ARTE Re: Folge 1756: Valencia – Die Flut und die Rettung der Fotos
Folge 1756
Valencia – Die Flut und die Rettung der Fotos
Folge 1756 (30 Min.)
Als die junge Restauratorin Alejandra Nieto hörte, dass Menschen ihre aufgeweichten und verklebten Fotoalben wegwarfen, begann sie sofort, die beschädigten Fotos einzusammeln – um das persönliche und kulturelle Erbe zu retten, das in Form analoger Fotos existiert. Aus dem kleinen Anfang ist eine große zivile Bewegung geworden: Salvem Les Fotos (Lasst uns die Fotos retten). In der Flut-Region nahe Valencia sind mit Hilfe von Spenden vier lokale Labore aufgebaut worden. Alejandra ist überzeugt, dass jedes gerettete Foto wertvoll ist: „Sie helfen, die seelischen Wunden zu heilen.“ Rosa Álvarez bestätigt das.
Sie hat bei der Flut ihren Vater verloren. Die Behörden lösten den Alarm zu spät aus. Er schaffte es nicht mehr, die Tür seines Hauses zu öffnen. Das Hochwasser beschädigte auch die einzigen Fotos ihrer
längst verstorbenen Mutter. Zwei Jahre nach der Flut erhält Rosa eine Einladung vom Labor der Fotoretter. Nur eines ihrer vielen Fotos konnte erfolgreich restauriert werden: ein Porträt ihrer Eltern. Bei aller Trauer ist dies ein Trost: „Dieses Foto bringt mich zurück in die glücklichste Zeit meines Lebens.“ Paco Costa ist Fotograf.
Seit Jahren hängen seine Bilder wie Wandzeitungen in den Straßen von Catarroja. „Jedes Foto ist eine Reise in die Vergangenheit.“ Die Flut hat die meisten Fotowände zerstört. Als der Wasserpegel gesunken war, nahm Paco seine Kamera und fotografierte die Menschen seines Heimatortes im Ausnahmezustand. 1.500 Fotos in vier Tagen. Eine einmalige Chronologie der Tragödie – und eine Erinnerung für zukünftige Generationen, so Paco: „Unser Leben geht vorbei – die Bilder bleiben.“ (Text: arte)