Das Erste verschiebt Neujahrs-“Tatort“ wegen Terror-Thematik

    Rücksichtnahme auf die Betroffenen des Anschlags von Berlin

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 23.12.2016, 16:26 Uhr

    „Tatort“ – Bild: ARD
    „Tatort“

    Im Schatten des Terroranschlags von Berlin hatte die Frage im Raum gestanden, ob Das Erste am Neujahrstag um 20.15 Uhr wie geplant den Dortmunder „Tatort“ „Sturm“ zeigen sollte: Der hat islamistischen Terrorismus zum Thema, handelt allerdings nicht von Extremisten mit Migrationshintergrund. Nachdem der Sender gemäß einer Auskunft gegenüber Spiegel Online vom Mittwoch zunächst nicht plante, das Programm zu ändern, folgt nun doch ein Kurswechsel.

    Am 1. Januar 2017 um 20.15 Uhr wird nun der „Tatort“ mit dem Titel „Söhne und Väter“ ausgestrahlt werden, der vom SR hergestellt wurde.

    Programmchef Volker Herres kommentierte die jetzige Entscheidung: „‚Sturm‘ ist ein hochspannender ‚Tatort‘ des WDR, der mit dem Selbstmordattentat eines Islamisten endet: mit Bildern und Eindrücken, die Assoziationen zum Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin wecken. Natürlich muss ein ‚Tatort‘ nah an gesellschaftlichen Realitäten sein. Aber mit Rücksicht auf die Opfer, ihre Angehörigen, Betroffene und das Empfinden von Zuschauern wollen wir diesen ‚Tatort‘ nicht am Abend des ersten Tages im neuen Jahr, sondern mit größerem zeitlichen Abstand zeigen.

    Als neuer Ausstrahlungstermin für „Sturm“ wurde der 29. Januar 2017 um 20.15 Uhr angesetzt – auf dem Termin war ursprünglich die Episode „Söhne und Väter“ geplant gewesen.

    In „Söhne und Väter“ geht ein Streich entsetzlich schief: Drei Schüler wollen ihren Lehrer auch nach dessen Tod noch demütigen und haben sich im Vollsuff in ein Beerdigungsinstitut eingeschlichen, um ihm ein Ringelschwänzchen zwischen den Pobacken zu platzieren. Nachdem Enno dabei auf einer Rollbahre eingeschlafen ist, lassen ihn die Kumpel zurück. Am nächsten Morgen wird er im Beerdigungsinstitut erfroren aufgefunden. Hauptkommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) stellt auf den zweiten Blick Ungereimtheiten fest.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Seit Tagen im TV und Radio nur noch ein Thema. Sogar das ganze TV Programm wird verschoben, um Platz zu machen für Sondersendungen. Weil jeder TV Sender Quote machen will. Und nun wird der Tatort aus Rücksicht nicht gezeigt. Wo war die Rücksicht in den letzten Tagen???
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        Die Folge wird sowieso Ausgestrahlt da wird sich nichts ändern bzgl. des Anschlages Außerdem passiert jeden Tag in der Welt was.
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        • (geb. 1967) am melden

          Schade, Devid Striesow tatort ist nicht meiner...
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