163. Nordkorea – Kims Comeback?
Folge 163 (30 Min.)
In Südkorea bereiten sich „Prepper“ auf einen Angriff aus dem Norden vor und halten Notfallausrüstung wie Karten und ein Radio bereit.Bild: Kobalt ProductionsNordkorea ist längst nicht mehr so isoliert, wie es auf den ersten Blick scheint. Im Gegenteil: Kim Jong Un hat in den vergangenen Jahren neue Partner gefunden – und damit mehr Spielraum gewonnen. Vor allem die Beziehungen zu Russland sind deutlich enger geworden. Auch mit China sucht Pjöngjang wieder stärker die Nähe. Gleichzeitig treibt Kim sein Atom- und Raketenprogramm weiter voran. Das ist für ihn ein wichtiges Machtinstrument: Je stärker Nordkorea militärisch aufgestellt ist, desto schwieriger wird es für andere Staaten, Pjöngjang unter Druck zu setzen. „Tracks East“ fragt: Welche Bedeutung haben die neuen Bündnisse und wie groß ist die Gefahr einer Eskalation auf der koreanischen Halbinsel? Für Moskau ist Nordkorea vor allem wegen des Krieges gegen die Ukraine ein wichtiger Partner geworden.Die neue Nähe zwischen Russland und Nordkorea wird auch in Moskau sichtbar. Mehrere nordkoreanische Restaurants wurden eröffnet, immer wieder wird in Ausstellungen die enge Bindung glorifiziert. Ein anonymer Reporter folgt den Spuren der Annäherung durch die russische Hauptstadt. Eine Flucht aus Nordkorea ist extrem gefährlich. Der Künstlerin Jeon Ju-ok gelang sie mit 17 Jahren. Ihre Erfahrungen hielt sie in einem Tagebuch fest, dessen Aufzeichnungen sie nun in einem Online-Comic verarbeitet. Für Menschen in Südkorea ist die wachsende Rolle des Nordens beunruhigend. Sogenannte Prepper bereiten sich aus Angst vor einem nuklearen Angriff auf den möglichen Ernstfall vor. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 18.10.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 24.10.2026 arte 164. In Russlands Visier
Folge 164 (30 Min.)Die „ausländische Agentin“ Masha Borzunova weiß, mit welchen Mitteln Russland seinen hybriden Krieg gegen den Westen führt.Bild: Kobalt ProductionsFarbanschläge auf Wohnungen, zerstochene Reifen, Sabotage an Bahngleisen: Russland führt einen hybriden Krieg gegen den Westen. Für den gescheiterten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig macht die Bundesregierung Russland verantwortlich. Das Ziel: Gesellschaften zu destabilisieren und zu verunsichern. Ausgeführt wird das oft nicht von Profis, sondern von „Wegwerfagenten“: anonym über Telegram angeheuert, oft ohne zu wissen, für wen sie eigentlich arbeiten. Neben dieser diffusen Bedrohung verfolgt Moskau auch ganz gezielt seine Kritiker. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die frühere Pussy-Riot-Aktivistin Rita Flores vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB zur Mitarbeit gezwungen wurde. Auch juristisch zieht Moskau die Daumenschrauben an. Ein neues Duma-Gesetz entzieht Kritikern, die sich im Ausland aufhalten und in Russland verurteilt wurden, praktisch jeden Zugriff auf ihr Leben in der Heimat. (Text: arte)Deutsche Streaming-Premiere So. 25.10.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 31.10.2026 arte 165. Männlichkeit in der Krise
Folge 165 (30 Min.)Mit seiner naturnahen und sportlichen Selbstinszenierung prägt der russische Präsident Wladimir Putin das Bild des „slawischen Mannes“.Bild: Kremlin.ruZu toxisch, zu performativ, zu verweichlicht – darüber, was Männlichkeit alles nicht sein soll, laufen zahlreiche Diskurse parallel. Gleichzeitig maßen sich eine Reihe zweifelhafter Influencer die Deutungshoheit über Männlichkeit an und machen Klicks und Profit mit hanebüchenen Ratschlägen und dem Abfeiern „echter, ursprünglicher“ Männlichkeit. Die finden sie erstaunlich oft bei „den Slawen“. Die russische Propaganda stimmt ein und inszeniert den russischen Präsidenten Wladimir Putin als ultimativ männlichen Anführer, dem der verweichlichte Westen gar nichts kann.Was ist dran am Bild des starken, slawischen Mannes? Wer leidet unter dem Klischee? Und wo gibt es Widerspruch oder Gegenbewegungen? Putins Selbstinszenierung als naturnahes und sportliches Staatsoberhaupt ist in Russland Kult und wird weltweit als Meme verbreitet. Ob oberkörperfrei auf einem