„Mayans MC“: Ende der zweiten Staffel laut Kurt Sutter „entschärft“

    Gefeuerter Serienschöpfer hatte Episode geschrieben

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 18.11.2019, 12:27 Uhr

    Kurt Sutter als Gangmitglied Big Otto in „Sons of Anarchy“ – Bild: FX Networks
    Kurt Sutter als Gangmitglied Big Otto in „Sons of Anarchy“

    Während der Ausstrahlung der zweiten Staffel von „Mayans MC“ wurde der Serien-Ko-Schöpfer und Ko-Showrunner Kurt Sutter entlassen. Der hat sich nun mit der Beschwerde an die Öffentlichkeit gewandt, dass unmittelbar nach seinem Ausscheiden aus der Serie das Finale der zweiten Staffel noch verändert wurde – zum Nachteil, wie er fand.

    Sutter war über Jahrzehnte mit dem US-Sender FX verbandelt, wo seine Erfolgsserie „Sons of Anarchy“ lief und nun auch das Spin-Off „Mayans MC“. Als sich abzeichnete, dass Disney auch den Sender FX aufkaufen würde, konnte man schon skeptisch werden, ob die Zusammenarbeit mit Sutter gut gehen würde, der sich selbst als schwierig und kämpferisch bezeichnet, während man bei Disney gerne von oben die Zügel in der Hand hält.

    Sutter hatte später seinen Vertrag mit FX und Disney verlängert, aber während der Produktion der zweiten Staffel von „Mayans MC“ kam es dann zum Zerwürfnis – Sutter wurde bei der Serie entlassen, da er eine „feindseelige Arbeitsumgebung“ geschaffen habe (fernsehserien.de berichtete). Die Zukunft seines aktuellen Rahmenvertrags mit Disney ist unklar, da eine Grundlage für eine gemeinsame Arbeit nicht mehr gegeben scheint – Sutter hatte in einem Interview in den Raum gestellt, dass das Ehrenhafte für Disney sei, ihn in irgendeiner Art auszubezahlen und ihm keine Steine bei der Suche nach einer neuen Heimat in den Weg zu legen.

    Als eines seiner Hauptanliegen hatte es Kurt Sutter immer bezeichnet, bei den Erzählungen nicht den einfachen Weg zu gehen. Auch beschrieb er in Folge seiner Entlassung, dass er immer darum gekämpft habe, dass „Mayans MC“ nicht zu sehr „herunter-gedummt“ wird, also zur besseren Konsumierbarkeit vereinfacht.

    Infolge des Staffelfinals hat sich Sutter nun bei Twitter zu Wort gemeldet, den Tweet aber mittlerweile wieder gelöscht. Demnach habe man bei Disney genau das gemacht, wogegen er sich immer gewehrt habe: Man habe das Finale vereinfacht und sei den „sicheren Weg“ gegangen – einen Schritt, den er als entmutigend wegweisend für die neuen Machthaber und auch als Bruch der Rahmenverträge der Writers Guild of America (WGA) mit den Produzenten bezeichnet – Sutter ist der nach WGA-Regeln genannte alleinige Autor der Episode, während der verbleibende Ko-Schöpfer und Showrunner Elgin James die Regie übernommen hatte.

    The Wrap zitiert den Text des gelöschten Tweets: „I feel obliged to tell fans that after I was let go, days before it aired, without my knowledge, the [studio and network] changed the ending of the S2 finale. Beyond the disrespect and WGA violation, the change is dishearteningly indicative of the new regime – they dumbed it down and made it safe.“

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Ohne Sutter darf sich der Mäusekonzern die Mayans gerne sonstwo hinschieben. Schade, ich hätte die Serie sonst schon gekauft.
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