bisher 150 Folgen, Folge 126–150
126. Leben mit Diktatoren: Spiel ohne Regeln
Folge 126 (30 Min.)
Bild: Kobalt ProductionsDeals mit Diktatoren sind mindestens umstritten. Doch seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus erleben solche Abkommen eine Art Revival. So handelte er im September mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko die Freilassung von 52 politischen Gefangenen aus – im Gegenzug für gelockerte US-Sanktionen. Ein diplomatischer Erfolg oder ein gefährlicher Präzedenzfall? Im litauischen Exil in Vilnius trifft „Tracks East“ den politischen Aktivisten und Anarchisten Mikola Dziadok, der zehn Jahre in belarussischen Gefängnissen verbrachte und nun durch diesen Deal freikam. Für ihn sind Abkommen mit Autokraten nur dann vertretbar, wenn sie von einer Position der Stärke ausgehen.In einer Kolumne blickt Masha Borzunova auf Putins neue Propagandashow: den Intervision Song Contest. Dort trifft Pop auf Politik, sogar westliche Stars sind anwesend. Skandale und Symbolik offenbaren, wie eng Kultur und Kontrolle in autoritären Systemen verflochten sind. Auch in Syrien zeigt sich, dass der Sturz eines Diktators nicht automatisch Freiheit bedeutet. Ein Jahr nach dem Ende des Assad-Regimes kämpfen Minderheiten und junge Künstler gegen neue Formen der Unterdrückung. Rapper Haydar Daoud und seine Crew „Coast Suicide Squad“ machen Musik aus Schmerz und Wut – ihr Rap ist Widerstand in einem Land, das erneut in Angst versinkt. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 12.11.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 18.11.2025 arte 127. Gaza – Hoffnung in Trümmern
Folge 127 (30 Min.)Obwohl die meisten ihrer Songs nicht politisch sind, findet sich die Sängerin Rasha Nahas oft in der Rolle als Botschafterin für Palästina wieder.Bild: Vanessa MarinoZwei Jahre nach dem Angriff der Hamas auf Israel und nach zwei Jahren Krieg und Zerstörung beginnt in Gaza eine fragile Übergangszeit. Ein Kameramann in Gaza hat für „Tracks East“ festgehalten, wie sich für die Menschen der Alltag zwischen Ruinen, Hoffnung und Wiederaufbau anfühlt. Boxer Oussama Ayoub hat den ersten und einzigen Boxverein für Frauen und Mädchen in Gaza gegründet. Sein Boxzentrum in Gaza-Stadt ist durch die Angriffe komplett zerstört worden. Nach mehreren Vertreibungen lebt er derzeit in einem Zeltlager in Khan Younis und hat dort, inmitten von Zelten, seinen Boxclub neu aufgebaut.Die 21-jährige Cellistin Haifa lebt provisorisch bei ihren Großeltern in Nuseirat. Ihr Cello hat einen Luftangriff überstanden, sie spielt es trotz Schäden. Für sie ist Musik ein Akt des Widerstands. Die 25-jährige Nour al-Saqa wollte Filme machen – im Krieg fand sie sich als Kommunikationsbeauftragte von Ärzte ohne Grenzen wieder. In ihren privaten Social-Media-Posts wird der Wandel vom unbeschwerten Alltag zur permanenten Krise spürbar – ein digitaler Tagebucheintrag über Verlust und Überleben. Die in Berlin lebende Künstlerin Rasha Nahas erzählt in ihrer Musik vom Leben zwischen zwei Identitäten. Denn ausgerechnet die Länder, die sich weigern Palästina als unabhängigen Staat anzuerkennen, geben ihr den Freiraum, sich musikalisch auszudrücken. Außerdem beleuchtet die Journalistin Hiba Obaid das Terrain der sozialen Medien: Während sich die Gen Z immer mehr gegen Israels aktuelle Politik wendet, will Premier Netanjahu die PR-Bemühungen auf Social Media weiter intensivieren – und nennt die sozialen Medien „eine wichtige Waffe“. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 26.11.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 02.12.2025 arte 128. 2025, ein Jahr im Ausnahmezustand
