135. Jung und chronisch müde – Die unsichtbare Krankheit Narkolepsie
Folge 135 (32 Min.)
Jung und chronisch müde – Die unsichtbare Krankheit Narkolepsie. Celia Graf schläft im Zug ein.Bild: SRFNie richtig wach, nie wirklich frei: Wer mit Narkolepsie lebt, ringt Tag für Tag mit einer bleiernen Müdigkeit, plötzlichen Schlafattacken und Kontrollverlust über den eigenen Körper. «rec.»-Reporterin Viktoria Seger begleitet drei junge Menschen, deren Alltag von der Krankheit diktiert wird.Die 24-jährige Jasmina Berchill nimmt am Morgen, bevor sie zur Arbeit geht Ritalin. «Das Medikament hilft mir, dass ich die Müdigkeit im Griff habe und nicht die Müdigkeit mich. Aber ich bin trotzdem noch müde.» Damit sie in der Nach schlafen kann, braucht sie ein starkes Schlafmittel. Narkolepsie ist eine neurologische Schlaf-Wach-Störung, bei der die natürliche Regulierung von Schlaf und Wachheit gestört ist. Ihren Job als Direktionsassistentin kann Jasmina nur in einem 50%-Pensum und mit Pausen, in denen sie schlafen kann, meistern. Celia Graf ist schon in den unpassendsten Situationen eingeschlafen. Zum Beispiel während eines Gesprächs mit ihrem Partner. Neben den Schlafattacken leidet Celia Graf auch an Kataplexie, einer Muskelerschlaffung, die bei starken Emotionen auftritt. Muss sie beispielsweise stark lachen, kann es sein, dass sie die Kontrolle über gewisse Körperteile verliert. Celia nimmt an einer neuen Medikamentenstudie teil. Das gibt ihr nun Hoffnung auf mehr Lebensqualität. Auch Noah Boschung war Teil der Studie. Doch bei ihm erzielten die Medikamente nicht erwünschte Wirkung. Noah studiert Psychologie und schläft in den Vorlesungen regelmässig ein. Dank des Nachteilsausgleichs darf er bei Prüfungen Pausen fürs Schlafen einlegen und Vorlesungen als Podcast hören. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 15.09.2025 YouTube Deutsche TV-Premiere Di. 20.10.2026 3sat Original-TV-Premiere Mo. 29.09.2025 SRF zwei 136. Vintage im Trend – Warum wollen Junge wie Boomer leben?
Folge 136 (27 Min.)Manuel lebt ohne Smartphone.Bild: SRFPlattenspieler statt Spotify, Analogkamera statt iPhone-Bilder, Brockenhaus statt Fast Fashion: Immer mehr junge Menschen leben bewusst retro. Warum zieht es ausgerechnet die Digital-Natives ins Gestern zurück – und was finden sie dort, was ihnen im Heute fehlt?Der 34-Jährige Manuel lebt ohne Smartphone. Für den Berner Rapper ist digitaler Verzicht kein Rückschritt, sondern Haltung. Beni verbringt jede freie Minute in seiner Autowerkstatt. Alte Fahrzeuge seien für den 30-jährigen Gleisbauer keine Statussymbole, sondern «handgemachte Geschichte». Und die 23-jährige Filmwissenschaft-Studentin Kira trägt Secondhand, hört Schallplatten und fotografiert analog. «Wir leben in einer schnelllebigen Welt und Retro hilft mir, von allem Belastenden wie zum Beispiel Social Media Abstand zu gewinnen», sagt sie. Für Kira ist das Teil eines bewussten Innehaltens. Ihre Liebe zum Alten hat aber einen tieferen Ursprung: Sie begann nach dem Tod ihrer rumänischen Grosseltern. Durch die Analogfotografie fühlt sie sich ihrem Grossvater noch heute verbunden. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 22.09.2025 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 06.10.2025 SRF zwei 138. Frauen im Militär – Belästigt, beschämt, überhört?
Folge 138 (23 Min.)rec. Mobbing Célines GedenkstätteBild: SRFLeutnant Georgina Mermod ist 22 Jahre alt und führt im Wiederholungskurs in St. Gallen ein Team von Männern. Als Quartiermeisterin ist sie verantwortlich für Finanzen, Logistik und Versorgung – und kämpft dabei auch gegen Vorurteile. «Wenn man wirklich mehr Frauen in der Armee will, muss endlich mehr geschehen. Bisher tut sich schlicht zu wenig», sagt sie.Noch immer ist vieles auf Männerkörper ausgelegt: Schutzwesten drücken, Uniformen sind zu gross und sogar der Hodenschutz gehört zur Standardausrüstung. Eine weibliche Anpassung gibt es kaum. Gleichzeitig erleben laut einer Studie 94 Prozent der Soldatinnen eine Form von sexualisierter Gewalt. Lisa, angehende Offiziersanwärterin, wurde von einem Vorgesetzten belästigt. «Ich habe mich getraut, etwas zu sagen und trotzdem ist er weiterhin an der Schule tätig.» «rec.»-Reporterin Elma Softic geht der Frage nach, wie schwer es Frauen im Militär haben, und ob die Armee für Veränderung wirklich bereit ist. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 20.10.2025 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 27.10.2025 SRF zwei 140. Mein Schweizer Pass – Mehr als nur ein Stück Papier
