Folge 100

  • Pornoflut und Jugendliebe – Zwischen Verbot und Aufklärung

    Folge 100 (45 Min.)
    Lea ist acht Jahre alt, als sie zum ersten Mal Pornografie sieht. Aus Schock wird regelmäßiger Konsum. Sie steht exemplarisch für viele junge Menschen, deren erstes Bild von Sexualität durch das Internet entsteht. Gleichzeitig haben sie ihre ersten sexuellen Erfahrungen so spät wie keine Generation zuvor. Die „ARD Story“ fragt, wie Pornografie die sexuelle Entwicklung junger Menschen verändert und warum Erwachsene über ein Thema schweigen, das zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher gehört. Kinder sehen Pornografie immer früher – und haben gleichzeitig ihre ersten sexuellen Erfahrungen so spät wie keine Generation zuvor. Wie passt das zusammen? Die „ARD Story“ geht diesem Widerspruch nach und fragt, wie Pornografie die sexuelle Entwicklung junger Menschen verändert – und warum Erwachsene oft genau dort schweigen, wo Orientierung am dringendsten gebraucht wird. Lea ist acht Jahre alt, als sie zum ersten Mal pornografische Inhalte sieht. „Mein erster Gedanke war Schock und Angst. Als Kind kannst du das gar nicht verarbeiten“, erinnert sie sich. Als sie ihr erstes Smartphone bekommt, schaut sie nachts stundenlang Pornos. Die Inhalte werden immer extremer. „Ich dachte, so müsste eine Romanze aussehen.“ Pornografie ist für Minderjährige verboten und dennoch jederzeit erreichbar. Für viele Kinder beginnt die sexuelle Sozialisation heute nicht mehr mit Gesprächen in der Familie oder der ersten Verliebtheit, sondern im Internet. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Jugendsexualitätsstudie des
    Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Jugendliche haben ihren ersten Geschlechtsverkehr heute überwiegend erst mit 19 Jahren. Welche Spuren hinterlässt das? Antworten geben die jungen Darstellerinnen und Darsteller des Theaterstücks „Prn“ am Deutschen Theater Berlin. Viele von ihnen kamen bereits als Kinder mit Pornografie in Berührung. „Das war mein erstes Bild von Sex“, erzählt Jonathan. Ihr Wunsch ist klar: Erwachsene müssen aufhören zu schweigen. Denn wenn Pornografie früher kommt als das Gespräch über Liebe und Sexualität, übernimmt das Internet die Aufklärung. Wie Aufklärung gelingen kann, zeigt der Film in einer sechsten Klasse in Brandenburg. Sexualpädagoginnen sprechen dort offen über Körper, Liebe, Grenzen und Pornografie. Ziel ist es, Kinder zu befähigen, zwischen pornografischer Inszenierung und Realität zu unterscheiden. Pornowissenschaftlerin Madita Oeming und Sexualaufklärer Ben Scholz sind überzeugt: Verbote allein reichen nicht aus. Jugendliche suchten in Pornos Antworten auf Fragen, die ihnen niemand beantworte. Umso wichtiger seien Aufklärung, Medienkompetenz und offene Gespräche. Wie das im Familienalltag gelingen kann, zeigt eine fünfköpfige Familie auf Mallorca, die bewusst offen über Liebe, Sexualität und Pornografie spricht. Die Reportage von Maria Burges (Produktion: SPIEGEL TV) verbindet persönliche Geschichten mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und politischen Hintergründen – und gibt jungen Menschen den Raum, den sie in dieser Debatte viel zu selten bekommen. (Text: ARD)
    Deutsche TV-Premiere Di. 25.08.2026 Das Erste

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Fr. 28.08.2026
00:15–01:00
00:15–
Mi. 26.08.2026
20:30–21:15
20:30–
Mi. 26.08.2026
01:50–02:35
01:50–
Di. 25.08.2026
22:50–23:35
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