Folge 128 (30 Min.)Masha Borzunova zeigt, wie Künstliche Intelligenz zum Thema des Jahres 2025 wurde.Bild: ZDF / Kobalt ProductionsDas Jahr 2025 wird in die Geschichte eingehen – mit dem Amtsantritt von Donald Trump begann für die Welt eine wilde Fahrt, bei der sie abends nicht wusste, wie sie am nächsten Tag aufwachen würde. Wer den Überblick verloren hat, kann sich an Masha Borzunova halten. Sie führt in diesem Jahresrückblick von „Tracks East“ durch die irren Windungen eines Jahres im Ausnahmezustand. Gezeigt werden die Social-Media-Trends des Jahres, vom Aufstieg rechter Influencer und den „Trad Wifes“ bis hin zu viralen Hits und wie KI in den sozialen Medien die Politik verändert.Der TikTok-Comedian Sasha Makashenets beweist, dass Humor ein gutes Mittel ist, auf die Überforderung durch Politik und Propaganda zu reagieren. Hoffnung macht auch, dass die Gen Z sich nicht alles gefallen lässt. In Georgien, der Türkei und in Serbien wird der Protest zum Alltag. Auch in Russland werden Stimmen des Widerstands laut. So entsteht ein Jahresrückblick 2025, der die Widersprüche selbst spürbar macht: Ein Jahr, das zugleich Tragödie, Groteske und Meme war. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 21.12.2025 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 27.12.2025 arte 129. Provokation und Empörung
Folge 129 (30 Min.)Bild: ArteProvokation ist politisches Kapital. Kaum jemand nutzt sie so gezielt wie Donald Trump. Polarisieren, empören, Grenzen verschieben: Das ist seine Strategie. In einer Zeit, in der Algorithmen starke Reaktionen belohnen – egal, ob negativ oder positiv – wird Provokation zur Währung. Der Reporter Jean-Michel Scherbak, der in Russland schon allein wegen seiner Hautfarbe und seiner sexuellen Orientierung aneckt, fragt: Macht Provokation Demokratien lebendiger oder gefährlicher? „Tracks East“ trifft Menschen, die mit Provokation arbeiten oder gegen sie ankämpfen.In New York mischen junge Aktivisten und Aktivistinnen die Politik auf: Die „Hot Girls 4 Zohran“ verhalfen dem linken Politiker Zohran Mamdani mit reichlich Humor und Memes zum Sieg. Besonders die Gen Z feiert seine radikale Ehrlichkeit. Kritiker warnen vor Populismus im progressiven Gewand. In der Türkei musste die Girlband Manifest erleben, wie schnell weibliche Selbstbestimmung kriminalisiert werden kann. Ein Konzert in freizügigen Outfits führte zu Ausreiseverbot und Zensur. Die Musikerin und Labelbetreiberin Aisu aus Istanbul spricht trotz Risiko offen darüber, wie Provokation für Frauen zum Balanceakt wird. Die polnische Künstlerin Ivana Vladislava nutzt ästhetische Übertreibung, um die Doppelmoral der Gesellschaft zu entlarven: Wer bestimmt, was „zu viel“ ist, und wer darf sich schön finden? In Moskau werden trotz des Krieges und der autokratischen Regierung Sex-Partys veranstaltet – und zwar direkt gegenüber der Zentrale des Geheimdienstes FSB. Organisator Ilja beobachtet Veränderungen in der Szene, weiß jedoch auch, dass das Bedürfnis nach Sex in Kriegszeiten sogar größer wird. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 07.01.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 13.01.2026 arte 130. Taliban, Touris und Social Media – Reisen ins Risiko
Folge 130 (30 Min.)Bild: Kobalt Productions GmbHIn Nepal zeigt sich die Schattenseite des Bergbooms: Hashtags wie #EverestTok glorifizieren den Aufstieg in die Todeszone, während Einheimische nach Protesten und Wirtschaftskrise ums Überleben kämpfen. Mingma David Sherpa ist schon 35-mal auf über 8.000 m aufgestiegen und hält fünf Weltrekorde. Er berichtet, wie Social-Media-Ruhm die Realität am Berg verdrängt. In der russischen Exklave Kaliningrad verschwimmt die Grenze zwischen Nostalgie und politischer Blindheit. Deutsche Touristinnen und Touristen reisen trotz Krieg ins ehemalige Königsberg – auf der Suche nach „Authentizität“ und „verlorener Geschichte“.Ein „Tracks-East“-Reporter begleitet sie auf ihrer Fahrt. Journalistin Yasemin Said blickt in das Heimatland ihres Vaters, nach Afghanistan, wo Reisen in das von Taliban beherrschte Land zum neuen Social-Media-Trend werden. Travel-Influencerinnen und -Influencer feiern das Land als „Abenteuerziel“, während Frauenrechte bis ins Unerträgliche beschnitten werden. Das afghanische Rap-Duo AK13 erzählt von Verlust und der Sehnsucht nach ihrer Heimat. Am Tag der Machtübernahme der Taliban wurde ihr Studio in Kabul zerstört. Aus Angst vor Gefängnis und Folter blieb für die beiden Musiker Seraj und Jawad nur die Flucht ins Exil. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 14.01.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 20.01.2026 arte 131. Erobern & unterwerfen – Russlands koloniale Strategie