Folge 140 (25 Min.)rec. Mein Schweizer Pass – Mehr als nur ein Stück Papier. Reporterin Sofika Yogarasa mit ihrem Schweizer Pass.Bild: SRFFür viele Menschen mit Migrationsgeschichte steht der Schweizer Pass für Identität, Sicherheit und Anerkennung. Doch der Weg dorthin ist oft von Unsicherheit, Ablehnung und dem schmerzhaften Gefühl des Nicht-Dazugehörens geprägt.«rec.» -Reporterin Sofika Yogarasa begibt sich auf eine persönliche Spurensuche. Elf Jahre nach ihrer eigenen Einbürgerung kehrt sie an den Ort ihres damaligen Einbürgerungsgesprächs in Geroldswil zurück. Als junge Frau mit tamilischen Eltern, in der Schweiz geboren und aufgewachsen, war ihr der Schweizer Pass ein grosses Anliegen. Sie erhoffte sich Schutz, Sicherheit und das Gefühl dazuzugehören. Artina Ahmeti wurde der Schweizer Pass gleich zweimal verwehrt – eine Erfahrung, die sie zutiefst erschütterte: «Wie soll ich dann erklären, dass ich ein Teil von der Schweiz bin, wenn Sie mich gar nicht als Teil sehen wollen?» Alişiyar Sürensoy, ebenfalls in der Schweiz geboren und aufgewachsen, konnte sich erst kürzlich einbürgern lassen. Für ihn ist der Schweizer Pass ein Stück Freiheit und der offizielle Beweis seiner Identität. «Ich bin Schweizer und basta!», betont er und muss doch immer wieder beweisen, dass er «genug Schweizer» ist. Für viele ist der Weg zum Schweizer Pass seit der Überarbeitung der Einbürgerungsbestimmungen im Jahr 2018 nicht einfacher geworden. Dies bestätigt eine neue Studie der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen (EKM), die die Regierung berät. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 10.11.2025 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 17.11.2025 SRF zwei 141. Schweizerin gegen Genitalverstümmelung – Der lange Weg aus der Tradition
Folge 141 (32 Min.)Sara Aduse draussen auf der Strasse.Bild: SRFMit sieben Jahren durchlebte Sara Aduse in Äthiopien die Beschneidung. Nachdem sie mit zwölf in die Schweiz ausgewandert ist, wurde sie hier zur Aktivistin gegen die Beschneidung. Nach über 20 Jahren kehrt sie nun in ihre alte äthiopische Heimat zurück, um dieser Praxis ein Ende zu setzen.Sara Aduse hat alles aufgegeben für ihre Vision: «Ich werde das machen, bis ich sterbe.» Die 34-Jährige will im Osten Äthiopiens die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung beenden. Dort werden rund 80 Prozent der Mädchen beschnitten. Weltweit haben 230 Millionen Frauen eine Form von genitaler Verstümmelung erlebt. Die Genitalverstümmelung ist grausam. Trotzdem ist die Tradition tief verankert. «Das Gute überwiegt», sagt eine Befürworterin. «Die Mädchen würden ruhiger», so eine weitere Befürworterin. Sara setzt auf Aufklärung und Dialog. «Meine direkte Art kommt nicht immer gut an», sagt sie. Aber aufgeben kommt nicht in Frage: Kein Mädchen solle erleben, was sie habe durchmachen müssen. «rec.»-Reporter Livio Chistell begleitet Sara Aduse in Äthiopien. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 17.11.2025 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 24.11.2025 SRF zwei 142. Druck in der Spitzenküche – Zwischen Perfektion und Nervenzusammenbruch
Folge 142 (23 Min.)In der Spitzengastronomie ist der Stress enorm, die Arbeitstage lang und der Lohn tief. Für perfekte Gerichte gehen viele an ihr Limit – doch zu welchem Preis? rec.-Reporterin Milena Burch begleitet Personen in der Sternenküche und blickt auf die Schattenseiten der Spitzengastronomie.Bis heute leidet Lukas unter den Folgen seiner Vergangenheit in der Spitzenküche. Während seiner Lehrzeit in einem Sternenrestaurant wurde er so von seinem Chef schikaniert und unter Druck gesetzt, dass er unter anderem Schlafprobleme bekam und als Beruhigung zu Suchtmitteln griff. «Der.Anspruch war Perfektionismus, ja nicht den Stern verlieren. Dafür wurde sehr viel in Kauf genommen.» Mit seinen Erlebnissen ist Lukas leider nicht allein. Die Gastronomie gilt als eine der stressigsten Branchen und fast jede dritte Person bricht die Ausbildung ab. Auch Eric kam in der Spitzenküche an sein persönliches Limit. Wegen dem hohen Druck in der Spitzengastronomie erlitt er einen Nervenzusammenbruch. «Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und konnte es mir nicht vorstellen, zurück in die Küche zu gehen, weil ich sofort zusammengebrochen wäre.» (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 24.11.2025 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 01.12.2025 SRF zwei 144. Zwischen Freundschaft und Isolation – Wie sozial ist Gamen?
Folge 144 (28 Min.)rec. Zwischen Freundschaft und Isolation – Wie sozial ist Geben? Gamerin Nadie Leimbacher an der SwitzerLANBild: SRFÜber zwei Millionen Menschen in der Schweiz gamen regelmässig – und doch hält sich ein hartnäckiges Bild: Gaming mache einsam. «rec.»-Reporterin Michèle Rüedi trifft Menschen, die durch Gaming Freundschaften gefunden haben und solche, die sich darin verloren haben.LAN-Partys feiern gerade ein Comeback: An der SwitzerLAN in Bern treffen sich 2’000 Gamerinnen und Gamer, hängen sich ans gleiche Netz und spielen 72 Stunden lang durch. Für viele ist das nicht einfach ein Event, sondern ein sozialer Treffpunkt: Ein Ort, an dem Online-Freundschaften plötzlich real werden. So auch für Adrian, Meli und Nadine, die sich durchs Gamen zusammengefunden haben und mehrmals im Jahr gemeinsam an LAN-Partys reisen. Doch Gaming hat auch eine andere Seite: Der 34-jährige Fotograf Flavio verlor während der Coronapandemie fast alle Aufträge und flüchtete sich bis zu 16 Stunden pro Tag in Videospiele. Während sein Umfeld vor allem seine Erschöpfungsdepression bemerkte, wusste kaum jemand, wie sehr ihn Gaming zusätzlich isolierte. «Ich gebe nicht dem Gaming die Schuld, sondern mir selbst», sagt er rückblickend. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 08.12.2025 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 15.12.2025 SRF zwei 145. Sexuelle Belästigung im ÖV – Wie reagieren?
- Alternativtitel: Sexuelle Übergriffe im ÖV – Wie reagieren?
