Ulrich Tukur stellt seine „Tatort“-Zukunft infrage [UPDATE]

    Nächster Murot-Fall könnte der letzte sein

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 11.03.2015, 15:23 Uhr

    Ulrich Tukur im preisgekrönten „Tatort: Im Schmerz geboren“ – Bild: hr/Philip Sichler
    Ulrich Tukur im preisgekrönten „Tatort: Im Schmerz geboren“

    UPDATE: Ein Sendersprecher des hr hat nun gegenüber der BILD dementiert, dass der nächste „Tatort“ Ulrich Tukurs Abschied von der Krimireihe darstellen wird. „Wir haben mit Ulrich Tukur gesprochen. Er wird wie geplant ab dem 1. Juni einen weiteren ‚Tatort‘ drehen. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits.“

    ZUVOR: Erst vor wenigen Wochen wurde die Episode „Im Schmerz geboren“ aus der ARD-Krimireihe „Tatort“ mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet (fernsehserien.de berichtete). Doch nun deutet Ulrich Tukur, der als Kommissar Felix Murot seit 2010 im Wiesbadener „Tatort“ ermittelt, überraschend seinen Rückzug an. Demnach wird vermutlich der nächste Murot-Fall „Wer bin ich?“, der am 27. Dezember im Ersten ausgestrahlt wird, auch der letzte sein.

    „Mit Murot wollte ich eine zeitlose, gefährdete und schillernde Figur schaffen, die etwas von der Traurigkeit des Lebens erzählt“, erklärt der Schauspieler in der Programmzeitschrift Hörzu. „Es fällt schwer, mir vorzustellen, wie es danach weitergehen soll. Denn wir wagen ein Experiment, das es so im Fernsehen meines Wissens noch nicht gegeben hat. Figur und Schauspieler trennen sich, und die Episode wird mithin ein Lehrstück über Wirklichkeit. Was ist Spiel, was ist wirklich?“ Tukur spricht bei der Handlungsbeschreibung für die betreffende Episode in Rätseln. Seine Figur Murot habe keine Lust mehr immer nur dann zu existieren, wenn die Kamera läuft, und spalte sich immer mehr vom Schauspieler Tukur ab. „Er schickt mich, seinen Möglichmacher, am Ende selbst ins virtuelle Aus. Das klingt jetzt sehr kompliziert, ist aber in der Ausführung unglaublich spannend und saukomisch“, verspricht er. „Vermutlich ist das tatsächlich meine letzte ‚Tatort‘-Episode, es sei denn, der Fernseh-Kommissar würde seinen Schauspieler spielen. Aber wie soll das gehen?“

    Davon abgesehen kritisiert Ulrich Tukur im Interview mit der Hörzu den inflationären Trend der einmalig auftretenden „Tatort“-Ermittler, was seiner Ansicht nach letztendlich in der totalen Beliebigkeit enden werde. „Warum muss jede deutsche Stadt, in der mehr als 150.000 Menschen leben, einen eigenen Ermittler haben?“ Auch insgesamt fühlt er sich von der zunehmenden Masse an Künstlern überfordert. „Im Übrigen gibt es im Land bereits gefühlte 25 Millionen Schauspieler, 15 Millionen Musiker und gefühlte zehn Millionen Schriftsteller. Wer soll sich denn das alles noch reinziehen? Ich mache mir Sorgen, dass die Zuschauer aussterben, wenn es nur noch Künstler gibt.“

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.demelden

      Ich finde das das mit dem künstlerischen nun arg übertrieben wird ! Den zweiten ? Film mit dem Zirkus fand ich ganz gut gelungen, warum konnte man nicht in diese Richtung weiter machen ?

      Und ist Tukur nach 3 oder 4 Filmen - einem pro Jahr . Schon wirklich müde ????


      Gruß Sir Hilary
      • (geb. 1967) am melden

        Hab nicht eine Folge gesehen, da ich mit Tukur nix anfangen kann...
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        • am melden

          Wenigstens einer, der mal die Fakten ausspricht. Sollen sich ARD/ZDF und die Dritten zusammentun und einen Krimikanal aufmachen (bzw. ZDFneo so nennen) und dort in Dauerschleife alles abdudeln.

          Diese ewigen Tatorte, Polizeirufe, Hafenkanten und was alles das Fernsehen an Krimis dauerzumült, nervt.
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