WDR vor Abschied von Prestigeserie über Siegfried und Roy

    Rundfunkrat stimmt der Finanzierung von UFA-Projekt nicht zu

    Ralf Döbele
    Ralf Döbele – 10.06.2019, 12:03 Uhr

    WDR vor Abschied von Prestigeserie über Siegfried und Roy – Rundfunkrat stimmt der Finanzierung von UFA-Projekt nicht zu – Bild: WDR

    Als „lang gehegten Traum“ bezeichnete Produzent Nico Hofmann seine geplante Verfilmung des Lebens von Siegfried und Roy. 2016 bestätigte Hofmann, dass die UFA Fiction das Projekt mit Einverständnis der beiden Kult-Magier realisieren würde. Die ARD war als Partner mit an Bord, doch der WDR-Rundfunkrat hat dem Projekt nun, nach zwei Jahren Entwicklungsarbeit, überraschend eine Absage erteilt.

    Dabei war zunächst ein ARD-Sendeplatz zum Jahreswechsel 2020/21 für die sechsteiligen Serie vorgesehen gewesen. Die Bedenken des WDR-Rundfunkrats drehen sich wohl vor allem um die Kosten des Mehrteilers, der als „Millionenprojekt“ beschrieben wird: „Nach kontroverser Diskussion im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung lehnte das Gremium den Vertrag u.a. aus Kostengründen ab“, so eine knappe Mitteilung des Rundfunkrats vom 6. Juni. Weitere Details zu den tatsächlichen Kosten oder eine detailliertere Begründung wurden zunächst nicht bekannt.

    Der WDR selbst äußerte sich einen Tag später in einem Statement gegenüber dem Medienportal MK wie folgt: „Angesichts der derzeit unklaren finanziellen Ausstattung und Beauftragung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kann der WDR zwar nachvollziehen, dass sein Rundfunkrat sich gegen die Umsetzung des ARD-Filmprojekts ‚Siegfried und Roy‘ entschieden hat, bedauert dies aber und steht nach wie vor hinter dem Projekt.“ Dennoch bedeute die Entscheidung wohl das Aus für die Serie, da der WDR als größte Landesrundfunkanstelt auch finanziell den größten Anteil getragen hätte.

    Ernüchtert reagierte Degeto-Geschäftsführerin Christine Strobl auf die Entscheidung: „Nach zwei Jahren intensiver Entwicklungsarbeit und so nahe der Realisierung bin ich von dieser Entscheidung überrascht und natürlich sehr enttäuscht“, so Strobl in einem Statement, das aber eine kleine Hintertür offen lässt: „Wir müssen uns jetzt mit den Produzenten zusammensetzen und schauen, wie wir mit dieser schwierigen Situation umgehen.“

    Nico Hofmann und UFA Fiction hatten für „Siegfried und Roy“ auf das gleiche Team gesetzt, das auch bereits bereits für „Der Medicus“ verantwortlich zeichnete: Regisseur Philipp Stölzl und Drehbuchautor Jan Berger. Auch Siegfried und Roy selbst waren als Executive Producers mit ihrer Firma S&R Enterprise in das Projekt involviert.

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