterin der KZ-Gedenkstätte, Barbara Glück. Schließlich landet die ZDF-Dokumentation in Pullach bei München. Hier residiert der Bundesnachrichtendienst. Nur wenige Fernsehteams durften hier jemals drehen. Was nicht viele wissen: Das streng abgeriegelte, geheime Gelände des BND war eine NS-Mustersiedlung. Und in dem ehemaligen Schlafzimmer von Hitlers Kanzleichef Martin Bormann hat bis heute der BND-Präsident sein Büro. Was wird nun mit diesem sehr speziellen Bauensemble geschehen, wenn der BND nach Berlin gezogen ist? „Böse Bauten III“ ist der dritte Teil einer Dokumentationsreihe, die sich mit dem baulichen Erbe aus der NS-Zeit beschäftigt. Die sperrigen, die verstörenden Baudenkmale: Sie sind ein Teil unserer Geschichte, die nicht zu verdrängen ist und die an einigen Stellen auch nicht so einfach abgeräumt werden kann. (Text: ZDF)
      Deutsche ErstausstrahlungSo 23.10.2016ZDF
      Erstausstrahlung ursprünglich für den 02.10.2016 angekündigt
    • Folge 4
      Brücke auf dem Rastplatz: Pionierbau aus dem Jahr 1938.
      „Böse Bauten“ ist eine ZDF-Dokumentationsreihe, die sich mit dem baulichen Erbe aus der NS-Zeit beschäftigt. Wie sollen wir mit den sperrigen Nazi-Hinterlassenschaften umgehen? Im vierten Teil der Reihe geht es in den Westen Deutschlands, zu verlassenen Autobahnbrücken, gigantischen Ordensburgen, unterirdischen Fabriken und den Spuren grausamer Schlachtfelder. Provokante Protzbauten oder geheime Kriegsanlagen – die baulichen Zeugnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus haben viele Gesichter. Wie aber sollen wir mit ihnen umgehen? Abreißen, neu nutzen oder gar unter Denkmalschutz stellen? Die ZDF-Dokumentation „Böse Bauten IV“ begibt sich auf Spurensuche in Westdeutschland und macht oftmals kuriose Entdeckungen: eine Autobahnbrücke aus dem Jahr 1938, abgestellt mitten auf einem Rastplatz, ein Einfamilienhaus, das auf den Panzersperren des sogenannten „Westwalls“ steht, ein Schwimmbad voller Nazi-Symbolik und eine NS-Ordensburg, in der vor einer Nazi-Götzenfigur geheiratet wurde. Mitten in den grünen Wäldern der Eifel steht ein gigantischer steinerner Ausdruck des nationalsozialistischen Größenwahns: die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang. Die Schulungsstätte für den Nachwuchs des NSDAP-Führungskaders ist eines der größten noch erhaltenen Bauensembles aus der Zeit des Nationalsozialismus. Nicht gerade einfach, hierfür heute Nutzer zu finden. Die Dokumentation blickt hinter die Fassaden der Bauten. Mit dem wissenschaftlichen Leiter der „NS-Dokumentation Vogelsang“, Stefan Wunsch, und der Bildungsreferentin Mira Huppertz sieht sich die Dokumentation auf dem riesigen Gelände um. Das ZDF-Team war dabei, als ein letztes Mal ein Luftschutzbunker dokumentiert wird, bevor er für immer beseitigt werden soll. Am Beispiel Nordrhein-Westfalens lässt sich zudem anschaulich ein anderer deutscher Topos aus den 1930er Jahren thematisieren: die „Reichsautobahn“. Der ehemalige Denkmalpfleger und Autobahnexperte Christian Hoebel widerlegt einmal mehr die populäre Mär, dass die Autobahn eine Erfindung Adolf Hitlers gewesen sei. Mit ihm besichtigt das Team unter anderem eine Brücke, damals technologisch innovativ, die wohl erste Spannbetonbrücke der Welt sogar, heute funktionslos, mitten auf einem Rastplatz, ohne Straßenanbindung. Zudem kommt eine der letzten erstaunlich originalen Autobahnmeistereien aus der Zeit des Nationalsozialismus ins Bild, die Autobahnmeisterei Oelde im westfälischen Heimatstil. Die