„Die Heiland: Wir sind Anwalt“: Grünes Licht für dritte Staffel

    Anna Fischer verlässt ARD-Serie auf eigenen Wunsch

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 10.02.2021, 15:13 Uhr

    Ada Holländer (Anna Fischer, l.) verlässt die Kanzlei von Anwältin Romy Heiland (Christina Athenstädt, r.) – Bild: ARD/Hardy Spitz
    Ada Holländer (Anna Fischer, l.) verlässt die Kanzlei von Anwältin Romy Heiland (Christina Athenstädt, r.)

    Zwischen April und Mai 2020 hat Das Erste die zweite Staffel von „Die Heiland: Wir sind Anwalt“ ausgestrahlt. Die Serienfortsetzung hatte einen tragischen Hintergrund. Denn die Schauspielerin Lisa Martinek, die in der ersten Staffel die Hauptdarstellerin verkörperte, verstarb 2019 plötzlich im Alter von nur 47 Jahren. Die ARD entschied sich, die Serie mit einer neuen Hauptdarstellerin fortzusetzen. Christina Athenstädt verkörperte fortan die blinde Anwältin Romy Heiland. Das Wagnis wurde belohnt und die Quoten fielen erfolgreich aus, so dass nun die Bestellung einer dritten Staffel verkündet wurde.

    Darin müssen sich die Zuschauer allerdings erneut auf ein neues Gesicht einstellen, denn Romys bisherige Assistentin Ada Holländer (Anna Fischer) verkündet ihren Abschied. Als Ada nur knapp die Zwischenprüfung als Rechtsanwaltsfachangestellte besteht, wird ihr endgültig klar, dass die „Jurakunde“ nichts für sie ist. Romy ist tief getroffen von dem Verlust. Adas Cousine Tilly Vogel (Sina Reiß) bietet überraschend ihre Hilfe an, doch wird es ihr gelingen, in ihre Fußstapfen zu treten?

    Die blinde Rechtsanwältin Romy ist es gewohnt, dass ihre Hilfe auf Widerstände stößt – selbst bei ihren eigenen Mandanten. Zum Beispiel bei dem jungen Boxer, der erst kürzlich sein Augenlicht verloren hat und nun als „Raser“ ein Auto gecrasht haben soll, oder bei der Musikerin, die von ihrem Dirigenten der Körperverletzung beschuldigt wird. Schließlich landet Romy selbst in Untersuchungshaft, nachdem sie einem jungen Dealer einen Gefallen tut…

    Im Privatleben ereilt Romy die Nachricht, dass ihr Ex Ben (Peter Fieseler) heiraten will. Das trifft sie mehr, als sie zugeben will, denn eigentlich ist sie ja glücklich mit Staatsanwalt Rudi Illic (Aleksandar Jovanovic) liiert. Und dann steht auch noch Romys Mutter Karin (Peggy Lukac) plötzlich völlig aufgelöst vor der Tür: Ihr Ehemann Paul (Rüdiger Kuhlbrodt) hat sie für eine Jüngere verlassen! Daraufhin nimmt Romy ihre Mutter kurzerhand bei sich auf. Die kann überraschend gut mit der neuen Situation umgehen, was Romy zunehmend irritiert.

    Anna Fischer über ihren Ausstieg: Vielleicht bin ich ein bisschen wie die ‚Ada‘, die ja schon immer ihren eigenen Kopf hatte. Nach drei sehr schönen, aufregenden Jahren und einer intensiven Zusammenarbeit möchte ich nun ein Kapitel abschließen, um mich neuen Aufgaben widmen zu können. Für mich war die Reise bei der ‚Heiland‘ eine der bedeutendsten meiner Laufbahn. Es war mir eine große Ehre, hier dabei gewesen zu sein, dieser wichtige Lebensabschnitt wird für immer in meinem Herzen bleiben.

    Ihre Nachfolgerin Sina Reiß kommentiert: Ich freue mich auf ein neues Team – das mich schon beim Casting mit offenen Armen empfangen hat. Und ich freue mich auf viele Abenteuer an der Seite einer so wunderbaren Kollegin wie Christina Athenstädt. Schon beim ersten Treffen hat die Chemie zwischen uns gestimmt und ich kann es kaum erwarten, sie tatkräftig zu unterstützen!

