2025/2026, Folge 19⁠–⁠36

  • Folge 19 (30 Min.)
    Zu Besuch im Museum Morsbroich in Leverkusen Zum 75sten Geburtstag wagt das Museum Morsbroich ein radikales Experiment: Das Museum öffnet sich mit seiner Ausstellung „Chained to the Rhythm – Von Mensch und Natur“ für das, was sonst draußen bleiben muss – Sonnenlicht, Wind und Wetter, Pflanzen und Tiere, außergewöhnliche Werke und ungewöhnliches Verhalten. Morsbroich beeindruckt mit seiner einzigartigen Verbindung von Natur und Kultur, von historischer Architektur und zeitgenössischer Kunst. 1951 wurde es als erstes Museum für moderne Kunst in der noch jungen Bundesrepublik gegründet Westart-Moderator Thilo Jahn erkundet mit dem Kurator Fritz Emslander die Ausstellung und trifft die Künstlerin Gabriela Oberkofler, die über einen Zeitraum von drei Jahren eine dauerhafte, raumgreifende Wandmalerei entwarf. Von der Rokoko-Stuckdecke des einstigen Damensalons ausgehend, überwuchert ihre Arbeit nach und nach die Wand und bringt Pflanzliches, Tierisches und Menschliches in Beziehung zueinander. Fotobuch #053KIDS Im Duisburger Stadtteil Hochfeld lebt mehr als die Hälfte aller Minderjährigen in Armut. Sie und ihre Familien stammen aus vielen verschiedenen Ländern – aber sie nutzen die Ziffern 053, Teil der örtlichen Postleitzahl, als Zeichen ihrer Zugehörigkeit. Der Fotograf Toby Binder hat Hochfelder Jugendliche – die 053-Kids – über Jahre begleitet, ihren Alltag dokumentiert, ihr Leben sichtbar gemacht. Binder hat die Erfahrung sozialer Ungerechtigkeit, ihren Kampf um Identität, aber auch Freundschaft und Wünsche meisterhaft ins Bild gesetzt. Der Fotoband ist nun im Verlag Dietz erschienen. Sport-Doku „On the wave“ Der Dokumentarfilm erzählt eine faszinierende und ungewöhnliche Geschichte im Profisport: die von Sebastian Steudtner. Er folgt seinem Traum, die größte Welle der Welt zu surfen. Dem Kölner Regisseur Peter Wolf gelingt ein intimes Portrait eines Grenzgängers und Außenseiters, der trotz aller Rückschläge zum Pionier wird und die Welt des Surfens für immer verändert. Eine Erzählung über Extreme, Rekorde und das Streben nach Glück. Gaukler, Provokateur, Narr: Tyll am Schauspiel Düsseldorf Daniel Kehlmanns Bearbeitung des Eulenspiegel-Mythos spielt in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Tyll Ulenspiegel, legendärer Schelm und Volksheld, zieht gemeinsam mit der Bäckerstochter Nele kreuz und quer durch Europa, durch eine aus den Fugen geratene Welt.. Als fahrende Gauklertruppe spielen sieben Studierenden des Düsseldorfer Schauspielstudios der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig in der Regie von André Kaczmarczyk. Der Abend erzählt voll Humor und Hoffnung davon, was uns in dunklen Zeiten überleben lässt. Yasmine M’Barek „I feel you“ auf der Litcologne Pop Haben wir verlernt, empathisch zu sein? Haben Turbokapitalismus, das Internet und die weltpolitische Lage dazu geführt, dass wir uns nur noch um uns selber sorgen? Diese Fragen stellt die Journalistin, Podcasterin und Schriftstellerin Yasmine M’Barek in ihrem Buch „I feel you“. Mit Schärfe, Humor und analytischer Klarheit plädiert die Autorin für ein gesellschaftliches Wiederentdecken der Empathie – politisch, privat und popkulturell. Die Litcologne Pop ist ausverkauft – Westart verlost zwei Tagestickets für den Samstag. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 28.02.2026 WDR
  • Folge 20 (30 Min.)
    Auf den Spuren von Günther Uecker: Westart zu Besuch im Arp Museum Bahnhof Rolandseck Seine ikonischen Nagelbilder machten Günther Uecker weltberühmt; als prägende Persönlichkeit der Künstlergruppe ZERO revolutionierte er die Kunst der Nachkriegszeit. Nun zeigt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck die erste Ausstellung nach seinem Tod und zugleich die letzte, an der er noch selbst mitgewirkt hat. Uecker war dem Künstlerbahnhof Rolandseck eng verbunden: In den 1960er Jahren war er einer von vielen Vertretern der rheinischen Kulturszene, die das verlassene Gebäude zu einem Ort für Kunst, Musik und Literatur machten. Das in dieser Zeit entstandene Nagelrelief „Bett zum Aufwachen“ befindet sich etwa noch heute in der Museumssammlung. Westart-Moderatorin Mona Ameziane begibt sich im Arp Museum auf die Spuren von Günther Uecker und bewundert Werke aus sieben Jahrzehnten seines Schaffens – Arbeiten, die der Verletzlichkeit der Welt gewidmet sind – Ausdruck eines Lebenswerks, das Frieden, Empathie und menschliche Verantwortung reflektiert. Aufbruch ins Wirtschaftswunder: Opulenter Bildband zeigt Geschichte Nordrhein-Westfalens Straßenmusiker in Köln, Marktleben in Münster, Textilarbeiterinnen in Bielefeld, Badetage am Rhein bei Bonn und Arbeiter vor dem Hochofen in Duisburg: In den Jahrzehnten des Wandels nach dem Zweiten Weltkrieg entstand ein Land zwischen Tradition und Tempo, Industrie und Idylle, Bergbau und Biedermeier. Dieses Nordrhein-Westfalen von den 1920ern bis in die 1960er-Jahre zeigt jetzt ein opulenter Bildband des Greven Verlags. Rund 200 bislang unbekannte Fotografien aus dem Werk von Paul Wolff und Alfred Tritschler, zwei der bedeutendsten Fotografen ihrer Zeit, erzählen von harter Arbeit, wachsendem Wohlstand und der Suche nach einem besseren Leben. Sie zeigen ein NRW im Übergang: mal grau vom Staub der Industrie, mal bunt vom neuen Konsum, immer voller Energie. Ein einzigartiger fotografischer Blick auf die Geschichte des Landes – klug komponiert und mit feinem Gespür für den Alltag der Menschen. Live at the Hollywood Bowl: Neues Album der Kölner Indie-Band Fortuna Ehrenfeld Fortuna Ehrenfeld haben sich beharrlich ihre eigene DNA einer subkulturellen Spezies gehäkelt: Elegant und unbeeindruckt bricht die Kölner Indie-Band die Sprachbarrieren. Martin Bechler, der mit Schlafanzug und Federboa auf der Bühne steht, ist der Kopf, Texter und Komponist. Erst mit Ende 40 hat er sich mit eigenen Songs in die Öffentlichkeit gewagt. Zehn Jahre später hat Fortuna Ehrenfeld ein treues Publikum aus allen Altersschichten. Zwischen Abgründen und Hoffnung haben sie ihren eigenen Sound und ihre eigene Poesie gefunden. Nun hat sich Bechler mit Jenny Thiele und Jannis Bentler wieder zum ursprünglichen Trio formiert und am 6. März erscheint ihr neues Album „Live at the Hollywood Bowl“ – nach eigenen Angaben „eine kolossale Selbstanzeige und schallende Ohrfeige für die KI im Schnullerstadium“. Lit.Cologne: Stefanie de Velasco schreibt eine Liebeserklärung an die Wechseljahre Die grauen Haare waren ein Schock, dann kam der Schlafentzug und diese unkontrollierte Wut auf alles und jeden, aber Wechseljahre? – das ist doch übertrieben, dachte die Schriftstellerin Stefanie de Velasco und fühlte sich radikal verunsichert. Niemand bereitet Frauen auf diese Phase vor. Sie ist gesellschaftlich derart negativ konnotiert, dass man sie lieber totschweigt. In Heiß erzählt Stefanie de Velasco auf sehr persönliche Weise von einem der größten Tabus unserer Gesellschaft: der Menopause – mit all ihren Schrecken, aber auch ihrer Verheißung. Denn was wäre, wenn diese Zeit eine lebendige Neuorientierung wäre, ein Aufbruch in eine neue, kraftvolle Identität? Stefanie de Velasco verpasst unserem Bild von den Wechseljahren ein dringend fälliges Makeover und ist mit ihrer Liebeserklärung an die Wechseljahre am 12. März zu Gast bei der Lit.Cologne. Vom Ende der Einsamkeit: Schauspiel Bochum bringt Benedict Wells Beststeller auf die Bühne Crash. Plötzlich ist alles anders. Von einem Moment auf den anderen. Die Zukunft neu, das Leben fremd. Nachdem die Eltern von Liz, Marty und Jules Moreau bei einem Autounfall tragisch umkommen, verlieren sich die Geschwister aus den Augen. Sie kommen auf ein Internat, in verschiedene Wohnblöcke und entfremden sich. Jules, der Jüngste der drei Geschwister, findet in seiner Einsamkeit Halt bei Alva. Er verliebt sich in sie, doch auch sie verlieren sich nach dem Ende der Schulzeit. Dreißig Jahre später erinnert sich Jules daran, wer er war, wer er wurde und wer er eigentlich mal sein wollte. Der niederländische Regisseur Guy Clemens bringt Benedict Wells Erfolgsroman zehn Jahre später auf die Bühne des Schauspielhauses Bochum: ein Stück über Liebe, Verlust und das Ringen mit der eigenen Vergangenheit. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 07.03.2026 WDR
  • Folge 21 (30 Min.)