Dokumentation begibt sich auch in die Kriegszeiten, zu den Relikten des sogenannten „Westwalls“, macht sich auf die Suche nach Verteidigungsanlagen, nach Bunkern und Panzersperren, die den Vormarsch der Alliierten letztlich nicht aufgehalten haben. Um sie herum weiden heute mancherorts Kühe. Oder ein Ehepaar nutzt sie gar als Fundament ihres Hauses. Im Hürtgenwald analysiert der Bodendenkmalpfleger Wolfgang Wegener die deutlich sichtbaren Spuren des Zweiten Weltkrieges. Noch immer zeugen hier Funde von erbitterten militärischen Kämpfen zwischen amerikanischen und deutschen Truppen. Zu Tausenden starben hier die Soldaten im dichten Gehölz und heute noch werden die sterblichen Überreste Gefallener im Hürtgenwald gefunden. Erschütternde Schicksale in einer Geschichte, die sich nicht verdrängen lässt. (Text: ZDF)
      Deutsche ErstausstrahlungSo 17.09.2017ZDF
    • Folge 5
      Abreißen, neu nutzen, oder gar unter Denkmalschutz stellen? Die Frage stellt sich auch dort, wo man das unbequeme Erbe des „Dritten Reiches“ auf den ersten Blick nicht erwartet. Zwischen Strandkörben und Krabbenbrötchen, in den beliebten Urlaubsgebieten an der Nord- und Ostseeküste finden wir sie: sperrige Relikte aus der Zeit des Nationalsozialismus. Der fünfte Teil der Reihe „Böse Bauten“ reist von Holland bis an die Ostsee. Wie geht die Küstenregion mit dem Nazi-Bauerbe um? Die Bunker des sogenannten „Atlantikwalls“ im niederländischen Scheveningen, dem See-Vorort von Den Haag, bieten ein bizarres Bild, mitten in der Ferienidylle. Was soll man mit ihnen anfangen? Eine jüngere Generation von holländischen Denkmalpflegern kümmert sich nun um diese sperrigen Bauwerke, die die deutschen Besatzer einst hinterlassen haben. Fachleute erforschen sie, graben sie aus dem Dünensand und sanieren sie. Der Atlantikwall: ein länderübergreifendes, europäisches Kriegs-Monument, das für die Zukunft erhalten sein will. Derweil sorgt das längste und wohl prominenteste NS-Bauwerk des Nordostens, das einstige KdF-Seebad Prora auf Rügen, immer wieder für Schlagzeilen. Schicke Eigentumswohnungen verkaufen sich bestens, aber was wird vom Original noch erfahrbar bleiben? Nun soll auch noch ein Sportboothafen entstehen. In Peenemünde, auf der Ostsee-Insel Usedom, versucht man indessen, das munitionsbelastete Sperrgebiet der ehemaligen Heeresversuchsanstalt – in der Wernher von Braun, der „Vater“ der US-Mondlandung, mit der V2-Rakete frühe Karriere machte – endlich voll zugänglich zu machen. Und in Hamburg? Dort streitet man sich um die Nachnutzung von NS-Bauten, um Flaktürme und Bunker. Mit dem Verein „Hamburger Unterwelten“ erforscht die Dokumentation bisher schwer zugängliche Orte – und ein solcher Ort liegt mitten auf, beziehungsweise unter der Reeperbahn. Zudem wird die Architekturhistorikerin Dr. Sylvia Necker den „Albert Speer“ von Hamburg vorstellen und auf das Außenlager des KZ Neuengamme hinweisen. In Schleswig-Holstein, an der Nordseeküste im Kreis Dithmarschen, haben die Nationalsozialisten in sogenannten Koogs dem Meer Land abgetrotzt und Bauern angesiedelt. Der ehemalige „Adolf-Hitler-Koog“, heute Dieksanderkoog, ist noch erhalten, und immer noch leben hier viele Nachfahren der ersten Bewohner. Zurzeit wird der Koog mit seiner Anti-Kirche, in der rätselhafte Schriftzüge auf einen Hitleraltar verweisen, erforscht. Die Vergangenheit gibt ihre Geheimnisse preis. (Text: INFO)
      Deutsche ErstausstrahlungSo 30.09.2018ZDF
    • Folge 6
      KZ Buchenwald: Ort des Todes vor den Toren von Weimar.
