David-Fincher-Serien „Utopia“ und „Videosynchrazy“ bei HBO in Bredouille

    Ist US-Adaption von „Utopia“ bereits Geschichte?

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 31.07.2015, 11:46 Uhr

    David-Fincher-Serien "Utopia" und "Videosynchrazy" bei HBO in Bredouille – Ist US-Adaption von "Utopia" bereits Geschichte? – Bild: HBO

    Mit „House of Cards“ hat sich Filmregisseur David Fincher zu einer Größe im US-Fernsehen gemausert. So hat der Pay-TV-Sender derzeit zwei Projekte von ihm in der Mache: Den Serienpiloten „Utopia“ als Remake der gleichnamigen britischen Serie (natürlich nicht zu verwechseln mit dem Reality-Franchise, das in Deutschland als „Newtopia“ lief) und „Videosynchrazy“, eine Serie, die in der Musik-Video-Industrie der frühen 1980er spielt. Beide Projekte befinden sich derzeit laut Deadline in ernsthafter Gefahr, eingestampft zu werden.

    UTOPIA

    Knackpunkt für „Utopia“ soll laut Deadline das Budget für die erste Staffel sein. Das Branchenblog nennt eine Diskrepanz von mindestens fünf Millionen US-Dollar zwischen den Vorstellungen des Senders (um 95 Millionen) und denen Finchers (100 Millionen oder mehr), der auch die Regie für alle Folgen der Serie übernehmen würde.

    Seit dem Beginn der Entwicklung der Serie sind mittlerweile 18 Monate vergangen (fernsehserien.de berichtete). Zwischenzeitlich hatten sich die Produzenten dem Bericht zufolge auch schon mit Hauptdarstellern auf eine Beteiligung geeinigt, wobei ein formaler Vertragsabschluss aber natürlich darauf warten musste, bis das Budget für die Serie steht. So sei nun gestern den beteiligten Darstellern mitgeteilt worden, dass sie aus ihren Zusagen entlassen worden seien – was auf ein Ende des Projekts hindeutet. Von HBO gibt es dazu bisher keine Stellungnahme.

    VIDEOSYNCHRAZY

    Nach dem Dreh von vier Folgen der Serie „Videosynchrazy“ waren die Dreharbeiten unterbrochen worden (fernsehserien.de berichtete). Damals hieß es, HBO sei mit den Folgen nicht zufrieden und daher sollten nochmal die Drehbücher überarbeitet werden. Dafür war man allerdings auch auf Fincher angewiesen, da dieser viel Wert darauf legt, bereits in diesem Stadium beteiligt zu sein.

    Weil der aber mit der Vorbereitung von „Utopia“ beschäftigt war, wurde zwischenzeitlich die technische Crew des „Videosynchrazy“-Drehs freigestellt und hat sich demnach auch neue Jobs suchen müssen und gesucht.

    Auch hier sei es zudem, so berichtet Deadline weiter, schon zu Budget-Problemen gekommen, weil bei den bisherigen Dreharbeiten mehr Geld ausgegeben wurde, als eingeplant war. Generell haben Serien-Produktionen natürlich die Möglichkeit, anfallende Mehrausgaben in der Anfangszeit einer Produktion (insbesondere höher als erwartete „Anlaufkosten“) im späteren Staffelverlauf durch Effektivität und Sparsamkeit oder zur Not auch Streichung von teuren Teilstücken wieder aufzufangen.

    Ein gutes Zeichen für die Zukunft der Serie sind diese Probleme aber nicht.

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