Wegen homophobem Gesetz: Netflix dreht nicht in North Carolina

    Gegen Transsexuelle gerichtetes Gesetz vertreibt Millionen-Investition

    Wegen homophobem Gesetz: Netflix dreht nicht in North Carolina – Gegen Transsexuelle gerichtetes Gesetz vertreibt Millionen-Investition – Bild: Netflix

    North Carolina muss bis auf Weiteres ohne Netflix-Produktionen auskommen. Der Streaming-Anbieter hat sich entschieden, anders als zunächst geplant, sein neues Coming of Age-Drama „OBX“ nicht in dem US-Bundesstaat zu produzieren. Als Grund nennt Netflix das als „Bathroom Bill“ berüchtigte Gesetz HB 2, das noch bis 2020 in North Carolina teilweise in Kraft ist und die Diskriminierung der LGBTI-Gemeinde ausdrücklich erlaubt.

    Die Gesetzgebung verbietet Transsexuellen, Toiletten oder andere nach Geschlechtern getrennte Einrichtungen in öffentlichen Gebäuden zu benutzen, die ihrer Identität entsprechen. Zeitgleich wurden alle zuvor verankerten Antidiskriminierungsrichtlinien des Staates, die Schwule, Lesben und Transsexuelle schützen sollten, außer Kraft gesetzt. Das Gesetz hatte 2016 nationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen und für reichlich Proteste gesorgt.

    Unterzeichnet wurde das Gesetz von dem inzwischen abgewählten republikanischen Gouverneur Pat McCrory. Die Bemühungen des neuen Gouverneurs Roy Cooper, das Gesetz nach seinem Amtsantritt abzuschaffen, scheiterten bislang an der republikanischen Mehrheit im Parlament. Als Kompromiss bleiben nun Teile der Gesetzgebung bis 2020 in Kraft.

    „Dieses Gesetz kostet die Stadt 70 gute, sozialversicherte Jobs und sendet auch an jene Leute, die diese Jobs hierher bringen können, die Botschaft, dass North Carolina es noch immer nicht begriffen hat“, so „OBX“-Serienschöpfer Jonas Pate in einem Interview. Pate hatte sich ursprünglich dafür stark gemacht, dass die Serie in seinem Heimatstaat gedreht wird, da auch die Handlung dort angesiedelt ist. North Carolina entgehen laut Pate so Einnahmen in der Höhe von rund 60 Millionen Dollar.

    „OBX“ spielt als zehnteiliges Coming of Age-Drama in den Outer Banks, einer 300 Kilometer langen Inselkette vor der Küste North Carolinas. Als diese von einem Hurrcane heimgesucht wird, müssen sich vier Teenager ohne Kontakt zur Außenwelt durchkämpfen. Neuer Drehort für „OBX“ könnte nun South Carolina werden.

    11.01.2019, 12:14 Uhr – Ralf Döbele/fernsehserien.de

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