      „Böse Bauten VI“ ist der sechste Teil einer ZDF-Dokumentationsreihe, die sich mit dem baulichen Erbe aus der NS-Zeit beschäftigt. Das Ziel: Weimar und Umgebung. Vom Goethehaus bis zum KZ Buchenwald: Glanz und Elend liegen nah beieinander in der Klassikerresidenz. Hitler wollte Weimar zu einer Nazi-Musterstadt machen, und die Spuren findet man noch heute. Die ZDF-Dokumentation beginnt in Weimar – der idyllischen Klassikerstadt von Goethe und Schiller, die von den Nationalsozialisten für ihre Propagandazwecke missbraucht wurde. Ausgerechnet aus Weimar sollte eine NS-Musterstadt werden. Das ehemalige Gauforum bestimmt heute noch das Stadtbild. Nicht weit davon hat 2019 das neue Bauhaus-Museum eröffnet. Weimar war eine der Lieblingsstädte Adolf Hitlers. Residiert hat er häufig im 1937/​38 neu gebauten Hotel „Elephant“. Vom Balkon aus trat er damals mit dem berüchtigten Thüringer NSDAP-Gauleiter Fritz Sauckel vor das Volk. Dessen riesige Dienstvilla, im Stil eines Stadtpalais, ist heute eine Schulungsstätte der Bundesagentur für Arbeit. Zahlreiche weitere Bauten zeugen hier noch von der NS-Zeit: die Erweiterung des Goethe-Nationalmuseums, eine völkische Gedächtnishalle für Friedrich Nietzsche oder der ehemalige Emmy-Göring-Stift, ein Altersruhesitz für verdiente „deutsche Bühnenkünstler“. Klassikerresidenz und Todeslager: Das grausamste Kapitel der Geschichte Weimars zeigt sich im unmittelbar benachbarten ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg. Lagergebäude und ebenso das Krematorium erinnern an die elende Geschichte, über 56 000 Menschen sterben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung. Die Dokumentation begleitet ein internationales Sommercamp, bei dem Jugendliche Erinnerungsarbeit für die Gedenkstätte leisten. Gauleiter Sauckel hatte das KZ Buchenwald in „seine“ Gauhauptstadt Weimar geholt und belieferte später die deutsche Rüstungsindustrie mit einem Millionenheer von Zwangsarbeitern. So auch für den Walpersberg, wo Tausende Menschen an den Folgen der Zwangsarbeit starben, als sie Stollen für eine nie fertiggestellte Düsenjäger-Fabrik vorantreiben mussten. Der Krieg war mitten in Deutschland angekommen. Die ZDF-Reihe „Böse Bauten“ – über unbequeme, verstörende Baudenkmale aus der Zeit des Nationalsozialismus -, ist 2018 mit dem Journalistenpreis des „Deutschen Preises für Denkmalschutz“ ausgezeichnet worden, der auf diesem Gebiet höchsten Auszeichnung in der Bundesrepublik Deutschland. (Text: ZDF)
      Deutsche ErstausstrahlungSo 06.10.2019ZDF
    • Folge 7
      Die „Bösen Bauten“ 2020 bieten einen Rückblick auf die ZDF-Reihe, die seit 2013 unbequeme, oftmals verstörende Bauten aus der Zeit des Nationalsozialismus aufgesucht hat. Diese Folge fasst noch einmal die erstaunlichsten und erschütterndsten Bauten, die die Zeit des Nationalsozialismus fast alle überstanden haben, aus den sechs bisherigen Dokumentationen zusammen. Wie soll mit diesen oftmals verstörenden, sperrigen Hinterlassenschaften der NS-Zeit umgegangen werden: entfernen oder erhalten, vergessen oder neu nutzen? Unbequeme Monumente, die die ZDF-Reihe „Bösen Bauten“ seit 2013 dokumentierte: Protzbauten der NS-Elite oder Gefangenenlager, Kriegsfabriken oder Regierungszentralen. Erstaunlich viel ist heute noch erhalten, doch manche Spuren der Opfer und der Täter können nur noch archäologisch erforscht werden. Nun werden noch einmal die größenwahnsinnigen Planungen, Berlin zur Reichshauptstadt „Germania“ umzubauen, vorgestellt – und Bauten von Hitlers Lieblingsarchitekt Albert Speer, wie das nunmehr verwitterte Nürnberger Reichsparteitagsgelände. Soll man diese Großanlage mit erhaltenem „Goldenen Saal“ weiter vor dem Verfall schützen? Die „Bösen Bauten“ zeigen noch einmal die verschwundene Reichskanzlei in Berlin, die für eine Milliarden-Summe in wenigen Monaten aus dem Boden gestampft wurde, oder den Führerbunker, den ein DDR-Bürger noch vor der Wende kurz vor seiner Zerstörung heimlich ein letztes Mal fotografiert hat. Weitere Großprojekte, wie die NS-Ordensburg Vogelsang in der Eifel, das Riesen-Ferienobjekt Prora an der Ostsee und das weitläufige Gelände des Berghofs bei Berchtesgaden, eingerichtet als zweite Regierungszentrale Hitlers, werden gezeigt sowie alte Anlagen der Reichsautobahn, die heute noch erstaunlich gut funktionieren. Sie, aber auch Kriegsarchitekturen wie der sogenannte Westwall mit seinen ausgedehnten Sperr- und Bunkeranlagen oder das KZ Buchenwald bei Weimar, in dem über 50 000 Menschen ermordet oder zu Tode geschunden wurden, führen uns vor Augen, wie Architektur unter Hitler zum Machtsymbol und zum brutalen Unterdrückungs- und Vernichtungsinstrument verkommen ist. (Text: ZDF)
      Deutsche ErstausstrahlungSo 15.11.2020ZDF

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