Warnstreik: „Morgenmagazin“ und „Live nach Neun“ kamen aus der Konserve

    Weitere Auswirkungen aufs Programm möglich

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 18.09.2019, 13:38 Uhr

    Warnstreik: "Morgenmagazin" und "Live nach Neun" kamen aus der Konserve – Weitere Auswirkungen aufs Programm möglich – Bild: ARD

    Am heutigen Mittwoch haben DJV-NRW und die Gewerkschaft ver.di wieder zum Streik aufgerufen, da die Tarifverhandlungen wieder mal ins Stocken geraten sind. Die Gewerkschaften riefen bundesweit zu Streiks an ARD-Senderstandorten auf, die vor allem von Festangestellte und freien Mitarbeitern des WDR und BR wahrgenommen werden. Seit 4 Uhr morgens haben sie für 24 Stunden ihre Arbeit niedergelegt und streiken, um ihre Forderungen durchzusetzen. Dies hatte Auswirkungen auf das laufende ARD-Programm, so dass auf voraufgezeichnete Konservenware zurückgegriffen werden musste.

    Dies betraf das „ARD-Morgenmagazin“, für das der WDR verantwortlich zeichnet. Vor Sendungsbeginn wurden zwei halbstündige Strecken aufgezeichnet, die ab 5.30 Uhr abwechselnd ausgestrahlt wurden. Auf den entsprechenden Umstand wurde von den Moderatoren hingewiesen. Um 9.05 Uhr gab es dann auch von „Live nach Neun“ keine neue Folge, sondern lediglich ein Best-Of zu sehen.

    Der Streik wird noch weitere tagesaktuelle Sendungen betreffen, sowohl im Fernsehen als auch im Hörfunk. So hat der Radiosender Cosmo die Nachrichten von WDR 5 übernommen. Auf den Frequenzen von Bayern 2, B5 Aktuell und BR Klassik gibt es derzeit kein eigenständiges Programm zu hören, stattdessen wird das Programm von Bayern 3 übernommen. BR Heimat, Bayern plus und Puls senden ein Notprogramm. Mit kurzfristigen Änderungen ist auch in den Programmen des NDR und SWR zu rechnen.

    Ziel des Streiks ist, bei allen bestreikten Betrieben Vergütungserhöhungen um 6 Prozent für ein Jahr zu erreichen, bei einer mehrjährigen Laufzeit mindestens das Niveau des Tarifabschlusses 2019 des öffentlichen Dienstes der Länder, das heißt Verbesserungen im Gesamtvolumen von mindestens 3,2 Prozent pro Jahr.

    Insbesondere Mitarbeiter des WDR und BR beteiligen sich am Warnstreik, aber auch im Sendegebiet des NDR und SWR legen Mitarbeiter ihre Arbeit nieder. Die zentrale Protestveranstaltung für NRW findet in Köln statt. „WDR-Intendant Tom Buhrow sollte sich lieber für eine angemessene Finanzierung stark machen, statt bei den Mitarbeiter*innen und damit an der Qualität im Programm zu sparen. Die Kolleginnen und Kollegen im Sender leisten viel – und immer mehr. Das muss honoriert werden“, so DJV-NRW-Verhandlungsführer Volkmar Kah. „Die Arbeit im WDR muss auch zukünftig finanziell attraktiv sein. Für den DJV-NRW sind faire Arbeitsbedingungen und eine angemessene Honorierung Voraussetzung für einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk.“

    Bereits in den vergangenen Wochen kam es zu streikbedingten Änderungen im Programm des Ersten und des WDR (fernsehserien.de berichtete).

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