    Zu Besuch im Museum Ludwig Köln Das Museum Ludwig Köln wird 50 Jahre alt und feiert diesen Geburtstag mit einer großen Retrospektive der legendären japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Die Ausstellung nimmt die Besucher mit auf eine spannende Reise durch Kusamas gesamtes Schaffen mit über 300 Arbeiten, von der ersten Zeichnung bis heute, und durch eine Vielzahl künstlerischer Medien, wie Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Mode, Performance und Literatur. Über die gesamte Wechselausstellungsfläche des Museum Ludwig hinaus bespielt die Ausstellung auch weitere Bereiche des Hauses wie die Dachterrasse mit Domblick. Eine neue, eigens für die Ausstellung konzipierte immersive Rauminstallation mit integriertem Infinity Mirror Room füllt den größten Saal des Museums. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni trifft Stephan Diederich, den Kurator der Ausstellung, und erfährt, warum Punkte und Kürbisse in Yayoi Kusamas Werk eine große Rolle spielen. Der Direktor des Museum Ludwig Köln, Yilmaz Dziewior, erläutert, warum das Kölner Museum seit 50 Jahren zu den bedeutendsten Museen der Welt gehört. Neuer Roman „Rausch“ von Nuran David Calis Im neuen Roman „Rausch“ von Nuran David Calis wächst die Hauptfigur wie der Autor selbst als Kind von Einwanderern in der westfälischen Provinz auf, in einer Welt, in der Zugehörigkeit keine Selbstverständlichkeit ist. Als Erwachsener ist der Protagonist Ufuk Regisseur. seine Freundin Johanna stammt aus vermögenden Verhältnissen, wo Ufuk ein Exot ist. Alles scheint richtig zu sein, doch bald drängt sich Politik in die Kunst, fressen sich soziale Spannungen ins Zwischenmenschliche. Ein Roman über Identität, Heimat und die Frage: Wo gehöre ich hin?“ Comic „Himmelblau“ von Pandora Magri Für ihre Abschlussarbeit an der FH Münster illustrierte Pandora Magri den autofiktionalen Comic „Himmelblau“ über den Heilungsprozess nach häuslicher Gewalt. Mit einem guten Gespür für das sensible Thema setzt Pandora Magri mit „Himmelblau“ den Opfern häuslicher Gewalt ein grafisches Denkmal. Mit dem Blau der Hoffnung zeichnet Pandora ihrer Protagonistin den Neuanfang – mit einem grellen Pink lässt sie die Schrecken der Vergangenheit hereinbrechen und Selbstzweifel die Kontrolle übernehmen. Magris Comic half ihr selbst, zu verarbeiten und soll auch anderen Opfern von häuslicher Gewalt helfen. Neuer Film „Mein Freund Barry“ Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt der Film die Geschichte des legendären Lawinenhundes Barry, der von 1800 bis 1814 lebte, über 40 Menschenleben gerettet haben soll und zum Symbol für die Lawinenrettung in den Alpen wurde. Im Mittelpunkt steht die fiktive Freundschaft zwischen Barry und dem Bauernkind Georg, der als Waise im Hospiz strandet, den jungen Hund aufzieht, sich zusammen mit ihm in den Schnee wagt und die gefährliche Welt der Alpen kennenlernt. Gedreht wurde der Film in den Schweizer Alpen und Köln, Regie führte der Bonner Markus Welter. Uraufführung „Oh Boy“ im Theater Paderborn Das Stück „Oh Boy“ beruht auf dem Film von 2012, der damals als Überraschungserfolg mit Preisen überhäuft wurde. Protagonist ist ein Studienabbrecher, der ziellos in den Tag lebt. „Oh Boy“ ist eine hintergründige Persiflage über die Strategie der inneren Kapitulation der Millenials, kombiniert mit einem absurden Parforceritt durch Berlin. Jetzt ist die turbulente Story, die das Berliner Lebensgefühl einfängt, auf der Bühne zu erleben. Die Hauptrolle spielt der gebürtige Düsseldorfer Roman Mucha, die Bühnenfassung schrieb der Siegener Klaus Krückemeyer. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 14.03.2026 WDR
  • Folge 22 (30 Min.)
    Zu Besuch im Gasometer in Oberhausen Die neue Ausstellung „Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen zeigt eine Welt voller rätselhafter Lebensformen. Fotos und Filme von kleinsten Lebewesen bis zum Mammutbaum, eine Akustikreise durch die morgendlich erwachenden Wälder auf fünf Kontinenten sowie spannende Exponate lassen den Zauber von Waldlandschaften lebendig werden. In unterschiedlichen Ausstellungskapiteln zeigt der Gasometer Waldgebiete von Brasilien über den Kongo bis nach Europa und widmet sich dabei der einzigartigen Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt, aber auch den indigenen Völkern, deren Habitat im Wald immer kleiner wird. Westartart-Moderatorin Siham El-Maimouni trifft die Macher einer 40 Meter hohen Lichtskulptur, die für die unsichtbaren Prozesse im Inneren des Baumes und die vielen komplexen Wechselwirkungen zwischen Wurzeln, Stamm und Krone steht. Die Kuratorin Jeannette Schmitz weckt mit ihrer Ausstellung das Bewusstsein für den Zustand unserer Erde und sensibilisiert Besuchende für die Zukunft des Waldes. „Mythos Wald“ reiht sich in die erfolgreichen Großausstellungen des Gasometers wie etwa „Planet Ozean“ oder „Das zerbrechliche Paradies“ ein. Neuer Roman von Christoph Peters: „Entzug“ Am Anfang des Romans steht ein Schriftsteller, der trinkt, um zu schreiben, denken, fühlen zu können. Der irgendwann nur noch trinkt, um zu trinken, bis zu dem Punkt, an dem die Frage lautet: Trinken und sterben oder aufhören und leben? Er beschließt, sich in eine Klinik einweisen zu lassen. „Entzug“ ist ein schonungslos ehrlicher Roman, er handelt von der komplizierten Logistik der Abhängigkeit, vom Betrug an den Menschen, die einem am wichtigsten sind, vom Betrug an sich selbst. Der aus Kalkar stammende, vielfach ausgezeichnete Autor Christoph Peters erzählt voller Hoffnung vom Weg heraus aus der Hölle der Sucht, zurück in ein Leben, das auch nüchtern wert ist, gelebt zu werden. Debütalbum „Virgin Lake“ von Philine Sonny Wucht und Wut, Verzweiflung und Heilung: das alles findet sich auf Philine Sonnys Debütalbum „Virgin Lake“. Die in Unna aufgewachsene und in Bochum lebende Musikerin hat das Album komplett geschrieben und produziert. Sie stellt hier ihre musikalischen und erzählerischen Fähigkeiten unter Beweis – und erzählt ihre persönliche Geschichte von Wachstum, Entfremdung von der Familie und Heilung Don Karlos am Theater Bonn Don Karlos, eins von Schillers berühmtesten Werken, ist Polit-Thriller und Familiendrama, Kammerspiel und Welttheater, changiert zwischen Soap und Suspense, ist House of Cards im Versmaß. Der Regisseur und Dramatiker Felix Krakau hat sich einen Namen mit Fort – und Überschreibungen von Klassikern gemacht. Ohne das Original aus dem Blick zu lassen, überträgt er die Gedanken von Schiller in die Gegenwart und versucht eine Ahnung davon zu bekommen, wie die Gesellschaft aussehen könnte, die kommen wird. Wer scheitert hier an welchen Idealen und brauchen wir einen gesellschaftlichen Umsturz? Was bedeutet die beschworene „aufklärerische Gedankenfreiheit“ heute noch? Aus Leidenschaft. Die Sammlung Agathe und Maximilian Weishaupt in Ahlen Aus welcher Motivation sammeln Menschen Kunst? Im besten Falle aus Leidenschaft! Das Ehepaar Maximilian und Agathe Weishaupt begann Mitte der 1980er-Jahre im engen persönlichen Kontakt mit Künstlern und Galeristen mit dem Aufbau einer Sammlung. Diese umfasst heute zahlreiche hochkarätige Werke der internationalen Gegenwartskunst und wurde bislang nur selten öffentlich gezeigt. Die Präsentation im Kunstmuseum Ahlen wurde in enger Zusammenarbeit mit Agathe Weishaupt erarbeitet, die die Sammlung nach dem Tod ihres Mannes weiter betreut. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 21.03.2026 WDR
  • Folge 23 (30 Min.)
