„Hacks“: Gefeierte Dramedy mit Emmy-Gewinnerin Jean Smart hat Deutschlandpremiere

    Gleichsam spritziger und einfühlsamer Generationen-Konflikt in der Comedybranche

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 19.08.2022, 10:51 Uhr

    Ava (Hannah Einbinder) und Deborah (Jean Smart) inmitten von Erinnerungen an Comedy-Größen in „Hacks“ – Bild: HBO Max
    Ava (Hannah Einbinder) und Deborah (Jean Smart) inmitten von Erinnerungen an Comedy-Größen in „Hacks“

    Die HBO-Max-Serie „Hacks“ hat einen Termin für die Deutschlandpremiere: Am 15. September kommt die Serie zu RTL+ (wo man einen Rahmenvertrag mit HBO Max hat). Im Zentrum der Serie steht Jean Smart als Stand-up-Comedy-Diva, die sich mit massiven Veränderungen in ihrem Leben befassen muss.

    Für die erste Staffel konnte „Hacks“ bereits 15 Emmy-Nominierungen im Comedy-Bereich einheimsen, Smart konnte 2021 die Trophäe mit nach Hause nehmen. Auch in diesem Jahr ist man mit Staffel zwei und 17 Nominierungen wieder gut im Rennen.

    Deborah Vance ist eine Grande Dame der Comedy und hält allabendlich bei einer Show in Las Vegas Hof (hat eine sogenannte Residence gebucht) – doch im Zeitalter von Twitter und YouTube sinkt ihre Popularität. Sie droht, das Engagement zugunsten zugkräftigerer Acts zu verlieren. So versucht ihr junger Manager Jimmy (Paul W. Downs), sie mit einer anderen Klientin von sich zusammenzubringen, die „jüngeres“ Comedy-Material schreiben soll: Ava Daniels (Hannah Einbinder). Die bisexuelle Frau ist chaotisch, mutig und rebelliert fast schon aus Prinzip gegen das Establishment der Unterhaltungsindustrie, in der sie andererseits jedoch mit einem fetten Gehaltsscheck beschäftigt sein möchte – sie brachte sich durch einen bissigen Tweet ins Abseits, den niemand lustig und alle bösartig fanden.

    Die arrangierte Ehe hat anfangs deutliche Schwierigkeiten, da beide Frauen sehr dickköpfig, eigenwillig und bis an den Rand der Selbstzerstörung trotzig sind. Als Deborah dann wirklich den Casino-Job verliert und Ava sich schließlich in ihre facettenreiche Lebensgeschichte einarbeitet, kommen sich die beiden Frauen näher – aber mehr Nähe bedeutet auch mehr Reibungsfläche

    Eine Nebenhandlung dreht sich auch um Agent Jimmy: Der ist der Sohn des einen Gründers der Künstler-Agentur, bei der er nun arbeitet (von seinem Vater hatte er auch die Vertretung für Deborah „geerbt“). Jimmy muss und will sich am Arbeitsplatz besonders beweisen. Er hat aber als Assistentin Kayla (Megan Stalter) zugewiesen bekommen: Die Tochter des anderen Gründers, der die Agentur auch noch weiterhin anführt. Kayla ist ein Musterbeispiel für ein verwöhntes Kind reicher Eltern, das noch nie die Konsequenzen der eigenen Handlungen tragen musste.

    Eine weitere Nebenhandlung dreht sich um Deborahs Umfeld, vor allem ihren Business-Manager Marcus (Carl Clemons-Hopkins). Der schwule Mann hat sein eigenes Leben praktisch aufgegeben, um Deborah zu Diensten zu sein und auch ihre Launen auszubaden. Allerdings geht er auch wirklich in der Arbeit auf, Deborahs vielschichtige Karriere zu managen und etwa mit Auftritten in Teleshopping-Sendungen und bei Grand Openings nochmal richtig Geld reinzuholen.

    In den USA lief die zweite Staffel von „Hacks“ im Frühjahr, eine dritte Staffel ist bestellt.

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