    Insgesamt 13 neue Folgen werden bis Juli in Berlin gedreht. Die Regie bei den ersten sechs Folgen führen Jan Bauer und Christoph Schnee. „Die Heiland: Wir sind Anwalt“ ist eine Produktion der Olga Film im Auftrag der ARD-Gemeinschaftsredaktion „Serien im Hauptabendprogramm“ unter der Federführung des rbb. Die Ausstrahlung der dritten Staffel ist ab Herbst 2021 im Ersten geplant.

    Die zweite Staffel der Serie sahen im Schnitt knapp fünf Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 15,3 Prozent. Damit war sie sogar erfolgreicher als die Auftaktstaffel, die 2018 durchschnittlich 4,25 Millionen Zuschauer bei 14,7 Prozent erreichte.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Es kommt immer wieder vor, dass eine Serie daran zugrunde geht, dass eine Schlüsselperson wegfällt. Manchmal gelingt es aber auch, die Arbeit von den vielen "Hinterbliebenen" zu retten und dem Publikum auch weiterhin die Geschichten zu erzählen, auf die man sehnsüchtig gewartet hat. So endete Der Bulle von Tölz, so endete auch Der letzte Zeuge - obwohl ich mir da durchaus eine Fortsetzung mit Gesine Cukrowski als "letzte Zeugin" hätte vorstellen können.

      Aber nachdem Der Dicke - Dieter Pfaff - verstarb, konnte die Kanzlei insgesamt gerettet werden - zwar darf man den neuen Partner wohl getrost als "gewöhnungsbedürftig" bezeichnen, aber eine Geschichte lebt ja bekanntlich nicht nur von den Helden, sondern auch von den Herausforderungen.

      Bei den Rosenheim-Cops waren anfangs wohl auch die häufigen gesundheitsbedingten Ausfälle von Joseph Hannesschläger nich Teil des Konzepts, aber als er voriges Jahr seinem Krebsleiden erlag, hatte sich die Serie schon als flexibel genug erwiesen, häufige Personalwechsel zu integrieren.

      "Die Heiland" war natürlich auf einer wesentlich kleineren Basis um die blinde Anwältin Romy Heiland herumgestrickt, so dass der Verlust von Lisa Martinek zunächst irreparabel erschien. Ich weiss nicht, ob man es den Mut der Verzweiflung nennen soll, aber ich bin dem Team und insbesondere Christina Athenstädt sehr dankbar, dass es eine zweite Staffel gegeben hat, die überraschend gut an die erste anknüpfte. Und nun höre ich mit Dankbarkeit, dass die Geschichte von Romy Heiland weitergeht.

      Sicher ist es schade, dass Anna Fischer nicht mehr dabei sein möchte. Die "besondere" Art der Assistentin Ada und die daraus resultierende Spannung zwischen ihr und ihrer Chefin war ja schon eine Quelle besonderen Vergnügens.

      Aber Anna Fischer hat natürlich Recht, wenn sie verhindern will, dass sie ein Leben lang keine anderen Rollen mehr spielen kann als solche, die der Ada zum Verwechseln ähnlich sehen. Zumindest in einer anderen Rolle habe ich ihr schon Eigenschaften von Ada angedichtet, was zugegebenermassen unfair war.

      (wer schon einmal Horst Tappert in einer seiner frühen Rollen - vor Derrick - gesehen hat, der weiss, wie schwer es ist, eine Rollen-Festlegung zu überwinden. Ja, das gilt auch für die früheren Rollen.)

      Die Crew von "Die Heiland" weiss ja sehr genau, wie wichtig es ist, eine neue Kollegin willkommen zu heissen. Seien wir doch auch so offen und geben wir Sina Reiß eine Chance. Ich gehe davon aus, dass uns dreizehn sehenswerte Folgen erwarten.
      • (geb. 1973) am

        @Gustav Gans

        Tja man sollte auch dem neuen eine Chance geben. und nicht über ungesehenes urteilen.
        Serien nur wegen eines Darstellers schaut geht es einem ja leider nicht um die Serie an sich.
        Schade um ihre Fernsehzeit.
        Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
        • am

          Ich freue mich auf die 3. Staffel, aber ich finde es extrem schade, dass Anna
          Fischer aussteigt.
          • am

            Ohne Anna Fischer bin ich raus, wegen ihr habe ich die Serie angesehen.

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