    Müll und mehr: Westart zu Besuch im Dortmunder U Was passiert mit dem Müll einer globalisierten Konsumgesellschaft – und wer trägt die Folgen? Die Schau „Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls“ im Museum Ostwall widmet sich den weltweiten Routen von Abfall und ihren sozialen, ökologischen und politischen Auswirkungen. Gezeigt werden rund 50 internationale Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter zwei eigens für die Ausstellung entwickelte Auftragsarbeiten. Das Museum Ostwall ist aber nicht die einzige Institution im Dortmunder U. Die ehemalige Brauerei wurde zum Kultur- und Kreativzentrum umgebaut und bildet über die sieben Etagen eine Schnittstelle für Kunst, Bildung, Forschung und Unterhaltung sowie für analoge und digitale Kreativität. So ermöglicht das Dortmunder U eine zeitgemäße Beschäftigung mit aktuellen gesellschaftlichen Themen und ist ein weithin sichtbares Zeichen für gelungenen Strukturwandel. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni erkundet das Dortmunder U, die unterschiedlichen Institutionen darin und blickt von der Dachterrasse über Dortmund. In „Müll. Eine Ausstellung über die globalen Wege des Abfalls“ erfährt sie, wie kreativ Künstler*innen sich mit dem Thema auseinandersetzen – und blickt nachdenklich auf unseren Konsum. Der Chronist des Ruhrgebiets: Adolf Winkelmann wird 80 Die „fliegenden Bilder“ am Dortmunder U – sie stammen von ihm: Adolf Winkelmann. Zum Kulturhauptstadtjahr 2010 hat er die wechselnden Filmaufnahmen rund um das Dach der ehemaligen Brauerei entwickelt. Sie laufen noch immer, mehr als 200 sind es inzwischen. Seit über 60 Jahren dreht Adolf Winkelmann Filme, zunächst Experimentalfilme, später Spielfilme in denen er das Ruhrgebiet als Schauplatz etablierte. Mit trockenem Humor und viel Liebe schuf er ein Portrait der Region in der er fast sein ganzes Leben verbrachte. Am 10. April 2026 wird der Filmemacher Adolf Winkelmann 80. Geburtstag und Bühnenjubiläum: Der Musiker Wolfgang Niedecken SEX WORK: Ausstellung über die Kulturgeschichte der Sexarbeit in Bonn Dirnen, Kurtisanen und Nackttänzerinnen spielten in der bildenden Kunst lange Zeit vorrangig eine Rolle als Motiv, wurden allenfalls als Musen wahrgenommen. Die Ausstellung SEX WORK in der Bonner Bundeskunsthalle unternimmt einen Perspektivwechsel und erzählt die Kulturgeschichte der Sexarbeit gemeinsam mit einem Kollektiv forschender Sexarbeiter:innen, orientiert an einem zentralen Prinzip: Nichts über uns ohne uns. Die Schau zeigt, dass Sexarbeiter:innen auch eine schöpferische, künstlerische Rolle einnehmen, ermöglicht historische und aktuelle Einblicke und lädt so dazu ein, neue Perspektiven auf ein von Vorurteilen und Tabus geprägtes Thema zu gewinnen. „Toxische Männer“: Uraufführung des neuen Stücks von Konstantin Küspert in Münster Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen! Dies hat die Künstliche Intelligenz KIM festgestellt, die in der Zukunft die Welt regiert. Deshalb trennt sie die Bevölkerung auf, Männer und Frauen leben fortan getrennt voneinander. Kinder werden durch künstliche Befruchtung gezeugt, alle haben einen Job, Geld existiert nicht mehr, die Menschen sind healthy und happy. Bis sich Widerstand regt: Eine Frau und ein Mann schaffen eine geheime Verbindung über den Atlantik und schmieden einen Plan, um KIM abzuschalten. Mit „Toxische Männer“ hat der vielfach ausgezeichnete Dramatiker Konstantin Küspert eine Science-Fiction-Komödie geschrieben, die nach der Rolle von Technologie in totalitären Machtstrukturen fragt und Freiheit gegen vermeintliche Sicherheit abwägt. Regisseurin Cilli Drexel inszeniert die Uraufführung für das Theater Münster. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 28.03.2026 WDR
  • Folge 24 (30 Min.)
    Gebaut für die Heiligen Drei Könige: Westart zu Besuch im Kölner Dom Er ist weltweit bekannt und ein Bauwerk der Superlative: Der Kölner Dom. Sechs Millionen Menschen besuchen ihn jährlich, er hat die größte je gebaute Kirchenfassade und eine Bauzeit von 632 Jahren. Dieses prächtige Bauwerk gibt es nur, weil im Mittelalter die Reliquien der Heiligen Drei Könige nach Köln kamen, ihr Schrein ist noch heute das wertvollste Stück im Dom. Aber auch unter dem Kirchenbau gibt es einiges zu entdecken: In einem Bereich von rund 4000 qm finden sich Reste aus 2000 Jahren Stadtgeschichte. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni besucht am Ostersamstag das UNESCO Weltkulturerbe Kölner Dom und bewundert den wertvollen Dreikönigenschrein. Mit der Archäologin Ruth Stinnesbeck taucht sie aber auch ab unter den Dom und klettert hinauf bis aufs Dach. Amazonas am Rhein: Ausstellung „Amazônia. Indigene Welten“ in Bonn Amazonien ist berühmt und unbekannt zugleich. Auch wenn die ersten Kontakte bereits vor fünfhundert Jahren stattfanden, erscheint es Europäern bis heute als ein Ort voller Geheimnisse. Die Ausstellung „Amazônia. Indigene Welten“ in der Bonner Bundeskunsthalle hat sich zum Ziel gesetzt, die Komplexität dieser Region zu erfassen und die exotischen Vorstellungen abzubauen. 1000 Jahre alte Tonfiguren stehen aktueller Fotokunst gegenüber, ein ritueller Federschmuck zeitgenössischer Malerei. So werden der Kulturraum und seine Einwohner mit den Augen der Indigenen vorgestellt. Kulturkritik und Poetry Slam: „Benjamin im Stroboskop“ von Bernard Hoffmeister Zwischen Leistungsdruck, Selbstoptimierung, Scheitern und dem ständigen Gefühl, eigentlich mehr aus sich machen zu müssen: In seinem Debütroman erzählt Bernard Hoffmeister von dem 29jährigen Benjamin, der über Walter Benjamin promoviert. Er begleitet ihn durch den Großstadtalltag, die Uni-Bubbles, die Kultur- und vor allem die Poetry-Slam-Szene Düsseldorfs. Ohne klassische Handlung fängt „Benjamin im Stroboskop“ ein Lebensgefühl ein, in dem vor allem eines bleibt: die Frage nach dem Sinn. Poetische Maschinen: Rebecca Horn in Wuppertal Sie war die erste Frau, der das New Yorker Guggenheim Museum 1993 eine Einzelausstellung widmete und eine der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts: Rebecca Horn. Jetzt sind im Wuppertaler Skulpturenpark Waldfrieden 14 Arbeiten der 2024 verstorbenen Künstlerin zu sehen. Ein Konzertflügel, der seine Tasten verliert, zwei sich küssende Nashorn-Hörner oder eine Malmaschine – die retrospektiv angelegte Ausstellung „Emotion in Motion“ lässt mit den großformatigen kinetischen Skulpturen in die Poesie und den Witz von Rebecca Horn eintauchen. Habgierig: „Vom Fischer und seiner Frau“ als Tanzabend in Detmold Sie ist unersättlich, möchte erst eine Hütte, dann ein Schloss, König, Kaiser und Papst werden. Alles Wünsche, die Ilsebills Mann an einen Butt richten soll. Im Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ werden all ihre Wünsche erfüllt, bis sie so werden möchte wie Gott, dann ist der schöne Traum vorbei, sie lebt wieder in ihrem alten Leben. Das Landestheater Detmold hat diese Parabel über Habgier und Unmäßigkeit als Ballettabend in Auftrag gegeben. Choreografin Katharina Torwesten und Komponist Robert Lillinger haben ein Werk geschaffen, das musikalische Raffinesse mit psychologisch durchdachten Choreografien vereint. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 04.04.2026 WDR
  • Folge 25 (35 Min.)
