Erster Dresden-“Tatort“ spielt im Schlager-Milieu

    Weibliches Ermittlerteam im Einsatz in der „heilen Welt“

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 17.09.2015, 16:00 Uhr

    „Tatort“ aus Dresden: Henni Sieland (Alwara Höfels), Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) – Bild: MDR/Andreas Wünschirs
    „Tatort“ aus Dresden: Henni Sieland (Alwara Höfels), Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski)

    Der neue MDR–„Tatort“ aus Dresden nimmt Gestalt an. Seit gestern laufen in der sächsischen Landeshauptstadt die Dreharbeiten zum ersten Fall mit dem Arbeitstitel „Auf einen Schlag“ (ursprünglich sollte die Episode „Drei Engel für Dresden“ heißen). Wie bereits vorab vermeldet, ist zum ersten Mal in der langjährigen Geschichte der ARD-Krimireihe ein rein weibliches Ermittlerteam im Einsatz: Alwara Höfels als Kommissarin Henni Sieland, Karin Hanczewski als Kommissarin Karin Gorniak und Jella Haase als Polizeianwärterin Maria Mohr. Martin Brambach ist ihr – natürlich männlicher – Chef als Leiter des Kommissariats. In weiteren Rollen sind unter anderem Alexandra Finder, Andreas Günther, Hilmar Eichhorn, Peter Trabner und Franz Hartwig zu sehen.

    Ihr erster Fall führt die Ermittlerinnen mitten in die Schlagerwelt. Während der Proben zur Unterhaltungsshow „Hier spielt die Musik“ wird einer der Lokalmatadoren, Toni Derlinger vom Gesangsduo „Toni & Tina“, erschlagen in den Kulissen aufgefunden. Für ihren langjährigen Manager Rollo ist das so dramatisch, als hätte er einen Sohn verloren. Und auch für die Schlagerfans droht nun, durch diesen grausamen Mord die letzte Bastion einer heilen Welt zu zerbrechen. „Toni & Tina“ befanden sich auf dem absteigenden Ast, während sie von den Nachwuchsstars, der „poppigen Laura“ und den Volks-Rock ‚n‘ Rollern „Herzensbrecher“, allmählich verdrängt wurden. Gorniak und Sieland dringen immer tiefer in diese Welt des schönen Scheins ein. Dabei wird immer undurchsichtiger, wer alles vom Tod des Schlagerstars profitiert.

    Anfang 2014 hatte der MDR im Internet Drehbuchautoren und Produktionsfirmen dazu aufgerufen, frische Ideen für einen neuen sächsischen „Tatort“ einzureichen (fernsehserien.de berichtete). Der Sender hat sich von dem bewährten Ermittlerteam Simone Thomalla und Martin Wuttke getrennt, um frischen Wind in die Reihe zu bringen. Mehr als 30 Vorschläge gingen tatsächlich ein. Am überzeugendsten fanden die Verantwortlichen der Anstalt das Konzept der Firma Wiedemann & Berg, bei dem „Stromberg“-Erfinder Ralf Husmann fürs Drehbuch verantwortlich zeichnet. Er soll für einen gekonnten Spagat zwischen klugem Humor und tragischer Fallhöhe der Figuren sorgen.

    Die Ausstrahlung im Ersten ist für 2016 geplant.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Das ist wenigstens mal eine naheliegende Idee und nichts Abstruses - hätte man nicht gleich die ganze Stadlbelegschaft im Film erschlagen können?
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