Folge 131 (30 Min.)Bild: ArteRusslands Krieg gegen die Ukraine wird nicht nur auf dem Schlachtfeld geführt, sondern ist auch ein Kampf um das historische Gedächtnis. Mit erfundenen Erzählungen versucht der Kreml, die Ukraine als künstlichen Staat darzustellen und die eigene koloniale Vergangenheit zu verschleiern. So erschafft sich der Kreml eine Art Fake-Geschichte, die dazu dient, Gewalt gegen Ukrainerinnen und Ukrainer zu legitimieren und die ukrainische Identität auszulöschen. Wie funktionieren diese Mythen? Und wie wird sich gewehrt? Maksym Eristavi, Autor von „Russian Colonialism 101“, führt als Host durch die Sendung und zeigt, wie Russland über Generationen versucht hat, die ukrainische Identität zu bekämpfen.Eine investigative Recherche des Onlineportals „Kyiv Independent“ hat aufgedeckt, wie Jugendliche aus besetzten Gebieten in russischen Lagern militärisch ausgebildet werden – mit dem Ziel, sie später gegen ihr eigenes Land einzusetzen. Die Kunsthistorikerin Oksana Semenik kämpft auf internationaler Bühne gegen die jahrzehntelange Vereinnahmung ukrainischer Kunst und sorgt dafür, dass Museen weltweit ihre Sammlungen neu beschriften. Der Krimtatar Elvis Çolpuh berichtet, wie seine und zehntausende andere Familien 1944 von der Krim deportiert wurden und wie Russland seit 2014 versucht, die Krim zu russifizieren. „Tracks East“ zeigt, wie die Ukraine um Wahrheit, um ihre Erinnerung und ihre Zukunft kämpft. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 21.01.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 27.01.2026 arte 132. Moskaus Märchenwelt, Sibiriens eisige Realität
Folge 132 (30 Min.)Bild: ArteRussland lebt zunehmend in zwei Realitäten. Was als schneller Siegeszug gegen die Ukraine gedacht war, hat sich zu einem langwierigen Prozess entwickelt, der das Land fundamental verändert – demografisch, sozial und kulturell. In Moskau herrscht weiterhin ein Gefühl der äußerlichen Normalität. In den Regionen dagegen reiht sich der Krieg in bereits gewohnte Herausforderungen ein. Im abgelegenen Jakutien – einer der kältesten Regionen der Welt – wird er als eine weitere Bürde wahrgenommen, neben dem extremen Klima und der internationalen Isolation.Man lebt, arbeitet und passt sich weiter an, auch wenn die Folgen des Krieges längst Teil des Alltags sind. Kritische Stimmen, die dem offiziellen Narrativ widersprechen, werden bestraft – so wie der Demograf Alexei Raksha. Mit „Tracks East“ spricht er offen über das Ausmaß des Bevölkerungsrückgangs, das in den offiziellen Statistiken zunehmend verschleiert wird. Für seine öffentlichen Äußerungen erhielt Raksha den Status eines ausländischen Agenten – ein Etikett, das seine berufliche Tätigkeit einschränkt und sein Leben in Russland erschwert. Der andauernde Krieg beeinflusst auch die Kultur. Die staatlich propagierte Z-Culture trifft dabei auf eine Hinwendung zu volkstümlichen Traditionen, vor allem bei jungen Russen und Russinnen. Traditionelle russische Trachten, Folklore und Märchen erleben geradezu einen Boom. Dieser Trend erscheint wie eine Anpassung – als Versuch, Halt zu finden und sich von der Realität des Krieges zu distanzieren. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 28.01.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 03.02.2026 arte 133. Greift China nach Zentralasien?
