Zum 100. Geburtstag: BR ehrt Helmut Fischer („Monaco Franze“) mit Sonderprogramm

Seltener Zweiteiler „Der Unschuldsengel“ wird wiederholt

Glenn Riedmeier
Glenn Riedmeier – 07.10.2026, 19:02 Uhr

Helmut Fischer ist „Monaco Franze“ – Bild: BR/Balance Film/Montage: BR
Helmut Fischer ist „Monaco Franze“

Er war einer der prägendsten bayerischen Volksschauspieler überhaupt: Helmut Fischer. Bis heute Kultstatus hat vor allem die Serie „Monaco Franze“, in der er die Titelrolle spielte und die Figur des charmanten Hallodris und Vorstadt-Casanovas perfektionierte. Am 15. November 2026 wäre Helmut Fischer 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass ehrt ihn der Bayerische Rundfunk mit einem Sonderprogramm im Fernsehen und im Radio.

Am Samstag, den 14. November wiederholt das BR Fernsehen zur besten Sendezeit ab 20:15 Uhr zwei Episoden von „Monaco Franze“ aus dem Jahr 1983, genauer gesagt die Folgen 1 und 7. Helmut Fischer verkörpert in der Serie aus der Feder von Regisseur Helmut Dietl den Münchner Ex-Kriminalkommissar Franz Münchinger alias Monaco Franze. Mit seinen amourösen Abenteuern bringt er seine Ehefrau Annette alias „Spatzl“ (Ruth Maria Kubitschek) regelmäßig an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Das Jagdrevier des schon in die Jahre gekommenen Schwerenöters ist München, die „nördlichste Stadt Italiens“. Glücklicherweise verzeiht ihm sein Spatzl die Seitensprünge und steht ihm in schwierigen Zeiten bei – bis es auch ihr irgendwann zu viel wird. Karl Obermayr spielt Manfred „Manni“ Kopfeck, Christine Kaufmann verkörpert Olga Behrens und Erni Singerl die Haushälterin Irmgard. In Neben- und Gastrollen der Serie gibt sich das weitere Who’s Who des Schauspiel- und Unterhaltungs­geschäfts die Ehre.

Direkt im Anschluss zeigt der BR ab 21:55 Uhr eine echte Rarität: den prominent besetzten und selten wiederholten Zweiteiler „Der Unschuldsengel“ aus dem Jahr 1991. Helmut Fischer spielt darin den Piano-Schorsch, der obdachlos ist und seine Freiheit liebt. Doch schärfere Polizeikontrollen und ein neuer Kommissar (Gustl Bayrhammer) machen ihm das Leben schwer. Schließlich wird auch noch sein Freund Mäxle (Hans Clarin) wegen Diebstahls festgenommen. Kioskfrau Agathe (Rita Russek) liebt Schorsch und würde ihn sogar heiraten, doch der kann nur an die schöne Unbekannte (Iris Berben) denken, die ihm immer wieder begegnet …

Iris Berben und Helmut Fischer in „Der Unschuldsengel“ BR/​Neue Deutsche Filmgesellschaft m.b.H.

Am Sonntag, den 15. November wird um 19:15 Uhr die Dokumentation „Der unsterbliche Stenz – Erinnerungen an Helmut Fischer“ aus der Reihe „Unter unserem Himmel“ von 2001 wiederholt – mit Ausschnitten aus Helmut Fischers letztem großen Fernsehinterview, das er der BR-Autorin Sybille Krafft wenige Monate vor seinem Tod gab. Er berichtete damals von den verschlungenen Wegen seiner Laufbahn, von über 30 erfolglosen Jahren, als Kritiker seine schauspielerische Leistung noch als „Körperverletzung“ empfanden. Außerdem sprach er über sein „zweites Leben“, nachdem ihn Helmut Dietl 1979 für die Serie „Der ganz normale Wahnsinn“ entdeckt hatte.

Am Dienstag, den 17. November wiederholt das BR Fernsehen um 22:00 Uhr die Münchner „Tatort“-Folge „Im Fadenkreuz“ aus dem Jahr 1981, in der Helmut Fischer erstmals als Kriminalhauptmeister Ludwig Lenz ermittelte. In seinem ersten Fall muss er sich mit einer Gangsterbande herumschlagen, die auch vor Erpressung und Bedrohung Unschuldiger nicht zurückschreckt. In dem 90-Minüter spielen unter anderem auch Willy Harlander, Rolf Castell, Almut Eggert, Max Grießer, Thekla Mayhoff, Werner Zeussel, Fred Stillkrauth und Charles M. Huber mit.

„Tatort – Im Fadenkreuz“ mit Kriminalobermeister Hans Brettschneider (Willy Harlander, l.), Kriminalrat Schubert (Rolf Castell, M.) und Kriminalkommissar Ludwig Lenz (Helmut Fischer, r.) BR/​Foto Sessner

Abgerundet wird das Sonderprogramm zu Ehren von Helmut Fischer im Hörfunk. Am Samstag, den 14. November strahlt Bayern 2 im „Bayerischen Feuilleton“ die Sendung „Spatzl, schau wia i schau! – Eine Hommage an den Schauspieler Helmut Fischer“ von 2016 aus. Kolleginnen und Wegbegleiterinnen wie Ruth Maria Kubitschek, Michaela May und Cornelia Willinger erinnern darin an den spätberufenen Stenz und den Menschen hinter der Rolle. Innerhalb der Sendung „Bayern 2 am Sonntagvormittag“ (am 15. November ab 9:05 Uhr) wird es zudem eine ausführliche Würdigung des Schauspielers geben.

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