Folge 145 (27 Min.)Jede dritte Frau in der Schweiz erlebt sexuelle Belästigung im öffentlichen Verkehr – auch «rec.» -Reporterin Manuela Morgenthaler. Sie und weitere Betroffene erzählen, wie es ist, wenn die Fahrt im Zug oder Bus plötzlich zum Albtraum wird.Ursina fühlte sich auf der Zugfahrt beobachtet und blickte von ihrem Handy auf: «Ich sah sein entblösstes Glied. Er war voll im Akt.» Obwohl sie sonst eine schlagfertige Person ist, war sie in diesem Moment geschockt und wie gelähmt. «Ich konnte nicht reagieren, schaute wieder in mein Handy und versuchte das Geschehen zu verdrängen», erzählt sie. Auch Lena (Name geändert) hatte ein Horrorerlebnis während einer Zugreise. Das Bild des Mannes, der neben ihr masturbierte, geht ihr seither nicht mehr aus ihrem Kopf. Sie fährt heute nicht mehr gleich Zug wie vor diesem Ereignis. Lena konnte den Vorfall zwar bei einem Zugbegleiter melden, verzichtete dann aber auf eine Anzeige. «rec.»-Reporterin Manuela Morgenthaler zeigte den jungen Mann an, der sie im öffentlichen Verkehr belästigte. Das war wichtig und richtig, wie sich später herausstellte. Wie kann man sich vor Belästigungen und Übergriffen schützen? Und lohnt sich eine Anzeige auch gegen Unbekannt? Im Gespräch mit Polizist:innen und einem Transportpolizisten wird deutlich, dass Anzeigen wichtig und sinnvoll sind. Sie setzen ein klares Zeichen und können weitere Taten verhindern. (Text: SRR) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 15.12.2025 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 22.12.2025 SRF zwei 146. Postpartale Depression – Wenn das Mutterglück ausbleibt
Folge 146rec. Postpartale Depression Gabriela Caprez und ihr KindBild: SRFNach der Geburt ihres zweiten Kindes erlebt Lina zum zweiten Mal eine postpartale Depression. Statt Freude bestimmen Trauer, Hoffnungslosigkeit und Ängste ihren Alltag. Die Bindung zu ihrem Kind blieb aus, was sie bitter bereut. Schuldgefühle belasten zusätzlich. 15 bis 20 Prozent der Frauen haben nach der Geburt mit Depressionen zu tun. Auch Gabriela und Rahel kennen den langen Weg aus dem seelischen Tief. Mit Therapie und Unterstützung finden sie Schritt für Schritt zurück in den Alltag, fühlen Hoffnung und die Kraft, als Mutter voll da zu sein. (Text: SRF)Deutsche Streaming-Premiere Mo. 29.12.2025 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 05.01.2026 SRF zwei 147. Sexarbeit – Gezeichnetes Leben einer Prostituierten
Folge 147 (28 Min.)Evi arbeitet seit über 20 Jahren in der Prostitution. Die «rec.»-Reportage begleitet sie während eines langen Arbeitstags in ihrem Studio in einem Schweizer Dorf. Ein Alltag zwischen Kunden und Routinen – freiwillig, aber körperlich und psychisch fordernd.Evi begann mit 17 Jahren in der Prostitution zu arbeiten. «Sex ist für mich ganz normal. Und ob man dafür zahlt oder nicht, kommt nicht darauf an», sagt sie. Doch ihr Verhältnis zur Sexualität ist geprägt durch Missbrauch in der Kindheit. «Ich spüre meine Grenzen nicht immer.» Über Jahre arbeitete sie in Erotikstudios, teilweise bis zu 21 Stunden am Stück. Die Belastung führte zu gesundheitlichen Problemen wie Leistenbrüchen. Seit sieben Monaten arbeitet Evi selbstständig und will die Kontrolle bei sich behalten. «Wenn jemand fragt, ob ich es ohne Kondom mache, blockiere ich ihn auf WhatsApp.» «rec.»-Reporterin Rahel Lenz wartet während der Kundenkontakte in der Küche nebenan. Der Film zeigt den ungeschminkten Alltag: Putzen, Waschen, das Bett neu beziehen, bedienen – immer wieder von vorne. «Ich esse den ganzen Tag nichts, sonst kann ich nicht gut bedienen.» Und: «Manchmal ist es schon deprimierend, wie eine ewige Schlaufe.» (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 12.01.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 19.01.2026 SRF zwei 148. Im Sog der Verschwörungstheorien – Wenn Misstrauen das Weltbild prägt
Folge 148Bild: SF2Für Roland Schätti ist seit der Corona-Pandemie klar: Eine geheime Elite diktiert das Weltgeschehen und steuert Politik, Wissenschaft und die Medien. «Die Nahrungsmittelindustrie vergiftet uns, damit die Pharmaindustrie Geld an uns verdienen kann», sagt er – überzeugt von einem System, das gegen die Bevölkerung arbeitet.Auch für Prisca Würgler hat die Corona-Pandemie das Leben auf den Kopf gestellt. Weil sie sich weigerte, im Schulunterricht eine Maske zu tragen, verlor sie ihre Stelle als Primarlehrerin. «Die Corona-Massnahmen waren ein Verbrechen an der Menschheit. Eine Maske tragen zu müssen, fühlte sich für mich wie ein Missbrauch, wie eine Vergewaltigung an.» Heute gibt sie ihrer Wut und ihrem Misstrauen in Staat und System eine Stimme: mit der Gründung der Zeitschrift «Die Freien». Sie ist der Meinung, kritischen und unabhängigen Journalismus zu machen. Doch die publizierten Inhalte stehen im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen. Für den Reporter ist diese Reportage ein Balanceakt: aufmerksam zuhören und verstehen – ohne dabei journalistische Verantwortung zu verlieren oder Verschwörungstheorien eine Bühne zu bieten. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 26.01.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 26.01.2026 SRF zwei 150. Escort und Glamour – Was steckt hinter dem Klischee?
