Exklusiv: „Dingsda“-Neuauflage wird nicht fortgesetzt

    Zurückgekehrter Spielshow-Klassiker endet nach einer Staffel

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 07.08.2019, 14:39 Uhr

    Mareile Höppner – Bild: ARD/Max Kohr
    Mareile Höppner

    Im Zuge der Retro-Welle hat Das Erste im Herbst 2018 den Spielshow-Klassiker „Dingsda“ neu aufgelegt. Zwölf Ausgaben der von Mareile Höppner moderierten Sendung waren zwischen Oktober und Dezember freitags um 18.50 Uhr im Ersten zu sehen. Auf Anfrage von fernsehserien.de informierte die ARD nun darüber, dass es bei der einen Staffel bleibt. „Derzeit sind keine weiteren Produktionen von ‚Dingsda‘ für Das Erste oder das BR Fernsehen geplant“, so eine Pressesprecherin.

    Die Quoten der nach 16 Jahren zurückgekehrten Show blieben hinter den Erwartungen zurück. Vom Vorlauf durch das quotenstarke „Wer weiß denn sowas?“ konnte „Dingsda“ nicht profitieren. Durchschnittlich 1,4 Millionen Zuschauer blieben am Freitagvorabend dran, der Marktanteil belief sich auf 6,3 Prozent. Insbesondere in der jungen Zielgruppe konnte das Format kaum punkten. Laut ARD-Pressesprecherin soll die „Dingsda“-Neuauflage allerdings besonders bei den Zuschauern aus Bayern gepunktet haben. Aus diesem Grund werden im Herbst im BR Fernsehen alle zwölf Folgen noch einmal wiederholt.

    Die Neuauflage orientierte sich konzeptionell stark am Original, das zwischen 1985 und 2002 lief: Im Mittelpunkt standen Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren, die in Einspielfilmen in ihren eigenen Worten Begriffe erklärten. Zwei prominent besetzte Rateteams versuchten, diese Begriffe im Studio zu erraten. Als neuer Kniff wurden zudem ein paar Retro-Elemente eingebaut. So wurden Kinder mit historischen Gegenständen konfrontiert und sollten beispielsweise eine Polaroid-Kamera oder ein altes Telefon mit Schnur erklären. Darüber hinaus gab es auch eine pantomimische Spielrunde.

    Im Prinzip war die „Dingsda“-Neuauflage durchaus gelungen und Mareile Höppner führte als Moderatorin sympathisch durch die Sendung. Ute Biernat, Geschäftsführerin der UFA Show & Factual GmbH, beschrieb das Konzept als zeitlos und befand, dass so eine warme Familiensendung sehr gut in die aktuelle Zeit passen würde. Eher skeptisch äußerte sich im Vorfeld der ehemalige „Dingsda“-Moderator Fritz Egner: „Ich war [ … . verwundert darüber, dass sich das jemand traut. Die Sendung ist noch sehr stark im nostalgischen Bewusstsein der Menschen verankert, so dass man sich gut überlegen sollte, wie ein Neustart funktionieren könnte. Ich bin allerdings sehr zuversichtlich, dass mit dem angewandten Konzept und Mareile Höppner als neuer Moderatorin nicht viel schiefgehen kann – vorausgesetzt, die Zuschauer lassen sich wieder darauf ein“, so Egner im fernsehserien.de-Interview.

    Letztendlich schalteten einfach zu wenig Zuschauer ein. Dieses Schicksal teilt „Dingsda“ mit vielen anderen Versuchen, mit denen Das Erste bereits sein Glück auf dem schwierigen Sendeplatz freitags um 18.50 Uhr versuchte. Die von Matthias Opdenhövel moderierte Show „Rate mal, wie alt ich bin“ scheiterte ebenso wie Guido Cantz’ Reisequiz „Flieg mit mir!“. Auch der im SWR seit Jahren erfolgreiche Dauerbrenner „Sag die Wahrheit“ konnte die Freitagsquoten im Ersten nicht beflügeln. Einzig der „Quizduell-Olymp“ macht seine Sache ordentlich, weshalb Das Erste vorerst von weiteren Show-Neustarts absieht und stattdessen verstärkt auf die bewährte Marke setzt. 30 neue Folgen des „Quizduell-Olymps“ werden ab Mitte September produziert (fernsehserien.de berichtete).

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