Folge 133 (30 Min.)Bild: ArteDie eine Supermacht geht, die andere kommt? Mit Beginn des Ukraine-Kriegs stellen sich die Länder Zentralasiens breiter auf, um die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren. Ein Global Player profitiert besonders: 2025 ist China zum wichtigsten Wirtschaftspartner der Region aufgestiegen. In Tadschikistan wurde das Parlamentsgebäude mit chinesischen Geldern gebaut. In Kasachstan und Usbekistan entstehen Wind- und Solarparks. In Kirgistan und den Nachbarländern schürft China Gold und Seltene Erden. Läuft Zentralasien Gefahr, ausgebeutet zu werden? Und sich ganz in den Dienst Chinas zu stellen? Das befürchtet Timur. Der usbekische Fotograf macht sich in Taschkent auf die Spur – zwischen Relikten der Sowjetzeit und neuen chinesischen Wolkenkratzern.Er spricht mit Usbeken und mit chinesischen Händlern. Wer profitiert von der neuen Partnerschaft? Mit den Investitionen entstehen auch neue Jobs. „Tracks East“ begleitet einen Trucker aus Kirgistan auf dem Asphalt der neuen Seidenstraße. Wer steht unter Druck? In Kasachstan lebt eine große uigurische Minderheit. Deren Heimat liegt direkt auf der anderen Seite der Grenze: im chinesischen Xinjiang. Dort werden viele Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Gruppen – wie Kasachen, Kirgisen und Tadschiken – in Lagern festgehalten. Sie durchleiden Zwangsarbeit und Folter. Dina hat über ein Jahr Lagerhaft überlebt und ist nach Kasachstan geflüchtet. Doch dort fühlt sie sich nicht mehr sicher. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 04.02.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 10.02.2026 arte 134. Kriegsmüde – Die Ukraine am Limit
Folge 134 (30 Min.)Was halten die Menschen in den ukrainisch kontrollierten Regionen des Donbass davon, dass ihr Zuhause als Verhandlungsmasse herhalten muss? Wie sieht ein ukrainischer Masken-Rave aus – mitten im Blackout? Während der schwersten Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung ist „Tracks East“ in Kiew und Dnipro – sowie in den frontnahen Städten Charkiw und Kramatorsk. Am Beginn des fünften Kriegsjahrs prägen Stromausfälle, Drohnenangriffe und ein harter Winter den Alltag in der Ukraine.In Kramatorsk, keine 20 Kilometer von der aktiven Front, ist die Erschöpfung besonders stark zu spüren. Die Menschen sind frustriert von ihrer Regierung und enttäuscht vom Westen. In Charkiw erzählt die 77-jährige Tamara, wie sie trotz permanenter Angriffe Zuflucht in der Oper findet. Die junge Ballerina Masha hat ihre Stadt und ihren Traum vom Tanzen nicht aufgegeben. Auch Sanya, alias Kytsya Punk, hört nicht auf zu träumen: Der szenebekannte Prinz von Podil aus Kiew bereitet sich auf einen Malanka-Rave vor, eine Party, die traditionelle ukrainische Folklore mit Techno verbindet. Dabei engagiert sich der 20-Jährige mit vielen Aktionen für die Armee und unterstützt diese, wo er kann. Durch die Sendung führt Bella Khadartseva, die zwischen Kiew und Dnipro lebt. Ihr Mann ist Soldat und ihr Alltag ist geprägt vom Brummen der Generatoren, dem Surren von Kamikaze-Drohnen und dem Leben mit einem Kleinkind ohne verlässlichen Strom. Sie berichtet auch von der Angst vor einem Frieden, der keiner sein könnte. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 11.02.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 17.02.2026 arte 135. Generation Aufbruch? Die Gen Z in Osteuropa
