150. Der Kampf der Ukraine um die Kultur
Folge 150 (30 Min.)
Bild: ArteMusik und Kunst sind Teil eines Kampfes um Identität und Sichtbarkeit geworden. Welche Verantwortung tragen Kunstschaffende im Krieg? „Tracks East“ sucht Antworten auf diese Frage. Auf der Biennale di Venezia entzündet sich der Streit um Kunst und Neutralität. Die Rückkehr Russlands sorgt für Proteste. Kritikerinnen und Kritiker sprechen von Kultur-Washing, während andere auf die Freiheit der Kunst pochen. Kann Kunst in Zeiten des Krieges überhaupt neutral sein? Die Bildhauerin Zhanna Kadyrova zeigt im ukrainischen Pavillon ihre Skulptur „Sicherheitsgarantien“, die einst nahe der Front stand und heute durch Europa reist.Pianist Maksym Shadko ist anders als viele andere Musikerinnen und Musiker in der Ukraine geblieben. Er konzentriert sein Repertoire auf ukrainische Komponisten. Soldat und Saxophonist Andrii Barmalii ist Teil der Cultural Ukrainian Forces – eine Einheit innerhalb der ukrainischen Streitkräfte, deren Aufgabe es ist, Kultur an die Front zu bringen. Und beim Eurovision Song Contest nutzt die Ukraine die größte Pop-Bühne Europas, um ihr kulturelles Selbstverständnis einem Millionenpublikum zu vermitteln. Kultur ist in Kriegszeiten keine Nebensache und häufig mehr als Unterhaltung: Sie wird Teil des Widerstands. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 10.06.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 16.06.2026 arte 151. Das Baltikum in Moskaus Visier
Folge 151 (30 Min.)Das Baltikum befindet sich aktuell in der gefährlichsten Sicherheitslage seit Ende des Kalten Krieges. Regelmäßig gibt es GPS-Störungen, Drohnen über sensibler Infrastruktur, beschädigte Unterseekabel und gezielte Desinformation. Mit hybriden Angriffen versucht Russland die baltischen Staaten und damit die Nato zu destabilisieren, ohne offiziell Krieg zu führen. In Narva, Estlands Grenzstadt zu Russland, erlebt die Bevölkerung die Spannungen unmittelbar. 95 Prozent der Einwohner sprechen Russisch. Zum „Tag des Sieges“ inszeniert Russland im benachbarten Iwangorod eine patriotische Großveranstaltung.Gemeinsam mit der Fotografin Maria Kopytova blickt „Tracks East“ auf eine Stadt zwischen europäischem und russischem Einfluss. Der Suwałki-Korridor zwischen Litauen und Polen gilt als eine der verwundbarsten Stellen der Nato. Sollte Russland diesen Korridor besetzen, wäre das Baltikum auf dem Landweg vom Rest der Nato abgeschnitten. Deshalb will Litauen ganz in der Nähe einen neuen Truppenübungsplatz bauen. Doch das Vorhaben sorgt bei den Bewohnern der kleinen Ortschaft Kapčiamiestis für Streit. In den letzten Jahren haben alle baltischen Staaten versucht, die Verwendung ihrer Landessprache unter russischsprachigen Bürgern zu fördern. Lettland steht dabei vor der größten Herausforderung, da jeder dritte der rund 1,8 Millionen Einwohner im Alltag Russisch spricht. In Riga trifft „Tracks East“ eine junge Galeristin und Clubbetreiberin, die ihre Sicht auf den Sprachkonflikt, der die lettische Gesellschaft spaltet, mit uns teilt. (Text: arte) Deutsche Streaming-Premiere Mi. 24.06.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Di. 30.06.2026 arte 152. Russland zwischen Stalin und Widerstand
Folge 152 (30 Min.)Deutsche Streaming-Premiere So. 28.06.2026 arte.tv Deutsche TV-Premiere Sa. 04.07.2026 arte 153. Wie das Netz uns manipuliert
Folge 153 (30 Min.)Reisevideos, Lifestyle-Posts, Musikclips – auf den ersten Blick nichts Politisches. Doch hinter scheinbar harmlosen Social-Media-Inhalten steckt zunehmend kalkulierte Propaganda: oft staatlich gesteuert, zielgerichtet und kaum als solche erkennbar. Genau das ist das Prinzip von Soft-Propaganda: Wer seinen Alltag zeigt, wirkt authentisch. Wer authentisch wirkt, dem wird geglaubt. Und wem geglaubt wird, der kann Meinungen formen – über Likes, Stories und Videos. Russland lässt westliche Influencer das Land als „normalen“, missverstandenen Staat darstellen. In besetzten ukrainischen Gebieten werden seit April 2026 junge Creator in Content-Camps ausgebildet, um prorussische Narrative zu verbreiten.In Mariupol zeigen Videos den scheinbaren Glanz des Wiederaufbaus. In den USA ist Social Media das Ökosystem der neuen Rechten. Steve Vilchez aus Texas war zwölf Jahre alt, als er anfing, Influencern wie Charlie Kirk und Ben Shapiro zu folgen. Erst der Sturm auf das Kapitol brachte Zweifel. China wiederum lädt internationale Influencer auf bezahlte Städtetouren ein, um sein Narrativ zu pushen – während im bedrohten Taiwan Rapperin Yang Shu-Ya einer der wenigen Artists ist, die sich offen dagegen positioniert. (Text: arte) Deutsche TV-Premiere Sa. 25.07.2026 arte