Folge 150Bild: SRFMia ist 23 Jahre alt und sieht sich als selbstständige Unternehmerin im Sexgewerbe. Für sie ist der Job der Inbegriff von Unabhängigkeit. Sie setzt die Regeln, zieht die Grenzen, räumt aber auch mit dem Mythos vom schnellen Reichtum auf: «Ich verdiene nicht mehr als in einem 0815-Job.»Maria, 41 Jahre alt, blickt auf über 20 Jahre Sexarbeit zurück. Ihre Erfahrungen mit Escort-Agenturen fallen nüchterner aus. «Ich musste vieles über mich ergehen lassen», sagt sie. Schutz habe es kaum gegeben. Zwar habe sie gut verdient, «aber es hatte seinen Preis». (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 23.02.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 02.03.2026 SRF zwei 152. Leben mit Zwangsstörungen – Kampf um Kontrolle
Folge 152 (24 Min.)Mirco Biscioni leidet an einer Zwangsstörung.Bild: SRF«Ich hatte Angst, mich anzustecken.» Für Mirco wurde selbst das Berühren eines Türgriffs zur Bedrohung, aus Angst vor Vergiftung. Bis heute lebt er mit Wasch- und Kontrollzwängen. Auch Céline kämpfte mit belastenden Zwangsgedanken. Eine «rec.»‑Reportage über Alltag und Umgang mit Zwangsstörungen.«Es hat mir komplett die Lebensfreude entzogen», sagt Céline über ihre Zwangsgedanken. Erste Symptome traten in ihrer Teenagerzeit auf. Immer wieder drängte sich derselbe beunruhigende Gedanke auf: «Was, wenn ich jemanden in der Öffentlichkeit sexuell belästige?» Wie eine Schallplatte mit Sprung liefen die irrationalen Befürchtungen in Dauerschleife. Aus Scham sprach sie jahrelang mit niemandem darüber. Psychologe Paul Lukas bestätigt: Viele Betroffene leiden im Verborgenen aus Angst vor Unverständnis. Der Weg zur Heilung führt oft über Konfrontation. «rec.»‑Reporterin Anna Kreidler begleitet Mirco bei einer Expositionstherapie, in der er sich seiner Furcht vor einer Kontamination stellt und schmutzige Wäsche anfassen und in die Waschmaschine legen muss: «Wenn ich Angst habe, dann mache ich es halt mit Angst.» (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 16.03.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 23.03.2026 SRF zwei 153. Nachtschicht – Unsichtbare Arbeit
Folge 153 (23 Min.)Lino fängt abends um 23 Uhr seine Schicht im Shoppi Tivoli in Spreitenbach an.Bild: SRFWenn alle andere schlafen, fangen sie erst an: Lino und Firdeusa arbeiten in der Nacht. Lino als Sicherheitsmitarbeiter im grössten Shoppingcenter der Schweiz, Firdeusa putzt Busse des öffentlichen Verkehrs. Ihr Einsatz wird oft erst bemerkt, wenn er mal fehlen würde.Firdeusas Nachtschicht beginnt um 3:30 Uhr. Seit 20 Jahren putzt sie die grossen Gelenkbusse, damit diese am Morgen sauber wieder losfahren können. Als ihre drei Kinder noch klein waren, sei der Job ideal für sie gewesen: «Ich war tagsüber für meine Kinder da und konnte gleichzeitig Geld verdienen.» Denn, so ist Firdeusa überzeugt, eine Frau sollte finanziell unabhängig sein. Trotzdem wünscht sie sich für ihre Töchter einen anderen Job. Lino ist vor Kurzem zum zweiten Mal Vater geworden. Auch er kümmert sich um die Kinder und fängt abends um 23 Uhr seine Schicht im Shoppi Tivoli in Spreitenbach an. Rund 25 Kilometer läuft er während seiner Arbeit. Besonders kritisch wird es zwischen 3 und 5 Uhr morgens. Es ist der Moment, in dem der Körper rebelliert, die Konzentration schwindet und nur noch ein Energydrink gegen das biologische Tief hilft. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 30.03.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 13.04.2026 SRF zwei 154. Sexarbeit nach Missbrauch – Bewältigung eines Kindheitstraumas (Teil 2)
Folge 154 (28 Min.)Evi erzählt, wie die sexualisierte Gewalt bis heute nachwirkt.Bild: SRFEvi wurde als Kind sexuell missbraucht. In der «rec.»-Reportage erzählt sie, wie die sexualisierte Gewalt bis heute nachwirkt. Im Alltag, in ihrer Beziehung und vor allem in ihrer Arbeit als Prostituierte.Seit ihrem achten Lebensjahr wurde Evi von ihrem Grossvater missbraucht. «Nach dem Missbrauch gab er mir jeweils zehn oder zwanzig Franken». Danach sei sie wie gelähmt gewesen und habe als Kind nicht verstanden, was mit ihr geschah. Vier Jahre bleibt alles unentdeckt. Dann wagt Evi das Unaussprechbare auszusprechen. «Mein Vater schlug mich, als ich vom Missbrauch erzählte. Er stelle mich als Lügnerin dar.» Heute ist Evi 42 Jahre alt und arbeitet seit über zwanzig Jahren in der Prostitution. «Meine Vergangenheit hat mit meinem heutigen Job zu tun. Ich bin quasi an diese Arbeit herangeführt worden.» Grenzen habe sie sich erst mit der Zeit erarbeitet. Heute sei sie kein Spielball mehr. Mit ihrem Mann Tom führt Evi ihre bislang längste Beziehung. «Ich kenne ihre Triggerpunkte», sagt er. Und Evi ergänzt: «Manchmal weiss er sogar vor mir, wie am besten zu reagieren ist.» Den Umgang mit dem Erlebten bleibt ein fortlaufender Prozess. Mit Strategien, die sich im Laufe der Zeit verändern. Dazu gehört auch das zeitweise Verdrängen. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 06.04.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 20.04.2026 SRF zwei 155. Reiches Land, harte Realität – Obdachlosigkeit in der Schweiz
Folge 155Sandro lebt seit 23 auf der Gasse.Bild: SRF«Das Leben auf der Strasse ist der Horror», sagt der 40-jährige Sandro. Er lebte 23 Jahre lang mehrheitlich auf der Gasse. Wenn er an seinem ehemaligen Schlafplatz in einer Tiefgarage steht, wird das Ausmass dieser Erfahrung deutlich. Nach seiner Lehre als Mauerer sei er in die Drogen gerutscht und auf der Strasse gelandet. Besonders zu schaffen machen ihm die Vorurteile und Äusserungen der Mitmenschen: «Sie denken, wir seien gerne in dieser Szene, aber das sind wir überhaupt nicht. Das Leben auf der Strasse ist ein einziger Kampf.»In der Notschlafstelle «Schlafguet» in Olten verbringt die Reporterin eine Nacht und spricht mit Saiko. Nach einem Ehebruch hat er seine Wohnung verloren und lebt seither auf der Strasse. Wann immer möglich schläft er in der Notschlafstelle, wo er auch ein warmes Abendessen und ein Frühstück kriegt. Es könne schnell passieren, dass man kein Dach mehr über dem Kopf habe, sagt er. Ein Schicksalsschlag genüge. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 13.04.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 27.04.2026 SRF zwei 156. Leben in der Gross-WG – Idylle oder Chaos?
