Olivia Newton-John gestorben: „Grease“-Star wurde 73 Jahre alt

    Schauspielerin und Sängerin erlag Krebserkrankung

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 09.08.2022, 12:48 Uhr

    Olivia Newton-John (1948 – 2022) – Bild: imago/ZUMA Press/xMorganxLiebermanx
    Olivia Newton-John (1948 – 2022)

    Die Schauspiel- und Musikwelt trauert um Olivia Newton-John. Die britisch-australische Sängerin und Schauspielerin, die mit dem Musical-Film „Grease“ weltberühmt wurde, ist am 8. August im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben. Ihr Ehemann John Easterling teilte bei Instagram und Facebook mit, dass sie friedlich auf ihrer Ranch in Südkalifornien gestorben sei. Ihre Familie und ihre Freunde seien bei ihr gewesen. Olivia war ein Symbol für Sieg und Hoffnung, mehr als 30 Jahre lang, in denen sie ihren Weg mit Brustkrebs teilte.

    Die am 26. September 1948 in Cambridge geborene Oliva Newton-John zog mit ihrer Familie im Alter von fünf Jahren ins australische Melbourne. Früh begeisterte sie sich für das Singen und gründete während ihrer Schulzeit eine Girlgroup namens Sol Four. Sie gewann im Alter von 15 Jahren eine Talentshow und durfte daraufhin nach London reisen, wo sie ihren ersten Plattenvertrag erhielt. 1966 erschien ihre erste Single „Till You Say You’ll Be Mine“, doch ihren ersten Top-10-Erfolg landete sie erst fünf Jahre später mit der Bob-Dylan-Komposition „If Not for You“.

    Olivia Newton-John wandelte zwischen den Musikrichtungen Pop, Folk und Country. Mit „Banks of the Ohio“ gelang ihr in Deutschland ein 13. Platz in den Charts, in ihrer Heimat Australien belegte sie sogar den ersten Platz. Mit Coverversionen von George Harrisons „What Is Life“ und John Denvers „Take Me Home, Country Roads“ feierte sie weitere Erfolge.

    Den Durchbruch in den USA schaffte Olivia Newton-John 1973, als sich ihr Song „Let Me Be There“ über eine Million mal verkaufte. Es folgten weitere Hits wie „If You Love Me, Let Me Know“ und „Please Mr. Please“. Ihre Alben und Konzerte waren ebenfalls Kassenschlager, zudem vertrat sie 1974 Großbritannien beim Eurovision Song Contest, wo sie mit ihrem Song „Long Live Love“ auf dem vierten Platz landete. Bei den Grammy Awards 1975 wurde sie für ihre Ballade „I Honestly Love You“ als „Record of the Year“ und „Best Pop Vocal Performance, Female“ ausgezeichnet. Zwei weitere Grammys folgten im Verlauf ihrer Karriere. Im deutschen Fernsehen trat sie jeweils zweimal in den prägenden Musikshows „disco“ und „Musikladen“ auf.

    1978 wurde Olivia Newton-John schließlich an der Seite von John Travolta zum Superstar, als sie in der Musical-Verfilmung „Grease“ die weibliche Hauptrolle der Sandy übernahm. Der Film wurde weltweit ein riesiger Erfolg und hat bis heute Kultstatus. Für ihre Rolle als Sandy wurde Newton-John mit dem Golden Globe für die beste Hauptdarstellerin in einer Komödie oder einem Musical ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde der zugehörige Soundtrack mit mehr als 14 Millionen verkauften Einheiten ein Dauerbrenner in den Charts – wie auch die ausgekoppelten Songs „You’re The One That I Want“, „Summer Nights“ und „Hopelessly Devoted To You“.

    1980 erschien mit „Xanadu“ ein weiterer Musical-Film mit Olivia Newton-John, diesmal an der Seite von Gene Kelly, der jedoch zu einem Kino-Flop und von Kritikern verrissen wurde. Nichtsdestotrotz führte Newton-John mit dem zugehörigen Titeltrack „Xanadu“ in Europa die Charts an. Weitere Erfolge feierte sie während dieser Zeit mit den Duetten „Suddenly“ mit Cliff Richard und „I Can’t Help It“ mit Andy Gibb.

    Die Erfolgswelle ebbte nicht ab: 1981 stand Olivia Newton-John mit „Physical“ zehn Wochen auf Platz 1 der US-Single-Charts, womit sie sogar die am längsten auf Platz 1 platzierte Single der 1980er Jahre darstellt – trotz oder vielleicht auch wegen eines Boykotts vereinzelter Radiosender, die den Song aufgrund des ansatzweise sexuellen Textes nicht spielten.

    Auch in den darauffolgenden Jahrzehnten brachte Olivia Newton-John immer wieder neue Songs und Alben heraus, die dann jedoch nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen konnten. Als Schauspielerin war sie weiterhin tätig, so spielte sie etwa in „It’s My Party“, „Sordid Lives“, „Sharknado 5“ mit. Zweimal absolvierte sie Cameo-Auftritte in der Teenie-Musical-Serie „Glee“ und dreimal saß sie als Gast-Jurorin in der Castingshow „American Idol“.

    Bereits 1992 erkrankte Olivia Newton-John an Brustkrebs, woraufhin sie Tourneen absagte und von ihrer Wahlheimat Kalifornien zeitweise wieder nach Australien zurückzog. Jahrzehntelang kämpfte sie gegen die Krankheit, setzte sich als Aktivistin für Krebs-Behandlung und -Forschung ein und gründete ein eigenes Krebs-Zentrum in Australien. Ihre erste Ehe mit dem Tänzer Matt Lattanzi, mit dem sie eine gemeinsame Tochter hat, ging 1995 in die Brüche. 2008 heiratete sie John Easterling, mit dem sie bis zu ihrem Tod zusammenblieb.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de

      Eine entzueckende und hochtalentierte Frau.
      Tolle Stimme und sogar Schauspieltalent (Grease).

      R. I. P.

      Chrissie

      weitere Meldungen