Prosit, „V – Die Außerirdischen“!

    Vor 25 Jahren begann die Alien-Invasion auf Sat.1 – von Ralf Döbele

    Ralf Döbele
    Ralf Döbele – 03.10.2013, 10:00 Uhr

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    V – Die außerirdischen Besucher kommen
    V – Die außerirdischen Besucher kommen

    30 Jahre ist es her, seitdem gewaltige Mutterschiffe den Himmel über den Metropolen dieser Welt verfinsterten. Am 1. Mai 1983 begann die Alien-Invasion auf NBC, allerdings sollte es noch noch ganze fünf Jahre dauern, bis es auch für deutsche Fernsehzuschauer hieß: „V-Die außerirdischen Besucher kommen“. Ab dem 3. Oktober 1988 strahlte Sat.1 die US-Serie zur besten Sendezeit aus. Zuvor hatten die Aliens bereits den deutschen Videomarkt erobert. In den USA war die Serie da schon längst wieder eingestellt worden. Bis dahin hatte „V“ schon eine recht bemerkenswerte Entwicklung von einer intelligent aufgebauten Allegorie zu munterem Trash-TV hingelegt. Greifen Sie jetzt nach der nächsten Graffiti-Dose, sprühen Sie ein knallrotes V an Ihre Wand und füttern Sie Ihren Leguan mit einer weißen Maus – Julie, Donovan oder Diana hätten es nicht anders gemacht. „Prosit, V – Die Außerirdischen!“

    Als Autor Kenneth Johnson („Bionic Woman“) die Idee zu „V“ entwickelte, dachte er zunächst nicht an eine Invasion durch Außerirdische. Vielmehr wollte er aufzeigen, wie faschistische Mächte die USA unterwandern und schließlich erobern könnten. Doch NBC lehnte Johnsons ursprüngliche Idee ab und so wurden aus den Faschisten die zuschauerfreundlicheren „Besucher“, eine außerirdische Rasse mit menschlichem Antlitz, die in vermeintlich friedlicher Absicht auf der Erde landt. Im Gegenzug für Hilfe beim Erhalt ihrer Zivilisation bieten sie der Menschheit ungekannte technische Fortschritte und medizinisches Wissen an. In Wirklichkeit haben es die Besucher auf die Wasservorräte der Erde abgesehen und auf ganze Bevölkerungsgruppen, die in ihren Raumschiffen zu Futter verarbeitet werden. Tatsächlich handelt es sich bei den Außerirdischen um Reptilienwesen, die lediglich ein menschliches Äußeres angenommen haben, um unser aller Vertrauen zu gewinnen.

    Sat.1 zeigte „V“ in 29 einstündigen Episoden, doch eigentlich besteht die gesamte Saga aus drei Komponenten: der zweiteiligen Miniserie „V“ (Mai 1983), der dreiteiligen Miniserie „V – The Final Battle“ (Mai 1984) und der 19-teiligen Serie „V“ (Oktober 1984 bis Mai 1985). Kenneth Johnson zeichnete als Autor lediglich für die erste Miniserie verantwortlich, die durch eine gekonnte Mischung aus Epos, Intelligenz und Spannung noch immer besticht. Die Parallelen zwischen den Besuchern und der Nazi-Bewegung vor und während dem Zweiten Weltkrieg sind stets greifbar. Die Aliens unterwandern die Medien-Maschinerie der USA, Propaganda-Plakate, die Freundschaft predigen, bestimmten das Straßenbild der Großstädte und Teenager schließen sich voller Begeisterung der Jugendorganisation der Besucher an. Die Warnungen einiger Zweifler und von einem Holocaust-Überlebenden wie Abraham Bernstein (Leonardo Cimino) verhallen angesichts dieser Übermacht zunächst fast ungehört. Erst als auf der ganzen Welt herausragende Wissenschaftler und ihre Familien beginnen zu verschwinden, formieren sich im Untergrund Gruppen von Widerstandskämpfern.

    Bild: Warner Bros. Television

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