Folge 156 (32 Min.)Philippe Brügger, Lena Hochuli, Elena Landös und Leandra Gubser leben gemeinsam n einer WG mit insgesamt neun Personen.Bild: SRFNeun Menschen, ein gemeinsamer Alltag. Rec.-Reporterin Viktoria Seger taucht ein in das Leben einer 9er‑WG. Zwischen Frühlingsputz und WG-Sitzung zeigt sich, ob die Wohnform entlasten kann, welche Herausforderungen sie mit sich bringt und welche Rolle die Angst vor Isolation spielt.Aus finanziellen Gründen haben sich die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner der 9er-WG in Zürich nicht für die Grosswohnform entschieden. Es ist das Leben in der Gemeinschaft, was sie suchen. Den Alltag gemeinsam zu bestreiten und nicht alles allein stemmen zu müssen. Doch das Zusammenleben mit so Vielen braucht Struktur. Die Wohngemeinschaft organisiert sich über diverse Whatsapp-Chats und regelmässige WG-Sitzungen. Das Finden von Kompromissen gehört dabei zur Tagesordnung. Vor allem wenn es um finanzielle Themen gehe, kann es auch zu längeren Diskussionen kommen, erzählen die Mitbewohnenden. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 27.04.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 04.05.2026 SRF zwei 157. Bauarbeiter – Primitiv und ungebildet?
Folge 157 (24 Min.)Maurer und Geschäftsinhaber Carlos HellerBild: SRFEnergydrinks, Zigaretten und kaputte Rücken: Die Realität auf dem Bau ist weit entfernt von romantischer Handwerksidylle. «rec.»-Reporterin Elma Softic begleitet den Maurer und Geschäftsinhaber Carlos Heller und seinen Hilfsarbeiter «Fippi» bei der Arbeit.Wer baut eigentlich unsere Häuser? Das fragt sich Reporterin Elma Softic und kann mit Carlos auf die Baustelle. Er und seine Mitarbeiter arbeiten im Akkord – am Ende des Tages zählen die vermauerten Steine. «Hier läuft alles auf Leistung. Der Konkurrenzkampf auf dem Bau ist extrem», sagt der 36-Jährige mit einer Zigarette in der einen und dem Energydrink in der anderen Hand. Carlos erzählt, dass praktisch jeder von ihnen ein körperliches Gebrechen hat. Fippi hat seit Jahren Rückenschmerzen vom Steine buckeln und Mörtel anrühren. Trotzdem wolle er es bis zum Rentenalter 60 durchziehen, sagt er. Fast 40 Prozent der gelernten Maurer verlassen den Beruf nach wenigen Jahren. Doch Carlos würde mit niemandem tauschen. «Wenn ich am Abend an der Bar neben einem Mann im Anzug stehe, bin ich eindeutig stolzer», sagt er. In jeder fertigen Mauer sieht er, was er geleistet hat. Nur die Wertschätzung und Sichtbarkeit fehlen ihm. «Wir Maurer werden häufig übersehen.» (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 04.05.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 11.05.2026 SRF zwei 158. Disziplin, Schmerz, Shaolin – Im Kung-Fu-Retreat mit Sacha Wenk
Folge 158 (33 Min.)Shaolin-Schüler Sacha WenkBild: SRFHärte und Schmerz statt Komfort: Sacha Wenk brach mit 17 Jahren alle Zelte ab, um in China Kung-Fu zu meistern. Heute gibt der Shaolin-Schüler und Social-Media-Star seine Grenzerfahrungen in Retreats weiter. «rec.»-Reporter Livio Chistell besucht ihn und wagt sich selbst an seine Schmerzgrenzen.Warum suchen Menschen freiwillig Härte und Schmerz in einer Gesellschaft, die Komfort zum Ideal erhoben hat? Für Sacha Wenk, halb Schweizer, halb Deutscher, war der Ausbruch aus dieser Zone lebensverändernd. «Vor Kung-Fu war ich komplett orientierungslos», gesteht er heute. Er fand sich im europäischen Schulsystem nicht zurecht, brach sein Abitur ab und ging nach China zu einem Kung-Fu-Meister. Bis heute trainiert der 26-Jährige mit ihm, um die Kampfkunst zu perfektionieren. «Ich kann sagen, ich habe den härtesten Lehrer, den es gibt.» Im Reich der Mitte lebt der Walliser den Klosteralltag als Shaolin-Schüler. Im Westen wurde er mit seinen Kung-Fu-Videos unter dem Namen «Sachka» zum Social-Media-Star. In beiden Welten ist Selbstoptimierung durch körperliche und mentale Grenzerfahrung ein Thema. In mehrwöchigen Retreats fordert er Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt körperlich und mental heraus mit Ausdauertraining, Kung‑Fu‑Formen und Übungen, in denen es darum geht, Schmerzen auszuhalten. «Leute fragen mich immer, ob ich nicht wahnsinnig sei», sagt eine der Teilnehmerinnen. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 18.05.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 25.05.2026 SRF zwei 159. Sex, Daten, Job – Alles nach dem Zyklus
Folge 159 (30 Min.)Maja Juzwiak plant den Alltag nach ihrem Menstruationszyklus.Bild: SRFImmer mehr Frauen richten ihren Alltag nach dem Menstruationszyklus aus. Sie planen Sport, Arbeit und Sex entlang der verschiedenen Phasen. «rec.»-Reporterin Rahel Lenz probiert das zyklische Leben selbst aus und fragt: Superpower oder Selbstoptimierung?«Zyklustag 2: ein weinendes Elend. Zyklustag 3: Streit.» Marina trackt ihren Zyklus seit Jahren und fühlt sich dadurch entlastet. «Ich kann mich besser verstehen.» Auch ihr Partner bezieht ihn mit ein. Ihr Liebesleben verändert sich je nach Phase. «In der ersten Zyklushälfte bin ich viel lustvoller, dann haben wir mehr Sex.» Ähnlich bei Maja: Der Zyklus prägt ihren Alltag und ihre Arbeit. Rund um den Eisprung ist sie besonders aktiv, vor der Menstruation plant die Fotografin bewusst weniger ein. Zykluscoachin Josianne Hosner unterstützt seit Jahren Frauen dabei, zyklisch zu leben. Die meisten dieser Frauen erleben die Auseinandersetzung mit ihrem Körper als befreiend. «Frauen merken nach Jahren, wie ihr eigener Körper funktioniert. Das fühlt sich richtig an.» Doch wie fundiert ist das wissenschaftlich? Und wann wird aus Selbstbeobachtung Druck? (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 25.05.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 01.06.2026 SRF zwei 161. Partnersuche mit teurem Matchmaking – Lohnt sich das?
