
Für die Hamburger Kommissarin Bella Block (Hannelore Hoger) hat der Arbeitstag kein Ende. Auch nach Dienstschluss beschäftigen sie ihre Fälle weiter – was dazu führt, dass ihre Beziehung zu Literaturprofessor Simon (Rudolf Kowalski) hin und wieder auf die Probe gestellt wird. Jedoch versucht er, seine temperamentvolle und einfühlsame Freundin bei ihrem nervenzehrenden Job so gut es geht zu unterstützen. Bella weiß das zu schätzen, aber ihre Suche nach Ruhe und Geborgenheit wird eben auch nach Dienstschluss immer wieder von der harten Realität und den perfiden Verbrechen, mit denen sie sich beschäftigt, eingeholt. Und so sieht sich die blitzgescheite Ermittlerin regelmäßig mit schwierigen Fällen von Vergewaltigung, sexuellem Missbrauch, Rassismus oder unterlassener Hilfeleistung konfrontiert, die sie mit ihrem jahrelang geschulten Instinkt und unbeirrbarem Ehrgeiz zu lösen versucht. Helfend zur Seite stehen ihr dabei die Polizeikollegen Hans Teichert (Pit Arne Pietz), Anke Ritter (Bettina Hauenschild) und später Jan Martensen (Devid Striesow) sowie Oberstaatsanwalt Mehlhorn (Hansjürgen Hürrig).
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Eine dreiköpfige Familie in der Gewalt eines Täters. Vater und Mutter knien auf dem Boden, ein Stück weiter sitzt ihre Tochter (19), Gesicht zur Wand gedreht. Es herrscht nackte Todesangst. Im Off fallen mehrere Schüsse.
Damals vor 17 Jahren war es Bellas Fall. Der Blick des überlebenden Mädchens spiegelte das ganze Grauen der Tat. 24 Stunden später saß Bella dem Täter Holger Thom gegenüber. Er war gerade 27 Jahre alt. Außer dem zwangsläufigen Geständnis erhielt sie nur spärliche Angaben zur Tat. Selten war sie in ihrer langen Laufbahn von einem Täter derart beunruhigt worden.
Heute, 17 Jahre später, ist Bella nicht mehr im Dienst als Kommissarin. Sie ist allerbester Dinge, hat Zeit für sich und nicht im geringsten vor, sich noch mit Verbrechen und Gewalt zu beschäftigen. Bis ihr auf einer Ausstellungseröffnung eine kleine Skulptur ins Auge fällt, die sie interessiert. Wie sich herausstellt, kennt sie den Künstler. Es ist Holger Thom, der Täter von damals. Seit einigen Tagen ist er wieder in Freiheit.
Damals, in der Gerichtsverhandlung, erwartete Bella Sicherungsverwahrung, wie auch vom Staatsanwalt gefordert, doch der Verteidiger setzte sich durch, und es blieb bei lebenslanger Haft. Ein Fehlurteil, wie Bella meinte, denn niemandem war gelungen, wirklich Licht in die Tatmotive zu bringen. Nun kann Bella nicht mehr schlafen. Sie beginnt das neue Leben Holger Thoms zu erforschen, seine Pläne, den Wohnort, seine Arbeit, die alten Akten. Bewährungshelfer und Anstaltspsychologen sind vom Wandel Holger Thoms überzeugt. Er hat hart an sich gearbeitet in der Haft, hat sich mit der Tat auseinandergesetzt und Verantwortung gezeigt. Jeder verdient eine zweite Chance. Doch Bella bleibt auch jetzt noch absolut von seiner weiteren Gefährlichkeit überzeugt. Und es scheint Grund dafür zu geben.
Auf unheimliche Weise mehren sich Zeichen der erneuten Annäherung des Täters an die überlebende junge Frau. Mittlerweile hat sie selbst eine Familie gegründet und mit ihrem Mann zwei Kinder. Retraumatisiert gerät die Frau, wie die ganze Familie, erneut in den Sog der Tat. Und Bella befürchtet das Schlimmste – eine Art Wiederholung der Tat von damals.
