Domian: „Alle wollen immer, dass man experimentiert – wir machen’s!“

    Neuer WDR-Talk mit Live-Gästen und Publikum

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 04.09.2019, 18:12 Uhr

    Jürgen Domian – Bild: WDR/Klaus Görgen
    Jürgen Domian

    Vergangene Woche verkündete der WDR, dass Jürgen Domian fast drei Jahre nach dem Ende seiner nächtlichen Telefontalkshow zurück ins Fernsehen kommen wird. Mehr als der Titel „Domian live“ und eine grobe Beschreibung waren bislang nicht bekannt. Doch beim heutigen Pressegespräch in Köln wurden die Details verraten. Vorerst vier Mal wird „Domian live“ zu sehen sein, vom 8. bis 29. November immer freitags von 23.30 Uhr bis 0.30 Uhr im Anschluss an den „Kölner Treff“.

    Die größte Veränderung: Domian sieht künftig seine Gesprächspartner. Anstatt mit Anrufern per Telefon zu sprechen, wird sich Domian von Angesicht zu Angesicht mit mehreren Gästen pro Sendung unterhalten. „Für mich ist es das sehr attraktiv, weil ich nach ungefähr 22.000 Telefon-Interviews meine Gäste endlich sehen kann“, so Domian. Der Clou: Der Moderator kennt weder die Gäste noch die Themen, die sie mitbringen. Ob Tragisches, Trauriges, Skurriles, Lustiges, Unterhaltsames oder auch Streitbares – wie früher soll spontan über alles gesprochen werden, ohne Tabus.

    Im Gegensatz zum früheren „Domian“-Nighttalk wird nicht mehr aus einem kleinen Radiostudio gesendet, sondern direkt aus der WDR-Kantine an der Glasfront, so dass im Hintergrund das nächtliche Stadtpanorama zu sehen sein wird. Zudem wird es auch Live-Publikum geben. Rund 100 Zuschauer sollen in der Sendung Platz nehmen.

    Domian und sein Team betonen, dass keine Gäste aktiv von der Redaktion recherchiert und akquiriert werden. Alle Gesprächsteilnehmer sollen sich aus freien Stücken melden und können dies ab sofort unter der Telefonnummer 0800 220 8899 oder per Mail an domian@wdr.de tun. Anschließend sollen die Interessenten von der Redaktion persönlich besucht und dann gegebenenfalls zu Domian in die Sendung eingeladen werden, wie WDR-Redakteurin Elke Thommessen erläutert.

    „Nun stellt sich natürlich die Frage: Gehen Menschen mit vielleicht hochdramatischen Themen auch vor die Kamera? Ich glaube, dass 85 Prozent der Leute, die sich in der Nacht geäußert haben, auch vor eine Kamera gehen“, so Domian. Diese Erfahrung habe er schon vor rund 20 Jahren gemacht, als es mal eine „Domian“-Spezialsendung live am Rudolfplatz in Köln gab, bei der man nicht anrufen, sondern vorbeikommen konnte. Jene Sendung ist Domian in äußerst positiver Erinnerung geblieben und das Konzept wurde nie aus den Augen verloren.

    „Ich habe keine Sekunde der Nachtarbeit nachgeweint“, so Jürgen Domian. „Aber ich habe gemerkt, dass mir das Talken fehlt. Insbesondere die intensiven Gespräche mit unterschiedlichsten Menschen. Wo hat man das sonst?“ Bei den zunächst vier geplanten Sendungen wird es sich um freie Themenabende handeln – es kann also über alles gesprochen werden. Domian wird mit seinen Gästen einzeln und nacheinander sprechen – es wird also kein Talk in großer Runde sein.

    Die Verantwortlichen sehen „Domian live“ auch als Experimentierfläche, in der alles Mögliche ausprobiert werden kann. So könnten beispielsweise auch Gesprächsteilnehmer via Skype oder FaceTime zugeschaltet werden – auch klassischen Talk mit Anrufern schließt Domian nicht aus. „Alle wollen immer, dass man experimentiert in den Medien – wir machen’s!“ Domian lobt den Mut des WDR, die Sendung live zu machen. „Ich persönlich als Konsument finde die ganzen Konservensachen grässlich und lechze nach Fernsehsendungen, die live sind. Das ist für die Zuschauer doch auch spannender. Und wenn mal was schiefgeht – mein Gott, dann geht halt mal was schief.“ Elke Thommessen ergänzt: „Wir treten nicht mit dem Anspruch an, mit Folge 1 schon eine perfekte Sendung zu machen“. Eine Quoten-Vorgabe für „Domian live“ gebe es nicht.

    Jürgen Domian bezeichnet „Domian live“ als „behutsame Weiterentwicklung der Nachtsendung“. Wie früher wird es auch eine psychologische Betreuung im Hintergrund geben. „Man kann über alles reden, lautet die Devise.“ Eine Ausnahme nennt Domian allerdings doch: Pädophile werden nicht vor die Kamera gelassen. „So sehr es mir ein Anliegen wäre, mit ihm zu reden, würden wir sagen: ‚Nein, das geht nicht vor die Kamera‘. Weil wir die Person vor sich selbst schützen müssen.“

    Produziert wird das neue Format von Unique Media Entertainment (Wolfgang Link) im Auftrag des WDR, die Redaktion hat Elke Thommessen.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      grauenhaft .. und wenn man seine seltsamen Kommentare zum Weltgeschehen auf Instagram/FB liest, fragt man sich schon, ob der Zahn der Zeit bei ihm vielleicht etwas heftiger genagt hat als bei anderen ... sowas von altbacken, spiessig und bräsig -- Carmen Nebelig, irgendwie
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        Das hört sich interessant an. Die erste Sendung werde ich mir auf jeden Fall ansehen. "Domian" habe ich meistens gesehen, wenn ich danach ausschlafen konnte.

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