- Play SRF: Matchmaking – Lohnt sich Luxus-Partnervermittlung?
Folge 161 (33 Min.)Christophe Diserens aus Lausanne zahlt einer High-Class-Vermittlerin in Dubai 30’000 Dollar.Bild: SRFGhosting, Dating-App-Burnout und Einsamkeit: Immer mehr Menschen verlieren die Geduld beim Swipen. Auf der Suche nach der ganz grossen Liebe setzen einige stattdessen auf professionelle Matchmakerinnen und zahlen dafür tausende Franken. Doch hält der exklusive Service, was er verspricht?Johanna von Ott aus Chur weiss genau, was sie will: Einen Mann fürs Leben, beruflich erfolgreicher als sie, mit dem sie eine Familie gründen kann. Nach unzähligen Enttäuschungen mit Dating-Apps hat sie nun 5’000 Euro in eine Partnervermittlung investiert. «rec.»-Reporterin Anne-Sophie Galli ist dabei, wenn Johanna mit ihrer Matchmakerin Dealbreaker und Dates bespricht, ein Dating-Coaching und eine Stilberatung kriegt. Gleichzeitig blickt die Reporterin hinter die Kulissen der Partnervermittlung: Luxus-Matchmakerin Elena Sachs sucht an exklusiven Locations, wie einem Pilates-Kurs in einem 5-Sterne-Hotel in Luzern, gezielt nach Frauen für ihre zahlenden Kunden. Das sind meistens beruflich erfolgreiche Männer, die bereit sind, mindestens 12’000 Franken für den perfekten Match hinzublättern. Noch einen Schritt weiter geht Christophe Diserens aus Lausanne: Er zahlt einer High-Class-Vermittlerin in Dubai stolze 30’000 Dollar. Für ihn ein rationales Investment in seine Traumfrau. Wie viel ist uns die Hoffnung auf die grosse Liebe wert? Und sind sie eine gute Alternative zu Dating-Apps? (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 15.06.2026 YouTube Original-TV-Premiere Sa. 27.06.2026 SRF zwei 162. Gen Z und ehrgeizig – Sie trotzen den Klischees
Folge 162 (22 Min.)Emre steht vor einem Operationssaal.Bild: SRFNur wenige Monate nach dem Abschluss ihrer Ausbildung hat die 23-jährige Melanie eine eigene Bäckerei eröffnet. Sie steht sieben Tage pro Woche in der Backstube, mehr als vier Stunden Schlaf am Stück gibt es selten. Ein Sozialleben hat da kaum Platz. Für Melanie kein Hindernis: «Ausgang sagt mir nichts – ich gehe arbeiten.»Der 26-jährige Emre steht derweil am Beginn eines neuen Abenteuers. Nach seinem Medizinstudium tritt er seine erste Stelle als Assistenzarzt auf der Neurochirurgie an. Es ist eine der Königsdisziplinen der Medizin: Hirnoperationen sind Millimeterarbeit unter dem Mikroskop und Fehler können schwerwiegende Folgen haben. Emre erwarten endlose Arbeitswochen und viel Verantwortung. «Wenn ich nicht Feuer und Flamme für dieses Fach wäre, würde ich mir das nie im Leben antun», sagt er. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 22.06.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 03.08.2026 SRF zwei 163. Dating als Asiatin, Latina oder Schwarzer – Sexualisiert und exotisiert
Folge 163 (27 Min.)Bild: SF2«Als Schwarzer bist du sicher gut im Bett und hast ein grosses Geschlechtsteil.» Solche Sprüche beim Dating sind keine Komplimente, sondern purer Rassismus. «rec.»-Reporterin Sofika Yogarasa spricht mit Betroffenen über Exotisierung und Sexualisierung aufgrund ihrer Herkunft.Ablexu ist queer und hört beim Dating immer wieder unverschämte Sprüche von weissen Männern. «Ich werde nicht als Mensch gesehen, sondern als das, was ich zwischen den Beinen habe», erzählt er. Basketballspieler Joel erging es ähnlich. Von Frauen und Teamkollegen wurde er ständig mit dem Klischee konfrontiert, Schwarze Männer hätten ein grosses Geschlechtsteil. Als junger Mann verunsicherten ihn die Sprüche und setzten ihn unter Druck. Er hatte das Gefühl, diesen Vorstellungen entsprechen zu müssen. Auch Yanê hat als halb Schweizerin, halb Brasilianerin Erfahrungen mit Sexualisierung und Exotisierung aufgrund ihrer Herkunft erlebt: «Sie denken, ich könne mich als Latina gut bewegen und sei gut im Bett.» Vanessa hat vietnamesische Wurzeln und erzählt vom sogenannten «Yellow Fever» – ein Begriff, der die sexuelle Vorliebe von westlichen Männern für ost- und südostasiatische Frauen beschreibt. Sie glaubt, dass Pornos ein stereotypes Bild asiatischer Frauen verbreiten: «Die asiatische Frau wird in Pornos als unterwürfig dargestellt. Als könnte man alles mit ihre machen.» (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 29.06.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 06.07.2026 SRF zwei 164. Selbstbestimmt trotz Muskelerkrankung – Wie viel Freiheit ist möglich?