Doch wie soll sie vorgehen, wenn nichts geschieht? Was kann sie tun? Wenn Holger Thom sich scheinbar unauffällig verhält und völlig normal. Tut sie ihm doch unrecht? Oder schlägt er tatsächlich wieder zu? Nur wenn ja, wann? Bella ist unterwegs auf einer unmöglichen Mission. Sie will einen Mord verhindern, von dem niemand weiß, ob er jemals verübt werden wird. (Text: ZDF)
Dt. Krimireihe.
Bella Block (Hannelore Hoger) arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Kommissarin bei der Hamburger Kriminalpolizei und hat entsprechend viel Erfahrung und wenig Illusionen. Sie ist ruppig und wird schnell ungehalten, und eigentlich empfindet sie nur noch Ekel für all die traurigen, anmaßenden, skrupellosen (und meist männlichen) Gestalten, mit denen sie sich beruflich auseinander setzen muss. Aber sie nicht zu verfolgen wäre auch keine Lösung, also verbeißt sie sich gnadenlos in ihre Fälle. Sie tritt mit großer moralischer Selbstgewissheit auf; Schwächen lässt sie sich nicht anmerken – und Alkohol trinkt sie in zu großen Mengen allein. Sie hat einen guten Instinkt, aber wenn sie sich verrennt, dann richtig. Über die Jahre hat sie den Anglistikprofessor Simon Abendroth (Rudolf Kowalski) kennen und lieben gelernt; inzwischen wohnen die beiden zusammen, was bedeutet, dass er darauf wartet, dass sie von der Arbeit kommt, und wenn sie da ist, er immer noch um ihre Aufmerksamkeit kämpfen muss: „Muss ich erst zum Mörder werden, um für dich wieder interessant zu sein?“ Im Dienst hat Bella Block wechselnde Asisstenten, u. a. Bernadette Stein (Eva Kryll) und Pit Cullmann (Peter Heinrich Brix), später Hans Teichert (Pit-Arne Pietz) und Anke Ritter (Bettina Hauenschild), ab dem 18. Fall im Februar 2005 Jan Martensen (Devid Striesow).
Die Krimis lebten sowohl von der charismatischen Hannelore Hoger, die es schafft, Bella Block ebenso verletzlich wie schroff wirken zu lassen, als auch von den Drehbüchern, die den Fällen immer eine besondere psychologische und manchmal sozialkritische Dimension gaben. Die Figur der Bella Block beruhte ursprünglich auf den Romanen von Doris Gercke. Erstmals ins Fernsehen gebracht wurde sie von Regisseur Max Färberböck, der dafür gemeinsam mit Hannelore Hoger 1994 den Grimme-Preis bekam.
Jede Folge hatte Spielfilmlänge. Das ZDF zeigte die Filme in loser Folge samstags um 20.15 Uhr. Beinahe wäre die Serie schnell zu Ende gewesen: Am Ende des ersten Films gibt Bella Block ihren Polizeiausweis ab, weil sie eine Mörderin deckt. Sie kehrt erst im dritten Teil zur Polizei zurück. Dieser erste Film wurde Ende 1993 auf arte erstausgestrahlt und 1994 im ZDF wiederholt. Ende 1995 begann dort eine lose Reihe als Samstagskrimi mit etwa zwei neuen Filmen pro Jahr (einzelne wurden weiter auf arte zuerst gezeigt).
Nikolaus Glowna bekam für die Musik den Deutschen Fernsehpreis 1999, ebenso Natalia Wörner 2000 für die beste Hauptrolle in einem Fernsehfilm in „Bella Block – Blinde Liebe“.
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Schlaf, Kindchen, schlaf. Ein Bella Block-Roman. (Buch)
BUCH-TIPP
Schweigen oder Sterben: Ein Bella-Block-Krimi. (Buch)