Folge 135 (30 Min.)Bild: Kobalt ProductionsStudien zeigen: Junge Menschen leiden häufiger unter Angst, Einsamkeit und Perspektivlosigkeit als frühere Jahrgänge. Gleichzeitig wächst eine Generation heran, die sich nicht länger mit geerbten Krisen und politischen Stillständen abfinden will. „Tracks East“ blickt auf die Gen Z in Osteuropa, dem Baltikum und Zentralasien. In Bulgarien war es vor allem die junge Generation, die im Dezember 2025 die Regierung zu Fall brachte. Über Social Media mobilisierten Aktivistinnen und Aktivisten zehntausende Menschen gegen Korruption und Intransparenz.Mitten drin: digitale Strategen, Musikerinnen, Musiker und Kulturschaffende, die Protest in Pop übersetzen. Litauen wiederum überrascht: Trotz geopolitischer Bedrohung und wachsender Militarisierung gilt die Jugend hier als eine der glücklichsten weltweit. Wie passt das zusammen? In Usbekistan richtet sich der Widerstand gegen Smog und Umweltpolitik. Die junge Musikerin Laylo prangert in ihren Songs Luftverschmutzung und staatliche Ignoranz an und beweist Mut in einem autoritär regierten Land. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 18.02.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 24.02.2026 arte 136. Angriff auf Iran – Operation „Epische Wut“
Folge 136 (30 Min.)Bild: ArteDie Proteste im Januar 2026 im Iran zeigen erneut, wie groß der Frust, die Wut und gleichzeitig der Mut der Menschen sind. „Tracks East“ taucht durch sehr persönliche Geschichten in die politische Realität rund um den Iran ein. Im Zentrum steht Mina Richman, eine deutsch-iranische Musikerin. Sie erzählt von ihrer Familie im Iran, von den Reisen dorthin in ihrer Kindheit und von dem Gefühl, als die Proteste begannen: Angst um die Angehörigen, aber auch eine Hoffnung, wie es sie lange nicht gab. Mina erzählt auch sehr persönliche Alltagsgeschichten, etwa von einem TikTok-Video, in dem sie zeigt, wie viele ganz normale Dinge im Iran verboten sind – und wie groß die Resonanz darauf war.Neben Mina kommen weitere Stimmen aus der Diaspora zu Wort. Der Rapper Meraj Tehrani berichtet von seinen Erlebnissen während der Proteste 2026 in Teheran und davon, warum es für ihn heute so wichtig ist, darüber zu sprechen. Die Journalistin Sima Sabet ordnet ein, wie sehr sich das Land seit der Islamischen Revolution verändert hat und welche offenen Fragen es für die Zukunft des Iran gibt – auch mit Blick auf umstrittene politische Figuren wie Schah-Sohn Reza Pahlavi. Kunst spielt für alle Beteiligten eine große Rolle: als Form von Erinnerung und Widerstand. In Nafirs politischer Kunst werden Persische Teppiche zur Metapher für gelebte Geschichte und Erinnerung. Die Arbeiten des iranischen Künstlers und politischen Flüchtlings wurden zu Symbolen der Protestbewegung. Zum Schluss richtet sich der Blick auf die Proteste von 2022 und auf Reza, der Gefängnis, Gewalt und den Verlust von Freunden überlebt hat. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 04.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 10.03.2026 arte 137. Trumps Politik der Stärke – Druck, Drohung, Deal?
Folge 137 (30 Min.)Tracks East artworkBild: ArteNach der Entführung Maduros im Januar gingen die Bilder der feiernden Exil-Community aus Venezuela um die Welt. In „Tracks East“ erzählen ein bildender Künstler und eine Theaterdramaturgin aus Caracas von ihren Hoffnungen – aber auch von ihrem Trauma nach dem US-Angriff. Es überwiegten Enttäuschung und Unsicherheit: Denn obwohl Maduro weg ist, bleibt in Venezuela das System von Repression und Zensur in Kraft – jetzt unter der ehemaligen rechten Hand Maduros, Delcy Rodríguez. Der iranische Street-Artist Nafir ist vor kurzem nach Deutschland gezogen. In seiner Kunst spielen die persische Teppichkultur und Frauenrechte eine zentrale Rolle. Immer wieder hatte er seine Kunst heimlich in den Straßen Teherans aufgehängt.Jetzt, im Exil, musste er aus der Ferne die brutalen Niederschlagungen der Proteste im Januar 2026 mit ansehen. Für den Wunsch mancher Exil-Iraner nach einem US-Angriff hat er Verständnis – zu groß sei die Verzweiflung. In einer Kolumne analysiert „Tracks East“-Journalistin Masha Borzunova Trumps „Peace Through Strength“-Strategie – und zeigt die Hilflosigkeit der russischen Propaganda beim Versuch, die US-Interventionen Kreml-gerecht zu kommentieren. Für den letzten Beitrag der Sendung bleibt „Tracks East“ in Russland und berichtet über den Fall Evgenia Berkovich. Die einstige Schülerin des in Deutschland gefeierten Ballett-Regisseurs Kirill Serebrennikov ist seit 2023 in Haft. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 11.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 17.03.2026 arte 138. Mode und Macht: Wenn Kleidung Politik schreibt