Folge 164 (31 Min.)Markus ist von der unheilbaren Muskelerkrankung SMA betroffen.Bild: SRFEin normales Leben führen, studieren, abends selbst entscheiden, wann man ins Bett geht, oder mit Freunden an den Gottéronmatch gehen und einen Eistee trinken: Was für viele selbstverständlich ist, ist für den Juristen und Studenten Markus Fankhauser ein ständiger Kampf um Selbstbestimmtheit und Freiheit. «Ich möchte kein Bürger zweiter Klasse sein, sondern hier an der Uni mitdiskutieren können und ein Teil der gesunden Welt sein», sagt er.Der 35-Jährige und sein Bruder Dominik leben auf dem elterlichen Bauernhof im Emmental. Ein Leben in einem Wohnheim oder einer Pflegeeinrichtung kommt für die Brüder nicht infrage. Möglich macht das ein engmaschiges Netz aus Familie, Freunden und 13 Assistentinnen und Assistenten, die von den Brüdern angestellt sind und von der IV bezahlt werden. Markus und Dominik können sie bei Bedarf einsetzen und so ihren Alltag so weit wie möglich selbst steuern. Die Hände der Assistentinnen sind dann die Hände von Markus: Sie drücken den Liftknopf in der Uni, putzen die Zähne oder öffnen Türen. Freiheit bedeutet für Markus auch, einfach mal nur Freund zu sein. Es ist für ihn besonders schön und bereichernd, wenn er mit einem Freund unterwegs sein kann: «Das tut einem eine neue Welt auf. Dafür bin ich mega dankbar.» (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 13.07.2026 Play SRF Original-TV-Premiere Mo. 10.08.2026 SRF zwei 165. Social Egg Freezing – Kinderwunsch auf Eis gelegt
Folge 165Immer mehr Frauen in der Schweiz lassen vorsorglich ihre Eizellen einfrieren: Léa (36) entscheidet sich für diesen emotional und körperlich enorm belastenden WegBild: SRFImmer mehr Frauen in der Schweiz lassen vorsorglich ihre Eizellen einfrieren, um sich ihren Kinderwunsch für später offenzuhalten. «rec.»-Reporter Samuel Konrad begleitet seine Kollegin durch den Prozess und zeigt die Realität von Frauen, die auf «Social Freezing» setzen oder setzen mussten.Léa (36) entscheidet sich trotz Partner für diesen emotional und körperlich enorm belastenden Weg. «Ich habe mich lange dagegen gewehrt, dass ich mich als Frau allein mit dem Thema Kinderwunsch auseinandersetzen muss», sagt sie. «Wenn meine Beziehung hält, kaufe ich uns damit Zeit. Wenn nicht, kaufe ich mir Zeit.» Diese Zeit hat ihren Preis: Für einen Social-Freezing-Zyklus müssen Frauen in der Schweiz mit Kosten von 6’000 bis 9’000 Franken rechnen, hinzu kommt eine jährliche Lagerungsgebühr. Die Hormonstimulation mittels Spritzen dauert in der Regel zwei Wochen. Ziel ist es, möglichst viele Eizellen zur Reifung anzuregen, idealerweise rund 20. Viele Frauen benötigen dafür jedoch zwei oder sogar drei Behandlungszyklen. So auch Whitney Toyloy (35), die nach dem ersten Durchgang fast aufgegeben hätte: «Als man mir sagte, man könne nur drei Eizellen entnehmen, bin ich zusammengebrochen. Ich dachte, ich werde vielleicht nie Mutter.» Das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen ist in der Schweiz seit etwas mehr als zehn Jahren erlaubt. Die Verwendung der Eizellen bleibt jedoch Paaren vorbehalten. «Das ist ein Skandal», sagt Toyloy. «Der Staat bestimmt über meinen Körper als Frau – das stört mich.» Zudem habe sie den Eindruck gewonnen, dass hinter der Behandlung auch ein lukratives Geschäft stecke: «Man spielt hier auch mit der Dringlichkeit, die wir als Frauen verspüren.» (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 20.07.2026 Play SRF Original-TV-Premiere Mo. 17.08.2026 SRF zwei 166. Für Likes ans Limit? – Eine Generation im Extremsport-Fieber
Folge 166 (31 Min.)rec.-Reporterin Michèle Rüedi trainiert für ihren ersten Triathlon.Bild: SRFMarathon, Triathlon, Ultra-Trail: Immer mehr junge Menschen treiben ihren Körper an die Grenze und lassen auf Social Media Tausende daran teilhaben. «rec.»-Reporterin Michèle Rüedi begleitet Fitfluencer Peter Bolliger und setzt sich selbst ein hohes Ziel.«Social Media ist wie ein Commitment-Buddy für mich», sagt Peter Bolliger, während er bei 30 Grad über eine Schotterstrasse joggt. «Wenn ich mein Ziel öffentlich teile, muss ich auch dafür trainieren». Der 30-jährige Content Creator aus dem Kanton Aargau dokumentiert seinen Trainingsalltag für hunderttausende Follower:innen. Letzten Sommer lief er 26 Marathons in 26 Tagen, durch alle Kantone der Schweiz. Seine nächste Challaenge: Ein Ultra-Trail-Run mit 101-Kilometer und 6’700 Höhenmeter. Michèle Rüedi hat selbst noch nie an einem solchen Event teilgenommen. In ihrem Umfeld und vor allem auf Social Media scheint das inzwischen aber die normalste Sache der Welt zu sein. «Ich bin keine Läuferin, absolut kein Ausdauer-Mensch», sagt die Reporterin. Trotzdem meldet sie sich für ihren ersten Triathlon an. Zwischen Schwimmtraining, Prüfungsstress und neuen Follower:innen auf Social Media stellt sie sich die Frage: Wieso quälen wir uns bis an unsere Grenzen? (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 27.07.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 24.08.2026 SRF zwei 168. Schweizer Seen am Limit – Zu viele Boote, SUPs und Surfer?
