UFA Fiction entwickelt Miniserie über islamischen Terrorismus in Deutschland

    Öffentlich-rechtlicher Sender angeblich an Projekt interessiert

    Marcus Kirzynowski – 10.04.2015, 14:30 Uhr

    Nach Nazis und DDR-Schicksalen will sich die deutsche Produktionsfirma UFA Fiction als nächstes einem höchst aktuellen politischen Thema widmen: islamistischem Terror. Produzent Benjamin Benedict („Nackt unter Wölfen“, „Unsere Mütter, unsere Väter“, „Der Turm“) entwickelt dazu eine Miniserie mit dem Arbeitstitel „Terror“. An dieser soll bereits ein öffentlich-rechtlicher Sender Interesse gezeigt haben.

    Die Serie würde den täglichen Kampf der Ermittler, Politiker und Staatsanwälte beleuchten, sich dem Extremismus entgegenzustellen. Zugleich sollen die vielen Gesichter und Aspekte muslimischer Identität in Deutschland abgebildet werden. Aus einer Vielzahl von Perspektiven erzählt sie von einer Gruppe von Geheimdienstlern im Feld der Terrorabwehr, radikalisierten Muslimen und den Informanten in deren Umfeld. Eine zentrale Figur ist ein muslimischer Ermittler, der auf Seiten des Geheimdienstes steht und sich zugleich Fragen zu seiner eigenen Herkunft und Identität stellen muss.

    „Es ist eine große Herausforderung, ein so aktuelles Thema zu einem emotional packenden und spannenden Stoff zu verarbeiten“, so Benedict. „Das Fernsehen hat die Chance, aber auch die Verpflichtung, sich den prägenden Themen der Gegenwart in all ihrer Komplexität zu widmen. Wichtig ist uns, differenziert und jenseits von Vereinfachungen und Dämonisierungen alle Seiten zu erzählen. Eine horizontale Miniserie bietet die entsprechenden erzählerischen Möglichkeiten.“

    Andere Länder sind da schon weiter: In den USA setzte sich beispielsweise schon 2005 Bezahlsender Showtime in der Dramaserie „Sleeper Cell“ höchst differenziert mit dem Thema „Terror im Inneren“ auseinander.

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