Folge 138 (30 Min.)Mode spiegelt, provoziert und erzählt Geschichten. In Zeiten von Krieg und Sanktionen wird Kleidung zunehmend zum Ausdruck von Widerstand, Haltung und kultureller Identität. „Tracks East“ schaut auf Designerinnen und Kreative, für die Kleidung längst mehr ist als nur etwas zum Anziehen. In Kiew entwirft die Marke Gunia Project Kleidung und Accessoires für den Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und die First Lady der Ukraine. Die Gründerin Maria Gavryliuk zeigt, wie sich ein Land selbst im Krieg über Stil behauptet und warum das zu einem Symbol der Unzerbrechlichkeit werden kann.In Russland gilt westliche Mode als Symbol einer verlorenen Normalität. In Moskauer Einkaufszentren entstehen neue Läden wie „TVOE & KO“, bei denen Marken wie Zara, Bershka und Massimo Dutti wieder auftauchen. Kehren westliche Modemarken wirklich zurück? Und was sagt das über den Alltag im sanktionierten Russland? In Taiwan wiederum setzt die Designerin Jenn Lee auf Rückbesinnung. Für ihre neue Kollektion arbeitet sie mit traditionellen Qipao-Meistern zusammen und verbindet chinesische Schneiderkunst mit zeitgenössischem Design. Ihre Mode erzählt von Rebellion und kultureller Selbstbehauptung. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 18.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 24.03.2026 arte 139. Grönland auf der Suche nach sich selbst
Folge 139 (30 Min.)Bild: Arte„We need Greenland“, erklärt US-Präsident Donald Trump – und droht, man werde es „auf die eine oder andere Art“ bekommen. Plötzlich stehen die Menschen auf Grönland nicht mehr am Rand der Welt, sondern im Zentrum globaler Geopolitik. Eine Annäherung an die USA könnte den von vielen gehegten Wunsch nach Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Dänemark befördern. Gleichzeitig fühlen sich vor allem junge Menschen kulturell und politisch eher den liberalen Werten Europas verbunden als den Vereinigten Staaten. Welchen Weg wird Grönland einschlagen? Die grönländische Identität erlebt eine Renaissance: Die Sprache Kalaallisut prägt den Alltag, Kunst und Popkultur werden zum Ausdruck von Protest gegen die dänische Bevormundung.Als Medium politischer Forderungen, kultureller Rückbesinnung und gesellschaftlicher Kritik spielt besonders Musik eine zentrale Rolle. Die jungen Kalaallit erkunden ihre Wurzeln, rappen in der Landessprache und lassen sich vermehrt traditionelle Tattoos stechen. Zugleich werden die Schattenseiten sichtbar: Alkoholismus, Perspektivlosigkeit, soziale Brennpunkte und eine dramatisch hohe Suizidrate, vor allem unter Jugendlichen. Wirtschaftlich steht Grönland an einem Wendepunkt: Der boomende Klimatourismus verspricht Einkommen und internationale Aufmerksamkeit, beschleunigt jedoch zugleich das Abschmelzen jener Gletscher, die die Reisenden anziehen. Zwischen Hoffnung auf Selbstbestimmung, globalem Interesse und ökologischen Widersprüchen droht das Land zerrieben zu werden. „Tracks East“ fragt: Wohin will die Jugend Grönlands? Wie definieren sie ihre Identität zwischen Inuit-Tradition und Popkultur, zwischen lokaler Kultur, den USA und Europa? (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 25.03.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 31.03.2026 arte 140. Inside Ungarn – Kommt jetzt ein Machtwechsel?
