Dass Formatideen in unterschiedlichen Ländern adaptiert werden, ist keine Seltenheit. In der Regel erhalten sie dann aber wenigstens einen zum neuen Verbreitungsgebiet passenden Namen verpasst. Nicht so der nun bestätigte asiatische Ableger des altehrwürdigen Eurovision Song Contest: Er wird zum Jahresende – endlich – als „Eurovision Song Contest Asia“ Premiere feiern.
Hinter dem Format steht in der Tat auch die EBU (European Broadcasting Union), die den ESC seit 1956 ausrichtet, als Lizenzgeber. In Zusammenarbeit mit Voxovation (einem Produzenten von Liveveranstaltungen), S2O Productions und Channel 3 aus Thailand wurde die Adaption auf die Beine gestellt. Die Finalshow ist für den 14. November angesetzt und wird in der thailändischen Hauptstadt Bangkok abgehalten.
Bisher sind 10 Länder bestätigt, deren Sender sich an der Produktion beteiligen. Markanterweise ist übrigens der australische Sender SBS (Special Broadcasting Service) nicht mit an Bord, der seit etwas über einem Jahrzehnt am „europäischen“ Song Contest teilnimmt und in diesem Jahr die bekannte Sängerin Delta Goodrem zur Endrunde Mitte Mai beim ESC in Wien entsendet.
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Mit an Bord beim Eurovision Song Contest Asia 2026 sind Sendeanstalten aus Bangladesch (NTV), Bhutan (Bhutan Broadcasting Service; BBS), Kambodscha (TV5 Cambodia), Laos (Vientiane Capital Television; VTE9), Malaysia (Media Prima; TV3), Nepal (Himalaya TV), Philippinen (ABS-CBN), Südkorea (ENA; SK Telecom / KT Group) und Vietnam (Vietnam Television; VTV3) sowie eben die Gastgebernation Thailand. Weitere Teilnehmer sollen noch folgen.
Martin Green, der Verantwortliche für den Eurovision Song Contest bei der EBU, kommentiert: Da wir gerade den 70. Geburtstag des Eurovision Song Contest feiern, fühlt es sich ganz besonders an, dieses neue Kapitel mit Asien zu eröffnen, einer Region die reich an Kultur, Kreativität und Talenten ist. Und weiter: Es geht darum, EUROVISION zusammen mit Asien weiterzuentwickeln, etwas aufzubauen, das die Stimmen, Identitäten und Ambitionen aus der Region widerspiegelt, während wir gleichzeitig dem treu bleiben, was den Wettbewerb so besonders gemacht hat.
Bisherige Geschichte voller Fehlschläge
Während es diesmal stark so aussieht, als würde die Adaption auch wirklich stattfinden, gab es in den 2000er Jahren gleich mehrere gescheiterte Anläufe, bei denen auf Ankündigungen und Lizenzvergabe keine Veranstaltung folgte.
Den Anfang machte laut dem australischen Online-Magazin TVTonight eine „Asia Pacific Contest“ benannte Formatadaption, die von Asiavision Pte. Ltd. unter Lizenz der EBU hergestellt werden sollte und deren Austragung zunächst 2009 in Macau und in einem weiteren Anlauf 2010 in Mumbai geplant war – beides kam nicht zustande. 2016 hatte der australische Sender SBS die Veranstaltung „Asia-Pacific Eurovision“ angekündigt, die 2017 mit 20 Teilnehmernationen abgehalten werden sollte. Eine Umsetzung gelang nicht. SBS arbeitete in den folgenden Jahren weiter an der Umsetzung, bis die Corona-Pandemie den Bemühungen des Senders wohl den Todesstoß versetzte.