• Folge 106

      Jeder kennt sie – die langen schmalen Schiffe, die gemächlich auf den Flüssen schippern. Kapitän Franz Schramm fährt sein Schiff, die MS Seestern schon in achter Generation. Der Fluss ist seine Heimat, denn als selbstständiger Binnenschiffer lebt er mit seiner Frau Sonja auf seinem Frachter. „Du könntest mich eher erschlagen, als dass ich von Bord gehen muss“, sagt Franz, der sich auf seiner schwimmenden Insel am wohlsten fühlt. Allerdings bereiten ihm Wirtschaftskrise und Wetter immer mehr Probleme. Die Krise hat fast seine Existenz gekostet. Franz fährt pausenlos, ohne einen freien Tag, um seine Schulden abzuzahlen. Dazu kommt extreme Trockenheit mit Niedrigwasser im Wechsel mit schweren Unwettern und Hochwasser – Wetterbedingungen, die das Fahren teilweise unmöglich machen. Obwohl die Binnenschifffahrt einen wichtigen Anteil des Güterverkehrs in Deutschland ausmacht und die Anzahl der Transporte wieder steigt, muss sich Franz als selbstständiger Binnenschiffer regelrecht „über Wasser halten“. Sieben Tage sind Elisa Luzius und Elias Franke auf der MS Seestern über Rhein und Mosel mitgefahren. Wie lebt es sich, wenn das Zuhause immer unterwegs ist? Wie ist das, wenn man 24 Stunden, an 7 Tagen der Woche, mit dem Partner zusammen ist? Und gibt es die „Schiffer-Romantik“ von der man träumt, wenn man am Ufer steht und die Schiffe beobachtet? (Text: SWR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 08.05.2019 SWR Fernsehen
    • Folge 107

      Freunden und Familie unverzichtbar, damit sie Jahr um Jahr Trauben lesen und Wein abfüllen können. Mit einer eng verbundenen Gruppe aus Freunden, Verwandten und osteuropäischen Erntehelfern steigen sie jeden Herbst in die steilsten Weinhänge Europas – am Calmont an der Mosel. Im Jahrhundert-Sommer 2018 hängen die Rebstöcke voll. So voll, dass die Tanks bei der Lese schnell volllaufen. Bald ist kaum mehr Platz für den ganzen Wein im Keller. Die üppige Ernte bringt alle Helfer an ihre Grenzen. Das musste auch Reporter Lucas Stratmann am eigenen Leib erfahren. Als er mit 50kg Trauben auf dem Rücken den Steilhang runter steigt, kommt er ziemlich aus dem Gleichgewicht. Ohne Vorkenntnisse hat er sich eine Woche unter das Erntehelferteam gemischt und sich als Praktikant auf dem Weingut verdingt. Schon am frühen Morgen muss Lucas im Dunkeln Eimer und Hotten packen – dann geht es für alle, oft im dichten Nebel der Mosel, hoch in die steilen Terrassen, wo Riesling & Co.reifen. Seine Erntehelferkollegen kommen meist aus Rumänien und sprechen kaum ein Wort ein Deutsch. Gelingt es Lucas Stratmann, Teil des eingespielten Teams zu werden? (Text: SWR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 15.05.2019 SWR Fernsehen
    • Folge 108

      Der „Tatort“ ist der beliebteste Krimi der Deutschen, rund 13 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer schalten jeden Sonntag ein. Hinter jeder Folge steckt viel Arbeit von vielen Menschen, vor und hinter der Kamera. Wer sind all diese Leute? Die SWR Autorinnen Cecilia Knodt und Vera Rudolph haben das Team während eines Drehs für den Odenthal-Tatort sieben Tage lang begleitet. Seit 30 Jahren wird in der Region um Ludwigshafen gemordet, entführt und von ihr ermittelt: Lena Odenthal. „Ich hab da viel mit Arschlöchern zu tun. Lena ist eine Zupackerin und das mag ich an ihr“, so Ulrike Folkerts über ihre Rolle. Mit den Jahren ist sie mit der Figur und dem Team zusammengewachsen. Autorin Cecilia Knodt wollte selbst Schauspielerin werden. Das hat nicht funktioniert. Film fasziniert sie aber immer noch. Sieben Tage hat sie Zeit, sich den Menschen zu nähern und ihren Platz im Team zu finden. Kreativ arbeiten, jeden Tag neue Drehorte, weg von zu Hause, immer umgeben vom Team, von der Familie auf Zeit. Ist die Arbeit am Tatort genauso spannend wie der Krimi selbst? (Text: SWR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 22.05.2019 SWR Fernsehen
    • Folge 109

      Was bedeutet es für Angehörige, ihre geliebten Großeltern oder Partner in ein Pflegeheim abzugeben? Auch SWR Autor Marc Feuser hat diese Erfahrung gemacht. Sein Opa musste, weil er zu Hause gestürzt war, in eine moderne und ziemlich exklusive Pflegeeinrichtung im rheinhessischen Saulheim einziehen. Doch der ältere Herr wollte dort nicht bleiben, ging nach sechs Wochen lieber wieder nach Hause. Marc Feuser will herausfinden, warum. Dafür hilft er für sieben Tag im Seniorenheim mit bei der täglichen Pflege, beim Bettenmachen und im Nachtdienst. Er fragt dabei Angehörige, wie es für sie ist, Mutter oder Vater im hohen Alter nochmal an ein neues, letztes Zuhause zu gewöhnen. Er will herausbekommen, was schwerer wiegt: der Wunsch der Angehörigen nach einem eigenständigen Leben, ohne ständig auf die Pflegebedürftigen Rücksicht nehmen zu müssen – oder deren Wille, im gewohnten, heimischen Umfeld zu bleiben? Er trifft auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihm zeigen, dass es möglich ist, professionell und dennoch einfühlsam und respektvoll mit Bewohnern umzugehen. Außerdem lernt er Angehörige kennen, die den Service der Heime schätzen, der oft bis über den Tod der Bewohner hinausgeht. (Text: SWR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 29.05.2019 SWR Fernsehen (RP)
    • Folge 110

      Mitglieder von Schützenvereinen sind Waffennarren und trinken gerne mal ein Glas zu viel, so viel zum Klischee. Aber wie ticken diese Menschen wirklich und woher kommt die Lust am Schießen, fragt sich NDR Reporterin Anke Hillmann. Immerhin sind Schützenvereine auf Platz vier der mitgliederstärksten Sportvereine: Knapp 1,4 Millionen Schützinnen und Schützen gibt es in Deutschland. Für sieben Tage legt die Reporterin selbst eine grüne Schützenuniform an, übt Schießen und Marschieren im Hollenstedter Schützenverein in einer kleinen Gemeinde in Niedersachsen. Das ganze Jahr über schon fiebern die Schützinnen und Schützen dem Schützenfest entgegen. Dann ist vier Tage lang „Ausnahmezustand“ in Hollenstedt. Höhepunkt ist ein Schießwettkampf, bei dem der Schützenkönig gekürt wird. Frauen dürfen an dem Wettbewerb allerdings nicht teilnehmen. Das gilt schon seit der Vereinsgründung 1877. „Schützenverein ist Männersache“, sagt der langjährige ehemalige Präsident Rüdiger Kummer. Der Konflikt mit der Reporterin ist vorprogrammiert, denn die würde selbst gerne Königin werden. Ein authentischer und humorvoller Film von den NDR Autoren Anke Hillmann und Julian Amershi über das Leben in einem Schützenverein und einer Gesellschaft mit ihren eigenen Regeln. (Text: NDR)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 29.05.2019 NDR