„Doctor Who“: Zwei „verschollene Folgen“ wiederentdeckt

BBC löschte in den Anfangstagen zahllose Archivaufnahmen

Bernd Krannich
Bernd Krannich – 16.03.2026, 13:05 Uhr

Die „Doctor Who“-Darsteller der ersten Ära von 1963 bis 1989; ganz links William Hartnell – Bild: BBC
Die „Doctor Who“-Darsteller der ersten Ära von 1963 bis 1989; ganz links William Hartnell

Der BBC ist es gelungen, weitere kleine Lücken in der Sammlung der klassischen „Doctor Who“ zu füllen: Zwei Episoden aus den Anfangsjahren der mittlerweile zum internationalen Kult gewordenen Science-Fiction-Serie wurden in einer privaten Sammlung gefunden. Sie werden aktuell restauriert und sollen in Großbritannien zu Ostern digital beim BBC iPlayer veröffentlicht werden. Zur weiteren Veröffentlichung ist noch nichts bekannt, man kann aber erwarten, dass die Folgen früher oder später weltweit digital erwerbbar werden.

Bei den beiden Folgen handelt es sich um „The Nightmare Begins“ und „Devil’s Planet“. Beide Folgen stammen aus dem Serial „The Daleks’ Master Plan“, das mit 12 Folgen die vierte zusammenhängende Geschichte der dritten Staffel darstellt. Der erste Doctor-Darsteller William Hartnell trifft darin erneut auf die Daleks, Nebenrollen haben Peter Purves (Steven Taylor), Nicholas Courtney (Bret Vyon), Adrienne Hill (Katarina) und Kevin Stoney (Mavic Chen).

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Wie der Nachrichtenarm der BBC meldet, wurden Filmrollen der beiden Episoden in einer „eklektischen Sammlung“ mit mehreren Tausend Filmen entdeckt, deren Ersteller kürzlich verstorben war, so dass sie nun gesichtet wurden.

Verschollene Folgen

Diverse Episoden aus den frühen Jahren von „Doctor Who“ sind „verschollen“ (aktuell wohl noch 95): Da damals Filmmaterial und Lagerung teuer waren und man bei der BBC keine weitere Verwendung nach der Ausstrahlung sah, wurden die Originalaufnahmen vernichtet beziehungsweise Videobänder überschrieben – erst 1978 mit dem Aufkommen der privaten Videonutzung wurde diese Politik beendet.

Aktuell kümmert sich die gemeinnützige Organisation Film is Fabulous! (FIF) um die Suche nach überlebenden Versionen der verschollenen Folgen. Mittlerweile liegen der BBC für alle Episoden zumindest Tonspuren vor. Für einige Folgen hatte BBC Studios basierend auf alten Produktionsfotos animierte Serieninhalte rekonstruieren lassen (fernsehserien.de berichtete).

Zuletzt war 2013 durch FIF verschollenes Material gefunden worden: Im Archiv eines Senders in Nigeria waren Episoden aus den Jahren 1967 und 1968 entdeckt worden (fernsehserien.de berichtete). Folgen „im Ausland“ (bezüglich UK) zu suchen ist auch die Hauptmethode, um alte Folgen zu finden. Denn die BBC hatte diese damals in die Commonwealth-Nationen ihres ehemaligen Kolonialreiches lizenziert. In der Regel sollten die Bänder danach nach Großbritannien zurückgehen – wo sie vernichtet oder recycelt würden. Aber nicht immer wurden die Bänder auch wirklich zurückgegeben.

Damit kommt auch eine Besonderheit von „The Daleks’ Master Plan“ zum Tragen: Nachdem die Hauptabnehmer der BBC in Australien und Neuseeland das Serial um die alles vernichtenden Kreaturen als zu brutal eingeschätzt hatten und nicht erwerben wollten, war es finanziell nicht lohnenswert, es überhaupt außerhalb des Vereinigten Königreiches zu vermarkten – die Jagd nach verlorenen Episoden beschränkt sich hier alleine auf Großbritannien. Mit den jetzt gefundenen beiden Folgen sind fünf der Folgen vorhanden, sieben bleiben „verschollen“.

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