Pferd, beim Judo-Training oder in voller Eishockey-Montur auf dem Eis: Diese Bilder haben Wirkung und sind eine dankbare Vorlage für russische Propagandisten. Damit formen sie das Bild des „russischen Mannes“ im In- und Ausland. Gleichzeitig wird mit dem Schimpfwort „Gayropa“ auf Europa gezeigt und der Untergang der westlichen Gesellschaft vorhergesagt. Wie sieht die Realität des „slawischen Helden“ in Wirklichkeit aus und was nützt das ganze Testosteron, wenn man sein Leben angsterfüllt und in einem erbärmlichen Zustand an einen sinnlosen Krieg verliert? „Tracks East“ schaut sich in Europa um und findet heraus, wie dort jeweils mit der männlichen Identitätskrise umgegangen wird. Zwischen neuen Vorbildern, Männlichkeits-Camps und Krieg. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere So. 01.11.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 07.11.2026 arte 166. Kunst, Konzerte, Knast – Putins neue Härte
Folge 166 (30 Min.)In Russland gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, nach dem die Repressionen vor den Wahlen nachlassen, um ein möglichst gutes Ergebnis für die Staatsparteien zu erzielen. Nach den Wahlen drohen dann wieder verschärfte Maßnahmen gegen unabhängige Medien sowie weitere Einschränkungen von Meinungs- und Kunstfreiheit. Aber schon vor den Wahlen lag die Zahl politisch motivierter Strafverfolgungen laut Memorial bei rund 500 neuen Fällen pro Quartal. Dabei werden zunehmend schwerwiegendere Vorwürfe wie Terrorismus und Sabotage genutzt. Wie es sich in Wladimir Putins Gefängnissen anfühlt, hat der US-Amerikaner Evan Gershkovich am eigenen Leib erlebt. Der Journalist des Wall Street Journals wurde 2023 in Russland wegen angeblicher Spionage festgenommen und in einem geheimen Prozess zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.Erst nach 491 Tagen Haft, im August 2024, kam er bei einem Gefangenenaustausch frei. Bei „Tracks East“ spricht er über seine Erfahrungen und über sein neues Buch „Dieses verfluchte wunderschöne Land“. Darin erzählt er von seinem Alltag im Gefängnis, von den Verhören und wie er Russland vor seiner Verhaftung erlebt hat. Wer mit Musik oder Kunst Kritik an der Regierung übt, riskiert oft, verhaftet zu werden. Davon erzählt die Mitglieder der Petersburger Band Stoptime: Nachdem ihre regimekritischen Straßenauftritte bekannt wurden, nahmen die Behörden die Musiker mehrfach fest. Schließlich verließen Mitglieder der Band Russland. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 14.11.2026 arte Folge 167
30 Min.Deutsche TV-Premiere Sa. 21.11.2026 arte 168. Überwacht – Sicherheit um jeden Preis?
Folge 168 (30 Min.)Sogenannte Smart Cities versprechen Sicherheit. Die dazu installierten Kameras stützen sich auf Künstliche Intelligenz, wenn sie Gesichter scannen, Kennzeichen von Autos lesen oder anhand von Verhaltensmustern Gefahrenanalysen erstellen. „Tracks East“ fragt: Wie weit reicht die Überwachung – und wer kontrolliert die Daten? Von seinen Followern wird Nomark als „real life Batman“ bezeichnet. Er filmt sich dabei, wie er Flock-Kameras in den USA demontiert. Damit überschreitet er die Grenzen des Legalen. Doch in den USA regt sich Widerstand gegen diese Kameras, nachdem bekannt wurde, dass die Daten an staatliche Institutionen und private Sicherheitsfirmen verkauft wurden. „Tracks East“ begleitet Nomark in Minneapolis.Die Proteste gegen die Regierung in der georgischen Hauptstadt Tbilissi sind weniger geworden. Ein Grund dafür: die Angst vor den Überwachungskameras. Die Industrial-Metal-Band Quemmekh sang vor zwei Jahren auf den Protesten: „Manchmal muss man alles niederbrennen, bevor etwas neu entstehen kann“. Heute muss sich der Sänger eingestehen, dass die Proteste nicht erfolgreich waren. Der serbische Journalist Aleksa Tešić hat einen Film über die chinesischen Spionage-Programme „Novispy“ und „Pegasus“ gemacht. Sie wurden auf Handys von Studierenden gefunden, die bei einer Routine-Polizeikontrolle kurz ihre Mobiltelefone abgeben sollten. Dieser Fall zeigt nicht nur die wachsende Überwachung, sondern auch den steigenden Einfluss Chinas in Serbien. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 28.11.2026 arte
