Verreisen und ankommen, die Fremde erkunden und sich selber finden, unterwegs sein und heimkehren – darüber spricht Thomas Hermanns mit seinen Gästen: der Sängerin Elif Demirezer, dem Schriftsteller Matthias Politycki, dem Comedian Ususmango und dem Künstler Roger Löcherbach. Außerdem erinnern zwei Musiker der WDR Big Band an Jazzlegende Chet Baker. Doppelleben: die Sängerin Elif Demirezer: Die Berliner Sängerin Elif hat sich Zeit genommen für ihre Karriere. 2009 – da war sie gerade 16 – verpasste sie knapp den Sieg in der Castingshow „Popstars“.
Vier Jahre später erschien ihr Debütalbum, das sie in die Charts katapultierte. Jetzt stellt sie ihr zweites Album „Doppelleben“ vor. In ihren Songs macht sie das Leben in zwei Welten zum Thema. „Ich bin in Berlin geboren, meine Eltern stammen aus der Türkei“, sagt sie. „Sie sind sehr konservativ erzogen worden, ich bin viel freier aufgewachsen. Irgendwann wurde die Kluft immer größer.“ Offenherzig und sehr persönlich beschreibt sie die Suche nach ihren Wurzeln und nach sich selbst. Bei Westart live erzählt sie, warum die Musik ein Weg ist, die Zerrissenheit zwischen den Kulturen und Traditionen zu überwinden.
Der Reiz des Reisens: der Romancier Matthias Politycki: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Matthias Politycki, Schriftsteller, Lyriker und passionierter Reisender, hat das in seinen Romanen ausgiebig und gern getan. Rund hundert Länder hat er besucht, exotische ebenso wie vermeintlich vertraute. Für seine Satire „In 180 Tagen um die Welt“ war er ein halbes Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs.
Jetzt hat er ein Buch über das Reisen geschrieben. Virtuos verknüpft er eigene Erlebnisse mit Reflexionen: Was suchen wir, wenn wir uns auf den Weg machen? Wie hat sich das Reisen verändert? Was bleibt, wenn wir zurückkehren? „Man kommt immer als ein anderer nach Hause zurück“, sagt er. „Fernweh und Heimweh gehören zusammen.“ Wie er die Welt sieht: der Comedian Ususmango: Sie sind jung, frisch und frech: die Comedy-Rebellen um Usama Elyas alias Ususmango und Babak Ghassim. Die Idee zu einer Show der etwas anderen Art hatte Ususmango schon während seines Designstudiums in Aachen.
Gemeinsam mit Babak Ghassim gründete er 2005 „Rebell Comedy“. Mittlerweile ist das Ensemble in ganz Deutschland erfolgreich und regelmäßig beim WDR zu Gast. Zurzeit bereiten sie ihre neue Tour „Hoch ansteckend“ vor und am 2. Juni startet im WDR Fernsehen eine Reihe von acht Folgen mit den Höhepunkten aus ihrem aktuellen Programm „Wir drehen durch“. Bei Westart live erzählt Ususmango, der als Kind saudi-arabischer Eltern in Eschweiler aufwuchs, wie er die Welt sieht.
King of Cool: das Leben des Jazztrompeters Chet Baker: Glanz und Elend einer Legende: Davon erzählt der Spielfilm „Born To Be Blue“. Hollywoodstar Ethan Hawke spielt den Trompeter und Sänger Chet Baker, der seine Karriere als „James Dean des Jazz“ begann und dann als Junkie
abstürzte. Der Film rankt sich um einen Wendepunkt in seinem Leben: Mitte der 60er-Jahre, als er nach seinem kometenhaften Aufstieg schon wieder am Ende schien, lernt er die Schauspielerin Jane (Carmen Ejogo) kennen. Sie hilft ihm, sich seiner Drogensucht zu stellen und ins Leben zurückzufinden.
Doch kaum geht es aufwärts, träumt Chet Baker davon, an den Ort seines ersten Triumphes zurückzukehren – in den New Yorker Jazzclub Birdland, dorthin, wo seine Exzesse begannen. Am 8. Juni kommt der Film in die Kinos. Doppeljubiläum: 60 Jahre Rubenspreis, 25 Jahre Kunstmuseum Siegen: Für die Stadt Siegen gibt es in diesem Jahr gleich zwei Gründe zum Feiern: Das Museum für Gegenwartskunst begeht seinen 25. Geburtstag. Und vor genau 60 Jahren wurde der Rubenspreis zum ersten Mal verliehen. Namensgeber ist der große Maler und Diplomat Peter Paul Rubens, der in Siegen geboren wurde und die europäische Barockkunst prägte.
Zu den Trägern des alle fünf Jahre vergebenen Preises zählen Francis Bacon, Lucian Freud und Sigmar Polke. In diesem Jahr geht er an den in Paris lebenden Schweizer Konzeptkünstler Niele Toroni, der für seine Punktbilder bekannt ist. Aus Anlass des Doppeljubiläums zeigt das Siegener Kunstmuseum noch bis Dezember Werke von Francis Bacon. Ab dem 2. Juli widmet es dem diesjährigen Preisträger Niele Toroni eine Ausstellung.
Die Legende lebt: Deep Purple mit neuem Album auf Abschiedstournee: „Smoke on the Water“ – wirklich zum letzten Mal? Jedenfalls ist die legendäre Rockband Deep Purple auf großer Abschiedstournee. In Nordrhein-Westfalen sind die britischen Jungs, mittlerweile alle um die 70, gleich zweimal zu Gast: am 6. Juni in Köln und am 7. Juni in Dortmund. Aber keine Angst vor dem Ende! Immerhin haben die Hardrocker ihr neues Album vorausschauend „inFinite“ genannt. Sollte es sich also tatsächlich um die letzte Tour und das letzte Studioalbum handeln, so hat Deep Purple schon mal die Unendlichkeit ins Auge gefasst.
Westart live über eine Band, die Musikgeschichte schrieb und noch immer rockt. Kunst in 60 Minuten: Roger Löcherbach: Seine Holzskulpturen sind immer aus einem Stamm gehauen. „Ich verwende verschiedene heimische Holzarten, wie sie gerade anfallen. Am liebsten sind mir aber Eiche, Linde und Obstbäume“, sagt der Bildhauer Roger Löcherbach, der in Essen lebt und arbeitet. Aus dem Material entwickelt er Figuren, indem er seine eigenen Ideen mit der gewachsenen Form des Stamms in Beziehung setzt.
„Für mich ist der Mensch Thema meiner plastischen Arbeit.“ Durch die Gestaltung erhält jede Figur eine Aura. „Wenn ich diese Wirkung spüre, ist für mich die Bearbeitung abgeschlossen und ich kann sie dem Raum anvertrauen.“ Der Gipfel mit Denis Scheck: Licht und Schatten: Literaturkritiker Denis Scheck über die Neuausgabe des Buches „Subtile Jagden“, in dem Ernst Jünger von seiner großen Leidenschaft fürs Käfersammeln erzählt, und über Donald Trumps „Wie man reich wird“, ein 2004 erschienenes Buch, in dem er darüber sinniert, warum er bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen besser nicht kandidieren sollte. (Text: WDR)
Deutsche TV-PremiereMo. 29.05.2017WDR
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Mo. 29.05.2017
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