    Lebendige Geschichte: Westart zu Besuch auf der Burg Altena Hoch über der Lenne und der Stadt thront sie: die Burg Altena. Ihre Ursprünge stammen aus dem Mittelalter, die heutige Gestalt der Burg aber ist vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Zur Ruine verfallen wurde sie wiederaufgebaut – schon damals gegen den Widerstand von Historikern, die die Authentizität des Bauwerks bedroht sahen. Heute ist Burg Altena ein Museum, das auf lebendige Art die Geschichte der Region vermittelt. Schon auf dem Weg mit dem Aufzug hoch auf die Burg erzählen Ritter, Zwerge und Handwerker Geschichten und Sagen. Oben angekommen, melden sich immer wieder virtuelle Zeitzeugen zu Wort, mit Anekdoten und Erläuterungen zu den Ausstellungsstücken vom mittelalterlichen Ritterleben über den Rohstoff der Region, das Eisenerz, bis zur allerersten Jugendherberge der Welt. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni klettert auf die Burg und lässt sich vom Direktor der Museen Altena, Stephan Sensen, den historischen Ort und seine Schätze zeigen. Dabei interessiert sie vor allem ein Thema: Wie gelingt es, die Burg Altena kulturell lebendig zu gestalten und spannend für so viele Besucher zu sein? Lebende Legende: Herbert Grönemeyer wird 70 „Bochum“, „Was soll das“ oder „Der Weg“: Herbert Grönemeyer hat den Soundtrack mehrerer Generationen geschrieben, die deutsche Popmusik nachhaltig geprägt – und ist eine lebende Legende des Ruhrgebietes. Die Dokumentation „Grönemeyer – Alles bleibt anders“ blickt anlässlich seines 70. Geburtstags mit Freunden und Weggefährten wie Toni Kroos oder Anke Engelke auf die Jahrzehnte seiner Karriere zurück. Zu sehen sind außerdem seltene Archivaufnahmen und Einblicke von engen Vertrauten in sein Leben. Kunst und Kampf: Lara Werths dystopische Bildwelten Wie Wimmelbilder wirken die Arbeiten von Lara Werth, die 2024 ihren Abschluss an der Düsseldorfer Kunstakademie machte. Mit Edding, Acrylmarker, Kreide, Ölstift und Tusche bringt sie phantasievolle dystopische Stadträume auf Papier, kombiniert mit Naturszenen. Doch Lara Werth ist nicht nur Künstlerin, sie ist auch professionelle Kampfsportlerin, war Weltmeisterin im Kickboxen und Muay-Thai Champion. Kampfsport und Kunst – zwei Welten, die bei ihr erstaunlich gut zusammenpassen. Aus dem Leben: „Das Glück der Tüchtigen“ im Kino Für Mira läuft es gut: ein liebevoller Mann, zwei Kinder und jetzt auch noch eine eigene Supermarktfiliale. Mit dem dafür notwendigen Startkredit beginnen die Halbwahrheiten und Notlügen, die Mira irgendwann über den Kopf wachsen. Doch als das Lügengebäude zusammenbricht und ihr alles um die Ohren fliegt, findet sie ihre Freiheit wieder. Der Film „Das Glück der Tüchtigen“, in dem Regisseur Franz Müller ganz normale Menschen mit bodenständigen Berufen in den Mittelpunkt rückt, thematisiert zugleich aktuelle gesellschaftsrelevante Diskurse und die Herausforderungen des heutigen Wirtschaftssystems. Alles wird gut? Tanzabend „Everything will be OK“ in Bielefeld Optimismus und Zuversicht – das sind zutiefst menschliche Bedürfnisse, in Zeiten von Kriegen und Katastrophen jedoch nur schwer zu befriedigen. Der international tätige Choreograf und Leiter der Tanzsparte des Theaters Bielefeld, Felix Landerer, erforscht mit dem zweiteiligen Tanzabend „Everything will be OK“ das Verlangen nach Hoffnung und einer positiven Zukunftsperspektive in einer Welt voller Chaos. So fordert er das Publikum heraus, sich zu positionieren zwischen Pessimismus und dem Glauben an ein Happy End. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 11.04.2026 WDR
  • Folge 26 (30 Min.)
    Adam Pendleton: Can I Be? – Westart zu Besuch in der Langen Foundation in Neuss Mit seinen Gemälden definiert er die Grenzen der Abstraktion neu: Adam Pendleton ist eine zentrale Figur der zeitgenössischen amerikanischen Kunst. Er schafft Gemälde, Zeichnungen, Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen, die überlieferte Erzählungen über die Vergangenheit transformieren, starre historische Kategorien aufbrechen und so neue Möglichkeiten für die Zukunft eröffnen. Seine Arbeitsweise bezeichnet er als „Black Dada“ – ein kritisches Rahmenkonzept zur Erforschung der Beziehung zwischen Schwarzer Identität, Abstraktion und den historischen Avantgarden. Westart-Moderatorin Mona Ameziane trifft Pendleton in der Langen Foundation in Neuss – wo am 19. April seine umfassende Einzelausstellung „Can I be?“ eröffnet. Im Dialog mit der Architektur von Tadao Ando entfaltet sich die Schau als Meditation darüber, wie wir Form denken, erinnern und die Bedingungen der Gegenwart neu imaginieren können. Marie Jacquot: Die neue Chefdirigentin des WDR Sinfonieorchesters im Porträt Musikalische Tiefe, konsequente Arbeit und packende Gestaltung zeichnen Marie Jacquot als Dirigentin aus. Gleichermaßen auf der Konzert- wie der Opernbühne zu Hause, hat sich die gebürtige Pariserin innerhalb weniger Jahre international einen Namen gemacht. Zu ihren herausragenden Erfolgen in letzter Zeit zählen die enge Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Dresden und die vielbeachtete Neuproduktion von Albéric Magnards „Guercœur“ an der Oper Frankfurt. Regelmäßig dirigiert Marie Jacquot Spitzenorchester in Europa, den USA und Asien. Zu Beginn der Spielzeit 2026/​27 tritt Jacquot nun als neue Chefdirigentin des WDR Sinfonieorchesters an. Westart hat sie vorab getroffen. Starkes Filmdebüt: „Sechswochenamt“ auf dem Internationalen Frauen Film Fest in Köln Ein letzter Atemzug, dann ist die Mutter tot, viel zu früh. Die Zeit steht still und markiert nicht das Ende, sondern den Beginn von Jacqueline Jansens autofiktionalem Spielfilm „Sechswochenamt“, der am 26. April beim Internationalen Frauen Film Fest in Köln und Dortmund sein Debüt feiert. Darin begleitet Jansen Tochter Lore in den Wochen nach dem Tod der Mutter, in denen sie mit Trauer, Bürokratie, Familienkonflikten und gesellschaftlichen Erwartungen zu ringen hat – und erzählt von der Einsamkeit, die einen nach dem Verlust eines geliebten Menschen umhüllt. Lore stemmt sich gegen Konventionen und findet darin ihren Weg, Abschied zu nehmen, auch von der eigenen Kindheit. Die 1994 in Erkelenz geborene Jansen ist seit 2013 als autodidaktische Filmemacherin tätig; ihr Spielfilmdebüt ist ein rheinisches Drama voller emotionaler Härte und leiser Komik. Das Ende des deutschen Fernsehens: Satiriker und Autor Sebastian Hotz mit seinem zweiten Roman „Sidekick“ Seine gesellschaftskritischen und treffsicheren Postings werden täglich von Millionen Menschen gelesen, sein Debütroman „Mindset“ war ein Bestseller – jetzt hat Sebastian Hotz als El Hotzo ein neues Buch geschrieben: Über das Ende des deutschen Fernsehens als unterhaltsames Roadmovie. Nach Jahrzehnten der TV-Geschichte ist es so weit: Der legendäre Showmaster Falk Anders kündigt seinen Ruhestand an und Sidekick Boris – stets unterlegener Sparringspartner und Trottel vom Dienst wittert seine Chance. Programmchefin Marianne hat allerdings ganz andere Pläne. „Sidekick“ ist ein gekonntes Spiel mit kultigen TV-Figuren und den Kulturkämpfen unserer Gegenwart, in der Ähnlichkeiten mit realen Personen selbstverständlich rein zufällig sind. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 18.04.2026 WDR
  • Folge 27 (30 Min.)
