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    Dokumentation in 2 Teilen, Folge 1–2

    • Folge 1 (45 Min.)
      Bergsteiger-Legende Reinhold Messner ist ein Kind der Alpen. Er kennt jeden Gipfel, jeden Grat – aber er ist auch ein hervorragender Kenner ihrer Geschichte. Im ersten Teil der historischen Tour erzählt er die wahren und die sagenhaften Geschichten um die Erstbesteigung des Matterhorns vor 150 Jahren. Warum wurden aus Freunden Gegner, warum stürzten schließlich vier der Erstbesteiger 1000 Meter in den Tod? Wie wurde aus sportlichem Ehrgeiz nationalistischer Wahn? Wie kein zweiter kann Messner von Gipfelglück und tragischem Scheitern erzählen. Er trifft Menschen, die ihm ähnlich sind, die genau wie er an Grenzen gehen. Mit Alexander Huber, einem der besten Freeclimber der Welt, folgt Messner den Spuren eines legendären Bergsteigers, dessen Leistungen in den 1930er Jahren aus den Gipfelbüchern getilgt wurden, weil er Jude war.
      Huber steigt eine historische Route von Paul Preuß nach – wie der damals ohne jede Sicherung. Atemberaubende Bergbilder in der Wand und aus der Luft machen die schwierigsten Kletterabenteuer von Preuß wieder lebendig. 100 Jahre ist es her, dass der Erste Weltkrieg die Alpen erreichte. Wie konnte aus dem Bergführer und Hüttenwirt Toni Innerkofler ein Soldat werden, der 1915 monatelang mit nur zwei, drei Leuten die Front in den Alpen hielt? Noch heute sind die Wunden zu sehen, die dieser Krieg den Bergen schlug. Der Blick in die Felskavernen, wo die Alpensoldaten den Winter überstehen mussten, lässt noch heute frösteln. Lawinen, Eiseskälte und Steinschlag raubten Tausenden das Leben. Messner führt die Zuschauer zu grandiosen Schauplätzen von Dramen und Heldentaten, Verbrechen und Mutproben.
      Er trifft Zeitzeugen und Fachleute, zeigt historische Ausrüstungen und führt auf Gipfel und in Täler, zu Hütten und durch Felswände, zu Orten, an denen alpine und Zeitgeschichte geschrieben wurde. 150 Jahre Alpengeschichte – kenntnisreich erzählt von Reinhold Messner – das ist eine dramatische Zeitreise mit faszinierenden Aufnahmen und eindrucksvollem Archivmaterial, lebendig und fesselnd. (Text: ARD)
      Deutsche TV-PremiereMo 12.01.2015Das Erste
    • Folge 2 (45 Min.)
      Im zweiten Teil der historischen Tour nimmt Reinhold Messner die Zuschauer mit in die Eiger Nordwand. Was haben Menschen hier verloren? Zahlreiche tödliche Versuche gab es, ehe Heinrich Harrer mit seiner Seilschaft 1938 die Durchsteigung der eisigen Wetterseite des Eiger gelingt. Er ist ein Held, und er lässt sich feiern von den Nationalsozialisten – ein Kamerad, der den Tod nicht fürchtet, ein Vorbild für den geplanten Krieg. Wie kein zweiter kann Messner von Gipfelglück und tragischem Scheitern erzählen, von Menschen, die genau wie er an Grenzen gehen. Einer, der das ohne Eispickel und Hanfseil tat, war der Ingenieur Guyer-Zeller. Der Visionär eroberte den Eiger von innen, seither können Touristen das Jungfraujoch durch einen Tunnel mit der Bahn erreichen.
      Aber auch dem Wanderer erschließen sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Berge immer mehr. Tonnen von Steinen werden hinauf geschleppt und Hütten gebaut. Wie die Wege angelegt wurden und welch grandiose Landschaften sich dem Wanderer dadurch eröffneten, zeigen eindrucksvolle Bilder aus der Luft. Aber Messner erzählt die Geschichte der Alpenhütten auch als eine von Ausgrenzung und Intoleranz. Der Antisemitismus nistet sich früher als anderswo in den Alpen ein. Die Schutzhütten, die sie selbst mit gebaut haben, dürfen Juden nicht mehr betreten. Dennoch können einige gerade in den Alpen ihr Leben retten. Messner trifft im Jamtal den Sohn des Hüttenwirtes Albert Lorenz. Der erinnert sich noch, wie sein Vater in der NS-Zeit für 1000 Reichsmark jüdische Flüchtlinge auf steilen Bergpfaden in die Schweiz brachte.
      Messner führt die Zuschauer zu grandiosen Schauplätzen von Dramen und Heldentaten, Verbrechen und Mutproben, er trifft Zeitzeugen und Fachleute. In Zermatt findet Messner Zeugnisse für eine bisher eher unbekannte Eroberung. Schon sechs Jahre nach der Erstbesteigung steht 1871 eine Frau auf dem Gipfel des Matterhorns: Lucy Walker. Im Flanellrock. Heute ist das Matterhorn in Ketten gelegt, wie Messner es nennt. Aber trotz der Fixseile ist der Aufstieg noch immer lebensgefährlich. Die Kamera begleitet zwei junge Bergsteigerinnen bis auf den Gipfel. Atemberaubend Schritt für Schritt. Damit endet die dramatische Zeitreise durch 150 Jahre Alpengeschichte. Kenntnisreich erzählt von Reinhold Messner mit faszinierenden Aufnahmen und eindrucksvollem Archivmaterial. (Text: ARD)
      Deutsche TV-PremiereMo 19.01.2015Das Erste

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