Es ist kaum zu glauben, aber Olli Dittrich feiert demnächst seinen 70. Geburtstag. Am 20. November wird der vielseitige Komiker, Schauspieler und Musiker 70 Jahre alt. An jenem Tag zeigt Das Erste ihm zu Ehren um 22:20 Uhr die einstündige Dokumentation „Die Kunst, Olli Dittrich zu sein“. Auch der WDR, wo Dittrich viele Jahre lang in seiner Paraderolle als „Dittsche“ zu sehen war, gratuliert ihm mit einer 90-minütigen Hommage: Am Montag, den 23. November zeigt das WDR Fernsehen um 22:15 Uhr die Sondersendung „Happy Birthday! Wir feiern Olli Dittrich und zwar 70 Mal“.
In der ARD-Dokumentation wird auf das bewegte Leben des Künstlers zurückgeblickt – von den musikalischen Anfängen in den 1970er-Jahren über Krisen bis zum Durchbruch mit „RTL Samstag Nacht“ und „Dittsche“. Der Dokumentarfilm will die Höhen und Tiefen seiner langen Laufbahn zeigen und dabei auch den Menschen hinter den Masken finden.
Im Mittelpunkt der WDR-Sondersendung steht das außergewöhnliche Lebenswerk und Dittrichs unverwechselbarem Humor, der von präziser Beobachtungsgabe und Wandlungsfähigkeit geprägt ist. Zu Wort kommen Weggefährten wie Bastian Pastewka, Cordula Stratmann und Reinhold Beckmann, die sich an Erlebnisse und besondere Momente erinnern. Auch Entertainer-Legende Harald Schmidt ist Teil der Sendung, denn in der Spätphase seiner Late-Night-Show fungierte Olli Dittrich regelmäßig als kongenialer Sidekick.
Der in Offenbach geborene Olli Dittrich wurde in den 1990er-Jahren als Ensemblemitglied der Kultshow „RTL Samstag Nacht“ einem breiten Publikum bekannt. Während dieser Zeit gründete er zusammen mit Wigald Boning das Comedy-Musikduo „Die Doofen“, das mit Liedern wie „Mief!“ große Erfolge feiern konnte. Als Teil der Countryband Texas Lightning fuhr Dittrich 2006 zum Eurovision Song Contest nach Athen.
Seine wohl berühmteste Rolle ist die des arbeitslosen, biertrinkenden Thekenphilosophen „Dittsche“, der stets im Bademantel vor einer Hamburger Imbiss-Theke über Gott und die Welt sinnierte. Die Sendung lebte von Improvisation und trockenem Humor und lief von 2004 bis 2022 mit über 260 Folgen im WDR.
Zu Olli Dittrichs größten Talenten zählt seine Improvisationskunst, die er etwa in den kleinen TV-Juwelen „Olli, Tiere, Sensationen“ mit Mona Sharma (2000–2001) sowie „Blind Date“ mit Anke Engelke (2001–2005) unter Beweis stellte. Zwischen 2013 und 2022 parodierte er in „Olli Dittrichs TV-Zyklus“ unterschiedliche TV-Genres – von Frühstücksfernsehen über Polittalk bis Live-Reportage – und schuf herrlich skurrile Kunstfiguren wie Schorsch Aigner, Sandro Zahlemann und Trixie Dörfel. Olli Dittrich, der sich selbst als „Menschendarsteller“ bezeichnet, versteht es, absurde, aber in ihren Eigenheiten glaubwürdige Charaktere zu spielen. Sein Humor ist häufig trocken, subtil und improvisiert. Der NDR bezeichnet ihn deshalb als Meister des feinsinnigen Humors.