• Folge 1 (43 Min.)
    In der extremen Trockenheit der Atacama-Wüste im Norden Chiles wirkt der Camanchaca wie ein Wunder: In einer Region, wo so gut wie niemals Regen fällt, legt sich dieser dichte, vom Ozean kommende Nebel jeden Morgen über das Land und bringt die wenige Feuchtigkeit, die das Leben in dieser feindlichen Umgebung benötigt. Ohne den Camanchaca könnten Menschen, Tiere oder Pflanzen hier nicht überleben. Die wurzellosen Tillandsien gedeihen hier, indem sie das Wasser aus dem Nebel aufnehmen, Blumen sprießen nach jahrelanger Dürre, und die vereinzelten Viehzüchter können ihre Herden dank des Taus zum Grasen dorthin treiben. Die Changos – ein indigenes Urvolk, das einst an der Pazifikküste lebte – verehrten ihn. Der Nebel war für sie so etwas wie ein heiliger Atem und Ursprung zahlreicher Legenden und Rituale. Heute angesichts von Klimawandel und Wasserknappheit, finden lokale Gemeinschaften und Forschende neue Wege, um den Nebel einzufangen, passen die Landwirtschaft an, recyceln altes Wissen und testen innovative Systeme zur Wassergewinnung. Dank der Wolke werden Agrarökologie, erdfreier Weizenanbau und sogar Bierproduktion in einer Gegend möglich, die zu den trockensten der Welt zählt. An der Schnittstelle zwischen Tradition, Wissenschaft und Zukunft lehrt der Camanchaca, wie fragil das Leben ist, aber auch, wie sehr sich Mensch und Natur an widrige Lebensumstände anzupassen und durch Innovation ihr Überleben zu sichern vermögen. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 26.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 05.03.2026 arte
  • Folge 2 (43 Min.)
    Der geheimnisvolle „Wolkenhut“ Kasagumo ist ein seltenes Phänomen am japanischen Himmel über dem Berg Fuji. Er verdankt seine Entstehung dem subtilen Zusammenspiel von Höhenwinden, feuchten Strömungen und dem perfekten Profil des heiligen Vulkans. Der Kasagumo fasziniert und verzaubert alle: Für Meteorologen ist er ein komplexes Studienobjekt, für Fotografen und Künstler ein im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu greifender Quell der Inspiration. Seit Hunderten von Jahren beeinflusst der Kasagumo den Bauernkalender, Gedichte, Gemälde und Volkserzählungen. Als Symbol für stille Kraft steht er im Mittelpunkt vieler Rituale und symbolisiert den Respekt vor der Natur – die Grundlage der japanischen Spiritualität. Seine Flüchtigkeit gemahnt an die Vergänglichkeit, die in der japanischen Kultur eine zentrale Rolle spielt, aber auch an das empfindliche Gleichgewicht zwischen Berg, Klima und Mensch. Die Erderwärmung lässt neue Kontroversen um den Wolkenhut entstehen, doch egal, ob er als lebendes Kunstwerk gefeiert oder als Klimawächter untersucht wird: Der Kasagumo lädt dazu ein, sich Gedanken über die zerbrechliche Schönheit der Welt zu machen. Meteorologen, Teebauern, Künstler und Bewahrer von Traditionen erzählen von der Vielfalt der Sichtweisen auf diese mythische Wolke. Als Spiegelbild des Ideals von Harmonie steht sie in der japanischen Vorstellungswelt für die heilige Verbindung zwischen Wissenschaft, Spiritualität, Kultur und Natur. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Do. 26.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Do. 05.03.2026 arte
  • Folge 3 (43 Min.)
    Der Tafelberg im südafrikanischen Kapstadt wird von einer besonderen Wolkenformation bekrönt: dem Tablecloth, der sich wie eine Decke über Ozean, Sandsteinwände und pulsierendes Stadtleben legt. Dieser Nebel spielt eine zentrale Rolle im lokalen Klima: Er regelt die Temperatur, speist Grundwasser und Flüsse und trägt maßgeblich zum unglaublichen Artenreichtum des Fynbos bei, einem einzigartigen Ökosystem mit vielen endemischen Pflanzen- und Tierarten. Seit Jahrtausenden haben sich hier Menschen angesiedelt, das Land kultiviert und aus diesem Wolkenschleier sowohl Wasser als auch Inspiration geschöpft: zuerst die Khoisan, später niederländische Siedler und schließlich multi-ethnische Gemeinschaften. Der Tablecloth schützt die außergewöhnlichen Weinberge und erhält das fragile Gleichgewicht zwischen Stadt, Natur und Landwirtschaft. Doch die Probleme verschärfen sich: Dürren, Überbevölkerung, invasive Arten, Wasserknappheit und die Auswirkungen des Klimawandels stellen eine wachsende Bedrohung dar. Wissenschaftler erforschen die Zusammenhänge und suchen nach Wegen, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Bevölkerung lernt währenddessen, Ressourcen zu schonen, die Artenvielfalt zu bewahren, und neu zu würdigen, was der Berg für sie leistet. Angesichts der Wasserkrise des „Day Zero“ werden die Menschen aktiv, entwickeln neue Nutzungsmöglichkeiten und reflektieren das weitere Zusammenleben mit der Natur. Der Tablecloth lädt auch dazu ein, die elementare Verbindung zwischen modernen Gesellschaften und einer sich ständig verändernden Umwelt neu zu denken. (Text: arte)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 27.02.2026 arte.tvDeutsche TV-Premiere Fr. 06.03.2026 arte
  • Folge 4 (43 Min.)
    Im tropischen Norden Australiens erhebt sich Hector jeden Nachmittag am Horizont der Tiwi-Inseln: gigantisches Gewitter, seltenes meteorologisches Phänomen und mythische Naturerscheinung. Für das Volk der Tiwi ist er mehr als ein einfacher Sturm: Hector ist ein Lebewesen, das fest in ihrer Weltentstehungserzählung verankert ist, den Kalender bestimmt und die Jahreszeiten mit ihren Traditionen begleitet. Seine Regenfälle lassen üppige Wälder und Mangrovensümpfe wachsen, seine Blitze befruchten Land und Meer. Von der Obsternte bis zu den Fischfangtechniken hängt jedes Wissen und jede Wissensweitergabe innerhalb der Familie von diesem himmlischen Riesen ab. Wissenschaftler aus aller Welt begeistern sich für dieses „Freiluftlabor“: Hector wirkt sich auf die Hochatmosphäre aus, sorgt für Wärme- und Partikelströme, reguliert das globale Klima und belebt den Ozean bis hin zu den Korallenriffen. Doch seine Kraft, die einst ein Segen war, wird mittlerweile zur Quelle der Besorgnis: Die Zunahme von Stürmen, die wachsende Erosion und der Anstieg des Meeresspiegels stören das fragile Gleichgewicht des Archipels und bedrohen die Biodiversität, den Alltag und die Geschichte der Ureinwohner. Zwischen Spiritualität, Durchhaltevermögen und wissenschaftlichen Innovationen steht Hector für die Kraft des Lebens, die Notwendigkeit der Demut und die Fragilität unserer Zukunft im Angesicht des Klimawandels. Die Dokumentation ist auch eine Hymne an das Zusammenleben zwischen Mensch, Mythen und entfesselter Natur. (Text: arte)
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