    Stadt-Theater: Westart geht mit dem Theater Hagen in die Stadt Ein lebendiger Produktions- und Begegnungsraum für die Hagener Bürger und Bürgerinnen – das möchte das Theater Hagen sein. Und es geht raus zu den Leuten: Ob beim letzten Saison-Heimspiel der Basketballmannschaft Phoenix Hagen, wo das Orchester den Einlauf begleitet oder beim Projekt „Scratch“, bei dem Laien mit professionellen Musikern und Musikerinnen innerhalb eines Tages zum Chor werden, Mozart einstudieren und am Abend aufführen. Aber natürlich gibt es auch ein ganz klassisches Bühnenprogramm zwischen Schauspiel, Oper und Ballett, wie „ZwischenLand“, in dem Choreograf Taulant Shehu zahlreiche Facetten des Themas Migration erkundet. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni erfährt, wie vielfältig das Theater Hagen künstlerisch und organisatorisch ist und lässt sich vom Intendanten, Søren Schuhmacher, erzählen, wie er die Hagenerinnen und Hagener für seine Bühne begeistern möchte. Papier-Poesie: Nam June Paik Award für Michael Beutler Das Kunstmuseum Gelsenkirchen verwandelt sich in eine Papierfabrik: Der Künstler Michael Beutler verarbeitet alte Bücher und Kataloge zu Pulpe und schöpft daraus lange Papierbahnen. Aus ihnen baut Beutler neue Räume in das Kunstmuseum Gelsenkirchen. Dabei bleiben Maschinen, Werkzeuge und Produktionsabläufe immer sichtbar. Für das Konzept zu seiner raumgreifenden Installation „Tapetenwechsel“ erhält Michael Beutler den mit 25.000 Euro dotierten Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award 2026. Verwurzelt: „Ein Ort, der bleibt“ von Sandra Lüpkes Es ist ein besonderer Ort: Der Botanische Garten in Istanbul. Einst wurde er von einem aus Münster in die Türkei emigrierten jüdischen Botaniker angelegt, nun soll eine junge deutsche Stadtplanerin über die Zukunft des Parks entscheiden. Bestseller-Autorin Sandra Lüpkes hat mit „Ein Ort, der bleibt“ einen Roman über Vergänglichkeit, Neubeginn und Hoffnung geschrieben – und darüber, was es heißt, in der Fremde Wurzeln zu schlagen. Stars aus dem Pott: „Vier von Hier“ auf Kinotour Joachim Król, Dietmar Bär, Peter Lohmeyer und Armin Rohde – vier der bekanntesten deutschen Schauspieler. Sie alle stammen aus dem Ruhrgebiet. Die Dokumentation „Vier von Hier“ von Regisseur Christoph Rüter zeichnet ihre Lebenswege nach, die weit über die Region hinausführen. Der Film lässt sie an ihre Wurzeln zurückkehren, zeigt ihre Heimatverbundenheit und biographische Verbindungen und geht nun auf Kinotour durch das Ruhrgebiet. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 25.04.2026 WDR
  • Folge 28 (30 Min.)
    Lebenswelten der griechischen Community: Westart zu Besuch im Hoesch-Museum in Dortmund Wie lebten junge Griechen vor 50 Jahren in Dortmund? Die beiden Fotografen Jürgen Spiler und Thomas Strenge bekamen 1976 einen seltenen Einblick in die Lebenswelt einer ersten Migrantengeneration: In kontrastreichem Schwarz-Weiß zeigen ihre Fotos Momente aus Freizeit, Schule, Arbeit und Familie, aber auch Arbeitslosigkeit und Armut. Als zu trostlos und zu wenig positiv wurden die Aufnahmen vor 50 Jahren kritisiert. Eigentlich waren sie produziert für Auslandskulturtage mit dem Partnerland Griechenland, das sich positiv präsentieren wollte, als Reiseland mit der Kultur der Antike. Der Alltag der griechischen Community in Dortmund war dort kein erwünschtes Thema. Und so musste dieser Schatz erst wiederentdeckt werden: Die Direktorin des Hoesch-Museums fand sie zufällig bei einer anderen Recherche im Archiv. Jetzt ist die Schau „Wie’s innen aussieht, geht niemand was an …“ auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks Hoesch zu sehen. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni besucht die Ausstellung im Hoesch-Museum Dortmund. Dort unterhält sie sich mit den Fotografen und einem der damals jugendlichen Protagonisten über das Projekt. Museumsdirektorin Isolde Parussel erzählt ihr, wie sie die Fotos wiederentdeckt hat und zeigt ihr das Museum – auch das größte Ausstellungsstück: ein Einfamilienhaus aus Stahl! Demenz-Drama mit feinem Humor: „Der verlorene Mann“ Hanne und Bernd führen eine glückliche, wenngleich etwas eingefahrene Ehe. An einem Winternachmittag steht plötzlich Hannes Ex-Mann Kurt vor der Tür – überzeugt davon, er wäre noch mit ihr verheiratet. Der schlimme Verdacht bestätigt sich: Kurt hat Alzheimer. Eine Heimunterbringung scheitert, also bleibt er und bringt neben schmerzhaften Erinnerungen und neuen Problemen auch eine ungewohnte Leichtigkeit in die Ehe von Hanne und Bernd. „Der verlorene Mann“, unter anderem mit Harald Krassnitzer, Dagmar Manzel und August Zirner, ist das Spielfilmdebüt von Welf Reinhart und ab 7. Mai im Kino. Wunderwaffe: Dr. Pop meint „Macht Musik!“ Wer regelmäßig unter der Dusche singt, hat ein besseres Immunsystem. Und wenn ältere Menschen zum ersten Mal Klavier lernen, können sie besser einparken. Der Musikwissenschaftler und Kabarettist Dr. Pop, alias Markus Henrik, schreibt unterhaltsam über die Wunderwaffe Musik, die klüger und glücklicher machen kann. Das Buch „Macht Musik!“ beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist gleichermaßen Appell wie Analyse. Herausforderung für die Sinne: Anish Kapoor in Duisburg Gigantische Maschinen schleudern eine rote Masse quer durch den Raum, Zerrspiegel verwirren die Wahrnehmung des eigenen Selbst und tiefschwarze Pigmente schlucken alles Licht: Der Künstler Anish Kapoor schafft Werke, die Materialien an ihre Grenzen führen und die Sinne der Besucherinnen und Besucher herausfordern. Für sein visionäres Lebenswerk wird er nun mit dem Wilhelm-Lehmbruck-Preis ausgezeichnet. Aus diesem Anlass zeigt das Duisburger Lehmbruck Museum eine Ausstellung mit 16 Werken Anish Kapoors aus fünf Jahrzehnten. Zwischen den Welten: Uraufführung „Maus, Geld, Gespenst“ von Sunan Gu Fünf Personen und ein Geflecht von Geschichten um Verlust, Schuld und Schmerz: Zwischen Berlin und Beijing ist „Maus, Geld, Gespenst“ von Sunan Gu angesiedelt. Für dieses Theaterstück zwischen den Kulturen, über Rassismus und Diskriminierung, aber auch über die Suche nach Antworten in einer zerklüfteten Welt erhielt die in Beijing geborene und in Berlin lebende Autorin den neuen „Volksbühnenpreis für Theaterliteratur“. Am 7. Mai wird „Maus, Geld, Gespenst“ im Rahmen der Ruhrfestspiele Recklinghausen im Grillo-Theater Essen uraufgeführt. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 02.05.2026 WDR
  • Folge 29 (35 Min.)
