Eurovision Song Contest: Überraschungssieg geht an Bulgarien

Deutschland und Sarah Engels abgeschlagen auf dem 23. Platz

Ralf Döbele
Ralf Döbele – 17.05.2026, 01:12 Uhr

Hat beim ESC abgeräumt: Dara für Bulgarien mit „Bangaranga“ – Bild: EBU
Hat beim ESC abgeräumt: Dara für Bulgarien mit „Bangaranga“

Finnland, Australien, Frankreich und zuletzt auch Griechenland: Sie alle wurden im Vorfeld des diesjährigen Eurovision Song Contest in Wien als Favoriten gehandelt. Doch den Sieg hat sich eine andere geschnappt: Dara, die für Bulgarien mit dem Dance-Song „Bangaranga“ ihr Land mit 516 Punkten zum ersten Mal in der ESC-Geschichte an die Spitze geführt hat. Deutschland und Sarah Engels landen dagegen abgeschlagen auf dem 23. Platz.

Die Punkte-Tabelle am Ende des 70. ESC EBU/​Screenshot

Vor allem Linda Lampenius und Pete Parkkonen waren mit „Liekinheitin“ für Finnland im Vorfeld als großer Favorit gehandelt worden. Doch bereits die Punktevergabe durch die Jurys war deutlich unvorhersehbarer als gedacht. Schon hier zeichnete sich die Überraschung ab: Bulgarien war nach drei Jahren Pause zum ESC zurückgekehrt und lag nach der Verkündung der Jurypunkte vorne.

Ähnlich wie im letzten Jahr konnte sich Israel durch ein starkes Publikums-Voting mit 343 Punkten auf Platz 2 katapultieren, bevor Noam Bettan und „Michelle“ durch Dara geschlagen wurden. Besonders beliebt beim Publikum war auch Rumänien: Die im Vorfeld zum Teil kontrovers diskutierte Rock-Nummer „Choke Me“ von Alexandra Căpitănescu erreichte mit 296 Punkten Platz 3 und zog damit auch an Australiens Delta Goodrem und „Eclipse“ (287 Punkte) vorbei.

Besonders kurios: Die letzten drei Plätze werden alle von Songs mit deutschem Bezug belegt – „Eins, zwei, drei“ aus dem Vereinigten Königreich von Look Mum No Computer bildet das Schlusslicht auf Platz 25 hinter Cosmo mit seinem „Tanzschein“ für Österreich. Sarah Engels zeigte sich bereits vor der ESC-Woche in Wien als überaus engagierte, professionelle und sympathische Vertreterin Deutschlands. Doch auch eine beachtliche Insznierung konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Fire“ als Song für den ESC letztendlich aus der Zeit gefallen ist und dem Vergleich mit anderen ikonischen Dance-Songs der letzten zehn Jahre nicht standhält.

Apropos nicht standhalten: Zwar hatte das Grand Final aus Wien mit seiner spektakulären Bühne und einer überraschend quirligen Jubiläums-Nummer einige Highlights zu bieten. Alles in allem überwiegt aber nach den drei Shows aus dieser Woche zum ersten Mal seit längerer ESC-Zeit ein eher mauer Eindruck. Victoria Swarovski und Michael Ostrowski harmonierten kaum als Moderations-Duo, wirkten in weiten Teilen regelrecht nervös. Die Schuld ist hier aber auch bei den ORF-Autoren zu suchen, deren Gags oder Ideen für Einspieler und Intervall-Nummern kaum je zündeten. Man darf überaus gespannt sein, wie der bulgarische Sender BNT im kommenden Jahr erstmals in seiner Geschichte den Eurovision Song Contest ausrichten wird.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • (geb. 1971) am

    Platz 23 für uns...viel besser als ich vermutet hatte bei diesem fürchterlichen Song :)

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