The Cape – Review

    von Ralf Döbele

    Ralf Döbele
    Rezension von Ralf Döbele – 17.01.2011

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    The Cape
    Vier Monate nach dem Start der aktuellen TV-Saison in den USA braucht das Network NBC noch immer einen Hit. Von fünf neuen Serien, die im September an den Start geschickt wurden, sind zwei bereits wieder eingestellt worden: „Outlaw“ und „Undercovers“. Die anderen laufen von Medien und Publikum weitgehend unbeachtet vor sich hin. Auch „The Event“, das inhaltlich vielversprechendste Format hat mit sinkenden Quoten zu kämpfen. Vielleicht braucht das Network ja tatsächlich einen Superhelden, der Rettung verspricht. Den bekommt es nun in der Form von „The Cape“, der Story um einen Ex-Cop, welcher in der Identität des liebsten Comic-Helden seines eigenen Sohnes für Gerechtigkeit sorgen will.

    Bereits nachdem bei der Vorstellung des neuen Sendeplans im Mai 2010 die ersten Trailer für die neuen Serien gezeigt wurden, erschienen „The Cape“ und das David E. Kelley-Drama „Harry’s Law“ am interessantesten, weshalb die späten Starttermine zur Midseason damals verwunderten. Nun war es am 9. Januar endlich für „The Cape“ soweit und NBC schicke seinen Superhelden mit einer Doppelfolge auf Sendung. Die klar gezeichnete, rasante und trotzdem nicht oberflächliche Handlung dürfte dabei nicht nur Comic-Fans begeistern, sondern auch Zuschauer, die einfach nur auf einen Beweis dafür gewartet haben, dass Feel-Good-TV weder hirnlos noch visuell eintönig sein muss. Die hervorragende Besetzung sorgt zusätzlich dafür, dass „The Cape“ mühelos aus der Massenware anderer Network-Serien der aktuellen Saison herausragt.

    Ex-Cop Vince Faraday (David Lyons) legt sich eine geheime Identität zu.
    In der US-Metropole Palm City nimmt das Verbrechen immer mehr überhand. Vor allem die Polizei steht in der Kritik, was auch Detective Vince Faraday (David Lyons, „Emergency Room“) zu spüren bekommt. Wie korrupt ist seine Truppe, wem kann er noch trauen? Seine Bemühungen einen Anschlag auf den Polizeichef der Stadt zu verhindern bleiben vergebens. Sein Chef wird durch den geheimnisvollen und brutalen Verbrecher „Chess“ ermordet. Kurz danach erhält Vince das Angebot für die privat finanzierte Polizeitruppe des Milliardärs Peter Fleming (James Frain, „Die Tudors“) zu arbeiten. Vinces Kollege Marty (Dorian Missick) rät ihm zu, schließlich könnte Flemings Konzern Ark Industries bald Palm City zur ersten Stadt der USA mit komplett privatisierter Polizei machen. Außerdem solle Vince an seine Frau Dana (Jennifer Ferrin) und Sohn Trip (Ryan Wynott) denken und daran, wie er sie auch in Zukunft versorgen kann.

    Zunächst stimmt Vince zu, lernt Fleming in dessen Büro kennen. Doch mitten in der Nacht erhält er einen Tipp des mysteriösen Bloggers Orwell, der seit Längerem versucht korrupte Machenschaften in Palm City aufzudecken: Ark Industries schmuggle hochexplosives Gas getarnt als Kinderspielzeug in die Stadt. Gemeinsam mit Marty macht sich Vince auf Spurensuche, doch Marty steht längst auf der anderen Seite. Auf einem Güterbahnhof lockt er Vince in die Falle, übergibt ihn an Chess, der sich als Peter Fleming selbst entpuppt. Der gibt Vince eine Chance zur Flucht, allerdings mit der Maske auf dem Kopf, die inzwischen zum Erkennungszeichen von Chess geworden ist. Eine gnadenlose Verfolgungsjagd beginnt, live im Fernsehen übertragen, in deren Verlauf Vince scheinbar stirbt. Auch Dana geht davon aus, dass ihr Mann in einer Explosion ums Leben gekommen ist. Gleichzeitig wird Vinces Name durch die Medien in den Schmutz gezogen.

    Unerwartete Unterstützung: die geheimnisvolle Bloggerin Orwell (Summer Glau)
    Vince aber lebt und wird von einer kuriosen Gruppe von Kriminellen gerettet, die als verbrecherische Zirkustruppe die Stadt unsicher macht. Deren Anführer Max (Keith David) bietet ihm Obdach, im Gegenzug für Zugangscodes zu besonders gesicherten Bankgebäuden. Vince will sich nicht mit seinem Schicksal abfinden, sondern zurückschlagen. Doch vor allem will er seine Frau und seinen Sohn wissen lassen, dass er unschuldig ist. Würde er einfach wieder auftauchen, wären jedoch beide in Lebensgefahr. Ein Leben auf ständiger Flucht will er ihnen keinesfalls zumuten.

    Trip bewundert niemanden mehr als den fiktiven Comic-Helden „The Cape“, dessen Geschichten er stets mit seinem Vater vor dem Zubettgehen verschlungen hat. Vince braucht eine geheime Identität, mit der er aktiv werden kann, warum also nicht die eines Helden, den er in- und auswendig kennt? Er überredet Max dazu ihn in Kampfkunst und Magie zu unterrichten, steht vor einem langen Training. Dennoch will er nicht abwarten, muss während seinen ersten, improvisierten Einsätzen dazulernen. Dabei entpuppt sich der Blogger Orwell erneut als große Unterstützung. Vince ist überrascht, dass sich hinter dem Synonym eine junge Frau (Summer Glau, „Terminator“) verbirgt, die ihre eigene Motivation jedoch streng verborgen hält.

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