    Westart zu Besuch im belgischen Brügge Das mittelalterliche Zentrum der westflandrischen Hauptstadt ist seit dem Jahr 2000 UNESCO-Weltkulturerbe. Ab dem 8. Mai ist Brügge um eine überregional bedeutende Institution reicher: BRUSK, der neue künstlerische Hotspot, eine Kunsthalle für Ausstellungen und Veranstaltungen auf höchstem Niveau. Zur Eröffnung gibt es zwei hochkarätige Ausstellungen: Werke des international gefeierten Pionier KI-basierter Kunst Refik Anadol werden in einer Einzelausstellung gezeigt. Zudem gibt es die renommierte kulturhistorische Ausstellung „Bigger Picture“, mit der Brügge zu den Ursprüngen seiner internationalen Identität als kosmopolitische Stadt zurückkehrt. Westartart-Moderatorin Mona Ameziane schaut sich in BRUSK um, erkundet Brügge bei einer Bootstour und stürzt sich ins touristische Gewimmel. Der Künstler STROOK: Poetische Reflexionen Stefaan De Croock alias STROOK findet mit Collagen, Skulpturen, Installationen und Gemälde international große Beachtung. Er beschäftigt sich mit dem Thema Zeit und setzt sich mit Vergänglichkeit auseinander. Das zeigt sich in der Wahl seiner Materialien: verwittertes Holz, alter Marmor, widerstandsfähiger Stahl, zerbrechliche Keramiken. Die Schattierungen, die Farbe und das Relief bilden einen ästhetischen Abdruck all dessen, was das Material jemals überstanden hat, lassen Zeit sichtbar werden. Für die geheimnisvolle Frau an der Fassade von ’t Santpoortje verwendete der Straßenkünstler Materialien − Türen, Markisen, Fußböden und Möbel, die zum Teil mindestens 300 Jahre alt sind − aus mehreren alten Häusern in Brügge. Architektur und Overtourism in Brügge „Brügge sehen und sterben“ – der fast 20 Jahre alte Film hat die Stadt nicht nur weltberühmt gemacht, sondern auch zu einem Ort, der auf der Bucket List vieler Menschen steht, sie in den mittelalterliche Stadtkern zieht. Heilig-Blut-Basilika, das aus dem 14. Jahrhundert stammende Rathaus, der Beginenhof, die Liebfrauenkirche, der Pulverturm, die Nepomukbrücke … das ist nur eine kleine Auswahl der architektonischen Sehenswürdigkeiten Brügges. Brügge hat im Stadtkern rund 20.000 Einwohner – und jährlich über acht Millionen Besucher, überwiegend Tagestouristen. Die bringen Geld in die Stadt, zugleich kämpft Brügge mit den Schattenseiten der Besucherströme. Tatsächlich zählt Brügge zu den überfülltesten Orten in Europa. Doch wie ist es aktuell, als Tourist in Brügge zu sein? Und wie reagieren die Einwohner auf Besucher? Auf den Spuren der flämischen Primitiven in Brügge Hans Memling und Jan van Eyck – die beide im 15. Jahrhundert in Brügge gearbeitet haben – zählen zu den bekanntesten Vertretern der sogenannten „Flämischen Primitiven“. Der Begriff ist missverständlich – tatsächlich haben sie die Malerei im 15. Jahrhundert stark weiterentwickelt. Mit ihren Werken beginnt eine neue Ära der Malerei, die sich durch minutiös-realistische Details auszeichnet. Van Eyck war einer der ersten, der das Potential der Ölfarben ausschöpfte und farbenreich malte. Wer waren also diese „Flämischen Primitiven“, die einem hier überall begegnen? (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 09.05.2026 WDR
  • Folge 30 (30 Min.)
    Verblüffend viel Kunst: Westart zu Besuch in Siegen Vor 25 Jahren wurde es eröffnet: Das Museum für Gegenwartskunst in Siegen. Ein Haus mit einer bemerkenswerten Sammlung internationaler Kunst fernab der großen Zentren. Basis ist die große Privatsammlung einer Mäzenin mit Werken unter anderem von Francis Bacon, Maria Lassnig oder Sigmar Polke. Es findet sich aber auch viel Kunst mit regionalen Bezügen im Museum. Gefeiert wird das Jubiläum mit der Ausstellung „25 Jahre, 25 Werke“, die die Entwicklung des Museums anhand von 25 ausgewählten Arbeiten zeigt. Der ganz aktuellen Kunst widmet sich der Kunstverein Siegen – und das auch außerhalb klassischer Ausstellungsräume: So zeigt die Schau „_ – - STADT“ die Leerstelle auf, die ein geschlossenes Kaufhaus hinterlässt. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni fährt mit dem Hübbelbummler-Bus durch Siegen, feiert mit Direktor Thomas Thiel 25 Jahre Museum für Gegenwartskunst und lässt sich von der Leiterin des Kunstvereins Siegen, Jennifer Cierlitza, erzählen, wie sie mit Kunst die Stadt erobert. Abschied: Das Ende der Faltfiguren-Sammlung von Erwin Hapke So etwas hatte man noch nicht gesehen: Nach dem Tod Erwin Hapkes 2016 fand sich in seinem Haus eine wundersame Welt von Faltfiguren aus Papier. Alle Wände über und über beklebt mit Insekten, Säugetieren, Menschenfiguren oder Architekturen, alle Flächen vollgestellt. Dem Wunsch Hapkes, das Haus als Gesamtkunstwerk zu erhalten, konnten die Erben nicht entsprechen. Das Haus wurde verkauft, die Faltkunst eingelagert. Aber auch das ist keine Lösung: Das Papier ist anfällig für Schimmel, Nagetiere nutzen es als Nistmaterial, die Massen der filigranen Faltfiguren sind nicht zu bewahren. Jetzt sind sie ein letztes Mal in einer Ausstellung zu sehen und sollen dann verbrannt werden. Das traurige Ende einer Geschichte, die Westart von Anfang an begleitet hat. Verbrechen im ewigen Eis: Uraufführung von „Polaris“ Ein Verbrechen an einem ganz und gar außergewöhnlichen Ort: einer Forschungsstation in der Antarktis. Diese reale Begebenheit macht Regisseur Jan-Christoph Gockel zum Ausgangspunkt seiner Theaterproduktion „Polaris“, die sich mit Naturgewalten beschäftigt, mit Einsamkeit und damit, wie Menschen unter Extrembedingungen funktionieren. Zur Recherche ist Gockel mit einem künstlerischen Forschungsteam auf die Neumayer-Station III in der Antarktis gereist. Das Stück wird am 16.5. bei den Ruhrfestspielen uraufgeführt. Ein Leben ist nicht genug: Dokuserie über Xatar Aus der Geflüchteten-Unterkunft in die deutschen Charts: Xatar war als Goldräuber im Knast, war Geschäftsmann und Musiker und wurde zu einer nationalen Rap-Ikone. Völlig überraschend starb er vor einem Jahr mit nur 43 Jahren. Die ARD-Dokuserie „XATAR – Ein Leben ist nicht genug“ blickt hinter das öffentliche Bild von Xatar und begibt sich auf die Suche nach dem Menschen Giwar Hajabi – zwischen Inszenierung, Widersprüchen, Brüchen, Verfehlungen und Sehnsüchten. Heavy Metal Festival in der Provinz: Der Dokumentarfilm „Ehrenamt“ „Bist du hart genug für das Sauerland?“ ist das „Metal Diver Festival“ in Marsberg überschrieben. Die zwölfte Ausgabe war dieses Jahr zu erleben, jedes Jahr mit Heavy Metal Bands, die vorher dort noch nicht gespielt haben. Und das alles komplett ehrenamtlich von einem Verein organisiert. Der Dokumentarfilm „Ehrenamt“ von Regisseur Daniel Hofmann erlaubt einen Einblick in die Organisation eines solchen Festivals und zeigt, wie es die Kulturlandschaft Südwestfalens bereichert hat. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 16.05.2026 WDR
  • Folge 31 (30 Min.)
    Westart unterwegs mit dem Bananensprayer am Niederrhein Vor 40 Jahren sprühte Thomas Baumgärtel seine erste Banane an eine Kölner Galerie. Seitdem vermehrt sich die Spraybanane als Zeichen für Kunst und Kultur nicht nur in Deutschland. Der Bananensprayer feiert nun das Jubiläum mit einem außergewöhnlichen Kunstprojekt: Unter dem Motto „Freiheit für die Kunst“ verwandelt die Niederrheintour 2026 seine Heimatregion in einen Ausstellungsraum. 40 Museen, Galerien und kulturelle Institutionen zeigen parallel Werkgruppen aus vier Jahrzehnten von Baumgärtels Schaffen. Denn neben seinem Bananenprojekt hat Baumgärtel ein breites Œuvre geschaffen – von Malerei über Grafik und Installation bis zu politischer Kunst, Street Art und performativen Aktionen. Westart-Moderator Thilo Jahn besucht mit dem Bananensprayer Thomas Baumgärtel den Niederrhein, schaut sich einige Stationen der Ausstellungsreihe „Freiheit für die Kunst“ an – und sprüht seine erste eigene Banane. Universaltalent: Ausstellung von Armin Mueller-Stahl in Schloss Moyland Die meisten kennen Armin Mueller-Stahl als Schauspieler, der mit Rainer Werner Fassbinder oder Heinrich Breloer, aber auch in Hollywood arbeitete. Eigentlich aber wollte er Musiker werden, heute ist der 95-Jährige Maler. Die Ausstellung „Nacht und Tag auf der Erde“ in Schloss Moyland bietet Einblicke in seine Biografie und sein vielfältiges Werk. Die Präsentation umfasst eine große Bandbreite von Gemälden, über druckgrafische Zyklen, neue Arbeiten auf Papier bis zu den jüngsten Porträts jüdischer Freunde und Weggefährten. Westart hat Armin Mueller-Stahl anlässlich der Ausstellung in seinem Atelier bei Lübeck besucht. Headlines, Hypes und Herzschmerz: Dokuserie über die BRAVO Die Zeitschrift BRAVO prägte über Jahrzehnte die Identität von Millionen von Jugendlichen in Deutschland. Exklusive Geschichten machten Teenie-Idole groß, begleiteten ihre Karrieren und setzen Trends. Dr. Sommer klärte auf und die Foto-Love-Story sorgte für Orientierung in der Pubertät. Eine dreiteilige Doku-Serie in der ARD Mediathek beleuchtet die Entwicklung des Hefts zwischen 1991 und 2015, von der Hochphase als wöchentliches Massenphänomen mit 1,5 Millionen verkauften Exemplaren bis zum schmerzhaften Bedeutungsverlust durch Internet und Social Media. Flucht vor dem Krieg: der Roman „Eddos goldenes Lächeln“ Ein kleines verarmtes Dorf voller Geheimnisse, Rituale und Aberglauben im südlichen Sudan. Dort wächst Lucy auf. Als ihre Mutter Eddo stirbt, flieht Lucy vor dem Krieg in den Norden, nach Khartum. Doch die politischen Unruhen des Landes holen sie auch in der Stadt ein und bedrohen ihre neue Heimat. Die Autorin des Romans „Eddos goldenes Lächeln“, Stella Gaitano, wuchs in Karthum auf. Wegen ihrer politischen Haltung und ihrer öffentlichen Äußerungen wurde sie mit dem Tode bedroht und 2022 ins Writers-in-Exile-Programm aufgenommen. Seither lebt sie mit ihren zwei Söhnen in Kamen. Abgründe der Vergangenheit: Der Film „Tod meiner Jugend“ Kai Peter ist Hausmeister an der Schule seines Sohnes – derselben, die er einst selbst besuchte. Alles wirkt perfekt: ein sicherer Job, eine liebevolle Familie. Doch Kai spürt eine innere Unruhe, die Vergangenheit frisst sich immer mehr in sein stabiles Leben. Nur langsam entschlüsselt sich in Timo Jacobs Film „Tod meiner Jugend“, was Kai in seiner Kindheit widerfahren ist – und er arbeitet es ausgerechnet auf der Comedy-Bühne auf. Am 28. Mai startet der Film, der auf einer wahren Geschichte beruht, in den Kinos. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 23.05.2026 WDR
  • Folge 32 (30 Min.)
