Das Beste aus dem Serienjahr 2021: Janas Highlights

    Fünf Neustarts, fünf Überraschungen

    Jana Bärenwaldt
    Jana Bärenwaldt – 30.12.2021, 18:37 Uhr (erstmals veröffentlicht am 27.12.2021)

    „Arcane“, „Das Damengambit“ & „WandaVision“ – Bild: Netflix, Disney
    „Arcane“, „Das Damengambit“ & „WandaVision“

    Trotz der anhaltenden angespannten Lage in der Welt konnte das Jahr 2021 aus serientechnischer Sicht mit einigen Highlights und vor allem überraschenden Erfolgen aufwarten. Vor allem Produktionen aus dem Hause Netflix schlugen 2021 hohe Wellen: Sowohl die Animationsserie „Arcane“, die Schachserie „Das Damengambit“ und vor allem die koreanische Dramaserie „Squid Game“ entwickelten sich allesamt in kürzester Zeit zu Überraschungserfolgen für den Streamingdienst. Zudem kamen in diesem Jahr auch Fantasy- und Marvel-Fans auf ihre Kosten: Mit der ambitionierten Fantasy-Adaption „Shadow and Bone“ wurden direkt zwei Buchreihen verfilmt, während Marvel mit Serien wie „WandaVision“ neue Wege beschritt.

    „Arcane“ – Wunderschön düstere Animation, nicht nur für Fans des Spiels

    Was ursprünglich als Adaption des erfolgreichen MMORPGs League of Legends von Riot Games begann, begeisterte spätestens nach Veröffentlichung der Serie auf Netflix nicht nur Fans des Spiels. Die Geschichte zweier ungleicher Schwestern, die sich in der gespaltenen Stadt Piltover plötzlich auf unterschiedlichen Seiten wiederfinden, zieht einen unglaublich schnell in ihren Bann. Dabei spielen sowohl die wunderschön düstere Animation, die komplex ausgestalteten Charaktere als auch die bittersüße Story auf einem ganz hohen Level.

    „Das Damengambit“ – Wenn jeder Zug sitzt

    „The Queens Gambit“ erzählt jene Art von Geschichte, die den Zuschauer ab dem ersten Moment mitreißt, berührt und nicht mehr loslässt. Selten hat man mit einer Protagonistin so sehr mitgefiebert, wie mit Beth Harmon (Anya Taylor-Joy), die souverän ihren Weg vom kleinen Mädchen im Waisenhaus bis zu den größten Schachturnieren der Welt geht. Dabei muss sie sich jedoch nicht den Vorurteilen stellen, die sie in dem männerdominierten Sport erwarten, sondern auch stets ihre eigenen Dämonen und die Schattenseiten des Erfolgs wie ihre Sucht bekämpfen.

    „Shadow and Bone“ – Ambitionierte Fantasy-Adaption in Perfektion

    Fantasy-Adaptionen sind nicht leicht. Die Geschichten in Serienform zu visualisieren, die sich Fans bereits seit Jahren lebendig in ihren Köpfen ausmalen, stellt sich oftmals als unlösbare Aufgabe heraus. Dementsprechend kritische Erwartungen wurden an die gleichzeitige Verfilmung zweier Buchreihen („Goldene Flammen“ & „Das Lied der Krähen“) der Bestsellerautorin Leigh Bardugo gestellt, die beide im sogenannten Grishaverse spielen. Entstanden ist jedoch eine lebendige, innovative Fantasy-Welt, die mit einer spannend-verwobenen Geschichte sowohl Fans der Buchvorlage als auch Neuankömmlinge im Grishaverse zu begeistern vermochte.

    „Squid Game“ – Blutig, brutal, brillant

    Nicht nur der Serienschöpfer Dong-hyuk Hwang selbst wurde vom Erfolg seiner eigenen Serie überrascht, dass sich das koreanische Netflix-Drama innerhalb kürzester Zeit zur erfolgreichsten Serie der Plattform entwickeln würde, hätte wohl vorab niemand gedacht. Die Serie über 456 Menschen, die aus einer Notlage heraus an einem Spiel um Leben und Tod teilnehmen, ist zwar nichts für zarte Gemüter, findet neben den Splatter-Elementen aber auch genug Raum für emotionale Charakter-Momente und schockierende Twists. Höchstspannung von der ersten bis zur letzten Episode garantiert und perfekt geeignet für ein Binge-Wochenende.

    „WandaVision“ – Marvel in Höchstform, aber anders

    Marvel-Filme sind oftmals recht formularisch konzipiert – und genau deswegen so erfolgreich. Dieses Jahr wurden mit dem Release mehrere Serien aus dem Franchise jedoch eine Vielzahl an neuen Wegen beschritten. Besonders experimentierfreudig zeigte sich dabei „WandaVision“ – wie der Name schon verrät, stehen dabei Wanda Maximoff (Elizabeth Olsen) und Vision (Paul Bettany) im Fokus. Da von der Handlung nicht viel verraten werden kann, ohne den überraschenden Twist der Serie vorweg zu nehmen, sei an dieser Stelle nur gesagt: „WandaVision“ ist überraschend anders, angefangen von der besonders zu Beginn der Serie experimentellen Cinematografie, über die Hommage an verschiedene Serien- und TV-Formate bis hin zu einer ungewöhnlich tiefgreifenden und emotionalen Charakterstudie.

    In einer lockeren Reihe blicken die Serienkritiker von fernsehserien.de zum Jahresende auf die Formate, die sie in den vergangenen zwölf Monaten gesehen haben. Das können neue Serien sein, aber auch neu entdeckte.

    Über die Autorin

    Jana Bärenwaldt entdeckte ihre Leidenschaft für Fernsehserien mit der Ausstrahlung von „The Tudors“ im deutschen Fernsehen. Bis heute ist die Historienserie eins ihrer favorisierten Genres, weswegen sie diesem Thema auch ihre Bachelorarbeit gewidmet hat. Mittlerweile schaut sie aber bunt gemischt, von Drama über Fantasy bis hin zu Anime Serien. Seit März 2016 ist Jana neben ihrem Studium der Medienwissenschaften in der Redaktion von fernsehserien.de tätig und schreibt dort hauptsächlich für TV-Serien aus dem englischsprachigen Raum.

    Lieblingsserien: The Walking Dead, Outlander, Westworld

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