Serienpreview: „Accidentally on Purpose“ – Review

    Schwanger aus Versehen mit Absicht!

    Rezension von Anastasia Korablev – 26.10.2009

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    Jenna Elfman CBS Broadcasting Inc.

    Auf dem Papier hört sich die Geschichte von „Accidentally On Purpose“ nicht gerade spannend an: Eine 37-jährige Filmkritikerin aus San Francisco macht Schluss mit ihrem gut aussehenden, reichen, aber beziehungsscheuen Boss, lernt in der Bar einen jungen Typen kennen und wird von ihm schwanger. Und schon ist eine neue CBS Sitcom geboren, die auf Papier eben recht unspektakulär klingt. Frauen, Neurosen, Beziehungswirrwarr und auch noch Schwangerschaft – originell ist etwas anderes. Aber wenn man so darüber nachdenkt hören sich die besten Komödien auf dem Papier nicht viel besser an: Al Bundy, Roseanne, die Simpsons… Ihre Geschichten klingen auch nicht gerade appetitlich, wenn man sie versucht zusammenzufassen, ja eigentlich sind sie richtig tragisch und funktionieren gerade daher umso besser.

    Allein erziehende Mütter über 35 sind die neuen Heldinnen und Mutterschaft als Thema erfreut sich gerade bei den Hollywood-Autoren einer großen Beliebtheit. Doch so einfach ist die Auseinandersetzung damit nicht, wie man an den Misserfolgen vieler Serien sehen kann: Genreübergreifend scheiterten ABCs Versuch „In The Motherhood“, aber auch HBOs Drama „Tell Me You Love Me“ kam auf keinen grünen Zweig. Im Ernst: Schwangerschaft ist nicht gerade amüsant, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand daran versucht, schließlich hat der Spielfilm „Juno“ gezeigt wie es geht und wurde dafür mit Preisen und Lob überhäuft.

    Ganz gleich wie der Ausgangspunkt oder der Handlungsraum ist, bei einer Sitcom sind die Liebenswürdigkeit der Charaktere und natürlich der Humor entscheidend. Peinlichkeiten, Unzulänglichkeiten und andere Schwierigkeiten helfen der Situationskomik ungemein, aber es kommt auch darauf an wie gut das jeweilige komödiantische Talent die Pointen an den Mann bringt. Und was das angeht hat „Accidentally On Purpose“ vielen anderen Sitcoms etwas voraus: Jenna Elfman („Dharma & Greg“) in der Hauptrolle. Ihre Figur Billie sagt an einer Stelle: „Natürlich vermisst Du mich, ich bin großartig!“ Und sie hat ja so Recht! Sie ist umwerfend, talentiert, bezaubernd und urkomisch. Und man hat sie in der Tat auf dem Fernsehbildschirm sehr, sehr vermisst.

    Mission Impossible

    Jenna Elfman und Grant Show CBS Broadcasting Inc.

    Billie Chase, 37 Jahre alt, Filmjournalistin und wohnhaft in San Francisco. Am Anfang der Folge weiß die junge Frau noch nicht was sie in wenigen Sitcom-Minuten erwartet. Ihre biologische Uhr, die sie zu ignorieren versteht, wird sie zufällig aber eben mit voller Absicht, wie der Titel verrät, in die Falle locken. Doch bevor es dazu kommt hat Billie noch eine Mission zu erfüllen. Sie will ihren Ex-Freund und immer noch Boss James (Grant Show, „Melrose Place“, „Dirt“), davon überzeugen, dass er den Fehler seines Lebens beging, als er sie gehen ließ.

    Nach drei Jahren Beziehung hat er sie mit einem atemberaubenden Ausblick auf die schöne Stadt Paris überrascht. Die Parisliebhaber werden es kennen, auf dem Eiffelturm gibt es doch dieses eine geheime Deck, das nur für Verliebte reserviert ist. Man kann sich selbst samt Begleitung in sekundenschnelle darauf beamen lassen, vorbei an all den Normalsterblichen, die stundenlang, unromantisch, in der Warteschleife anstehen um sich dann in überfüllte Aufzüge drängen. In diesem einen wunderschön romantischen Moment, umzingelt von Pärchen, die sich in allen Sprachen dieser Welt euphorisch verloben, bekam Billie von ihrem Geliebten statt eines Rings nur einen Beutel voller Mini-Filmkameras aus Marzipan geschenkt und eine Erinnerung daran, dass er nie wieder heiraten will. Kein Wunder, dass sie ihn auf der Stelle verlässt.

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