Folge 140 (30 Min.)Bild: ArteSeit 2010 regiert Viktor Orbán mit Fidesz – und setzt im Wahlkampf 2026 alles auf das Thema Frieden. Bei groß inszenierten Anti-Krieg-Events auf dem Land präsentiert er Ungarn als Bollwerk gegen ein vorgeblich kriegstreiberisches Brüssel. Er schürt immer wieder die Angst, dass Ungarn in den Krieg hineingezogen werden soll. Wer am Ende als Gewinner der Wahl hervorgeht, ist dieses Mal nicht ganz klar. Herausforderer Péter Magyar werden gute Chancen eingeräumt. Die Journalistin Hanna Solti erhält nach langem Anmeldeprozess Zugang zu einer Wahlkampf-Veranstaltung.Sie erlebt eine streng kontrollierte Bühne, regierungsnahe Berichterstattung und wenig Platz für kritische Fragen. Im Gespräch beschreibt sie, wie sich die Bedingungen für unabhängigen Journalismus in den vergangenen Jahren verschärft haben – und warum sie dennoch weiter berichtet. Szilvi Német zeigt einen Teil der digitalen Seite des Wahlkampfs. Die Journalistin deckt ein Netzwerk aus fast 100 KI-generierten Facebook-Profilen auf, die scheinbar private Inhalte posten – es sich letzten Endes jedoch um gezielte Fidesz-Propaganda handelt. Auf dem Land trifft „Tracks East“ die Unternehmerin Bea Molnar. Sie organisiert Jagdreisen – früher sogar nach Russland – und steht fest hinter Orbán. Für sie verkörpert er Stabilität und vertritt die nationalen Interessen. Zwischen ländlicher Loyalität, digitaler Manipulation und wachsender Opposition durch Péter Magyar stellt sich die Frage: Kann der Herausforderer Orbán wirklich gefährlich werden? (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 01.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 07.04.2026 arte 141. Dauerpleite? Generation Geldnot
Folge 141 (30 Min.)Bild: ArteFür viele junge Menschen fühlt sich Wirtschaft wie ein permanenter Ausnahmezustand an. „Tracks East“ zeigt, wie Inflation und Rezession den Alltag prägen. In New York kämpft Michael Falco-Felderman, Gründer des Queer Nightlife Community Center in Brooklyn, um das Überleben einer ganzen Szene. Während die Lebensmittelpreise explodieren und Mieten steigen, müssen viele Kulturschaffende mehrere Jobs gleichzeitig stemmen. Wenn die Kreativen die Stadt verlassen müssen, droht New York einen Teil seiner Identität zu verlieren. Der russische Wirtschaftsjournalist Bogdan Bakaleyko analysiert den Preisschock in Russland. Gurken, Butter oder Eier – vieles ist drastisch teurer geworden.In sozialen Netzwerken dokumentieren Menschen ihre Einkäufe zwischen Sarkasmus und Verzweiflung. Offene Kritik bleibt riskant – der Unmut wächst. In Polen wird die Krise zum Soundtrack. Das Rap-Kollektiv Natura2000 aus Poznań prägt den Trend Matcha Rap: schnelle Beats, Party, Eskapismus. Der teure Matcha-Latte wird zum Symbol einer Generation, die sich kleine Luxusmomente gönnt, während große Träume wie Eigentum immer weiter in die Ferne rücken. Zwischen Supermarktregal und Clubnacht fragt „Tracks East“: Wie prägt wirtschaftlicher Druck die junge Generation – und warum spiegeln Konsum und Kultur oft genauer wider, wie sich eine Krise wirklich anfühlt? (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 08.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 14.04.2026 arte 142. Verstrahlt – Das neue Atomzeitalter
Folge 142 (30 Min.)Bild: ArteAufrüsten statt abrüsten: Die Welt rückt gefährlich nah an ein neues Atomzeitalter. Die „Doomsday Clock“ steht kurz vor Mitternacht. Auslaufende Verträge, neue Atomtests und immer lautere Drohungen verschärfen die Lage. Erinnern sich Politikbetreibende eigentlich noch daran, was nukleare Katastrophen bedeuten? „Tracks East“ hat sich bei denen umgeschaut, die mit der Gefahr leben. In der Ukraine geht es mit Fotograf Anton Yukhimenko in die Sperrzone von Tschernobyl. Trotz Krieg und Zugangsbeschränkungen kehrt er immer wieder zurück – aus Faszination für einen Ort, der für ihn Mahnmal und Lebensinhalt zugleich ist.Die Band Go_A drehte kurz vor dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 ihren Song Shum teilweise in der Tschernobyl-Sperrzone. Seine dystopische Stimmung galt als kultureller Vorbote der angespannten Lage. Das wichtigste nukleare Testgelände der Sowjetunion lag in Kasachstan, insgesamt gab es dort mehr als 450 Explosionen. Rund um das Testgelände lebten all die Jahre über Generationen von Menschen. Die kasachische Filmemacherin Aigerim Seitenova macht ein jahrzehntelang verdrängtes Trauma sichtbar. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 15.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 21.04.2026 arte 143. Wie Gen Z Glaube neu versteht