    Westart besucht die Schlösser Augustusburg und Falkenlust Es ist prächtig und verspielt, übervoll und doch leicht: Das berühmte Treppenhaus von Balthasar Neumann in Schloss Augustusburg in Brühl. Zahlreiche Staatsgäste sind die Stufen hinaufgeschritten, denn während der Bonner Republik gab der Bundespräsident in Schloss Augustusburg Empfänge. Als die ersten bedeutenden Schöpfungen im Rokoko-Stil in Deutschland sind Schloss Augustusburg und das zugehörige Jagdschloss Falkenlust seit 1984 Welterbe. Die im 18. Jahrhundert errichtete Sommerresidenz des Kölner Kurfürsten Clemens August war über ein Jahrhundert lang Vorbild für viele Fürstenhöfe und zeugt noch heute von einer höfischen Pracht voller Glanz und Glamour. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni besucht die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl, bewundert die Pracht des Rokoko und steigt die Treppe herauf wie früher die Staatsgäste. Das Internet und wir: Ausstellung von Jon Rafman in Düsseldorf Google Street View, Künstliche Intelligenz oder die Plattform Second Life: Der Künstler Jon Rafman geht in seinen Arbeiten der Frage nach, wie Internet und digitale Technologien unsere Gesellschaft verändern. Der Kanadier ist einer der wegweisenden Künstler des digitalen Zeitalters, der mit scharfem Blick analysiert und humorvoll überspitzt – und dabei immer die neuesten technologischen Werkzeuge verwendet. Die Ausstellung „Main Stream Media“ in der Kunstsammlung NRW – K21 ist Rafmans erste Einzelausstellung in einem deutschen Museum und gibt in sechs Kapiteln einen Überblick über sein Werk der letzten 18 Jahre. Enkel eines Kriegsverbrechers: das Buch „Hitlers Gefolgsmann“ Opfer, Täter oder Mitläufer? Welche Rolle die Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern im Nationalsozialismus eingenommen haben, ist eine nie auserzählte Frage. Für Axel Spilcker war es immer klar: Sein Großvater Robert Ley war Reichorganisationsleiter der NSDAP und baute die Deutsche Arbeitsfront zum größten NS-Verband auf. Im Nürnberger Prozess war er einer der 24 Hauptangeklagten. In seinem Buch „Hitlers Gefolgsmann“ erzählt Spilcker nicht nur von seinem Großvater, sondern auch vom Umgang mit einem solchen Erbe in der Familie. Phantastisch: „Die unendliche Geschichte“ in Düsseldorf Ein Kind schlägt ein Buch auf und findet darin den Eingang zu einer Welt, die nur existiert, solange wir an sie glauben. Phantásien ist bedroht durch die Krankheit der kindlichen Kaiserin und das Nichts, der junge Jäger Atréju möchte sie und das Reich retten und der Menschenjunge Bastian Balthasar Bux verliert sich immer mehr in der Geschichte, so dass er Hilfe benötigt, um wieder nach Hause zu finden. Michael Endes Fantasy-Klassiker „Die unendliche Geschichte“ in der Regie von Roger Vontobel ist die letzte Inszenierung dieser Spielzeit und der zehnjährigen Intendanz von Wilfried Schulz am Düsseldorfer Schauspielhaus. Zur Hälfte spielt das Stück im Theatersaal, nach der Pause geht es Open Air auf dem Vorplatz weiter. Ohnmächtig: der Film „Ich verstehe Ihren Unmut“ Heike, Objektleiterin in einer Reinigungsfirma, vermittelt täglich zwischen Kunden, Unternehmensleitung und Reinigungspersonal. Die Ansprüche der Auftraggeber und die Bedingungen der Arbeitswelt im Niedriglohnsektor drohen, sie zu erdrücken. Gedreht mit Laien-Darstellern wirkt der Spielfilm „Ich verstehe Ihren Unmut“ fast wie eine Dokumentation und wie ein Kommentar auf Friedrich Merz’ Äußerungen über Deutsche, die angeblich zu wenig arbeiten würden. Das Spielfilm-Debüt von Regisseur Kilian Armando Friedrich lief in der Sektion Panorama der diesjährigen Berlinale, ab dem 4. Juni ist er im Kino zu sehen. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 30.05.2026 WDR
  • Folge 33 (30 Min.)
    Westart aus dem Atelier des Fotografen Hans Georg Esch in Hennef Er fotografiert die Architekturen der Welt: Megacitys wie Hongkong, Dubai oder New York, überwältigend in ihrer Fülle, dabei gestochen scharf bis ins Detail. Auch einzelne Bauwerke, wie den Mariendom in Neviges, den neuen Flughafen in Abu Dhabi oder den Kölner Dom fotografiert HGEsch. Dabei schafft er keine nüchterne Dokumentation, sondern er arbeitet mit dem Licht und sucht andere Blickwinkel als die übliche Zentralperspektive. Mit seinem Team und viel Ausrüstung reist HGEsch seit 1989 um die Welt, sein Atelier aber befindet sich im kleinen Stadt Blankenberg, einem Ortsteil von Hennef. Der Neubau aus regionaler Grauwacke fügt sich in das historische Ensemble der Umgebung ein und erhielt die Auszeichnung vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2025. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni besucht HGEsch in seinem preisgekrönten Fotoatelier und bekommt einen Einblick in die aufwendige Arbeit des Architekturfotografen und seines Teams. „Trink aus, wir müssen gehen!“: Das letzte Album der Toten Hosen Neun Jahre mussten die Fans warten, bis es erscheint: Das neue Studioalbum der Toten Hosen. Es soll zugleich ihr letztes sein – „Trink aus, wir müssen gehen!“ heißt es programmatisch. 1982 in Düsseldorf gegründet machten die Hosen mit „Bis zum bitteren Ende“, „Hier kommt Alex“ oder „Alles aus Liebe“ massentauglichen Punk und blicken auf fast 45 Jahre erfolgreiche Bandgeschichte. Mit dem neuen Album schließt sich auch optisch ein Kreis: Das Covermotiv ist wieder ein Opel Rekord, wie bei der ersten LP „Opel-Gang“, dieses Mal allerdings gestaltet von Fotografie-Superstar Andreas Gursky. Gefühl der Zeit: Einsamkeit Sie gilt als eine der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft – persönlich wie politisch: Einsamkeit. Anders als oft angenommen, sind nicht nur die Alten einsam, sondern es ist fast schon eine „Volkskrankheit“. Die Psychologin Maike Luhmann von der Ruhr-Universität Bochum ist eine der profiliertesten Einsamkeitsforscherinnen Deutschlands und bündelt in ihrem Buch „Einsamkeit – Warum sie uns alle betrifft“ den Stand der Forschung. Sie untersucht, wann Einsamkeit gefährlich wird, welche Rolle die Lebensweise spielt, welchen Einfluss die Digitalisierung hat und wie eine Gesellschaft aussehen müsste, die der Einsamkeit wirksam begegnet. Im Rahmen der über Einsamkeit und Lebenssinn. Philcologne diskutiert Maike Luhmann mit Michael Zichy am 13. Juni in Köln über Einsamkeit und Lebenssinn. Ungewöhnlicher Ort: „Die Dreigroschenoper“ in der Kokerei Hansa Das Schauspiel Dortmund muss wegen Bauarbeiten ausziehen und entdeckt neue Spielräume. Die Premiere von Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ in der Regie von Intendantin Julia Wissert findet im Salzlager der Kokerei Hansa statt – die im gleichen Jahr in Betrieb genommen wurde, in dem auch die Uraufführung der Dreigroschenoper stattfand: 1928. Der Ort ist aber nicht nur Kulisse, sondern Resonanzraum und gibt der Handlung eine zweite Ebene. In seiner Geschichte von harter Arbeit, Disziplin, ökonomischen Zwängen und moralischen Grenzbereichen spiegeln sich die sozialen Konflikte des Stücks. Geheimnisvoll: Ein Escape Game im Museum Was passiert nachts im Museum, wenn die Säle leer und die Türen verschlossen sind? Ist es still? Oder gibt es ein verborgenes Leben der Ausstellungsstücke? Das können Kinder und Erwachsene im LVR-Landesmuseum Bonn erfahren. Beim Escape Game „Nachtwache“ ersetzen die Besucher einen ausgefallenen Nachtwächter und übernehmen seinen Rundgang. Bei der Rätseljagd durch Zeiten und Epochen vom Faustkeil der Steinzeit bis zum Ölgemälde aus dem 17. Jahrhundert müssen Geheimnisse entschlüsselt werden, bevor am Morgen die Besucher kommen. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 06.06.2026 WDR
  • Folge 34 (30 Min.)
