Die 10 besten Slasher-Filme aller Zeiten

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Christopher Diekhaus
Christopher Diekhaus – 14.10.2026, 10:17 Uhr

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Platz 5: „X“ (2022)

Eine Hommage an das Schlitzer-Schaffen der späten 1970er-Jahre legte 2022 der horrorbegeisterte Ti West vor. „X“ erzählt von einer Gruppe junger Menschen, die in der texanischen Pampa ein Gästehaus mietet, um dort einen Porno zu drehen. Die Besitzer des Anwesens, ein uraltes, gebrechliches Ehepaar, zeigen allerdings wenig Verständnis für das Ansinnen der Besucher. Mit großer Liebe zum Detail stellt der den Auftakt zu einer Trilogie bildende Film die Atmosphäre früherer Slasher-Arbeiten nach und scheint mit seinem staubigen Retro-Look selbst aus ebenjener Zeit zu stammen. Auf eine überraschend umfangreiche Einführung folgt das bekannte Abzählspiel, das allerdings durch einen interessanten thematischen Unterbau aufgewertet wird. „X“ setzt sich trotz satirischer Spitzen durchaus ernsthaft mit Fragen nach Sexualität, weiblicher Selbstermächtigung und dem Schmerz über die eigene Vergänglichkeit auseinander. Highlight ist zweifellos die Performance von Mia Goth, die in einer Doppelrolle als lebenshungrige Maxine und, unter aufwendigem Make-up, als greise Antagonistin zu sehen ist.

Platz 4: „Jessy – Die Treppe in den Tod“ (1974), auch bekannt als „Black Christmas“

Der von Bob Clark inszenierte Schocker aus Kanada ist ein Beispiel dafür, wie ein Film über die Jahre eine Neubewertung erfahren kann. Nach seiner Veröffentlichung Mitte der 1970er-Jahre rief er gemischte bis ablehnende Reaktionen hervor. Im Rückblick zeigt sich allerdings sehr deutlich sein Einfluss auf das Slasher-Kino im Allgemeinen und John Carpenters Klassiker „Halloween – Die Nacht des Grauens“ im Besonderen. In der Erzählung um ein studentisches Mädchenwohnheim, das an Weihnachten von einem irren Killer terrorisiert wird, stecken viele Komponenten, die sich ab Ende der 1970er-Jahre zu zentralen Merkmalen des Slasher-Subgenres entwickelten, darunter die subjektive Perspektive des Mörders, Telefonanrufe aus dem Haus der Opfer und ein Feiertag, an dem sich der Schrecken abspielt. Ungewöhnlich auch, dass der Film zarte feministische Untertöne anschlägt und kleine, alltägliche Momente von Frauenfeindlichkeit einfängt. Welcher Schlitzer-Reißer kann das schon von sich behaupten?

Platz 3: „Nightmare – Mörderische Träume“ (1984)

Manche Horrorfilmfiguren haben eine derartige Strahlkraft, dass sie sich tief in das popkulturelle Gedächtnis graben. Auf diese Beschreibung passt fraglos der untote Kinderkiller Freddy Krueger (Robert Englund) aus Wes Cravens „Nightmare – Mörderische Träume“, der eine Gruppe von Teenagern im Schlaf heimsucht und den jungen Menschen mehr als nur das Fürchten lehrt. Der Mann mit Ringelpulli und Stahlkrallen ist selbst vielen Kinogängern ein Begriff, die mit dem Schauerkino sonst wenig anzufangen wissen. Durch seine originelle Prämisse und sein inszenatorisch raffiniertes Spiel mit Wirklichkeit und Imagination hebt sich Cravens unbequem-atmosphärische Achterbahnfahrt positiv von vielen anderen, bloß Klischees abhakenden Slasher-Vertretern ab.

Platz 2: „Scream – Schrei!“ (1996)

Der Slasher-Film verschwand nie ganz von der Bildfläche, manövrierte sich ab Ende der 1980er-Jahre jedoch in eine kreative Sackgasse. Für einen echten Befreiungsschlag sorgte schließlich der von Kevin Williamson geschriebene und von Horrorexperte Wes Craven inszenierte Meta-Schocker „Scream – Schrei!“, der einen Großteil seines Reizes daraus zieht, dass die von einem Killer verfolgten Teenagerfiguren die Codes und Konventionen des Subgenres ständig selbst thematisieren. Das Ganze funktioniert nicht nur als spannungsreiches Rätsel (Wer steckt hinter der ikonischen Ghostface-Maske?), sondern auch als amüsante Persiflage, die in einen fortwährenden „Dialog“ mit dem Publikum tritt. Der Film begründete ein bis heute aktives Franchise, löste eine Welle neuer Slasher-Werke aus und zog eine Reihe ähnlich ironisch gefärbter Horrorwerke nach sich, die allerdings nicht an die Gewitztheit von „Scream „ heranreichen.

Platz 1: „Halloween – Die Nacht des Grauens“ (1978)

Auch heute, fast 50 Jahre nach seinem Erscheinen, hat John Carpenters Horrormarkstein, der eine der bekanntesten Reihen des Genres begründete, kein bisschen von seiner Wirkmacht verloren. Ähnlich wie bei „Freitag, der 13.“ taugt der simpel gestrickte Plot um die Babysitterin Laurie Strode (durch ihre Rolle zur ersten Scream-Queen avancierend: Jamie Lee Curtis) im Kampf gegen den unkaputtbaren Serienmörder Michael Myers nicht, um Preise zu gewinnen. Dafür aber ist das oft als Blaupause des Slasher-Kinos beschriebene Katz-und-Maus-Spiel in der so beschaulich anmutenden (fiktiven) Kleinstadt Haddonfield bestechend inszeniert. Schon die komplett aus der subjektiven Einstellung des Täters gedrehte Eröffnungssequenz verbreitet handfestes Unbehagen. Schwer zu übertreffen ist auch die bedrohliche, von Carpenter selbst komponierte Musik, die dem in der Geschichte ablaufenden Halloweenfest den passenden gespenstischen Rahmen gibt. Ebenfalls clever: das Böse in Gestalt von Michael Myers nicht zu erklären, sondern es mythisch zu überhöhen. Denn was macht uns mehr Angst als die Dinge, die für unseren Verstand kaum zu fassen sind? Die Zukunft des Franchise scheint derzeit ungewiss. Pläne für eine Fernsehserie sollen, so war Mitte 2026 zu hören, wieder gegen Überlegungen für einen neuen Kinotitel eingetauscht worden sein. Wie dem auch sei – bislang hat sich Michael nie unterkriegen lassen!

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Über den Autor

Christopher Diekhaus, Jahrgang 1985, erlebte seine TV-Sozialisation in den 1990er-Jahren. Seine echte Liebe für den Flimmerkasten entbrannte allerdings erst gegen Ende der Schulzeit. Nach seinem Studium landete er zunächst in einer Film- und Fernsehproduktionsfirma. Seit 2013 schreibt Christopher als Freiberufler Film- und Serienkritiken. Das Portal fernsehserien.de unterstützt er seit Ende 2019. Im Meer der Veröffentlichungen die Perlen zu entdecken – diese Aussicht spornt ihn immer wieder an. Insgeheim hofft er, irgendwann eines seiner in der Schublade liegenden Drehbücher zu verkaufen. Bis er den Oscar in Händen hält, sichtet und rezensiert er aber weiter fleißig die neuesten Serien.

Lieblingsserien: Devs, Lass es, Larry!, Severance

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