Folge 168 (27 Min.)Boris Garcia beim Wakeboarden auf dem ZürichseeBild: SRG SSRDie Schweizer Seen werden immer voller. SUP, Fischer, Ruderer, Wakeboarder und Surfer teilen sich denselben begrenzten Raum. Was passiert, wenn es zu eng wird? «rec.»-Reporterin Rahel Osterwalder geht auf dem Zürichsee den zunehmenden Konflikten auf dem Wasser nach.Auf dem Vierwaldstätter-, Genfer-, Thuner- oder Zürichsee herrscht im Hochsommer oft Verkehrschaos. Die unterschiedlichsten Interessen treffen aufeinander. Während die einen auf der Suche nach Sport und Abkühlung sind, müssen Berufsfischer ihre Netze ausbringen und Kursschiffe täglich tausende Menschen sicher ans Ziel bringen. Je voller der See ist, desto häufiger kommt es zu gefährlichen Manövern und brenzligen Situationen. Der Berufsfischer Adrian Gerny erlebt die Folgen fast täglich. Boote können seine Netze beschädigen und sie mit den Schiffsschrauben mitreissen. Bis zu 20’000 Franken Schaden im Jahr entstehen ihm dadurch. Auch für die Ruderin Pascale Walker wird es auf dem Wasser zunehmend schwierig. Die ehemalige Profi-Ruderin und Olympiateilnehmerin kennt die Gefahr aus eigener Erfahrung: «Ich wurde von einem Boot überfahren.» Auch die Schifffahrt spürt den zunehmenden Druck. Im Sommer sind täglich 16 Kursschiffe auf dem Zürichsee unterwegs. Chefkapitän Marco Pfister muss immer wieder ausweichen oder abbremsen, obwohl die Kursschiffe Vortritt haben. Seine Beobachtung: «Die Menschen sind egoistisch, sie halten sich nicht an die Regeln.» (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 07.09.2026 Play SRF Original-TV-Premiere Mo. 14.09.2026 SRF zwei 169. Tradwife-Trend – Wollen Frauen zurück an den Herd?
Folge 169Lea bezeichnet sich selbst als «moderne» Tradwife.Bild: SRG SSRLea, 25, arbeitet als Bioanalytikerin und sieht sich selbst als selbstbewusste Frau mit starkem Charakter. Trotzdem wünscht sie sich für ihre Zukunft eine klassische Rollenverteilung. Sie möchte zu einem Mann aufschauen können, der, wie sie sagt, ihr «Protector» und «Leader» ist. Im Gegenzug würde sie sich um Haushalt und Familie kümmern, kochen, backen und den Alltag organisieren. Später möchte sie ganz auf Erwerbsarbeit verzichten und sich voll und ganz der Familie widmen. Auch die finanzielle Abhängigkeit von ihrem Partner nimmt sie bewusst in Kauf: «Ich vertraue meinem Partner.»Valeria, 29, hat ein solches Leben bereits geführt. Während ihrer Zeit in den USA bewegte sie sich in einer Gemeinschaft von Frauen, die einen besonders traditionellen Lebensstil pflegten. Auf Social Media zeigte sie Bilder idyllischer Momente mit ihrem Kind und einem erfüllten Dasein als Hausfrau. «Ich war in einer Bubble, in der man als Mutter und Hausfrau perfekt sein musste», erzählt sie heute. Der Anspruch, den hohen Erwartungen ständig gerecht zu werden, brachte sie zunehmend an ihre Grenzen. Inzwischen hat sich Valeria vom Tradwife-Trend abgewandt. Hinter den romantischen Bildern verbirgt sich oft eine Realität, die deutlich weniger perfekt ist, als die Posts auf Instagram und Tiktok vermuten lassen. (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 14.09.2026 Play SRF Original-TV-Premiere Mo. 21.09.2026 SRF zwei 170. Mit 34 wieder bei Mama einziehen – Drama vorprogrammiert?
Folge 170Sophie und ihr Partner UeliBild: SRG SSRJulia zieht mit ihrem Mann Stevan und ihrem Kind ins Haus ihrer Eltern. Doch zuerst wird umgebaut: Aus einer Wohnung werden zwei. «Ich hatte nicht immer eine einfache Beziehung zu meiner Mutter», sagt sie. Für «rec.»-Reporter Mauro Flühler ist diese Geschichte besonders persönlich: Julia ist seine Schwester, und er begleitet seine eigene Familie auf diesem Weg. Der Schritt verspricht mehr Nähe, weckt aber auch Sorgen. Julias Vater freut sich auf mehr Leben im Haus, Julia hofft vor allem auf Entlastung im Alltag. Gleichzeitig wollen alle eigenständig bleiben. Was passiert, wenn diese Bedürfnisse aufeinanderprallen? Und was, wenn alte Konflikte zurückkehren?Bei Sophie ist das Zusammenleben mit ihren Eltern bereits Alltag. Sie weiss, wie viel Arbeit es braucht, damit es für alle stimmt. Offen miteinander reden und Grenzen respektieren, das ist für sie entscheidend. Doch auch bei Sophie hat familiäre Nähe Grenzen. «Mit seinen Eltern zusammenwohnen, das würde für mich nicht passen», sagt sie über die Familie ihres Partners. Wie viel Nähe guttut und wann sie zu viel wird, ist in jeder Familie anders. Mauro will herausfinden, wie Eltern und erwachsene Kinder zusammenleben können, ohne sich selbst zu verlieren. (Text: SRF) Original-TV-Premiere Mo. 28.09.2026 SRF zwei 171. Jung und todkrank – Wie Julia das Leben umarmt
Folge 171 (32 Min.).Bild: SRF ZWEIJulia lebt mit unheilbarem, metastasiertem Brustkrebs. Trotz der drastisch verkürzten Lebenserwartung gelingt es der 30-Jährigen immer wieder, sich dem Leben zuzuwenden. In der «rec.» -Reportage gewährt Julia tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt und spricht über die Auseinandersetzung mit dem Tod.Julia Zanettin weiss, dass sie jung sterben wird. Trotzdem schöpft sie immer wieder Kraft, kann sich auf das Leben im Hier und Jetzt einlassen und kostbare Augenblicke geniessen: «Ich entscheide mich immer wieder dazu, das zu sehen, was noch möglich ist – und das ist noch viel». Beim Basteln mit ihrer besten Freundin reflektiert sie, wie die Diagnose ihre Freundschaft verändert hat. Beim Verfassen ihresTestaments teilt sie unbeschöntigt ihre Todesängste und den Schmerz darüber, dass andere um sie trauern müssen. Während der Dreharbeiten verschlechtert sich Julias Gesundheitszustand gravierend. Auf der Palliativstation spricht Julia darüber, was ihr das Leben bedeutet hat und wie sich ihre Sicht auf das Sterben verändert. Was bleibt, wenn die Zeit knapp wird – und wie lässt sich das Leben bis zum letzten Moment umarmen? (Text: SRF) Deutsche Streaming-Premiere Mo. 12.10.2026 YouTube Original-TV-Premiere Mo. 19.10.2026 SRF zwei