    Zu Besuch in der Abtei Maria Laach Westart stattet der Abtei Maria Laach einen Besuch ab. Die Benediktinerabtei mit ihrer sechstürmigen Klosterkirche gilt als eins der schönsten romanischen Baudenkmäler Deutschlands. Die Abtei, deren Mönche 20 Betriebe eigenwirtschaftlich führen, zieht mehr als 500.000 Besucher im Jahr an. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni besucht die Bibliothek der Abtei, die als eine der besterhaltenen Bibliotheksbauten des 19. Jahrhunderts in der Nachfolge der großen barocken Klosterbibliotheken gilt. Außerdem trifft sie den Mönch und Bildhauer Bruder Stephan Oppermann in seinem Atelier, das sich in der Abtei befindet und ergründet, was die aktuelle Faszination für den Gemeinschaftsgedanken des Benediktinerordens ausmacht. Ich will nicht arbeiten: Graphic Novel von Nele Jongeling Mit ihrer Graphic Novel „Ich will nicht arbeiten“ legt die Düsseldorferin Nele Jongeling eine satirische und hochaktuelle Auseinandersetzung mit der modernen Arbeitswelt und der Generation Z vor. Das im Verlag Reprodukt erschienene Werk verbindet Gesellschaftskritik, Medienparodie und persönlichen Identitätskonflikt zu einer ebenso unterhaltsamen wie nachdenklichen Geschichte. Porträtfilm Bärbel Bohley: Tagebuch einer Auflehnung Vor 15 Jahren starb Bärbel Bohley, eine der Hauptfiguren der Bürgerrechtsbewegung in der DDR. Nach einer Demonstration bürgerten die Machthaber sie aus. Nach sechs Monaten gelang es ihr, die Rückkehr in die DDR zu erzwingen. Die Erfahrungen des Exils hatte die damals 43-Jährige in einem Tagebuch festgehalten. Die in Köln lebenden Filmemacher Fosco Dubini und Barbara Marx orientieren sich in ihrem Porträtfilm „Bärbel Bohley – Tagebuch einer Auflehnung“ an diesem Zeugnis. Schlossfestspiele Neersen: Miss Merkel „Mein Theater – meine Heimat“ heißt das Motto der diesjährigen Schlossfestspiele Neersen. Vor der eindrucksvollen Schlosskulisse in Willich-Neersen entsteht jeden Sommer ein einzigartiges Open-Air-Erlebnis, das Theaterliebhaber weit über Nordrhein-Westfalen hinaus anzieht. Im Mittelpunkt steht dabei die Krimi-Komödie „Miss Merkel – Mord in der Uckermark“, mit Schauspielerin und Komikerin Tanja Schumann in der Hauptrolle. Ihre Darstellung verspricht eine Mischung aus pointierter Satire, Charme und feinsinnigem Humor. Happy birthday: 25 Jahre Lichtkunstmuseum Unna Mit LIGHT DIALOGUES präsentiert das Zentrum für Internationale Lichtkunst (ZFIL) eine Ausstellung, die sich konsequent dem zentralen Medium des Hauses widmet: dem Licht selbst. Im Fokus stehen dabei die gestalterischen und technischen Mittel, mit denen Künstler Licht einsetzen, um Wirkung, Atmosphäre und Bedeutung zu erzeugen. Rund 20 ikonische Arbeiten treten in Beziehung zueinander und machen unterschiedliche künstlerische Strategien im Umgang mit Licht sichtbar. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 13.06.2026 WDR
  • Folge 35 (30 Min.)
    Zu Besuch auf der Insel Hombroich Westart besucht das einmalige Museum Insel Hombroich, das seinen vierzigsten Geburtstag feiert. Auf dem 64 Hektar großen Gelände finden die Besucher, eingebettet in wilder Natur, Architektur und Kunst: eine einmalige Verbindung. Im Landschaftspark gibt es elf begehbaren Skulpturen, mit Werken der europäischen Moderne sowie archäologischen Artefakten – von Rembrandt über Schwitters und Yves Klein bis Gustav Klimt ist auf der Insel in der Erft das Who ist Who der Kunst zu bestaunen. Westart-Moderatorin Siham El-Maimouni trifft den Gärtner Christian Bieber, der den märchenhaften Park pflegt, und lässt sich von der Leiterin Ricarda Dick die frisch sanierten Gebäude zeigen. Außerdem stellt Westart den Maler Georg Schmidt vor, der auf der Insel seit über dreißig Jahren sein Atelier hat. Neue Ausstellung: „Radikale Hoffnung“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen Was haben Bergarbeiterstreiks, feministische Protestbewegungen und zeitgenössische Kunst gemeinsam? Dieser Frage widmet sich die internationale Gruppenausstellung „Radikale Hoffnung. Kunst und Arbeitskampf“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen. Die Schau verbindet historische und aktuelle Perspektiven auf Arbeit, Widerstand und gesellschaftlichen Wandel. Dabei zeigt sie eindrucksvoll, dass Arbeitskämpfe nicht nur politische und wirtschaftliche Ereignisse sind, sondern auch kulturelle Ausdrucksformen hervorbringen können. Neues Album: „Piraten“ von Grenzkontrolle Die Kölner Punk-Band Grenzkontrolle hat ihre neues Album „Piraten“ veröffentlicht. Der Titel verweist auf die Kölner Edelweißpiraten, die Jugendgruppen, die während der Zeit des Nationalsozialismus Widerstand leisteten. Für Grenzkontrolle ist diese Gruppe Ausgangspunkt für Fragen nach Zivilcourage, Solidarität und gesellschaftlicher Verantwortung in der Gegenwart, verpackt im Sound des Punks aus den subversiven 1980ern. Neues Buch: „Terror von rechts“ von Barbara Manthe Mit ihrem Buch „Terror von rechts. Die Geschichte einer andauernden Gefahr“ dokumentiert Barbara Manthe den Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik. Dabei verfolgt sie die Entwicklung rechter Gewalt von den Nachkriegsjahren bis in die Gegenwart und macht vor allem aus der Opferperspektive deutlich, dass rechtsterroristische Strukturen keineswegs ein neues Phänomen sind. Vielmehr zieht sich die Gewaltgeschichte des rechten Extremismus wie ein roter Faden durch die Geschichte der Bundesrepublik. Das Buch ist im C.H. Beck Verlag erschienen. Neuer Film: „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ Der Dokumentarfilm „Jemand, der einmal ich war“ der Kölner Regisseurin Regina Schilling zeichnet ein vielschichtiges Porträt der österreichischen Autorin, die im Juni 2026 100 Jahre alt geworden wäre. Ingeborg Bachmann gilt als eine der bedeutendsten Stimmen der der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, ihr Werk ist voller Widersprüche. Die Mischung aus Dokumentation und Inszenierung versucht, das Werk und das Leben von Ingeborg Bachmann – verkörpert von Sandra Hüller – zu fassen. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 20.06.2026 WDR
  • Folge 36 (30 Min.)
    Deutsche TV-Premiere Sa. 27.06.2026 WDR

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