Folge 143 (30 Min.)Bild: ArteTrends wie „Catholic Core“ oder „Jesus Glow“ machen Glaube und Spiritualität auf TikTok für eine junge Generation greifbarer. In einer Zeit, die von Krisen und Krieg bestimmt ist, sehnen sich junge Menschen immer häufiger nach Ruhe und Halt. Und den können sie im Glauben finden. In Moskau lockt die Kirche des Heiligen Antipas von Pergamon eine Hipster-Generation an: Zwischen Designerjacken und Weihrauch entsteht ein neuer kultiger Ort, der sich dem modernen Stadtleben anpasst. Die Kirche betreibt Café, Filmclub und hat sogar eine eigene Kleidermarke. In Sofia verkörpert Ognian FYRE Pavlov das Rapper-Stereotyp: breit gebaut, tätowiert und männlich. Doch anders als seine Kollegen rappt der Bulgare über Glaube und Gott und ist damit für viele junge Bulgarinnen und Bulgaren ein Vorbild.In Polen steht der katholische Priester Paweł Rakowski für eine andere Perspektive: Nach seinem Coming-out lebt er ohne feste Gemeinde und ringt mit der Institution Kirche. Als er jung war, wollte er von seiner Homosexualität „geheilt“ werden. Seine sexuelle Orientierung konnte er lange Zeit nur schwer akzeptieren. Heute bezeichnet er sich selbst als „obdachlosen“ Priester. Für die Politik wird es immer schwieriger, Religion für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, gleichzeitig wenden sich junge Menschen von offiziellen Institutionen ab. „Tracks East“ fragt, wie definiert die Jugend Religion für sich und woran glaubt sie heutzutage noch? (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 22.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 28.04.2026 arte 144. Der Traum von Amerika – Sehnsucht oder Trugbild?
Folge 144 (30 Min.)Bild: ArteDer „American Dream“ – einst Symbol für Aufstieg, Freiheit und Selbstverwirklichung – steht heute mehr denn je auf dem Prüfstand. In den USA, einem Land, das lange als Ort unbegrenzter Möglichkeiten galt, erleben viele Menschen eine von Unsicherheit und Angst geprägte Realität. „Tracks East“-Reporter Jean-Michel Scherbak zeigt, was aus dem amerikanischen Traum geworden ist. Cain Culto ist ein amerikanischer Rapper und Latino. In seiner Musik übt er harte Kritik an Trump und der Immigrationsbehörde ICE. Inspiriert von den Hymnen südamerikanischer Freiheitskämpfe schreibt er Songs, die seine wachsende Fangemeinde mitreißen und berühren.In einer ihrer Kolumnen lotet die Journalistin Masha Borzunova aus, wie der Begriff „American Dream“ politisch genutzt wird. Von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart zeigt sie, wie Politiker den Traum immer wieder neu definieren. Während sich die Menschen in den USA keine Illusionen mehr machen, ist das Leben im Westen für viele Inder ein erstrebenswertes Ziel. Der Bildhauer Manjit Singh Gill findet, dass sich die Menschen vom Glamour des westlichen Lebens blenden lassen. Doch sein Neffe Ranjit Singh Sangha möchte nichts mehr, als sich in den USA ein besseres Leben aufzubauen – genau wie sein Onkel es bereits getan hat. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 29.04.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 05.05.2026 arte 145. Einsamkeit – Die stille Krise
Folge 145 (30 Min.)Immer mehr junge Menschen leiden unter Einsamkeit.Bild: Cottonbro Studio/PexelsDeutsche Streaming-Premiere Mi. 06.05.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 12.05.2026 arte 146. Afghanistan
Folge 146 (30 Min.)Deutsche TV-Premiere Di. 19.05.2026 arte Folge 147
30 Min.Deutsche Streaming-Premiere Mi. 20.05.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 26.05.2026 arte 148. Indien, zwischen Wirtschaftswunder und Wut
Folge 148 (30 Min.)Schicke Hochhäuser neben Slums: Während die Mittelschicht in Indien wächst, bleiben große Teile der Bevölkerung abgehängt.Bild: Zoshua Colah/UnsplashDeutsche TV-Premiere Di. 02.06.2026 arte Folge 149
30 Min.Deutsche Streaming-Premiere Mi. 03.06.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 09.06.2026 arte Folge 150
30 Min.Deutsche TV-Premiere Di. 16.06.2026 arte
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